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Made 1852: Gedämmtes Biberdach für energetische Sanierung

2021.01.21 Katharina Meise • Lesezeit 3’

Ein altes Stuttgarter Stadthaus stellt die Dachdecker, Zimmerer und Klempner der Schaaf GmbH vor viele Herausforderungen, bevor das neue Biberdach verlegt ist. Lesen Sie mehr über den Dachstuhl, die Dämmung oder die Klempnerarbeiten an den 16 Gauben.

„Die Aufgabenstellung klang zunächst einfach: Das Dach auf dem 1852 erbauten und in der Zwischenzeit aufgestockten Haus musste erneuert werden. In diesem Zuge wünschte sich der private Bauherr auch gleich eine energetische Sanierung seines Gebäudes“, erinnert sich Mark Holzwarth, Klempnermeister, Gebäude-Energieberater (HWK) und Projektleiter der Firma Schaaf GmbH aus Stuttgart.

Bild vom alten Dach mit fünf Gauben und drei zusätzlichen Dachfenstern

In die Jahre gekommen: Das alte Dach des Stuttgarter Stadthauses vor der energetischen Sanierung.

„Auch der explizite Wunsch des Kunden, einen Fachbetrieb zu finden, der alle notwendigen Gewerke aus einer Hand anbieten konnte, war für uns keine Besonderheit. Bei uns arbeiten Zimmerer-, Dachdecker-, Klempner- und Raumausstatter-Meister, und wir sind es gewohnt, Gewerke übergreifend Hand in Hand zu arbeiten.“ Den Auftrag – altes Dach runter, neuen Dachstuhl, neue Dämmung und neues Biberdach auf 500 Quadratmeter Fläche – konnte sich die Firma Schaaf GmbH also schnell sichern.

Bild von neuem Biberdach mit den Gauben

Zum Vergleich: Das neue Biberdach mit den fünf Gauben.

Biberdach: Energetische Sanierung gemäß Erneuerbare-Wärme-Gesetz

Die erste Herausforderung wartete dann kurz nach dem Einrichten der Baustelle auf das Team: „Es zeigte sich beim Rückbau des alten Dachstuhls, dass Teile davon ausgemauert waren. Wir konnten also nicht in allen Bereichen mit der vollen Sparrenstärke arbeiten, und auch bei der neuen Dämmung mussten wir ein anderes Material einsetzen als ursprünglich geplant, um den U-Wert von 0,192 halten zu können“, berichtet der Projektleiter.

Bild von Schaaf-Mitarbeitern, welche die Eindeckung des Biberdachs vorbereiten.

Die Dämmung nach den Auflagen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes ist fertig. Jetzt bereiten die Mitarbeiter der Schaaf GmbH die Eindeckung mit Biberschwanzziegeln vor. 

Dieser Wert war für den Bauherrn entscheidend, da er bereits plante, im kommenden Jahr die Heizungsanlage zu erneuern. Dafür waren die Auflagen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) einzuhalten. Es legt fest, dass ein U-Wert von 0,192 Watt pro Quadratmeter und Kelvin für Schrägdächer maßgeblich ist. Je nach Bauteil, bestehender Konstruktion und Qualität des Dämmstoffes sind in der Regel zwischen 160 bis 240 Millimeter Dämmstärke notwendig. „Wir haben also die mineralische Zwischensparrendämmung Isover Integra 032 mit 160 Millimeter eingebracht, plus einer Gutex Ultratherm Holzweichfaser-Aufdachdämmung in 60 Millimeter Stärke“, erläutert Holzwarth.

Hitze- und Schallschutz für die Bewohner des Dachgeschosses

Den positiven Effekt dieser Mischung haben die Mieter des Hauses sogleich bemerkt: „Der erste Teil des Daches war ja schon im Sommer fertig, und die Dachgeschoss-Bewohner haben direkt eine Verbesserung in Sachen Hitzeschutz gespürt. Auch der Schallschutz hat sich erheblich verbessert“, sagt Mark Holzwarth. In einer Stadt wie Stuttgart, die bundeweit immer wieder Schlagzeilen macht wegen des überbordenden Autoverkehrs, kein unwichtiges Argument.

Bild von den Klempnerarbeiten an den Gauben

Aufwendig und kleinteilig: Die Arbeit an den Gauben brauchte viel Zeit.

Biberdach: Kleinteilige Arbeiten an den Gauben kosten Zeit

Insgesamt dauerte die Arbeit an dem alten Gebäude ein gutes halbes Jahr, die Firma Schaaf war an jedem Arbeitstag im Schnitt mit sechs bis sieben Mitarbeitern im Einsatz. Kein Wunder, war doch die riesige Dachfläche von 550 Quadratmetern zu erneuern. „Allein die Renovierung der 16 kleinen Gauben hat viel Zeit in Anspruch genommen. Da gibt es für die Klempner unzählige Anschlüsse zu machen, die Dämmung muss passend zugeschnitten und sorgfältig eingebracht werden, und jede kleine Gaube bekommt natürlich ein kleines Dach, für das eine Menge Dachziegel passgenau zugeschnitten werden müssen. Das bedeutet sehr viel kleinteilige Arbeit“, weiß Mark Holzwarth.

Bild von Biberdach mit modernem Dachfenster und sanierten Gauben

Moderne Dachfenster und alte, sanierte Gauben ergänzen sich gut auf dem Biberdach.

Ein Klassiker fürs neue Dach: naturrote Biberschwanzziegel

Dabei kam seinen Dachdecker-Kollegen noch zugute, dass sich der Bauherr eine Eindeckung mit Biberschwanzziegeln gewünscht hatte. „Die Wienerberger Bunzlauer Biber sind ja an sich schon eher klein und bestens für kleinteilige Arbeiten geeignet.“ Mit dem Biberziegel fügt sich das neu eingedeckte Gebäude nun auch wieder nahtlos ins Stadtbild ein: „Vorher lagen ziemlich in die Jahre gekommene Flachdachpfannen auf dem Dach. In Stuttgart gibt es aber noch viele Häuser mit einem Biberdach, gerade die älteren Häuser haben oft diese zeitlose Deckung“, sagt Mark Holzwarth.

Bild von Biberziegeln

Mit den neuen Bibelziegeln fügt sich das Gebäude jetzt wunderbar ein ins umliegende Quartierbild.

Und er ergänzt: „Mir persönlich gefallen Biberziegel übrigens sehr gut. Sie sind einfach ein Klassiker und Bauherren können sich sicher sein, dass sie auch in Jahren noch Ersatzziegel bekommen, wenn mal eine kleine Reparatur nötig wird.“ Die Materialien für die Dämmung, die Dachfenster und die Ziegel für das Biberdach wurden vom Bedachungshändler Dachdecker-Einkauf Süd eG, bei dem die Schaaf GmbH auch Mitglied ist, direkt zur Baustelle geliefert.

Lohn für die Mühen: Pausen auf dem Biberdach mit grandioser Aussicht

Der große Aufwand hat sich für Mark Holzwarth und seine Kollegen übrigens nicht nur wirtschaftlich gelohnt. „Das besagte Haus steht in der berühmten Stuttgarter Halbhöhenlage, also am Hang, am Rande des Stuttgarter Talkessels. Von hier aus hatten wir die ganze Zeit über einen fantastischen Blick über die Stuttgarter Innenstadt. Da wurde jede Frühstücks- und Mittagspause zum entspannten Sightseeing in luftiger Höhe!“

Bild vom Biberdach auf die Skyline von Stuttgart

Ein cooles Dachprojekt für die Mitarbeiter – und dazu noch eine grandiose Aussicht auf Stuttgart.

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