Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Bauarbeiter arbeitet im Freien an einer Holzkonstruktion unter blauem Himmel.

Sommerhitze 2023: wie Dachdecker ihre Haut retten können

Knut Köstergarten

13. Juni 2023

Es hat länger gedauert, doch jetzt beginnt die heiße Zeit für Dachdecker und Zimmerer. Bundesweit steigen die Temperaturen – Meteorologen erwarten eine Sommerhitze 2023. Da kann man wie etwa Dachdecker Oliver Bernhardt und seine Schwester Melanie auf Instagram die Sache mit Humor nehmen und dabei für Schatten und Abkühlung sorgen. Letzteres ist wichtig auf dem Dach, wenn im Frühsommer mit der Sonneneinstrahlung auch die ultraviolette Strahlung steigt, die Haut und Augen schädigen und zu weißem Hautkrebs führen kann.

Bild von Oliver und Melanie Bernhardt
Hitze auf dem Dach nehmen Oliver Bernhardt und Schwester Melanie mit Humor, aber trotzdem sehr ernst. (Foto: F. Bernhardt)

Hitze-Ausfallgeld bei Soka-Dach beantragen

In der prallen Sonne ist das Arbeiten bei 30 Grad oft schon nach einem halben Tag auf den Dächern kaum noch möglich. Für diesen Fall hat der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) eine Lösung mit der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt erarbeitet, die inzwischen dauerhaft gilt. Das Hitze-Ausfallgeld in Höhe von 75 Prozent des Stundenlohns kann von den Betrieben bei der Soka-Dach beantragt werden – immerhin 53 Stunden pro Dachdecker im Jahr. Eine gute Lösung, denn in Zeiten des Klimawandels wird im Gegenzug in den wärmeren Wintermonaten das Saison-Ausfallgeld mittlerweile seltener benötigt.

Bewusstsein bei Lehrlingen schärfen

Um das Bewusstsein gerade beim Nachwuchs für die Gefahren der Sommerhitze 2023 zu schärfen, führt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) bundesweit UV-Aktionstage für Auszubildende durch. Hier wird anschaulich gezeigt, wie man sich vor der schädlichen UV-Strahlung schützen kann. Das sprechende Motto: Rette deine Haut!

Bild von Dachdecker in Sommerhitze 2023
Guter präventiver Schutz vor der gefährlichen UV-Strahlung sieht anders aus.

„Am Bau wird oft im Freien gearbeitet, die Beschäftigten sind der Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Daher legen wir einen Schwerpunkt unserer Präventionsarbeit auf den Schutz vor UV-Strahlung“, sagt Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG Bau. Denn die Gefahren für die Haut sind groß. Im Jahr 2021 wurden der BG Bau rund 2600 Verdachtsanzeigen für die Berufskrankheit weißer Hautkrebs gemeldet. Besonders betroffen sind Beschäftigte aus dem Hoch-, Straßen- und Gerüstbau, der Glas- und Fassadenreinigung sowie dem Dachdecker- und Zimmererhandwerk.

Präventionstage in überbetrieblichen Ausbildungszentren

Die Sensibilisierung für die Gefahren von UV-Strahlung ist gerade zu Beginn des Berufslebens wichtig. Daher setzt die BG BAU auch für die Sommerhitze 2023 ihre bewährten UV-Aktionstage fort. In acht überbetrieblichen Ausbildungszentren der Bauwirtschaft werden damit deutschlandweit über 1000 Auszubildende erreicht. Dabei werden praxistaugliche Maßnahmen zum Schutz vor UV-Strahlung gezeigt und ausprobiert: ob UV-Schutzbrille, Helm mit Nackenschutz, luftdurchlässige Kleidung aus unterschiedlichen Materialien oder UV-Schutzmittel. 

Bild von Schutzhelm
Die BG Bau fördert mit Prämien Helme mit Nackenschutz gegen die UV-Strahlung. (Foto: BG Bau/Jan-Peter Schulz)

Ein besonderer Service der BG BAU für die Auszubildenden ist die Bestimmung des eigenen Hauttyps. So bekommen die Jugendlichen ein Gefühl dafür, wie empfindlich ihre Haut ist. Ebenso kann die Haut per UV-Kamera betrachtet werden: Damit lässt sich die Wirkung von Sonnenschutzmitteln im Mit-Ohne-Vergleich sichtbar machen.

Technischer UV-Schutz

In den Monaten April bis September ist die Strahlkraft der Sonne so hoch, dass Schutzmaßnahmen erforderlich sind, insbesondere zwischen 11 Uhr und 16 Uhr. Ein Indikator für Maßnahmen ist der UV-Index. Bereits ab einem UV-Index von 3 sind Maßnahmen zum Schutz vor UV-Strahlung erforderlich.

Überdachungen, Wetterschutzzelte oder Sonnensegel können laut BG Bau für schattige Arbeitsplätze im Freien sorgen. Wo solche technischen Maßnahmen für die Sommerhitze 2023 nicht umgesetzt werden können, braucht es organisatorische Schutzmaßnahmen. So können zum Beispiel Arbeiten in die frühen Morgen- und Vormittagsstunden oder in die späten Nachmittagsstunden nach 16 Uhr verlegt werden, wenn die UV-Belastung geringer ist. Auch das Rotationsprinzip kann helfen, die UV-Belastung zu reduzieren: Beschäftigte wechseln sich zwischen Tätigkeiten mit und ohne UV-Belastung ab oder verteilen die Arbeit auf mehrere Beschäftigte.

Saison-Kurzarbeitergeld
Neben der Sonnenschutzbrille hilft natürlich auch viel Trinken , um mit der Sommerhitze klarzukommen.

Persönlicher UV-Schutz

Wenn technische oder organisatorische Maßnahmen nicht ausreichen, müssen nach Angaben der BG Bau persönliche UV-Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten ergriffen werden. Dazu gehören insbesondere der Schutz des Kopfes sowie leichte, luftdurchlässige, körperbedeckende Kleidung. Die Ohren und der Nacken können am besten mit einem „Nackentuch“ geschützt werden, das am Helm befestigt wird. Hautbereiche, die nicht verdeckt werden können, wie das Gesicht, hier vor allem die Nase und die Lippen, der Hals oder auch die Handrücken, sind mit UV-Schutzcreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30, besser 50 zu schützen. Dieser Schutz muss spätestens nach zwei Stunden erneuert werden. Um die Augen zu schützen, wird eine UV-Schutzbrille empfohlen.

Zwei Bilder nebeneinander: links isst eine Person Wassermelone im Freien, rechts hält eine Person ein Werkzeug auf einem gepflasterten Boden.
Abkühlung: Oliver Bernhardt zeigt auf Instagram seinen persönlichen UV-Schutz mit Augenzwinkern. (Foto: F. Bernhardt)

So unterstützt die BG Bau

Die BG Bau bietet ihren Mitgliedsbetrieben und Versicherten ein breites Informations- und Beratungsangebot zu UV-Schutzmaßnahmen. Außerdem unterstützt sie Unternehmen mit ihren Arbeitsschutzprämien, beispielsweise bei der Beschaffung von technischen UV-Schutzmaßnahmen, UV-Schutzkleidung oder entsprechendem Helmzubehör. Beim Arbeitsmedizinischen Dienst (AMD) der BG Bau können Beschäftigte neben Beratungsgesprächen zum Thema Hautkrebs auf Wunsch ein Hautscreening erhalten, denn regelmäßige Vorsorge ist eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von weißem Hautkrebs.

Sie interessieren sich für das Thema Arbeitssicherheit? Dann lesen Sie unseren Artikel über die ab August geltende Schulungspflicht für PU-Schaum.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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