Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Sarah Darscheid: Dachdeckerin und Ausbilderin aus Leidenschaft

Dach-Baustellen

Sarah Darscheid: Dachdeckerin und Ausbilderin aus Leidenschaft

Produkte

Sarah Darscheid: Dachdeckerin und Ausbilderin aus Leidenschaft

Dachdeckerbetrieb

Sarah Darscheid: Dachdeckerin und Ausbilderin aus Leidenschaft

Arbeitssicherheit

Sarah Darscheid: Dachdeckerin und Ausbilderin aus Leidenschaft

Dachdecker werden

Sarah Darscheid: Dachdeckerin und Ausbilderin aus Leidenschaft

Über uns

Werbelösungen für das Dachhandwerk

Dachmarketing ist spezialisiert auf analoge und digitale Werbung für Dachdecker und Zimmerer. Mehr erfahren →

Bild von VELUX Banner
Eine Person mit gelben Handschuhen trägt mehrere Dachziegel, Nahaufnahme von Händen und Baumaterialien auf einer Baustelle.

Faktor 3,5: Wie Dachdecker schwarze Zahlen schreiben

Knut Köstergarten

4. Februar 2020

Eigentlich kommt der nordrheinische Vorsitzende Raban Meurer ja aus der pädagogischen Ecke, hatte er doch über zwei Jahrzehnte im Vorstand des Landesverbandes den Bereich Berufsbildung entscheidend geprägt. Sein „heimliches Steckenpferd“ sei daneben immer die Betriebswirtschaft gewesen, outet Thomas Schmitz, Geschäftsführer des Dachdecker-Verbandes Nordrhein, seinen Vorsitzenden. „Raban Meurer hat auch als Mitglied des betriebswirtschaftlichen Ausschusses des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) bereits sehr früh die Notwendigkeit von auskömmlichen Stundenverrechnungssätzen angemahnt.“

Dachdecker Nordrhein

Wollen mit Ihrer Kampagne „3,5 für schwarze Zahlen“ zum Nachdenken und Umdenken beim Thema Stundenverrechnungssätze anregen: Raban Meurer (links) und Thomas Schmitz.

Dachdecker-Innung Düsseldorf gibt finalen Anstoß für Kampagne

Doch der letztlich auslösende Anstoß für die Kampagne „3,5 für schwarze Zahlen“ kam dann aus der Innung Düsseldorf. Der dortige Obermeister Andreas Braun wollte endlich einmal das Thema Betriebswirtschaft aufgreifen und nicht immer nur die Fachtechnik, erinnert sich Schmitz. „Andreas Braun ist in seinem Betrieb eben auch ein Kalkulator und Geldmensch im positiven Sinne.“ Eben einer, der mit unternehmerisch spitzem Bleistift wirklich alle betrieblichen Kosten einbezieht, um seinen Stundenverrechnungssatz  zu ermitteln. Das sei laut Schmitz längst nicht bei allen Betrieben der Fall. „Oft sind Stundenverrechnungssätze ein Zuschussgeschäft.“

Mit seinem Kollegen Bernd Redecker konzipierte Schmitz zwei unterschiedliche, leicht verständliche Vortragsansätze zum Stundenverrechnungssatz für die Düsseldorfer Innung. Aus beiden zusammen wurde die Kampagne „3,5 für schwarze Zahlen“ geboren. Landesinnungsmeister Meurer entschied dann, die Kampagne auf dem Landesverbandstag 2019 offiziell vorzustellen. Sie hat Gewicht, denn Nordrhein ist der größte Verband im ZVDH mit rund 1.500 Mitgliedsbetrieben und einem hohen Organisationsgrad von 77 Prozent.

DachdeckerDachdecker Nordrhein wollen zum Nachdenken über Preise anregen

„Wir wollen zum Nachdenken anregen sowie einen Prozess initiieren und weiterführen“, berichtet Schmitz. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, denn die Auftragsbücher der Dachdecker sind prall gefüllt. „Wenn nicht jetzt, wann wollen die Betriebe dann wirklich auskömmliche Preise durchsetzen“, fragt Schmitz völlig zurecht. „Wir wollen die Qualität und den Wert der Dachdecker-Arbeit in den Mittelpunkt stellen.“ Klar werden viele Betriebsinhaber sagen, dass dies wegen der Konkurrenz Wunschdenken sei.

Doch auf der anderen Seite machen sich viele Chefs auch etwas vor, wenn sie nur auf volle Auftragsbücher um jeden Preis setzen, statt auf volle Betriebskonten, die es ermöglichen eine gesunde Eigenkapitalquote zu erreichen. In einen auskömmlichen Stundenverrechnungssatz gehören neben dem Gesellenlohn die tariflichen, gesetzlichen und freiwilligen Sozialaufwendungen, wie etwa 13. Gehalt, Beiträge zu Sozialversicherungen oder Fahrgeld, die betrieblichen Gemeinkosten sowie der Unternehmerlohn und der Aufschlag für unternehmerisches Risiko, der Gewinn.

Ehrlichkeit bei der Preiskalkulation ist die Basis

Für Thomas Schmitz ist hier Ehrlichkeit gefragt. Wenn ich also als Chef mal mein Gehalt durch die tatsächlichen Stunden teile, die ich in der Woche, am Wochenende und an Feiertagen arbeite: Was bleibt dann noch als Stundenlohn, und ist der angemessen für die Verantwortung und den Aufwand? Habe ich dann selbst mehr als den Mindestlohn? Beim Unternehmerlohn muss auch genug Spielraum drin sein, um die persönliche Altersvorsorge zu bestreiten. Da gibt es einige Chefs, die lieber nicht so genau nachrechnen. Und zu viele Inhaber verlassen sich darauf, dass sie die Rente über einen Betriebsverkauf finanzieren können.

Dachdecker Nordrhein

Der Zeitpunkt der Kampagne ist gut gewählt, denn die Auftragsbücher der Dachdecker sind prall gefüllt. „Wenn nicht jetzt, wann wollen die Betriebe dann wirklich auskömmliche Preise durchsetzen“, fragt Schmitz völlig zurecht.

Da ist das Erwachen manchmal böse. Schmitz zitiert dazu Fakten. Das Bundesarbeitsministerium hat für 2017 ermittelt, dass ein Handwerker nach dem 65. Lebensjahr durchschnittlich gerade mal 1.300 Euro netto zur Verfügung hat. Und wie sieht es mit dem Gewinnaufschlag aus, fällt der nicht oft zu gering aus oder ganz unter den Tisch? Hier geht es auch um den Aufbau von Eigenkapital, etwa für Investitionen. Zudem ist ein Betrieb, der gute Gewinne erwirtschaftet, sehr viel attraktiver für eine Nachfolge.

Dachdecker: Auskömmlicher Stundenverrechnungssatz über 60 Euro

Wenn also alle betrieblichen Kosten angemessen in den Stundenverrechnungssatz einfließen, wo landet man dann? Für Schmitz lautet die einfach zu behaltende und überschlägige Formel im Idealfall Bundesecklohn mal Faktor 3,5, wie es aus anderen Gewerken bekannt ist. Unlängst wieder von der Handwerkskammer zu Köln für das SHK-Handwerk ins Spiel gebracht. Dieser Faktor ist also keine Erfindung der Dachdecker in Nordrhein, sondern eine bekannte Größe unter Betriebswirtschaftlern. Mit dem gezückten Taschenrechner kommt man dann auf 66,92 Euro als Stundenverrechnungssatz.

Wahnsinn, werden viele Chefs sagen? Vielleicht ist so ein Sprung am Anfang zu viel. Realistisch sollte man aber laut Schmitz mit dem betrieblichen Mittellohn als Basis starten. Der falle geringer aus als der Bundesecklohn, weil auch Helfer und Azubis mit eingerechnet werden. Dennoch: Auch andere Experten zweifeln, ob sich unter 60 Euro pro Stunde die Arbeit für Handwerker kostendeckend anbieten lässt. In einem Artikel der Deutschen Handwerkszeitung online vom 27. August 2019 errechnete Rolf Koch, Betriebsberater der Handwerkskammer Mannheim, für ein Metallbaubetrieb mit fünf Mitarbeitern bei ähnlichem Bundesecklohn einen Stundenverrechnungssatz von 57,74 Euro. Der würde aber gerade mal so, ohne Spielraum für Rücklagen und Preisnachlässe, zum Überleben reichen.

Dachdecker Nordrhein

Wer Gewinn einfahren will, muss den Stundenverrechnungssatz sauber inklusive aller anfallenden Kosten kalkulieren.

Kampagne könnte bundesweit als Türöffner wirken

„Wir stehen auch in engem Kontakt zum Unternehmerverband Handwerk in Nordrhein-Westfalen, in dem Raban Meurer Vorstandsmitglied ist. Dort sieht man das Thema ebenfalls als sehr dringend an“, erläutert Schmitz. Auch bei einigen Dachdeckern sei die Kampagne 3,5 schon angekommen und stoße auf positives Feedback. Zudem würden laut Raban Meurer erste Landesverbände die Kampagne als sinnvolle Unterstützung sehen, um das wichtige Thema „ Ermittlung und Kontrolle nachhaltiger Stundenverrechnungssätze“ offensiver anzugehen. So nutze etwa der Landesverband Schleswig-Holstein die von Thomas Schmitz konzipierten Innungs-Vorträge zum Thema bereits für eigene Veranstaltungen.

Mal sehen, ob die Kampagne von weiteren Landesverbänden und dem ZVDH aufgegriffen wird. Die dortige betriebswirtschaftliche Abteilung sei unter der Leitung von Felix Fink bestens besetzt und erstelle exzellente Materialien und Hilfsmittel für die Berechnung des Stundenverrechnungssatzes, sagt Schmitz. „Hier könnte dem niedrigschwelligen Faktor 3,5 eine entscheidende Schlüsselposition zukommen. Hätten Betriebe diesen verinnerlicht, könnten sie mit den Tools des ZVDH ins Feintuning eintreten.“

Ortsüblichen Stundenverrechnungssatz anonym über Innungen ermitteln

Um den Betrieben Mut für kostendeckende Preise zu machen und dem Unwesen mancher Sachverständiger entgegenzutreten, nach Elementarschäden Tiefstpreise als ortsüblich anzusetzen, gibt es laut Schmitz ein probates Mittel. Innungsbezogen könnten die Betriebe anonym ihren Nettostundenverrechnungssatz melden. Der dabei gewonnene Mittelwert sei sehr wertvoll. „Darauf kann sich dann jeder Betrieb aus dem Innungsbezirk beziehen, weil dieser Stundenverrechnungssatz grundsätzlich als ortsüblich anzusehen sein. Kein Betrieb müsse also mehr befürchten, dass ein Gutachter ihm das Gegenteil vorwirft. „Bei einem derart hohen Organisationsgrad wie in Nordrhein würde es einem Sachverständigen schwer fallen, einen anderen Stundenverrechnungssatz als ortsüblich zu beweisen“, erläutert Schmitz. Und für jeden einzelnen Betrieb ist der gewonnene Mittelwert zudem ein gutes Regulativ, was die Auskömmlichkeit der eigenen Kalkulation angeht.

Sie interessieren sich für „Branchen-News“? Dann schauen Sie doch hier mal in unsere Rubrik.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

Services Dachmarketing

Der Marketing-Spezialist für Dachdecker und Zimmerer

Wir können Dach. Dachmarketing unterstützt Dachdecker und Zimmerer rund um analoge Werbung, wie Gerüstbanner oder Fahrzeugwerbung, und digitale Lösungen, wie die Software Mein Büro und den Website-Konfigurator für die Profi-Website.

Bild von Dachdecker-Website

Software Mein Büro

Angebote & Rechnungen und Baustellenverwaltung: Die Handwerkersoftware für kleinere Betriebe.

Bild von Dachdecker-Website

Profi-Website

Mit Layoutvorlagen und wenigen Klicks im Website-Konfigurator oder als individuelles Unikat.

Bild von Dachdecker-Website

Gerüstbanner

Weithin sichtbar: Gerüstbanner für mehr Bekanntheit, neue Aufträge oder Nachwuchswerbung.

Bild von Dachdecker-Website

Werbemittel

Zollstöcke, Bleistifte oder Feuerzeuge – mit individuellen Werbemitteln im Gedächtnis bleiben.

Aktuelle Artikel

Moderne Gebäude mit Solarpaneelen auf dem Dach, einer weißen Fassade, grüne Pflanzen im Vordergrund und hügelige Landschaft im Hintergrund bei Tageslicht.

3. September 2026

Haller Gruppe realisiert ausdrucksstarke Fassade für GUK Falzmaschinen

VELUX Flachdach-Fenster Glas-Kuppel geschlossen.

1. September 2026

Neues Flachdach-Fenster mit Glas-Oberelement komplettiert VELUX Sortiment

Eine Person mit blauen Handschuhen repariert Dachziegel auf einem Haus, im Hintergrund Bäume und ein Gebäude.

27. August 2026

Lorelay Wegner: Eine starke Stimme für das Dachhandwerk

Porträt eines lächelnden Mannes mit kurz geschnittenem Haar und Bart, trägt Hemd und Sakko, neutraler Hintergrund.

25. August 2026

Jan Voges will Fachtechnik und Berufsbildung verbinden

Deutscher Polizeibeamter mit Abzeichen des Landes Baden-Württemberg auf der Uniform, beugt sich über einen Tisch.

20. August 2026

Zimmerer Florian Dorer kämpft um Gold bei WorldSkills 2026

Ein Arbeiter steht neben einer großen blauen Maschine auf einem Lastwagen, Bäume und ein Hausdach sind im Hintergrund sichtbar.

18. August 2026

Stolberg Bedachungen: Familienbetrieb zwischen Tradition und Aufbruch

Eine Person mit roten Handschuhen arbeitet auf einem Hausdach, im Hintergrund stehen Wohnhäuser und Strommasten bei klarem Himmel.

13. August 2026

Nach dem Meister: Dachdecker Michel Seidensticker in Japan

Ein Mann sitzt an einem Tisch mit zwei Gläsern Wasser, hinter ihm ist ein Bild mit zwei Männerporträts und Namen im Hintergrund projiziert.

11. August 2026

Karl-Heinz Krawczyk: Neues Format für Landesverbandstag