Bild von Dirk Sindermann, dem neuen ZVDH-Vize

Dachdeckermeister Dirk Sindermann neuer ZVDH-Vizepräsident

Die Anspannung war hoch. „Auch wenn ich die große Rede halten kann – das Machen liegt mir deutlich mehr als das Reden“, beschreibt Dirk Sindermann seine Gefühlslage vor der Wahl. Der 52-Jährige wurde am 28. März auf der Delegiertenversammlung des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) im Rahmen des Dachdeckertags in Dresden in einer fairen, demokratischen Wahl zum neuen Vizepräsidenten gewählt – als Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers André Büschkes.

Bewerbungsrede vor 400 Menschen

Vor rund 400 Menschen in einer Bewerbungsrede über sich selbst und die Themen zu sprechen, die das Dachdeckerhandwerk bewegen – das war für Dirk Sindermann eine Gelegenheit, inhaltlich zu überzeugen und authentisch rüberzukommen. „Ich habe mich sehr gefreut, dass ich mit meiner Rede punkten konnte und das, was ich mir vorgenommen hatte, auch transportieren konnte.“

Bild von ZVDH-Vize Dirk Sindermann nach der Wahl
Ein Moment der Freude: Dirk Sindermann nach der Wahl zum ZVDH-Vizepräsidenten. (Foto: ZVDH)

Viel Energie in die Bewerbung gesteckt

Wie es seiner Art entspricht, hatte er sich gründlich vorbereitet und in der Zeit vor der Wahl immer wieder an seiner Rede gearbeitet. „Ich habe im Vorfeld viele Gespräche geführt, bin gereist und habe viel Energie in meine Bewerbung gesteckt.“ In den kommenden drei Jahren kann sich das Dachdeckerhandwerk auf einen Vizepräsidenten freuen, der anpackt, zuhört und gemeinsam mit anderen etwas bewegen möchte – so beschreiben ihn Wegbegleiter.

Vertrauen aufbauen als ZVDH-Vize

Dirk Sindermann engagiert sich seit vielen Jahren im Ehrenamt: als Obermeister der Dachdecker-Innung Dortmund und Lünen sowie als Vorstandsmitglied im Landesverband des Dachdeckerhandwerks Westfalen. „Ich bin sehr nah an den Betrieben und möchte diesen direkten Draht auch als ZVDH-Vizepräsident bewahren.“ Für ihn steht im Mittelpunkt, alle Beteiligten mitzunehmen und das Zusammenspiel im Verband weiter zu stärken. „Ich freue mich auf die Aufgaben.“ Vertrauen aufzubauen ist für ihn ein zentrales Ziel. „Ich bin jemand, der gerne vermittelt und Wert auf enge Absprachen legt.“

Bild von ZVDH-Vize Dirk Sindermann mit seinen Mitarbeitern
Familienfoto zum Start der Ausbildung des jüngeren Sohnes Leon (zweiter von links) mit dem älteren Sohn Niklas, Dirk Sindermann und dem Vater des Sohnes, Heiko. (Foto und Titelbild: Sindermann)

Marke Innung zum Qualitätssiegel machen

Gleichzeitig will er gestalten, Ideen einbringen und andere begeistern. „Es ist an der Zeit, dass die Marke ‚Innung‘ wieder als echtes Qualitätssiegel wahrgenommen wird, von außen wie von innen. Das Ziel ist, dass jeder Betrieb sagen kann: Ich bin Innungsmitglied – und das mit Stolz.“

Tradition und Weiterentwicklung sieht er nicht als Gegensätze. „Tradition erfordert eine ständige Weiterentwicklung. Sonst wird aus ihr schnell ein alter Hut. Es geht darum, auch junge Betriebe für die Innung zu gewinnen und aktiv einzubinden.“ Dafür braucht es Räume und Formate für Austausch und Netzwerken. Inspirierende Beispiele gibt es genug – dort, wo junge und etablierte Betriebe sich begegnen, voneinander lernen und gemeinsam Ideen entwickeln. Ebenso wichtig sind Formate, bei denen sich Betriebe auch mal selbst für ihre Leistungen feiern dürfen. „Solche Impulse können wir auch setzen – entscheidend ist, dass wir klären, wann, wie und wo. Ich bin überzeugt, dass wir dafür das richtige Umfeld schaffen können“, erläutert Dirk Sindermann.

Bild von Dachdeckern auf einem asiatischen Dach
Dachdeckermeister Alex (links), und der angehende Dachdeckermeister Dustin freuen sich über die gelungene Eindeckung eines chinesischen Pavillons mit original chinesischen Tonziegeln. (Foto: Sindermann)

Große Potenziale in der Öffentlichkeitsarbeit

Auch in der Öffentlichkeitsarbeit sieht er große Potenziale – vor allem durch Synergien zwischen den Landesverbänden und dem ZVDH. „In vielen Landesverbänden gibt es bereits starke und funktionierende Konzepte“, sagt Sindermann. „Doch warum nutzt nicht jeder dort, wo es sinnvoll ist, bestehende und bewährte Ideen – zentral und für alle? Warum entwickeln wir an vielen Stellen parallel ähnliche Ansätze, anstatt unsere Energie und unser Wissen zu bündeln? „Wir sind eine starke Solidargemeinschaft im Dachdeckerhandwerk. Jeder bringt Stärken mit – und wenn wir diese bündeln, können wir gemeinsam noch mehr erreichen“, so Dirk Sindermann.

Enge Kooperation mit Herstellern und Fachhandel

Einen wichtigen Beitrag kann hier die enge Kooperation mit Unternehmen der Bedachungsindustrie und des Fachhandels leisten – etwa zur Unterstützung der Betriebe in Sachen Nachwuchswerbung und Marketing. „Diese Zusammenarbeit wollen wir weiter beleben und gezielt für eine starke Öffentlichkeitsarbeit nutzen“, erklärt Dirk Sindermann.

Bild von Mitarbeiter von Dirk Sindermann beim Einbau von Dachfenstern
Mitarbeiter Jonathan vom Team Sindermann beim Einbau eines Dachfensters.

Ehrenamtler besser unterstützen

Mehr Unterstützung brauchen seiner Ansicht nach auch die vielen Ehrenamtler an der Innungsbasis. „Sie investieren Zeit, Nerven und ganz viel Herzblut – genau dieser Einsatz hält unsere Innungen am Laufen.“ Sein Ansatz: Ehrenamt muss einfach machbar sein – mit klaren Abläufen und echter Unterstützung. Dirk Sindermann: „Es geht nicht darum, alles neu zu erfinden, sondern darum, vorhandenes Wissen schnell und unkompliziert abrufen zu können.“

ZVDH-weite Datenbank

Dirk Sindermann kann sich eine ZVDH-weite Datenbank vorstellen, auf die alle zugreifen können – mit Informationen, die im Ehrenamts-Alltag wirklich zählen. „Niemand sollte sich fragen müssen: Wie organisiere ich eine Veranstaltung, wo finde ich Referenten oder die passende Rede zum passenden Anlass? Diese Antworten müssen auf Knopfdruck verfügbar sein – ohne langes Suchen.“ Ideen hat der 52-Jährige viele, doch zunächst will er in der neuen Rolle im ZVDH gut ankommen und die Arbeit von innen kennenlernen.

Bild von Mtarbeiter auf einem großen Flachdach
Mitarbeiter sanieren das Flachdach der Dortmunder Westfalenhalle. (Foto: Hammes/Kalzip)

Dirk Sindermann ist Dachdecker- und Klempnermeister

Was er schon erfolgreich aufgebaut hat, ist sein eigener Betrieb: Mit 16 Jahren begann Dirk Sindermann seine Lehre im Dachdeckerhandwerk. 1996 legte er die Meisterprüfung ab, zwei Jahre später auch die als Klempner. „Die Firma habe ich 1998 gemeinsam mit meinem damaligen Partner Carsten Krajewski gegründet – in einer kleinen Halle mit integriertem Büro.“ Nach einem schweren Verkehrsunfall konnte Krajewski den Betrieb ab 2001 nicht weiterführen und schied später aus dem Unternehmen aus.

Bild von Mitarbeitern von Dirk Sindermann auf dem Dach
Steildachsanierung mit PV-Anlage: gutes Teamwork ist wichtig bei Sindermann. (Foto: Sindermann)

19 Mitarbeitende am Standort Dortmund-Brackel

Durch das stetige Wachstum wurde 2013 ein kompletter Neubau notwendig – mit größerer Halle, moderner Ausstattung und deutlich erweiterten Büroflächen. Heute führt Dirk Sindermann den Betrieb Bedachungen Sindermann, Mitglied der DEX eG, am Standort Dortmund-Brackel mit 19 Mitarbeitenden. Er ist auch als Energieberater tätig und arbeitet als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk. Die Firma ist spezialisiert auf energetische Gebäudesanierung – und steht für das, was ihm auch im Verband wichtig ist: „DurchDACHte“ Qualität.

Bild von Nashorn-Maskottchen von Dirk Sindermann
Das Maskottchen auf dem Firmengelände, beflügelt von „durchdachter Qualität“. (Foto: Sindermann)

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