Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Vier Personen in schwarzer Kleidung stehen in einem Industriebetrieb und lächeln. Im Hintergrund ist ein Schild mit gelbem und blauem Text zu sehen.

Hineinwachsen mit Plan: Unternehmensnachfolge im Familienbetrieb Schaaf

Michael Podschadel

14. November 2019

Im Alter bis 60 Jahre denkt kaum ein erfolgreicher Unternehmer daran aufzuhören. Die Frage danach, wann und wie man einmal seinen Ruhestand begeht – und was dann aus dem mühsam aufgebauten Betrieb wird – darf man sich dagegen durchaus schon frühzeitig stellen. So wie Klempnermeister Martin Schaaf. Sein 1996 unter dem Namen Flaschnerei Hessel gestartetes Unternehmen vereinigt heute als Schaaf GmbH Klempner, Zimmerer und Dachdecker unter einem Dach. Alle Gewerke sind mit Meistern vertreten. Seit 2016 ist auch Tochter Hanna im Unternehmen, im Folgejahr kam ihr Bruder David hinzu. Beide wollen den Familienbetrieb, in dem auch Onkel und Tante der Geschwister arbeiten, einmal als Leitungsteam vom Vater übernehmen. Die Vorbereitungen für eine stimmige Unternehmensnachfolge sind in vollem Gange, auch wenn der Wechsel erst in einigen Jahren ansteht. David und Hanna Schaaf wollen sich bestmöglich vorbereiten.

Unternehmensnachfolge Dachdecker Schaaf

Drei in einem Boot: Martin Schaaf (links) mit Tochter Hanna und Sohn David. Alle Fotos: Schaaf GmbH

Unternehmensnachfolge aus Überzeugung

Dass Hanna Schaaf einmal ins Handwerk will, wusste die 26-jährige Raumausstattermeisterin schon früh. „Die Zimmerei habe ich mir aber offen gesprochen nie zugetraut. Als ich klein war, wollte ich eigentlich erst Tierpflegerin im Zoo werden. Doch selbst in diesem Alter war ich schon besorgt, dass Papas Betrieb einmal in andere Hände gehen könnte“, erzählt Schaaf mit einem Lächeln. Sie ergänzt: „Unser Vater hat uns allerdings immer gesagt, dass wir einmal machen sollen, was uns gefällt, und die Firma nicht übernehmen müssen.“ Auch als sich Sohn David für eine Ausbildung zum Zimmerer entschied war die klare Ansage des Vaters, den Beruf betriebsfremd zu erlernen.

Passion Betriebsführung

„Die tägliche Arbeit auf dem Dach kann ich mir nicht vorstellen“, erklärt Hanna Schaaf. „Ich habe großen Respekt vor allen, die diesen Beruf mit Leidenschaft ausführen. Besonders beeindruckt bin ich von den Frauen, die sich auf dem Dach behaupten.“ Dennoch bewarb sich die Raumausstatterin beim Vater, als dieser eine Meisterstelle mit deutlichem Gewicht auf Betriebswirtschaft ausschrieb. „Kalkulation war ohnehin eine meiner beruflichen Schwerpunkte,“ erklärt Hanna Schaaf. „Ich interessiere mich sehr für betriebswirtschaftliche Prozesse und Themen wie Controlling und Personalführung.“

Zunächst bildete sie sich im Betrieb zur Fachkraft für Arbeitssicherheit weiter. Kontinuierlich verstärkte sich der Wunsch, das Unternehmen auch auf Führungsperspektive zu unterstützen. Was folgte, waren viele Gespräche: zwischen Vater und Tochter sowie mit dem Bruder,der den Gedanken einer Übernahme, unabhängig von seiner Schwester, auch schon ins Auge gefasst hatte. Und Hanna Schaaf redete mit Beratern der Handwerkskammer, Steuerberatern und Chefs von Betrieben in ähnlichen Situationen.

Unternehmensnachfolge Dachdecker Schaaf

Klempner, Zimmerer und Dachdecker: Das Team der Schaaf GmbH ist breit aufgestellt.

Unternehmensnachfolge: Berufliches und Persönliches klar trennen

Für eine möglichst erfolgreiche Unternehmensnachfolge nimmt sich Familie Schaaf Zeit: Vater Martin plant den Ausstieg im Dezember 2024. „Es gibt sehr unterschiedliche Arten, im Familienbetrieb eine Nachfolge anzutreten. Wird der Betrieb einfach als Schenkung an die Nachfolger übergeben oder kaufen diese den Betrieb? Die verschiedenen Möglichkeiten und entsprechenden Fragen der Finanzierung müssen sorgsam erwogen werden“, erklärt Hanna Schaaf.

Auch auf der zwischenmenschlichen Ebene sollte der Generationenwechsel funktionieren. Das gilt für die Akzeptanz bei den Mitarbeitern, die teils schon viele Jahre im Team sind. Das gilt aber ebenso für das Zusammenspiel von Vater und Kindern. Da kommen häufig ähnliche Ziele, aber auch recht unterschiedliche Erfahrungsschätze zusammen. „Man muss lernen, Kritik richtig zu äußern und aufzunehmen, ohne das persönlich zu nehmen“, meint die Unternehmertochter. „Der professionelle Umgang miteinander ist wichtig, fernab der familiären Bande.“ Um Persönliches und Berufliches klar voneinander trennen zu können, lässt sich Hanna Schaaf von einem Coach betreuen. Er hilft ihr dabei, das Profil der Unternehmerin herauszuarbeiten und von der privaten Hanna Schaaf abzugrenzen.

Unternehmensnachfolge Dachdecker Schaaf

Die Fahrzeugflotte wird optisch vom modernen Unternehmenslogo geprägt.

Unternehmensnachfolge: Professionellen Rat einholen hilft

Das großzügige Zeitfenster für die Nachfolge haben sich Hanna und David Schaaf auch gesetzt, um ohne Druck in die Position der Geschäftsführung hineinwachsen zu können. Damit das gut funktioniert, bilden sich die beiden weiter und holen professionellen Rat ein. „Betriebswirtschaftlich muss man sich stetig auf Stand bringen“, meint die Schwester. Allein im deutschen Steuerrecht findet man sich ohne professionelle Unterstützung eines Steuerberaters nur schwer zurecht. Die Unternehmensberater der Handwerkskammer kennen sich dagegen mit den bürokratischen Hürden aus und kennen die organisatorischen Herausforderungen bei der Unternehmensnachfolge.

Verantwortungsgefühl gegenüber den Mitarbeitern

„Der wichtigste Rat seitens der Handwerkskammer war für mich, ein konkretes Datum festzustellen, auf das man zielgerichtet hinarbeiten kann“, resümiert die angehende Unternehmerin. Sie besucht zahlreiche Fortbildungen, etwa zum Thema Mitarbeiterführung, um sich optimal vorzubereiten. „Als Mitinhaberin der Schaaf GmbH bin ich später ja nicht mehr nur für mich verantwortlich, sondern für die gesamte Belegschaft. Dieser Verantwortung will ich bestmöglich gerecht werden.“ Eine Herausforderung, der sich die Geschwister mit Enthusiasmus, Anspruch und einem durchdachten Konzept stellen. Für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist das eine gute Basis.

Sie interessieren sich für das Thema Unternehmensnachfolge. Dann lesen Sie unseren Artikel über die Dachdeckerfamilie Winterbauer.

Michael Podschadel

Der graduierte Komparatist war fast ein Jahrzehnt in der Pressearbeit tätig, bevor er sich als Texter und Redakteur selbstständig gemacht hat. Zu seinen inhaltlichen Schwerpunkten zählen Arbeitssicherheit und Technik. Richtig spannend wird es für ihn dann, wenn Menschen und ihre persönlichen Erfahrungen im Zentrum von Reportagen oder Hintergrundberichten stehen.

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