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Flachdachsanierung mit Synergieeffekten

2018.06.15 Knut Koestergarten • Lesezeit 3’

Dank eines ausgeklügelten Konzepts ist die Flachdachsanierung eines SB Warenhauses inklusive Dämmung, Dichtung und Entwässerung auf 12.000 Quadratmetern Fläche um ein Vielfaches günstiger geworden als bei entsprechenden Einzellösungen. Lesen Sie hier, wie der neue Dachaufbau realisiert wurde.

Auf der gesamten Dachfläche gab es nach mehr als drei Jahrzehnten Risse und Wölbungen sowie geflickte Leckagen der Abdichtung. Entsprechend entschied sich der Bauherr für die vollständige Demontage des alten Dachaufbaus, bestehend aus einer etwa 40 bis 50 Millimeter dicken Polystyrol-Schicht und einer an manchen Stellen fast ebenso dicken Abdichtung aus Bitumen. Zusätzlich lag auf dem gesamten Flachdach eine 50 Millimeter dicke Kiesauflast.

„Um das Dach pünktlich vor dem nächsten Regenschauer wieder dicht zu bekommen, haben die Dachdecker je nach Wetterlage unterschiedlich große Flächen bis auf das Trapezprofil zurückgebaut und direkt den neuen Dachaufbau verlegt“, erläutert der verantwortliche Projektleiter und Sachverständige Andreas Klein. An regenfreien Tagen sanierte das im Schnitt 15 Mann starke Team der mit der Flachdachsanierung beauftragten Lanzenstiel GmbH aus Kaiserslautern, Mitglied der Dachdecker-Einkauf Süd, auf diese Weise zwischen 300 und 400 Quadratmeter pro Tag. Die Kunden konnten währenddessen wie gewohnt ihren Einkauf tätigen.

Arbeiter arbeiten an Flachdachsanierung

Am Anfang der Flachdachsanierung stand die Demontage der gerade einmal 40 bis 50 mm dicken Dämmung aus Polystyrol und einer an manchen Stellen fast gleich dicken Abdichtung aus Bitumenbahnen.

Flachdachsanierung mit Demontage und Neueinbau der Lichtkuppeln

Auch die Lichtkuppeln im jeweiligen Dachabschnitt wurden demontiert und durch neue ersetzt. Insgesamt sorgen 48 große und zehn kleine Kuppeln für Tageslicht auf der Verkaufsfläche. „Da wir viele der geplanten Wartungswege unmittelbar an den Lichtkuppeln vorbeiführen mussten, haben wir alle Öffnungen unter den Kuppeln mit Durchsturzsicherungen im Bereich der Aufsatzkränze ausgerüstet“, sagt Klein. „So ist die Nutzung der Wege, zum Beispiel zur Wartung der Lichtkuppeln und NRA-Anlagen, ohne persönliche Schutzausrüstung auch im geöffneten Zustand der Kuppeln sichergestellt.“

Nach der Reinigung der freigelegten Trapezprofile füllten die Dachdecker den Profilhohlraum im Anschlussbereich der Lichtkuppeln zunächst mit nichtbrennbaren Brandschutz-Profilfüllern aus Steinwolle. Anschließend erfolgte auf der freigelegten Fläche – an wirklich regnerisch-trüben Tagen manchmal nicht mehr als wenige Dutzend Quadratmeter – die Verlegung der Notabdichtung und Dampfsperre (Bauder AG 4).

Dann ging es an die Dämmung. „Um die künftige Entwässerung der großen Dachflächen zuverlässig sicherstellen zu können, haben wir uns für ein nicht brennbares Gefälledachdämmsystem entschieden, im Einklang mit der aktuellen Verkaufsstättenverordnung und den Vorgaben des Bauherrn komplett in A1 Brandschutzqualität“, so Projektleiter Klein.

Flachdachsanierung mit Gefälledachsystem und Druckstromentwässerung

Den Anfang machte eine 90 mm dicke Grunddämmung aus Durock 037 Platten vom Steinwolle-Spezialisten Deutsche Rockwool. Darauf wurde gemäß dem vom Hersteller erstellten Verlegeplan und mithilfe des Georock 037 Gefälledachsystems ein zweiprozentiges Gefälle erstellt, auf dem wiederum mithilfe von Keprock Kehlgefälleplatten die notwendige Punktentwässerung vorbereitet wurde. Sie leiten Regenwasser zu einem der 50 neu montierten Gullys für die Hauptentwässerung oder einem der 50 Gullys für die Notentwässerung. „Die Entwässerung musste bei dieser Sanierung gründlich durchdacht und geplant werden, da einige der alten Fallrohre und Grundleitungen nicht mehr zuverlässig arbeiteten“, erläutert Andreas Klein. Die Anschlussleitungen an die Kanalisation waren für Starkregenereignisse zu klein dimensioniert.

Arbeitsfläche Flachdachsanierung

Als erste Dämmlage für die Flachdachsanierung dient eine 90 mm dicke Grunddämmung aus Durock 037 Platten.

Um auch für Extremwettersituationen gewappnet zu sein, wurden neue Anschlussleitungen verlegt und ein Auffangbecken ausgehoben. Im Inneren des Marktes wurden die alten Fallrohre zurückgebaut und durch eine moderne Druckstromentwässerung ersetzt. Die neu verlegten Entwässerungsrohre wurden dabei über Schienen an die Binder der Dachkonstruktionen und nicht an den Trapezblechen befestigt, sodass diese statisch durch die neuen Leitungen nicht belastet wurden.

Auf dem Dach sorgen an den Hochpunkten, zum Beispiel an Dachrändern und an den Hochpunkten der Dachreiter, bis zu 300 Millimeter Steinwolle  für wirksamen Wärmeschutz. Das Dachschichtenpaket wurde entsprechend der Vorgaben der gültigen EnEV geplant und umgesetzt. Kunden und Mitarbeiter des Verbrauchermarktes profitieren nun ganzjährig von einem angenehmen Raumklima.

Wertvolle Synergieeffekte bei der Flachdachsanierung genutzt

Für die Dämmung der zukünftigen Wartungswege setzte das Dachdeckerteam auf die speziell für dieses Einsatzgebiet entwickelte Megarock Verbundplatte von Rockwool. Durch den Verbund aus einer 90 mm dicken, hoch verdichteten Steinwolle-Dämmplatte mit einer anorganischen, faserverstärkten Beschichtung verfügt Megarock über eine enorme Punktbelastbarkeit von mindestens 1.800 N und eine Druckspannung von 80 kPa, womit die sichere Begehbarkeit langfristig gewährleistet bleibt. Als Abdichtung wurde eine extrudierte Kunststoffdachbahn (Mapeplan T I) verlegt und mechanisch befestigt. Sämtliche Absturzkanten sind mit Absturzsicherungen in Form seilgeführter Systeme gesichert. So wird auch dem Arbeits- und Personenschutz auf dem Dach Rechnung getragen.

Fazit des Sachverständigen Andreas Klein zu dieser Flachdachsanierung: „In dem für ein Flachdach natürlichen Sanierungszyklus war es uns möglich, parallel eine tiefgreifende Neuausbildung des Entwässerungskonzeptes und einen zeitgemäßen Brand-, Schall- und Wärmeschutz auf dem Dach aufzubauen. So haben wir wertvolle Synergieeffekte genutzt. Die isolierte Erneuerung der Entwässerung wäre um ein Vielfaches komplexer und teurer gewesen.“

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