Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann sitzt an einem Tisch mit zwei Gläsern Wasser, hinter ihm ist ein Bild mit zwei Männerporträts und Namen im Hintergrund projiziert.

Karl-Heinz Krawczyk: Neues Format für Landesverbandstag

Knut Köstergarten

11. August 2026

Landesverbandstage haben traditionelle Rituale und laufen seit langem auf ähnliche Weise ab. Die Frage ist, ob dieses Veranstaltungsformat auch zukünftig attraktiv genug ist, vor allem für die jüngere Generation von Dachdeckern. Dach\Live hat darüber mit Dachdeckermeister Karl-Heinz Krawczyk gesprochen, seit 2003 im Vorstand und seit 2018 Landesinnungsmeister der Dachdecker in Baden-Württemberg. Unter seiner Führung hat sich der Verband komplett modernisiert und digitalisiert. Auf dem jüngsten Landesverbandstag in Ulm haben sie im Ländle ein neues Format erprobt.

Dachdecker Krawczyk: Selbstbestimmt am iPad arbeiten

Wie kam es dazu, das Format Landesverbandstag radikal zu verändern?

Die ersten Ideen dazu haben wir Ende 2025 auf einem Strategieworkshop des Landesvorstands mit unserem Geschäftsführer Patrick Birnesser entwickelt und danach in unsere Gremien getragen. Die Ausgangsfrage war, wie wir es schaffen, unsere Mitglieder – insbesondere auch die jüngeren Generationen – für unsere Verbandstage zu begeistern. Veranstaltungen von Dachkrone oder Netzwerke wie Rooftop zeigen, dass dies gelingen kann. Dagegen wirken unsere bisherigen Verbandstage, übrigens auch bundesweit, eher altbacken.

„Endlose Begrüßungen, Reden und die im Ehrenamt gerne mal vorkommenden Selbstbeweihräucherungen haben wir abgeschafft.“

Was haben Sie anders gemacht beim jüngsten Verbandstag in Ulm?

Wir wollten uns komplett neu aufstellen mit Fokus auf Inhalte, Netzwerken und Austausch. So haben wir alle Formalien und Regularien auf ein Minimum reduziert. Endlose Begrüßungen, Reden und die im Ehrenamt gerne mal vorkommenden Selbstbeweihräucherungen haben wir abgeschafft.

Was gab es stattdessen?

Wir konnten schon die Mitgliederversammlung zum Auftakt am Freitagmorgen auf diese Weise sehr schlank und das Interesse hoch halten. Im Vordergrund standen dabei die Dienstleistungen des Verbands für die Mitglieder. Wir haben vorgestellt, was wir leisten, etwa in der Ausbildung oder der politischen Lobbyarbeit, und was der Mehrwert einer Innungsmitgliedschaft ist.

Menschen sitzen an Tischen in einem Saal und hören einem Vortrag zu. Im Vordergrund ist ein Laptop mit einer Präsentation auf dem Bildschirm zu sehen.
Gut frequentiert und kurzweilig startete der Landesverbandstag mit der Mitgliederversammlung am Freitagmorgen.

Der Freitagnachmittag war ganz dem Thema Digitalisierung gewidmet. Zehn Unternehmen konnten in einem Pitch, jeweils kurz in fünf Minuten, ihre Produkte und Services vorstellen. Danach ging es weiter mit Netzwerken an den jeweiligen Ständen: Kontakte knüpfen, Fragen stellen, sich entspannt austauschen. In einer bisher in Deutschland einmaligen Telefonaktion hatten wir zuvor alle Mitgliedsbetriebe angerufen und auch danach gefragt, wie wir sie als Verband noch besser unterstützen können. Das haben wir dann in persönlichen Gesprächen nachmittags und an unserem Festabend fortgesetzt.

Wie ging es weiter?

Am Samstagmorgen ging es genauso konsequent und entspannt weiter: keine langen Begrüßungen oder Reden, sondern direkt mit einer coolen Podiumsdiskussion mit vier jungen Dachdeckerkollegen, die ehrlich und authentisch über ihre Arbeitsweise, Herausforderungen und Digitalisierung sprachen. Das war beeindruckend kurzweilig.

Wie war die Resonanz?

Die war sehr gut. Und wir hatten noch nie so viele Mitglieder auf dem Verbandstag, vor allem so viele junge KollegInnen, die zudem zum ersten Mal auf so einer Veranstaltung waren. Die jungen Menschen sind ungeduldiger, neugieriger und wollen entsprechende Formate.

Ein Mann sitzt an einem Stehtisch mit zwei Wassergläsern, im Hintergrund eine Leinwand mit Porträtfotos und Namen.
Kurzweilige Podiumsdiskussion mit vier Dachdeckern am Samstagmorgen.

Was heißt das für die Verbandsarbeit?

Es ist unsere Aufgabe als Verband, Vollgas zu geben und modernes Handwerk auf den Weg zu bringen. Aber nicht nur um darüber zu reden, sondern um zu zeigen, wie einfach Handwerk sein kann. Nur dann haben wir eine Zukunft angesichts des demografischen Wandels. Wir haben jetzt noch die Gelegenheit, das aktiv zu begleiten und Menschen wieder für das Ehrenamt, Handwerk und die Selbstständigkeit zu begeistern. Gelingt uns das nicht, gibt es einen biologischen Cut und es besteht die Gefahr, dass Innungen bedeutungslos werden. Das wäre eine wirklich schlechte Entwicklung, denn eine top Ausbildung und politische Vertretung ist nur mit starken Innungen und Verbänden möglich. Deshalb müssen wir die Innungsarbeit stärken, anstatt Parallelgesellschaften im Dachdeckerhandwerk aufzubauen.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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