Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Weißer Transporter steht auf einem Parkplatz zwischen gestapelten Paletten und Baumaterialien an einem sonnigen Tag.

MAN kann es – der erste E-Transporter des Nutzfahrzeugherstellers

Harald Friedrich

3. September 2019

Wer kann, der kann, sagt der Volksmund. Der Weltkonzern MAN behauptete 2010 von sich als Unternehmensslogan: MAN kann. Ob MAN auch Elektromobilität im Nutzfahrzeugsektor kann, muss der E-Transporter eTGE beweisen. Er tritt an in der 3,5-Tonnen Nutzfahrzeugklasse, oft auch als Sprinter-Klasse bezeichnet, die des Handwerkers Liebling ist. Eine Tonne Nutzlast ist meist ausreichend für den betrieblichen Alltag. Dazu kommen Transporter-Außenmaße, die einen auch den überfüllten Verkehrsalltag in den Städten meistern lassen.

Der E-Transporter eTGE von MAN tritt in der 3,5-Tonnen Nutzfahrzeugklasse an.

Der E-Transporter eTGE von MAN tritt in der 3,5-Tonnen Nutzfahrzeugklasse an.

Was also lag bei MAN näher, als genau den Schritt in Richtung E-Mobilität zu gehen, den zuvor schon Mercedes mit dem Sprinter und die Konzern-Mutter Volkswagen mit dem Crafter eingeschlagen hat? Auf der Nutzfahrzeuge IAA 2018 stellte MAN sein „erstes vollelektrisches Serienprodukt in der 250-jährigen Firmengeschichte“ vor, so die hauseigene Aussage.

E-Transporter: Viel Power schon beim Anfahren

Einsteigen, starten? Nichts geht. Der eTGE hat Verantwortungsbewusstsein. Erst gurten, dann starten. Lästig wird das nur, wenn der Kollege sagt: „Fahr gerade nochmal einen Meter vor“. Auch dann geht ohne Gurt gar nichts.

Also gurten, starten und anstatt des seit 100 Jahren gewohnten Diesel-Nagelns ist nichts zu hören. Keine Angst – es ist kein Hörsturz sondern vollelektrisches Fahren. Stufenlos treibt der Vorwärtsdrang den 3,5-Tonner voran.

Der E-Transporter eTGE fährt fast geräuschlos mit einer Maximalleistung von 100 kW (136 PS).

Der E-Transporter eTGE fährt fast geräuschlos mit einer Maximalleistung von 100 kW (136 PS).

Die Maximalleistung von 100 kW (136 PS) und das maximale Drehmoment von 290 Newtonmetern entfalten sich unmittelbar nach dem Anfahren. Damit kann der eTGE beim Ampelstart auch schon mal einem Pkw-Fahrer die Schamesröte ins Gesicht treiben. Zum Vergleich: Der Diesel-TGE mit seinen 103 kW aus zwei Litern Hubraum erreicht seine maximale Leistung erst bei fast 4000 Umdrehungen.

E-Transporter: Fließendes Fahren ohne Stressmomente

Gebremst wird selten. Dazu genügt beim E-Auto meist einfach nur das Gas – Verzeihung – den Strom – mit dem rechten Fußpedal zurückzunehmen. Die Rekuperation – also das Aufladen der Akkus – sorgt für eine ordentliche Bremswirkung.

Die Rekuperation (das Aufladen des Akkus) sorgt für eine gute Bremswirkung.

Die Rekuperation (das Aufladen des Akkus) sorgt für eine gute Bremswirkung.

Beim Start der Testfahrt zeigte der eTGE sogar 175 Kilometer Reichweite an. Und die waren nicht übertrieben. 60 km später war noch eine Restreichweite von 110 km auf der Instrumententafel. Schon bald stellt sich automatisch der Ehrgeiz ein: „Ich will noch weiterkommen“. Und das Resultat ist ein fließendes Fahren ohne Stressmomente. Selten so ausgeruht zur Baustelle gekommen.

E-Transporter mit gleicher Nutzlastkapazität wie der Diesel-Bruder

Der Laderaum ist baugleich mit dem hinterachsgetriebenen Diesel-Bruder TGE. Es geht also kein Platz für die 35,8 kWh-Akkus verloren. Allerdings bringen die 264 Zellen rund 340 kg auf die Waage. Kein Problem, denn bei seinem „Diesel-Bruder“ stehen auf der Gewichtstabelle der Selbstzünder-Motor und das Getriebe auf der Gewichtstabelle – und beide hat der eTGE nicht. So verbleiben auch ihm etwa 950 Kilogramm Nutzlastkapazität.

Die unter dem Laderaumboden platzierten Stromspender können schnell an einer 40 kW-Gleichstrom-Ladestation von 0 auf 80 Prozent in 45 Minuten aufgefüllt werden. Steht nur die Haushaltssteckdose zur Verfügung, hat der eTGE 15 Stunden Pause, bei einem 360 Volt Anschluss oder der 400 Volt Wallbox verkürzt sich die Standzeit auf weniger als fünfeinhalb Stunden.

Der E-Transporter eTGE von MAN bietet neben seiner großen Reichweite auch eine achtjährige Garantie für die Akkus an.

Der E-Transporter von MAN bietet neben seiner großen Reichweite auch eine achtjährige Garantie für die Akkus an.

E-Transporter: MAN verspricht langes Batterieleben

MAN verspricht ein langes Batterieleben. Selbst nach 2000 Ladezyklen liegt der Kapazitätsverlust bei nur 15 Prozent. Außerdem ist der Austausch einzelner Module mit sechs oder zwölf Zellen möglich. Zudem bietet MAN eine achtjährige Garantie für maximal 160.000 Kilometer Fahrleistung für die Akkus ab Werk an. Für den Motor ist serienmäßig eine Zwei-Jahres-Garantie enthalten, die beim Kauf auf fünf Jahre verlängert werden kann.

Die Zukunft des Klimaschutzes hat ihren Preis

Die Gewissheit, künftig keine Kosten für Ölwechsel und Kraftstoff mehr aufwenden zu müssen, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und ohne schadstoffbedingte Durchfahrtsverbote an die Baustelle zu kommen, muss dem Handwerker dann

aber auch annähernd 70.000 Euro wert sein. Das ist etwa die Verdoppelung des „Diesel-Zwillings“ aus dem eigenen Haus. Damit spielt der eTGE in der gleichen Preisliga wie Sprinter und Crafter mit dem E im Namen.

E-Transporter, wie der eTGE von MAN, werden steuerlich durch das Bundesfinanzministerium gefördert.

E-Transporter, wie der eTGE von MAN, werden steuerlich durch das Bundesfinanzministerium gefördert. Foto: MAN

E-Transporter: Zusätzlicher steuerlicher Kaufanreiz

Das Bundesfinanzministerium will den Umstieg auf einen E-Transporter steuerlich fördern. Neben der Verlängerung der steuerlichen Förderung von E-Autos als Dienstwagen ist geplant, von 2020 bis 2030 eine einmalige Sonderabschreibung in Höhe von 50 Prozent der Anschaffungskosten einzuführen. Diese soll die reguläre Abschreibung nicht ersetzen, sondern wird zusätzlich eingeführt. Die ergänzende Sonderabschreibung gilt für kleine und mittelgroße Nutz- oder Lieferfahrzeuge.

E-Transporter: Strombetankung preiswerter als Diesel-Benzin

Bei aller E-Begeisterung ist nicht zu vergessen: Auch die Strombetankung an 250 Arbeitstagen kann mit bis etwa 1.800 Euro jährlich zu Buche schlagen. Zum Vergleich: Bei einer vergleichbaren Laufleistung des Diesel-Bruders würden jährlich nach NEFZ-Zyklus etwa 2.500 Euro über den Tankstellentresen wandern. Wobei in den nächsten Jahren eher mit steigenden Benzinpreisen zu rechnen sein wird. Über das bordeigene Management ruft der eTGE je nach Fahrverhalten etwa alle 20.000 km nach einem Check beim MAN-Partner. Dabei entfallen gegenüber dem Diesel-Bruder teure Wartungs-Zusatzkosten rund um einen normalen Motor, wie etwa Öle.

Der E-Transporter von MAN schneidet preislich in der Strombetankung gegenüber Diesel-Benzin preiswerter ab.

Der E-Transporter schneidet preislich in der Strombetankung gegenüber Diesel-Benzin preiswerter ab. Foto: MAN

E-Transporter: MAN bietet hervorragende Ausstattung

Ausstattungstechnisch bleiben beim eTGE kaum Wünsche offen und so manch ein Pkw-Lenker wird neidisch: Aktiver Spurhalterassistent, Berganfahrassistent, Einparkhilfe vorn und hinten sowie Flankenschutzassistent, Fernlichtassistent, Müdigkeitsassistent, LED-Hauptscheinwerfer und –Tagfahrlicht, MAN Media Van Navigation, Multifunktionslenkrad, Notbremsassistent, Rückfahrkamera, Seitenwindassistent, Sitzheizung links und rechts sowie eine beheizbare Frontscheibe gehören zur Serienausstattung.

Mit knapp sechs Meter Länge und einer Gesamthöhe von rund 2,6 Metern (innen: knapp zwei Meter) bietet der E-Transporter eTGE von MAN bis zu 10,7 Kubikmeter.

Mit knapp sechs Meter Länge und einer Gesamthöhe von rund 2,6 Metern, bietet der E-Transporter von MAN bis zu 10,7 Kubikmeter Raumvolumen. Foto: MAN

Mit knapp sechs Meter Länge und einer Gesamthöhe von rund 2,6 Metern, innen: knapp zwei Meter, eröffnet der „Stromer“ von MAN bis zu 10,7 Kubikmeter Laderaum hinter den Heckflügeltüren und der rechten Schiebetür.

Um die Überschrift als Testfazit zu wiederholen: Ja, MAN kann.

Sie interessieren sich für das Thema E-Mobilität. Dann lesen Sie unseren Artikel über die Elektro-Transporter von Mercedes.

Harald Friedrich

In den 80er Jahren kam der ausgebildete Werbekaufmann und Texter zum Journalismus. Seit dieser Zeit unterstützt er zahlreiche Dachdecker-Landesverbände bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch Vor-, Nach- und Querdenken. So hob er das Verbandsmagazin des Bayerischen Dachdeckerhandwerks mit aus der Taufe und erstellt bis heute fünf Ausgaben pro Jahr komplett. Er schreibt zudem für Fachmedien im Bereich Handwerk, darunter seit Jahren auch „Das DACH“. Sein Motto: „Schreiben ist nichts weiter als eine permanente Neuordnung von 26 Buchstaben."

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