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Rat an die Kinder: werdet Dachdecker

2019.11.26 Harald Friedrich • Lesezeit 2’

Andreas Unger ist Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes der Dachdecker in Rheinland-Pfalz. Im Interview berichtet er, warum es ihn aus der Landespolitik ins Handwerk gezogen hat und was seine Ziele für die Zukunft der Dachdecker sind.

DACH\LIVE: Wollten Sie immer schon in Koblenz arbeiten?

Andreas Unger: Eigentlich nicht. Während meines Bachelor- und Masterstudiums in Politikwissenschaft und Öffentlichem Recht war ich für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit je dreimal in Montenegro und Uganda, also eher ein „Reisender“. Kurz vor Ende des Studiums habe ich ernsthaft überlegt, im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit beruflich tätig zu werden. Letztendlich habe ich mich dagegen entschieden. Auch weil man im Ausland immer merkt, was man an Deutschland hat.

DACH\LIVE: Dann sind Sie in der politischen Landschaft sesshaft geworden?

Andreas Unger: Kurz vor dem Ende meines Studiums habe ich mich umorientiert und bin über verschiedene Tätigkeiten im Bereich der politisch beratenden Arbeit, etwa im deutschen Bundestag und bei der ehemaligen Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen, im Juli 2014 als Referent für die Bereiche Wirtschaft und Infrastruktur zur  CDU-Landtagsfraktion nach Mainz gekommen.

DACH\LIVE: Wie kam es zum Schritt in Richtung Handwerk und Dachdecker?

Andreas Unger: Der kam durch die Arbeit im Landtag und hier durch die intensiven Kontakte und Treffen mit verschiedenen Wirtschaftsvertretern. Ich habe festgestellt, dass mich Handwerksthemen am meisten interessieren und dass der Kontakt zum Handwerk für mich persönlich stets sehr angenehm war. Ich schätze am Handwerk die offene und praxisnahe Kommunikation. Das Ehrenamt spricht aus der Wirklichkeit des betrieblichen Alltages.

DACH\LIVE: Wie wurde es dann konkret mit dem Handwerk?

Andreas Unger: Dann kam der Landesverbandstag des rheinland-pfälzischen Dachdeckerhandwerks 2016, an dem ich mit der heutigen Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Julia Klöckner, teilnehmen durfte. Hier habe ich im wahrsten Sinne des Wortes gemerkt, wie zukunftsorientiert das Dachdeckerhandwerk denkt und wie engagiert gerade der Nachwuchs ist – Stichwort Zukunft Dachdecker.

Zukunft Dachdecker Andreas Unger

Der Imagefilm des Projekts Zukunft Dachdecker sorgte bundesweit für Furore. Foto: Zukunft Dachdecker

DACH\LIVE: Wann ging es aus dem Landtag in den Dachdecker-Alltag?

Andreas Unger: Im Sommer 2017 fragte mich der damalige Verbandsgeschäftsführer Rolf Fuhrmann, ob ich mir mittelfristig vorstellen könnte, seine Nachfolge anzutreten. Damals war ich 29 Jahre alt und habe diese Option als große Herausforderung angesehen. Am 25. November 2017 wurde ich dann im Rahmen einer Mitgliederversammlung in Trier einstimmig gewählt. Als Geschäftsführer war mein erster Arbeitstag am 2. Januar 2019.

DACH\LIVE: Was sind Ihre Ziele und wichtigsten Aufgaben?

Andreas Unger: Das Handwerk selbstbewusster zu machen. Wir müssen der Gesellschaft verdeutlichen, wie wichtig das Handwerk ist und welche vielfältigen Möglichkeiten hier geboten werden. Dazu gehört die Präsenz in Schulen und bei Berufs-Infoveranstaltungen. Hier liegt ein Riesenpotenzial unserer jungen Organisation „Zukunft Dachdecker“. Wir wollen Menschen für das Dachdeckerhandwerk begeistern.

DACH\LIVE: Haben Sie einen familiären Bezug zum Handwerk?

Andreas Unger: Nein, leider überhaupt nicht. (schmunzelnd) Aber hätte ich vorher gewusst, was ein guter Handwerker verdienen kann und wie vielfältig seine Tätigkeit ist, hätte ich vielleicht nie studiert.

DACH\LIVE: Wenn Sie mal Kinder haben sollten – was wäre ihr Rat fürs Leben?

Andreas Unger: (lacht) Wenn alles mit den Interessen und Fähigkeiten übereinstimmt: werdet Dachdecker.

Sie interessieren sich für die Rubrik „Innungen & Verbände“. Dann lesen Sie unser Interview mit dem ZVDH-Vizepräsidenten André Büschkes.

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