Bild vom Gebäudekomplex Der kleine Prinz für den Flachdach Contest 2022

Voting für Flachdach Contest 2022 gestartet

6. September 2022

 · Knut Köstergarten

Ob Industriehalle, Kindergarten, Museum oder Einfamilienhaus: der Flachdach Contest 2022 sucht in diesem Jahr zum zweiten Mal nach den schönsten Flachdach-Gebäuden in Deutschland. Nach dem Bewerbungsschluss läuft jetzt bis zum 30. September die Voting-Phase. Interessierte können sich nun die eingereichten Bauwerke ansehen und anschließend für das aus ihrer Sicht interessanteste Flachdachprojekt abstimmen. Ausgerichtet wird der Flachdach Contest 2022 vom vdd, dem Verband der Kunststoff- und Bitumenhersteller, deren Vorstandsvorsitzender aktuell Tim Bauder ist. Wir stellen in DACH\LIVE beispielhaft sechs der insgesamt 28 innovativen Flachdach-Projekte vor. 

Bild vom Gebäude der Clouth Werke für den Flachdach Contest 2022
Das Flachdach eines Gebäudes der Clouth-Werke (Foto: LEPEL-Architekt-Innenarchitektin).

Flachdach Contest 2022: Clouth-Werke

Auf dem Gelände der ehemaligen Clouth-Werke in Köln-Nippes ist ein viergeschossiges Loft-Gebäude mit 28 600 Quadratmeter Fläche für Büro, Gewerbe und Ateliers entstanden, ausgerichtet auf Flexibilität, Kommunikation und Nachhaltigkeit. Clouth 104 ist ein identitätsstiftendes Quartier und eine Architektur, die eine Brücke schlägt zwischen alter Struktur und neuer Bebauung. Die Verbindung der alten denkmalgeschützten Ziegelfassade des ehemaligen Werksgebäudes mit einer offenen Loft-Architektur bietet den passgenauen Rahmen für flexibel gestaltbare Büroflächen. 

Die Dachterrasse kann von Mitarbeitern in den Pausenzeiten genutzt werden und ist extensiv begrünt. Die Pflanzen sind entsprechend den klimatischen regionalen Erfordernissen ausgesucht. Blüten und Fruchtstände sind im Sommer eine Bienenweide und bieten heimischen Vogelarten Schutz und Nahrung. Es entsteht ein naturnahes Habitat für Vögel und Insekten.

Bild vom Dachgarten der Clouth Werke für den Flachdach Contest 2022
Der begrünte Dachgarten auf dem Geländer der Clouth-Werke in Köln-Nippes (Foto: LEPEL-Architekt-Innenarchitektin).

Flachdach Contest 2022: Der kleine Prinz

Auf dem Areal der früheren Prinz-Eugen-Kaserne entstehen im Rahmen einer Holzbaumustersiedlung 24 zwei- und dreigeschossige Atrium- sowie zwei viergeschossige Punkthäuser in kompletter Holzbauweise. Die Fassadensprache wird von einer vorvergrauten und vertikalen Holzschalung geprägt, um so der gewählten Konstruktion in Holz Ausdruck zu verleihen. 

Bild vom Gebäudekomplex Der kleine Prinz für den Flachdach Contest 2022
von oben: Grüne Dachlandschaften auf den Atriumhäusern in Holzbauweise (Foto: dressler-mayerhofer-roessler-architekten).

Dabei bestimmt bei den Punkthäusern eine leicht verspringende Lochfassade zusammen mit den außen liegenden, farblich hinterlegten Schiebeläden die Erscheinung. Die Atriumhäuser wurden in der Erdgeschosszone mit einer dreidimensionalen Holzfassade belegt, die den Besucher in die Eingangsgassen führt. Auf 5 660 Quadratmetern Flachdach finden sich Gründach, Urban Gardening, Dachterrasse und eine Warmdachkonstruktion mit zweilagiger bituminöser Abdichtung.

Bild vom Gebäude des Fraunhofer-Instituts für den Flachdach Contest 2022
Erweiterung eines bestehenden Flachdachkomplexes: Fraunhofer IWU in Dresden (Foto: Till Schuster).

Flachdach Contest: Fraunhofer-Institut

Für das Fraunhofer IWU Dresden wurde eine Erweiterung des Forschungsgebäudes angestrebt. Dieser bereits dritte Bauabschnitt dient der Aufstockung um eine Geschossebene als Bürofläche. Damit verbunden sind Anpassungen der Technik, Modernisierung der Sanitäranlagen sowie ein Klein-Neubau für die Laborzone der Prothetik.

Der Bestandsbaukörper, bestehend aus einem winkelförmigen Hauptteil, angegliedertem Hallenbereich und großzügig angelegtem Innenhof, wurde zur Vergrößerung der Büroeinheiten und Ergänzung des Labors im Bereich der Werkhalle erweitert. Dabei wurde der Hauptgebäuderiegel in westlicher Richtung zusätzlich um rund 24 Meter verlängert. Die umgesetzte Erweiterung gliedert sich an die bestehenden Raumstrukturen und Erschließungswege an. Die neuen Elemente der Lüftungs- und Kältezentrale inklusive Rückkühler und entsprechender Schallschutzwand wurden auf der 2 480 Quadratmeter großen Dachfläche angeordnet, die eine Dachterrasse beinhaltet und mit einer Bitumenbahn abgedichtet wurde.

Bild von der Halle260 für den Flachdach Contest 2022
Der Gebäudekomplex Halle 260 in Rostock von oben (Foto: PILOTE-Architekten-Ingenieure).

Flachdach Contest: Halle 260

In der Hansestadt Rostock, direkt am Ufer der Warnow, entsteht seit Jahren auf dem Areal der ehemaligen Neptunwerft ein attraktiver Standort als Schnittstelle zwischen Arbeit, Leben und Erholung. Dort wurde auch der Bau der „Halle 260“ in Angriff genommen. Die geplanten Nutzungen als Büroeinheiten, Verwaltung und Betriebswohnungen sollten modern funktionierende Einheiten bilden, die miteinander mit der Stadt und ihrer globalen Anbindung kommunizieren.

Bild von der Halle 260 für den Flachdach Contest 2022
Halle 260 direkt an der Warnow: Büro, Verwaltung und Betriebswohnungen in einem Gebäude (Foto: PILOTE-Architekten-Ingenieure).

Nachdem ein vollständiger Abbruch der ehemaligen und baulich stark angegriffenen Produktionshalle lange im Raum stand, entschlossen sich die Bauherren, den alten Hauptbaukörper in Stahlbetonrahmenbauweise in seiner Kubatur zu erhalten. Die große Dachfläche von 1130 Quadratmetern sollte in mehreren Ebenen als natürlicher Gegensatz zur Fassade sowie als Ausgleich für versiegelte Flächen dienen. Die weite Fläche vor den Betriebsleiterwohnungen bot sich geradezu an, neben Wasser- und Kiesflächen sowie Holzterrassen eine großzügige Gründachlandschaft als Rasen- und Pflanzflächen zu entwickeln.

Mit knapp 30 Zentimeter Aufbau wurde eine intensive Flachdachbegrünung als leichtes Gartendach mit Rasen (ständig durch Mähroboter gepflegt) sowie Stauden und Sträuchern ausgeführt. Um eine kontinuierliche Bewässerung zu gewährleisten und gleichzeitig einen Wasserrückhalt (Retention) bereits auf dem Dach zu erreichen, entschloss man sich, das Dach als Sonderlösung mit Null-Gefälle zu errichten. Sitzt man auf der Terrasse, gleitet der Blick vom Grün des Daches über die Warnow zum Horizont.

Bild vom Gebäude des Schullandheims für den Flachdach Contest 2022
Ein zweigeschossiger Anbau, der eingeschossig in Erscheinung tritt (Foto: PASL).

Flachdach Contest 2022: Erweiterungsbau Schullandheim

Für die bestehenden Bettenhäuser eines Schullandheims bei Hameln wurde ein Erweiterungsbau entwickelt, um ein attraktives Angebot über das ganze Jahr zu ermöglichen. Wesentlicher Aspekt der Positionierung des Neubaus im Süden der Liegenschaft ist die Ausbildung eines Ensembles mit den beiden Bestandshäusern, das kurze Wege und eine kommunikative Einbindung in den Heimbetrieb gewährleistet. Durch die Einbettung in das zum Hang hin abfallende Gelände tritt der Bau trotz zwei unabhängig voneinander nutzbarer Ebenen optisch eingeschossig in Erscheinung. Konsequent Nord-Süd-orientiert öffnet sich das Mehrzweckgebäude gleichermaßen zum Vorplatz wie zur Landschaft des Hummetals. Das 445 Quadratmeter große Gründach ist mit einer Bitumenbahn abgedichtet.

Bild vom Flachdach des Schullandheims Riepenburg für den Flachdach Contest 2022
In der Draufsicht ist gut zu erkennen, wie der Erweiterungsbau des Schullandheims Hameln die beiden älteren Gebäudeteile verbindet (Foto: PASL).

Flachdach Contest 2022: Unternehmen Salus

Seit Firmengründung lebt unser Auftraggeber, die Firma Salus, das Thema Nachhaltigkeit. So ist es eine Selbstverständlichkeit, dass dieses Herzensthema auch im neuen Gebäudeabschnitt zu spüren ist. Ein spezielles Niedertemperatur-Heizkonzept ermöglicht es, das gesamte Gebäude zu 80 – 90 Prozent mit Abwärme aus der Produktion zu heizen. Intelligente Gebäudeleittechnik regelt und optimiert die Energieströme. 

Bild vom Gebäude des Salus Unternehmens für den Flachdach Contest 2022
PV und Gründach auf dem Flachdach des neuen Gebäudeabschnitts der Firma Salus (Foto: Theinert-Maier-Architekten).

Auf dem 1 800 Quadratmeter großen Dach wurde eine Photovoltaik-Anlage mit Dachbegrünung kombiniert. Dadurch wird die Oberfläche des Daches gekühlt. Der Wirkungsgrad der Anlage erhöht sich. Gleichzeitig entsteht wertvoller Lebensraum und die Schatten der PV-Module sorgen für eine bessere Wasserverfügbarkeit für die Pflanzen. Durch diese und weitere Maßnahmen werden 1 900 Tonnen CO² pro Jahr eingespart. Zusätzlich können 50 000 kWh mehr Strom produziert werden.

Bild vom Flachdach des Salus Unternehmens für den Flachdach Contest 2022
Über die PV-Module können 50 000 kWh mehr Strom produziert werden (Foto: Theinert-Maier-Architekten) (Foto: Theinert-Maier-Architekten).

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