Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Haus mit Gerüst und Folie, Bauarbeiten an der Fassade, zwei Dachfenster und rote Dacheindeckung sichtbar.

Liegender Dachstuhl macht’s möglich: Villa wird Doppelhaus

Katharina Meise

2. März 2021

Die alte Villa verfügte vor der Sanierung über ein Vollgeschoss und zwei Dachgeschosse unter einem steilen Dach. Der noch ungenutzte Spitzboden wird jetzt als liegender Dachstuhl zur Galerie ausgebaut. Die Gesamtfläche der Fabrikantenvilla von bisher 150 Quadratmetern auf zwei Geschossen wird nun auf zwei Wohnungen zu 96 und 122 Quadratmetern auf drei Geschossen verteilt. Architekt und Bauherr legen dabei großen Wert auf den Erhalt alter, originaler Bauelemente – und kombinieren sie mit neuen Elementen zu einem modernen Wohntraum. Die Schaaf GmbH begleitet den Umbau seit gut einem Jahr und übernimmt innen und außen alle Holzarbeiten sowie das Biberdach.

Bild von Sanierung der Villa: neuer liegender Dachstuhl.

Alles neu: Die Mitarbeiter der Schaaf GmbH realisieren einen liegenden Dachstuhl für mehr Wohnfläche.

Neuer liegender Dachstuhl erhöht die Wohnfläche

Der erste Schwerpunkt der Arbeiten für die Schaaf GmbH liegt im Bereich Holzbau. Dabei bringt die Aufteilung der Villa in ein modernes Doppelhaus einige Herausforderungen mit sich. Es sind viele konstruktive Arbeiten notwendig, die tief in die ursprüngliche Bausubstanz eingreifen. So wurde extra eine neue, senkrechte Gebäudetrennwand vom Maurer aus Kalksandstein realisiert. „Die große, zentrale Eichentreppe mussten wir entfernen. Dafür galt es, neue Zugänge zu den beiden Wohneinheiten zu schaffen und mehrere neue Treppen einzubauen“, erklärt Projektleiter und Zimmerermeister Albrecht Schaaf.

Bild von Holzarbeiten im Obergeschoss der Villa inklusive Treppenbau

Neue Treppen in beiden neuen Wohneinheiten führen hinauf ins Dachgeschoss.

„Unsere Aufgabe war außerdem, aus einem ehemaligen stehenden nun einen liegenden Dachstuhl zu machen, damit die oberen Etagen möglichst uneingeschränkt nutzbar sind“, so Schaaf weiter. Dafür wurden von Giebel zu Giebel, links und rechts über den Außenwänden, auch zwei Stahlträger HEB 180 eingebracht. Sie tragen nun die Last des großen liegenden Dachstuhls. Außerdem mussten zahlreiche Deckenbalken ausgetauscht werden, da sie teilweise durch eingedrungene Feuchtigkeit beschädigt waren.

Bild von Sanierung der Villa: Dachbalken müssen erneuert werden.

Zahlreiche Deckenbalken unterhalb des neuen liegenden Dachstuhls mussten ausgetauscht werden.

Biberschwanz und Kupfer: viel zu tun für Dachdecker und Klempner

Neben den Zimmerern haben auch die Dachdecker und Klempner der Firma Schaaf ihren Anteil am Umbau der alten Villa: „Wir haben zwei von vier bestehenden Gauben vergrößert, 14 neue Dachfenster eingebaut und das gesamte Dach neu mit Biberschwanz-Dachziegeln eingedeckt“, berichtet Albrecht Schaaf. Einzig die Dächer der Gauben kommen ohne Ziegel aus: Sie haben klassische, geschmackvolle Kupferdächer bekommen.

Bild von Sanierung der Villa: Biberdach und mit Kupfer eingefasste Gauben

Das gesamte Dach wurde neu mit Biberschwanz-Dachziegeln eingedeckt, allein die Gauben haben klassische Kupferdächer erhalten.

Außerdem nutzten die Eigentümer die Sanierung, um die Fabrikantenvilla auch energetisch zu optimieren. „Wir arbeiten dabei, wann immer möglich, mit ökologischen Baustoffen. So haben wir auch bei diesem Projekt eine Holzweichfaserdämmung von 140 Millimetern zwischen den Sparren und 80 Millimetern als Aufsparrendämmung verarbeitet“, erklärt Albrecht Schaaf. „Dieses Material hat viele Vorteile, unter anderem einen hervorragenden Schallschutz und eine deutlich bessere Wärmespeicherfähigkeit als viele mineralische Baustoffe.“

Bild von Sanierung der Villa: Dämmung des neuen liegenden Dachstuhls

Bei diesem Projekt verarbeitete das Team der Schaaf GmbH eine Holzweichfaserdämmung von 140 Millimetern zwischen den Sparren und 80 Millimetern als Aufsparrendämmung.

Die Dämmung, die Ziegel und die Dachfenster lieferte die Dachdecker-Einkauf Süd eG, in der die Schaaf GmbH Mitgliedsbetrieb ist. „Die Dachdecker-Einkauf Süd eG hat die Fenster sogar speziell beschriftet, was den Einbau beschleunigt hat. Und das war gut. So konnten wir mithilfe eines Kranes sowie guter Vorplanung und Organisation vor Ort die 15 Fenster an einen einzigen Tag setzen“, erläutert Juniorchef Hanna Schaaf.

Bild von Sanierung der Villa: Dachfenster im Biberdach

Mithilfe eines Kranes sowie guter Vorplanung und Organisation vor Ort konnten die 15 neuen Dachfenster an einem einzigen Tag eingesetzt werden.

Bemerkenswert: Renovierung und Umbau statt Abriss

Für Albrecht Schaaf ist bei diesem Sanierungsprojekt eine Sache besonders bemerkenswert: „Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz. In der heutigen Zeit wird so ein altes Gebäude meist plattgemacht und etwas Neues gebaut. Das ist oft günstiger als eine Renovierung oder ein so grundlegender Umbau.“ Doch hier ist das anders: Die drei Erben wollten die Villa im Familienbesitz behalten. „Damit sich Mieter dafür finden, lassen sie ihr Elternhaus nun aufwendig umgestalten inklusive liegendem Dachstuhl. Sowas finde ich toll“, schwärmt der erfahrene Zimmerer. Auch, dass sich der Architekt so für den Erhalt alter Bauelemente wie Schiebetüren oder Original-Fußböden einsetzt, begeistert ihn.

Bild vom Inneren bei der Sanierung der Villa

Der Architekt setzte sich für den Erhalt originaler Bauelemente wie Schiebetüren oder Fußböden ein bei dieser auch in Inneren umfangreichen Villasanierung.

Und natürlich freut ihn auch, dass er und seine Kollegen an diesem Schmuckstück mitwirken dürfen. Dabei arbeiten sie nicht einfach die Aufgaben des Planers ab, sondern werden aktiv mit eingebunden: „Unsere Expertise wird sehr geschätzt. Wir werden – wie übrigens alle Gewerke – immer auf dem Laufenden gehalten und oft nach unserer fachlichen Meinung gefragt. Jeder auf der Baustelle bringt so sein Wissen und seine Erfahrung ein. Das ist echte Zusammenarbeit und so kommen wir gemeinsam zum besten Ergebnis“, ist sich Albrecht Schaaf sicher.

Bild von Sanierung der Villa: Detail eines Dachbalkens

Gute, fachgerechte Arbeit lohnt sich immer, spricht sich herum und bringt dann auch neue Aufträge.

„Gute Arbeit spricht sich herum“

Ein Abschluss der Arbeiten ist für das Frühjahr 2021 geplant. „Bei so einem wertvollen Objekt wie der alten Villa, bei dem Wert auf historische Details gelegt wird, dauern viele Arbeiten einfach etwas länger. Wir haben das Glück, dass die Bauherren allen am Umbau Beteiligten großes Vertrauen entgegenbringen und uns ohne Zeitdruck, dafür aber mit Sorgfalt und Liebe zum Detail unsere Arbeit machen lassen“, so Albrecht Schaaf. Eine Tatsache, die er sehr zu schätzen weiß. Er ist sich sicher: „Gute Arbeit lohnt sich immer, spricht sich herum und bringt dann auch neue Aufträge – wie diese ungewöhnliche Villasanierung.“

Sie interessieren sich für besonderes Praxisprojekte? Dann lesen Sie unseren Artikel über einen Dachdecker, der eine sturmgeschädigte Kirchturmspitze rettet.

Katharina Meise

Sie hat das journalistische Handwerk vor über 20 Jahren in verschiedenen Print- und Online-Redaktionen von der Pike auf gelernt. Nach einem fast zehn Jahre währenden Ausflug in die Welt der PR leitete Meise die Unternehmenskommunikation eines renommierten Herstellers von Wohndachfenstern, Dachausstiegen und Bodentreppen – und entdeckte dort ihre Liebe zum Dachhandwerk.

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