Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Person installiert orangefarbene Dachziegel auf einem Dachgerüst aus Holzlatten.

Gute Konjunktur: Dachdecker machen starkes Umsatzplus

Knut Köstergarten

3. Januar 2019

Nach schwierigen Jahren – trotz guter allgemeiner Konjunktur und besonders guter in der Bauwirtschaft – konnten die Dachdecker endlich  aufholen . Eine Steigerung von neun Prozent gegenüber 2017 spricht da eine deutliche Sprache. Auch wenn sich der Trend zum Jahresende hin noch bestätigen muss. Erstmals zogen die Dachdecker wieder an den Zimmerern vorbei, die auf ein Plus von 6,8 Prozent bis Ende August kommen.

Konjunktur Dachdecker

Der Hauptumsatztreiber ist der Neubau, sowohl im Wohnungsbau, als auch im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau. So freut sich Diplom-Ökonom Felix Fink vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) zwar über die Entwicklung, mag sie aber auch nicht überbewerten. Seine Begründung: „Insbesondere die trockene und warme Witterung sowie Sturmschäden im Januar haben Zusatzumsätze gebracht.“

Konjunktur Dachdecker: Diplom-Ökonom Felix Fink vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) sieht in den Bereichen Fassade und Gründach weiteres Wachstumspotenzial.

Diplom-Ökonom Felix Fink vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) sieht in den Bereichen Fassade und Gründach weiteres Wachstumspotenzial.

Konjunktur Dachdecker: Sturmtief Friederike bringt Millionenumsätze

Allein die Kosten der Sturmschäden durch den Orkan Friederike belaufen sich laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft auf rund eine Milliarde Euro, von denen 70 bis 80 Prozent auf Gebäudeschäden entfallen. „Nimmt man an, dass die Dachschäden etwa die Hälfte ausgemacht haben, wären das 350 Millionen Euro Zusatzumsatz für die Dachdecker im Zeitraum bis September. Denn bis dahin sollten die Schäden behoben, abgerechnet und fakturiert sein“, erläutert Fink.

Dachdecker setzen höhere Preise durch

Ein guter Teil des satten Umsatzzuwachses verdankt sich der Tatsache, dass die Dachdecker endlich auch höhere Preise in einem nach wie vor umkämpften Marktumfeld durchsetzen konnten. So gab es Stand August 2018 gegenüber dem Vorjahr durchschnittliche Preissteigerungen von 3,8 Prozent bei Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten. Damit nähern sich die Dachdecker anderen Baugewerken an. Maurer und Zimmerer konnten jeweils 5,3 Prozent höhere Preise am Markt durchsetzen. „Trotz hoher Auftragsvorläufe, also bester Auslastung, scheint die Intensität des Wettbewerbs unter den Dachdeckern immer noch höher zu sein als in anderen Gewerken“, erläutert Fink. Dennoch: „Die Betriebe haben begriffen, dass es genug Aufträge am Markt gibt und sie die Preise anheben können.“ Bereiche mit weiterem Wachstumspotenzial sieht Fink in den Bereichen vorgehängte hinterlüftete Fassade und Gründach.

Konjunktur Dachdecker: Beschäftigtenzahlen steigen um 1,6 Prozent

Der Diplom-Ökonom geht zudem davon aus, dass im April 2018 aufgrund guter Witterung deutlich weniger Ausfallstunden gegenüber der SOKA-DACH geltend gemacht wurden als im Vorjahr. „Das dürfte die Anzahl an ‚verkaufbaren‘ Produktivstunden nach oben getrieben haben und damit auch die Umsätze.“ Des Weiteren gab es bis September 2018 einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen um 1,6 Prozent. „Auch das dürfte Mehrumsatz generiert haben. Hinzu kommt wahrscheinlich ein höherer Einsatz von Subunternehmern, etwa in den Bereichen Abbruch, Gerüstbau oder Ent- und Bekiesung auf dem Flachdach“, sagt Fink. Der Hintergrund ist: Subunternehmerleistungen gehen in der amtlichen Statistik doppelt in die Umsatzzahlen ein – einmal beim General- und einmal beim Nachunternehmer – und erhöhen somit die Veränderungsraten, ohne dass ein echter „Mehrumsatz“ stattfindet.

Trendwende in der Ausbildung: 2018 erneut mehr Dachdecker-Lehrstellen

Konjunktur Dachdecker: In vielen Betrieben hat ein Umdenken stattgefunden, sie setzen wieder verstärkt auf die Ausbildung eigener Fachkräfte.

In vielen Betrieben hat ein Umdenken stattgefunden, sie setzen wieder verstärkt auf die Ausbildung eigener Fachkräfte.

Es bleibt hier insgesamt abzuwarten, wie die Dachdecker angesichts oftmals voller Auftragsbücher mit der Realisierung der Projekte hinterherkommen. Der zunehmende Fachkräftemangel hat dafür gesorgt, dass der Markt für qualifizierte Gesellen praktisch leergefegt ist. Immerhin scheint bei vielen Betrieben ein Umdenken stattgefunden zu haben. Sie setzen wieder verstärkt auf die Ausbildung eigener Fachkräfte. Nach einem ersten Anstieg im Vorjahr ist die Zahl der neu eingestellten Lehrlinge auch 2018 bundesweit erneut gestiegen. „Der Abwärtstrend ist gestoppt, für 2019 erwarten wir einen deutlichen Anstieg der Auszubildendenzahlen insgesamt über die drei Lehrjahre hinweg, was vor allem auf die zahlreichen Nachwuchskampagnen der Berufsorganisation zurückzuführen sein dürfte“, berichtet Fink.

Für das dritte und vierte Quartal 2018 geht der Diplom-Ökonom allerdings davon aus, dass die Zuwachsraten niedriger ausfallen werden. „Allein deshalb, weil die sommerliche Hitze für Hemmnisse bei der Produktivität gesorgt hat. Die Belegschaften konnten einfach nicht unbegrenzt die unter der Woche hitzebedingt nicht leistbaren Stunden an Samstagen nacharbeiten.“

Sie interessieren sich für Branchen-News? Dann lesen Sie unseren Artikel über die konjunkturelle Entwicklung im Holzbau.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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