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Dachdeckerin im Familienbetrieb statt Berufsreiterin

2021.02.25 Knut Köstergarten • Lesezeit 3’

Für Sina Klein liegt das Glück auf dem Rücken der Pferde, aber nicht beruflich. Sie hat sich nach reiflicher Überlegung für eine Lehre als Dachdeckerin entschieden. Hier berichtet die 20-Jährige, warum sie stolz auf ihren Job ist und sich später selbstständig machen möchte.

Für ihre berufliche Entscheidung hat Sina Klein eine ganze Zeit gebraucht. Denn es schlagen zwei Herzen in ihrer Brust. Zum einen ist Vater Hartmut Klein Dachdeckermeister mit eigenem Betrieb in Eldingen bei Celle. Da ist sie schon vor der Ausbildung mitgefahren auf die Baustellen.

Erster Berufswunsch: Berufsreiterin

Zum anderen gibt es das Reiten, inzwischen hat die Familie vier eigene Pferde mit Stall und Weiden. Die Mutter reitet auch. „Noch heute bin ich bei den Pferden, wenn ich nicht auf dem Dach bin“, erläutert die Dachdeckerin. Sie hat mit elf Jahren angefangen mit dem Turnierreiten und war vor der Corona-Pandemie jedes Wochenende auf einem Turnier. Da gab es natürlich die Idee, Berufsreiterin zu werden und selbst Pferde auszubilden.

Bild von Sina Klein beim Springreiten mit dem Pferd über einem Hindernis

Sina Klein hat mit elf Jahren angefangen mit dem Turnierreiten.

Schon im Abitur als Dachdeckerin gejobbt

Klar war nach dem Abitur, dass es kein Bürojob werden sollte. „Ich brauche etwas mit Kontakt zum Kunden, Abwechslung und viel Bewegung“, berichtet Klein. Als Mädchen hat sie auch mehrere Jahre Handball gespielt. Während der Abi-Prüfungsvorbereitung jobbte sie im Familienbetrieb als Dachdeckerin. Das war wohl die Initialzündung. Aber es gab schon die Frage: „Schaffe ich die harte Arbeit auf dem Dach?“ Für Sina Klein war wichtig, am Ende glücklich zu sein mit ihrer Entscheidung.

Bild von Sina Klein mit einer Abdichtungsbahn auf der Schulter

Genug Kraft ist vorhanden für den Job. Sina Klein mit einer Abdichtungsbahn auf der Schulter.

Als Dachdeckerin etwas Schönes schaffen

Heute sagt sie: „Dachdeckerin ist auf jeden Fall das passende. Der Beruf macht richtig Spaß.“ Etwas Schönes zu schaffen, das bleibt. „Papa ist mal mit mir durch einen Ort in der Nähe gefahren und hat mir die Häuser mit Stolz gezeigt, auf denen er die Dächer gedeckt hat. Das möchte ich meinen Kindern später auch zeigen können. Kunden glücklich machen mit einem Dach über dem Kopf, das ist doch eine tolle Sache“, meint die 20-Jährige. Das Reiten bleibt für sie ein super Ausgleich mit anderer Belastung. Es ist das Zusammensein mit den Tieren und die Entspannung dabei, was ihr besonders gut tut.

Bild von Sina Klein beim "Meditieren" auf einer Abdichtungsbahn

Setzt sich auf Instagram auch gerne mit Humor in Szene: Dachdeckerin Sina Klein.

Ein gutes Händchen und viel Ehrgeiz

Sina Klein berichtet über ihre Ausbildung auf Instagram. Sie will jungen Menschen zeigen, wie interessant der Beruf ist. Ihre Lehre als Dachdeckerin möchte sie um ein halbes Jahr zu verkürzen. Gleich um ein ganzes Jahr zu reduzieren und im zweiten Lehrjahr die Ausbildung zu beginnen, wollte sie nicht. Theorie ist für sie kein Problem, da ihr das Lernen nicht schwer fällt durch ihr Abitur. „Ich habe mich gefragt, ob ich die Praxis schaffe mit einem Jahr weniger.“

Im Nachhinein war die Sorge unbegründet. „Ich bin sehr gut aus den praktischen Lehrgängen im Ausbildungszentrum St. Andreasberg herausgegangen“, erzählt die Dachdeckerin. Sie hat ein gutes Händchen, verbunden mit viel Ehrgeiz, wodurch sie die kaum vorhandenen Nachteile bei Größe und Kraft ausgleichen kann.

Bild von Dachdeckerin Sina Klein vor einem Ziegelmodell im Ausbildungszentrum St. Andreasberg

„Ich bin sehr gut aus den praktischen Lehrgängen im Ausbildungszentrum St. Andreasberg herausgegangen“, erzählt die Dachdeckerin.

Als Material liebt sie besonders Schiefer, auch wenn es im Betrieb nur für Fassaden angewandt wird. „Ich habe privat schon an Schieferornamenten gearbeitet. Mir gefallen der Stoff, seine Eigenschaften und das Aussehen. Es ist ein tolles Design auf dem Dach.“

Eingespieltes Team im kleineren Familienbetrieb

Der Familienbetrieb in Eldingen bei Celle, Mitglied der Niederlassung Soltau der Dachdecker-Einkauf Ost eG, ist ein kleinerer Dachdeckerbetrieb mit zwei Gesellen und einem weiteren Lehrling. „Ich bin froh darüber, hier zu lernen. Wir sind ein eingespieltes Team, jeder hat seine Arbeitsabläufe, man kennt sich.“

Bild von Dachdeckerin Sina Klein, die mit der Kreissäge Holzbalken zuschneidet.

Auch Zimmermannsarbeiten an Dachstühlen gehören zum Aufgabenbereich von Sina Klein.

Im Familienbetrieb lernt sie mal direkt von ihrem Vater, mal von den Gesellen. „Mein Vater ist viel mit draußen, fährt auch den eigenen Kran“, berichtet die Auszubildende. Die Arbeit ist auch im kleineren Familienbetrieb abwechslungsreich, der neben den klassischen Dacharbeiten auch Zimmermannsarbeiten ausführt. „Wir sind dabei als Azubis schon in vieles eingebunden“, erzählt Klein.

Der Vater ist stolz auf seine Tochter

Bild von Sina Klein beim Dämmen.

Vater Hartmut Klein freut sich, mit Tochter Sina eine talentierte Nachfolgerin gefunden zu haben.

Und wie soll es weitergehen nach der Lehre? Sina Klein möchte später den Betrieb ihres Vaters übernehmen. Die Meisterschule ist zeitnah nach der Ausbildung geplant. Und was sagt der Vater zu ihren Plänen? „Papa freut sich schon, eine Nachfolgerin gefunden zu haben.“ Seinen Stolz zeige der Vater nicht direkt, dennoch merkt Sina Klein, dass er stolz auf sie ist. „Ich schicke ihm Bilder von meinen Modellen vom überbetrieblichen Lehrgang“, erzählt die Dachdeckerin. „Und meine guten Noten freuen ihn sehr.“ Es passt also alles bei Sina Klein mit ihrer Lehre auf dem Dach.

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