Dachdecker‐Mindestlohn steigt 2022 und gilt für alle Betriebe

DACH-Ticker

Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sind 2022 eingebrochen

Im April 2022 wurde in Deutschland der Bau von 31 152 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 5,1 Prozent oder 1 515 Baugenehmigungen mehr als im April 2021. Von Januar bis April 2022 wurden damit insgesamt 123.659 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt – dies waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr (125.553 Baugenehmigungen). Im Neubau gab es in den ersten vier Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 22 Prozent bei Einfamilienhäusern und ein Plus von 11,6 Prozent bei Mehrfamilienhäusern.

17. Juni 2022

Bauwirtschaft: Arbeitsunfälle 2021 leicht rückläufig

Die Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft sind im vergangenen Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 103.525 leicht gesunken. Auch die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle ging laut BG Bau zurück. Einen leichten Anstieg gibt es hingegen bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufserkrankung. Der zweithäufigste Verdachtsfall war hierbei das für das Dachdeckerhandwerk besonders relevante Risiko von Hautkrebs durch Sonneneinstrahlung. Der leichte Rückgang bei Arbeitsunfällen und tödlichen Arbeitsunfällen sei laut BG Bau aber kein Grund zur Entwarnung. Denn die Zahlen seien immer noch zu hoch. 

3. Juni 2022

Peter Aicher bleibt Vorsitzender von Holzbau Deutschland

Bild von Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland
Peter Aicher will den Holzbau in den kommenden Jahren weiter voranbringen. (Foto: Holzbau Deutschland)

Bei den Vorstandswahlen von Holzbau Deutschland ist Peter Aicher erneut zum Vorsitzenden gewählt worden. „Ich bedanke mich sehr herzlich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich riesig, den Holzbau in den kommenden Jahren gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen weiter voranzubringen. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Projekte angestoßen und realisiert. Dass sich unser Engagement lohnt, bestätigt der kontinuierliche Aufwärtstrend des Holzbaus“, betonte der einstimmig wiedergewählte Vorsitzende von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

19. April 2022

Langjähriger BMI-Chef Ulrich Siepe gestorben

Bild von Ulrich Siepe mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger
Ulrich Siepe auf der Dach+Holz 2020 mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger.

Das Dachhandwerk trauert um eine Führungspersönlichkeit und einen Menschenfreund. Der langjährige BMI-Geschäftsführer Ulrich Siepe ist am 23. März nach schwerer Krankheit verstorben, über die er schon während seiner bis 2020 dauernden Karriere bei BMI offen gesprochen hatte. Seine offene, freundliche und zugewandte Art werden viele langjährige Marktbegleiter vermissen.

31. März 2022

BMI investiert in Erweiterungsbau für Schulungszentrum

Bild von Spatenstich für BMI-Schulungszentrum
Spatenstich für Erweiterungsbau des BMI-Schulungszentrums. (Foto: BMI)

BMI stärkt erneut den Wirtschaftsstandort Heusenstamm. Am Stammwerk von Braas investiert BMI in einen Erweiterungsbau für das bestehende Schulungszentrum. Dort wird es auf 1.750 Quadratmetern genügend Platz für Trainings- und Seminarräume, für Lager, Werkstatt und Funktionsräume sowie für Großveranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmern geben.

23. März 2022

ifo Institut: Baupreise steigen 2022 weiter

Die deutschen Bauunternehmen planen, auf breiter Linie die Baupreise zu erhöhen. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor. Im Hochbau kalkulierte jeder zweite Betrieb für die kommenden Monate mit Preisanpassungen. „Das ist eine Folge der rasanten Kostenanstiege beim Baumaterial, diese werden nun an die Kunden weitergeben“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss. „Insbesondere bei den Dämmstoffen gab es weiterhin Probleme. Holz spielte aktuell wieder eine größere Rolle. Das sehen wir beim Großhandel mit Holz und auch bei Bauelementen aus Holz. Hier wurde wieder sehr oft von Preiserhöhungen berichtet“, sagt Leiss weiter. „Zudem sind die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Bauwirtschaft sind im Moment noch nicht abzusehen.“

17. März 2022

Energiesouveränität bedeutet auch Energieeffizienz im Gebäudebestand

Im Rahmen des gemeinsamen Aufrufs von Verbraucher-, Wirtschafts- und Umweltverbänden an die Bundesregierung „Energiesouveränität ist das Gebot der Stunde”, verbunden mit der Forderung nach einem nationalen Gipfel für Energiesouveränität erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer: „Für energieeffiziente Häuser und Gebäude brauchen wir eine verlässliche und auskömmliche Förderkulisse, die auch diejenigen Standards fördert, die gefordert werden. Konkret heißt das: Wenn das EH 55 zum Standard wird, sollte auch dieser gefördert werden. Ähnliches gilt für die energetische Sanierung: EH 70 bei Sanierungen ist ambitioniert und sollte daher entsprechend gefördert werden. Das gilt auch für den Einbau von Heizungen, die auf regenerativen Energien beruhen, sowie den Einbau von Solaranlagen.“

11. März 2022

Janine Neureuther erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin

Janine Neureuther, Geschäftsführerin der Neureuther Bedachungen GmbH in Rheinstetten bei Karlsruhe, übernimmt ab sofort das Amt der stellvertretenden Landesinnungsmeisterin des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg. Sie wurde einstimmig durch die zehn Dachdecker-Innungen Baden-Württembergs zur Nachfolgerin von Michael Braunwarth (Foto links) gewählt. Sie ist damit die erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin im deutschen Dachdeckerhandwerk und übernimmt das Amt der Landesreferentin für Berufsbildung.

4. März 2022

Braas ist „Marke des Jahrhunderts“

Es ist ein Name für die Geschichtsbücher: Braas wurde in der Kategorie „Die Dachpfanne“ 2022 als „Marke des Jahrhunderts“ prämiert. Die renommierte Verlagsgruppe „DIE ZEIT“ vergab die Auszeichnung an einen Hersteller von Dachsteinen und Tondachziegeln, der mit seinen Produkten die Baugeschichte von den ersten Jahren der Bundesrepublik bis heute nachhaltig geprägt und mitgestaltet hat.

18. Februar 2022

Rolle rückwärts: Lösung für Altanträge zur KfW-Gebäudeförderung

Die Bundesministerien für Wirtschaft und Klimaschutz, für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie für Finanzen haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen zur Bundesförderung für effiziente Gebäude durch die KfW verständigt. Demnach sollen alle förderfähigen Altanträge, die bis zum Antragsstopp 24. Januar 2022 eingegangen sind, genehmigt werden. Dabei handelt es sich um rund 24.000 Anträge. Diese werden nun von der KfW nach den bisherigen Programmkriterien geprüft; die förderfähigen werden genehmigt. Das bietet laut Bundesregierung eine gute und rechtssichere Lösung für alle Betroffenen. Für die Zukunft soll die KfW-Gebäudeförderung neu ausgerichtet werden.

8. Februar 2022

Bild von Geldscheinen

Dachdecker‐Mindestlohn steigt 2022 und gilt für alle Betriebe

25. Januar 2022

 · Knut Köstergarten

Der Mindestlohn ist in aller Munde. Die neue Bundesregierung will ihn per Gesetz für alle Berufe von aktuell 9,82 auf zwölf Euro anheben. Normalerweise folgen die Erhöhungsschritte den Vorgaben der Mindestlohnkommission, in der Arbeitgeber und Gewerkschaften sitzen. Mit einem Gesetz würde dieses Gremium übergangen und ein Papiertiger ohne Entscheidungsbefugnis. Die Arbeitgeber übten denn auch scharfe Kritik an den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Dachdecker-Mindestlohn: Bild von Claudia Büttner, Pressesprecherin ZVDH
Die Pressesprecherin des ZVDH, Claudia Büttner. (Foto: ZVDH)

Dachdecker-Mindestlohn liegt über gesetzlichem Mindestlohn

Die Dachdecker betrifft dieses Gesetz noch nicht. Denn der Dachdecker-Mindestlohn lag bis Ende 2021 bereits bei 12,60 Euro für ungelernte Arbeitnehmer und steigt Anfang 2022 auf 13 Euro pro Stunde. Dennoch sieht auch der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) laut Pressesprecherin Claudia Büttner den Alleingang der neuen Bundesregierung mit Sorge. Mit der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) konnte der ZVDH einen Tarifabschluss für den Dachdecker-Mindestlohn aushandeln, der allgemeinverbindlich ist, also für alle Betriebe und ihre gewerblichen Mitarbeiter gilt.

Bild von Dachdeckern auf dem Dach
Grund zur Freude für die Mitarbeiter: Der Dachdecker-Mindestlohn liegt weiter deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn.

Dachdecker‐Mindestlohn: Das gilt ab Januar 2022

Der sogenannte Dachdecker-Mindestlohn 1 beträgt für ungelernte Arbeitnehmer zunächst 13 Euro pro Stunde. Er steigt ab Januar 2023 dann weiter auf 13,30 Euro

Für ausgebildete Arbeitnehmer, also Gesellen beträgt der sogenannte Dachdecker-Mindestlohn 2 ab sofort 14,50 Euro pro Stunde, vorher waren es 14,10 Euro. Zum Januar 2023 wird er noch einmal auf 14,80 Euro angehoben. 

Der Anspruch auf den Dachdecker-Mindestlohn für die im Kalendermonat geleisteten Stunden wird spätestens zum 15. des Monats fällig, der auf den Monat folgt, für den er zu zahlen ist.

Bild von Dachdecker und Regenrinne
Für Gesellen beträgt der Dachdecker-Mindestlohn seit Beginn diesen Jahres 14,50 Euro pro Stunde.

Dachdecker-Mindestlohn: Geltungsbereich

In den Geltungsbereich des Tarifvertrags fallen alle gewerblichen Arbeitnehmer von Betrieben und selbstständigen Betriebsabteilungen des Dachdeckerhandwerks im Sinne des betrieblichen Geltungsbereichs des Rahmentarifvertrags. Das gilt auch für in Deutschland arbeitende Beschäftigte deren Arbeitgeber seinen Firmensitz im Ausland hat. Was heißt: Betriebe aus anderen EU-Ländern müssen ihren Mitarbeitern den Dachdecker-Mindestlohn zahlen, wenn sie Aufträge in Deutschland ausführen. Es ist ja das Ziel, Chancengleichheit zu ermöglichen und Lohndumping zu verhindern.

Dachdecker-Mindestlohn: Ausnahmen

Von der Mindestlohnpflicht sind Personen ausgenommen, die nachweislich aufgrund einer Schul‐, Ausbildungs‐ oder Studienverordnung ein Praktikum absolvieren. Nicht erfasst werden zudem Schüler an allgemeinbildenden Schulen mit Ausnahme der Schüler an Abendschulen und ‐kollegs sowie Schulabgänger, die innerhalb von zwölf Monaten nach Beendigung ihrer Schulausbildung bis zu einer Gesamtdauer von 70 Arbeitstagen beschäftigt werden. 

Für alle gewerblichen Mitarbeiter auf den Baustellen gilt der Dachdecker-Mindestlohn. Eine Ausnahme bilden Praktika von Schülern oder Studenten.

Außerdem fällt gewerbliches Reinigungspersonal, das für Reinigungsarbeiten in Verwaltungs- und Sozialräumen des Betriebs beschäftigt wird, nicht unter den Dachdecker-Mindestlohn. Das gilt auch für gewerbliche Arbeitnehmer, die ausschließlich am Betriebssitz beschäftigt werden, etwa in der Lagerhaltung. Dies gilt allerdings nicht für den Bereich der Vorfertigung im Betrieb, etwa im Bereich von Holz oder Metallen.

Dachdecker-Mindestlohn: Tarifabschluss gilt bis Ende 2023

Der Tarifabschluss für den Dachdecker-Mindestlohn gilt bis Ende 2023. Dann wird sich zeigen, ob und wie groß der Abstand bleibt zum gesetzlichen Mindestlohn. Aufgrund der sehr guten Auftragslage der meisten Dachdeckerbetriebe ist jedoch davon auszugehen, dass ein Abstand bestehen bleibt. Denn die Betriebe brauchen jeden Mitarbeiter und dafür braucht es attraktive Löhne.

Sie interessieren sich für unsere Branchen-News. Dann stöbern Sie doch mal in dieser Rubrik.

Artikel jetzt teilen!

Weitere Artikel

Newsletter-Anmeldung