Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann repariert ein Dach, indem er Ziegel austauscht. Die Dachlatten sind sichtbar und der Himmel ist klar.

Trendwende: Das Steildach ist wieder auf dem Vormarsch

Knut Köstergarten

7. Oktober 2021

Lobbyarbeit für das Steildach: Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie setzt dabei auf eine intensive Kooperation mit den Dachdeckerverbänden. Das kommt am Ende auch den Betrieben zugute.

Dr. Matthias Frederichs ist seit Oktober 2017 Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie e.V. Zuvor arbeitete der 42-Jährige für verschiedene Verbände, vor allem in der Baustoffindustrie, sowie als Büroleiter einer Bundestagsabgeordneten. Im Interview spricht er über die Aufgaben seines Verbandes, Klimaneutralität, die Kooperation mit den Dachdeckern und die wieder höhere Attraktivität des Steildachs.

Bild von Dr. Matthias Frederichs

Dr. Matthias Frederichs ist Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Ziegelindustrie e. V. (Foto: BDZ, Titelbild: Röben Tonbaustoffe)

Was ist die Aufgabe Ihres Bundesverbandes?

Wir sind ein Wirtschafts- und Arbeitgeberverband mit einer 125-jährigen Tradition und vertreten die Interessen der Mauer- und Dachziegelhersteller in Deutschland. Die Idee dahinter ist, dass wir als Branche gemeinsam häufig mehr erreichen können als einzelne Unternehmen. Dazu gehören die politische Lobbyarbeit, bei der wir uns beispielsweise für spürbare Anreize bei der energetischen Gebäudesanierung einsetzen.

Daneben spielen Fragen von Anwendungstechnik und Normung eine zentrale Rolle. Hier arbeiten wir etwa eng mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) zusammen. Tarifpolitik und Öffentlichkeitsarbeit runden unser Profil ab.

Bild von Ofenstrecke für Ziegel

Ziel der Ziegelhersteller ist eine klimaneutrale Produktion. (Foto: Walther Dachziegel)

Welche Projekte stehen im Fokus?

Die Energiewende ist für unsere Branche ein zentrales Thema, durch regelmäßige Zielverschärfungen sowie steigende Energie- und CO2-Kosten wird der Druck für die industrielle Produktion immer größer. Wir haben daher eine Roadmap entwickelt, wie die Ziegelindustrie perspektivisch klimaneutral produzieren kann. Dabei geht es darum, was umgesetzt werden muss, welchen Investitionsaufwand es dafür braucht und welche politische Unterstützung nötig wäre, damit unsere stark mittelständisch geprägte Industrie die avisierten Klimaziele erreichen kann.

Zudem haben wir einen gemeinsamen Ausschuss mit dem ZVDH. Hier geht es darum, dass wir mit den Verarbeitern für Dachziegel das Produktdatenblatt und das Regelwerk zusammen erarbeiten.

Bild von Dachdeckern auf Steildach

Die Ziegelindustrie steht in engem Austausch mit den Dachdeckern als Verarbeitern. (Foto: BMI)

Was für eine Studie haben Sie gemeinsam mit dem ZVDH in Auftrag gegeben?

Wir als Bundesverband hatten schon 2018 ermittelt, dass bei rund zehn Millionen Dächern im Bestand energetischer Sanierungsbedarf besteht, ein großer Hebel für die CO2-Reduzierung. Jetzt haben wir mit dem ZVDH auf die Verbindung von Dachsanierung und Energiegewinnung über eine PV-Anlage geschaut. Aus der Studie ergibt sich ein Einsparpotenzial von über 100 Millionen Tonnen CO2. Wir halten daher eine zielgerichtete Kombiförderung von bis zu 45 Prozent für sinnvoll, um den Gebäudebestand deutlich stärker ins Visier zu nehmen.

Sind die Ziegelhersteller denn auf mehr PV-Anlagen vorbereitet?

Unsere Unternehmen haben sich in den letzten Jahren von reinen Ziegelherstellern hin zu Dachanbietern gewandelt. Und da gehört auch die Photovoltaik dazu, ob als integrierte PV-Elemente oder aufgeständert. Der Wandel geht vom Schutzdach zum Nutzdach.

Bild von Haus mit Steildach und Photovoltaikanlage

Steildach und Photovoltaik, das passt gut zusammen und befördert die Energiewende. (Foto: Creaton)

Themenwechsel: Ist der Abwärtstrend beim Steildach gestoppt?

Wir sehen da tatsächlich eine Umkehr und das Steildach wieder auf dem Vormarsch. Gerade durch den Trend zur Bestandsanierung, aber auch beim Neubau steigen die Marktanteile. Dazu hat sicherlich auch die Initiative Dachkult beigetragen, in der unser Bundesverband Fördermitglied ist und an der sich viele Hersteller beteiligen. Sie hat eine positive Auswirkung auf den Markt, gerade über die gezielte Ansprache von Architekten als Multiplikatoren.

Bild von Ensemble aus Steildächern

Das Steildach bietet einen großen Formenreichtum. (Foto: Creaton)

Ganz persönlich: Was mögen Sie an Ihrem Lobbyjob für die Ziegelindustrie?

Seit dem Studium der Politik-, Rechts- und Medienwissenschaft habe ich immer an der Schnittstelle von Politik und Industrie gearbeitet. Da besteht einfach eine starke Affinität. Ich kann hier Dinge gestalten, habe ein gutes Team und moderiere gerne die Interessen der Mitgliedsunternehmen gegenüber politischen Entscheidungsträgern. Auch privat gibt es eine Verbindung. Mein Vater war Maurer und ich stamme aus der Ziegelregion Südoldenburg, geboren in Cloppenburg.

Sie interessieren sich für Themen aus Innungen & Verbänden? Dann lesen Sie unsere Story über eine ungewöhnliche, öffentliche Aktion der Dachdeckerinnung Frankfurt.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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