Zimmerer im Aufwind: Holzbauquote steigt 2021 weiter

DACH-Ticker

Soprema steigt ins Photovoltaikgeschäft ein

Soprema steigt in dem Boom-Markt Photovoltaik ein. (Foto: Soprema)

Die Soprema GmbH hat die Mehrheit an der MW Photovoltaik Engineering GmbH mit Sitz in Berlin übernommen. Bekannt als Komplettanbieter für hochwertige Abdichtungs- und Dämmsysteme sowie für Essertec Tageslicht- und Rauchabzugslösungen erweitert das Unternehmen sein Portfolio nun im Bereich Photovoltaik für Dach und Fassade.

11. August 2022

EEG 2023: Fördersätze für PV-Anlagen steigen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat Ende Juli über das Inkrafttreten erster Regelungen aus dem EEG 2023 informiert. Ab sofort können Betreiber von neu in Betrieb genommenen Solaranlagen bis zu 13,40 Cent pro Kilowattstunde für ihren PV-Strom erhalten. Die erhöhten Fördersätze gelten allerdings laut Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks nur für sogenannte Volleinspeiser. Das heißt: Der erzeugte Strom wird nicht selbst verbraucht, sondern vollständig ins Netz eingespeist.

8. August 2022

Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sind 2022 eingebrochen

Im April 2022 wurde in Deutschland der Bau von 31 152 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 5,1 Prozent oder 1 515 Baugenehmigungen mehr als im April 2021. Von Januar bis April 2022 wurden damit insgesamt 123.659 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt – dies waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr (125.553 Baugenehmigungen). Im Neubau gab es in den ersten vier Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 22 Prozent bei Einfamilienhäusern und ein Plus von 11,6 Prozent bei Mehrfamilienhäusern.

17. Juni 2022

Bauwirtschaft: Arbeitsunfälle 2021 leicht rückläufig

Die Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft sind im vergangenen Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 103.525 leicht gesunken. Auch die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle ging laut BG Bau zurück. Einen leichten Anstieg gibt es hingegen bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufserkrankung. Der zweithäufigste Verdachtsfall war hierbei das für das Dachdeckerhandwerk besonders relevante Risiko von Hautkrebs durch Sonneneinstrahlung. Der leichte Rückgang bei Arbeitsunfällen und tödlichen Arbeitsunfällen sei laut BG Bau aber kein Grund zur Entwarnung. Denn die Zahlen seien immer noch zu hoch. 

3. Juni 2022

Peter Aicher bleibt Vorsitzender von Holzbau Deutschland

Bild von Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland
Peter Aicher will den Holzbau in den kommenden Jahren weiter voranbringen. (Foto: Holzbau Deutschland)

Bei den Vorstandswahlen von Holzbau Deutschland ist Peter Aicher erneut zum Vorsitzenden gewählt worden. „Ich bedanke mich sehr herzlich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich riesig, den Holzbau in den kommenden Jahren gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen weiter voranzubringen. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Projekte angestoßen und realisiert. Dass sich unser Engagement lohnt, bestätigt der kontinuierliche Aufwärtstrend des Holzbaus“, betonte der einstimmig wiedergewählte Vorsitzende von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

19. April 2022

Langjähriger BMI-Chef Ulrich Siepe gestorben

Bild von Ulrich Siepe mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger
Ulrich Siepe auf der Dach+Holz 2020 mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger.

Das Dachhandwerk trauert um eine Führungspersönlichkeit und einen Menschenfreund. Der langjährige BMI-Geschäftsführer Ulrich Siepe ist am 23. März nach schwerer Krankheit verstorben, über die er schon während seiner bis 2020 dauernden Karriere bei BMI offen gesprochen hatte. Seine offene, freundliche und zugewandte Art werden viele langjährige Marktbegleiter vermissen.

31. März 2022

BMI investiert in Erweiterungsbau für Schulungszentrum

Bild von Spatenstich für BMI-Schulungszentrum
Spatenstich für Erweiterungsbau des BMI-Schulungszentrums. (Foto: BMI)

BMI stärkt erneut den Wirtschaftsstandort Heusenstamm. Am Stammwerk von Braas investiert BMI in einen Erweiterungsbau für das bestehende Schulungszentrum. Dort wird es auf 1.750 Quadratmetern genügend Platz für Trainings- und Seminarräume, für Lager, Werkstatt und Funktionsräume sowie für Großveranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmern geben.

23. März 2022

ifo Institut: Baupreise steigen 2022 weiter

Die deutschen Bauunternehmen planen, auf breiter Linie die Baupreise zu erhöhen. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor. Im Hochbau kalkulierte jeder zweite Betrieb für die kommenden Monate mit Preisanpassungen. „Das ist eine Folge der rasanten Kostenanstiege beim Baumaterial, diese werden nun an die Kunden weitergeben“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss. „Insbesondere bei den Dämmstoffen gab es weiterhin Probleme. Holz spielte aktuell wieder eine größere Rolle. Das sehen wir beim Großhandel mit Holz und auch bei Bauelementen aus Holz. Hier wurde wieder sehr oft von Preiserhöhungen berichtet“, sagt Leiss weiter. „Zudem sind die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Bauwirtschaft sind im Moment noch nicht abzusehen.“

17. März 2022

Energiesouveränität bedeutet auch Energieeffizienz im Gebäudebestand

Im Rahmen des gemeinsamen Aufrufs von Verbraucher-, Wirtschafts- und Umweltverbänden an die Bundesregierung „Energiesouveränität ist das Gebot der Stunde”, verbunden mit der Forderung nach einem nationalen Gipfel für Energiesouveränität erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer: „Für energieeffiziente Häuser und Gebäude brauchen wir eine verlässliche und auskömmliche Förderkulisse, die auch diejenigen Standards fördert, die gefordert werden. Konkret heißt das: Wenn das EH 55 zum Standard wird, sollte auch dieser gefördert werden. Ähnliches gilt für die energetische Sanierung: EH 70 bei Sanierungen ist ambitioniert und sollte daher entsprechend gefördert werden. Das gilt auch für den Einbau von Heizungen, die auf regenerativen Energien beruhen, sowie den Einbau von Solaranlagen.“

11. März 2022

Janine Neureuther erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin

Janine Neureuther, Geschäftsführerin der Neureuther Bedachungen GmbH in Rheinstetten bei Karlsruhe, übernimmt ab sofort das Amt der stellvertretenden Landesinnungsmeisterin des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg. Sie wurde einstimmig durch die zehn Dachdecker-Innungen Baden-Württembergs zur Nachfolgerin von Michael Braunwarth (Foto links) gewählt. Sie ist damit die erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin im deutschen Dachdeckerhandwerk und übernimmt das Amt der Landesreferentin für Berufsbildung.

4. März 2022

Bild von Zimmerer

Zimmerer im Aufwind: Holzbauquote steigt 2021 weiter

9. Juni 2022

 · Gerald Weßel

Die Dachdecker blicken mit gemischten Gefühlen auf 2021 zurück, siehe unseren Artikel in DACH\LIVE. Ein Umsatzminus von real knapp neun Prozent gegenüber 2020 ist einer der Gründe. Bei den Kollegen der Zimmerer hingegen sieht es – obschon ähnliche Vorzeichen herrschen – weit besser aus: Ein Umsatzplus von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steht zu Buche, wie aus dem Lagebericht 2022 von Holzbau Deutschland hervorgeht. Heißt am Ende 9,7 Milliarden Euro Umsatz und für 2022 prognostiziert der Verband den Sprung über die glatten zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Grafik von Konjunkturbarometer
Die Zimmerer blicken laut Holzbau Deutschland frohen Mutes in die Zukunft.

Preisanstieg und Mehrarbeit als Umsatztreiber

Bereits 2020 freute man sich über ein Umsatzplus von mehr als 15 Prozent. Allerdings muss bei den Zahlen bedacht werden, dass die Inflation hierbei auch eine Rolle spielt: 2021 ist die Hälfte des Umsatzwachstums auf Mehrarbeit zurückzuführen, die andere auf Preisanstiege. 2020 waren 2/3 der Produktivität und 1/3 den steigenden Preisen geschuldet. Für 2022 erwarten die Zimmerer hier allerdings ein Umschwenken: 3/4 werden wohl auf den Preisanstieg und nur 1/4 auf echten Zuwachs zurückgehen.

Bild von Peter-Aicher
Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland. (Foto: Rolando Laube)

Holzbauquote steigt weiter auf über 21 Prozent 

Doch, dass der stete Erfolg trotzdem kein flaches Strohfeuer, sondern solides Wachstum ist, belegen weitere Zahlen: So stieg zum Beispiel die Holzbauquote für den Wohn- und Nichtwohnbau 2021. Sie kletterte in beiden Bereichen erstmals über 21 Prozent, wobei hier das Nord-Süd-Gefälle deutlich wird. Die südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg stechen mit Quoten an oder sogar über 30 Prozent hervor, wohingegen die nördlichen Bundesländer teils bei deutlich unter zehn Prozent liegen. 

Grafik von Zimmerer Erfolgsanalyse
Die Zahlen beim betriebswirtschaftlichen Ergebnis sprechen für sich: Es geht trotz der Materialknappheit weiter bergauf.

Den Großteil ihres Umsatzes machen die Zimmerer weiterhin im Bestandsbau, gut 45 Prozent. Darauf folgen Ausbau und Neubau mit jeweils etwa 20 Prozent. Die Aufträge hierzu kommen insgesamt zu 3/4 aus dem privaten Sektor. Den Rest teilen sich fast je zur Hälfte die gewerblichen Kunden sowie die öffentliche Hand.

Sehr positive Entwicklung der Azubizahlen

Ein Blick auf die Entwicklung der Ausbildungszahlen zeigt Gutes: Das Wachstum zieht seit Jahren an. Zwischen 2017 und 2021 stieg dieses von jährlich 2,1 auf zuletzt 3,7 Prozent. Für die absoluten Zahlen heißt das von etwa 7300 auf 8800 Lehrlinge. Auch der Anteil der Azubis im ersten Lehrjahr zeigt diesen Anstieg: 2017 war es nur etwa jeder Vierte, setzt sich der Trend fort, wird es in wenigen Jahren bereits einer von drei Auszubildenden – oder jede Dritte sein. 

Bild von Zimmerer in Werkstatt
Der Anstieg der Holzbauquote sorgt bei den deutschen Zimmereibetrieben für reichlich Arbeit.

Aus den Daten von Holzbau Deutschland geht auch hervor, dass der Anteil der Frauen, die sich für das Zimmererhandwerk interessieren, überdurchschnittlich steigt. Während im zurückliegenden Jahr etwa zehn Prozent mehr Jugendliche in den Beruf eingestiegen sind, stieg der Frauenanteil um 23 Prozent. „[…] Der relativ hohe Zuwachs [kann] auch dahingehend interpretiert werden, dass sich viele Vorbehalte junger Frauen gegenüber dem ´beschwerlichen Zimmererberuf´ zwischenzeitlich überlebt haben“, schreibt der Verband im Lagebericht 2021.

Grafik Zimmerer Betriebe und Personen
Das Wachstum des Umsatzes bildet sich auch in steigenden Beschäftigtenzahlen ab. Obendrein kommen Jahr für Jahr neue Betriebe hinzu, sodass klar wird: Hier wächst eine ganze Branche, es profitieren eben nicht nur wenige Großunternehmen.

Viele Lehrlinge wollen später Meister werden

Fragt man die Lehrlinge, was sie danach machen möchten, antwortet laut Holzbau Deutschland die überwiegende Mehrzahl, dass sie nach der Lehre den Meistertitel anstrebe. Von Interesse ist zudem die Position des Poliers. Mit einem Studium plane ein weitaus geringerer Anteil der Befragten. „Tendenziell lässt das Interesse am Studium eher nach“, wettet der Bericht auf ein schleichendes Ende dieses Trends, der stets als eines der Ärgernisse bei der Nachwuchssuche genannt wird.

Materialknappheit als größte Herausforderung

Als Hauptprobleme der Branche werden laut einer Umfrage des Verbandes vor allem die schwierige Materialverfügbarkeit gesehen. Mit welchen Rezepten begegnen Betriebe dieser Herausforderung? 

Aus der aktuellen Konjunkturumfrage von Holzbau Deutschland geht hervor: 56 Prozent der Betriebe konnten den Anstieg der Materialpreise wenigstens zum Teil weitergeben werden. Nur gut einem Drittel der Betriebe gelang es, die Preissteigerungen komplett an die Endkunden weiterzugeben. Und jeder Zehnte der Befragten blieb sogar komplett auf den Mehrkosten sitzen.

Bild von Holzbau
Auch wenn die Bürokratie weiterhin von den Betrieben als Hemmnis angesehen wird, boomt der Holzbau weiterhin.

Bürokratie weiter ein großes Hemmnis

Bei den Hemmnissen werden langwierige Genehmigungsverfahren an zweiter Stelle genannt. Die überbordende Bürokratie war in der Vergangenheit stets die größte Hürde aus Sicht der Betriebe. Als weitere Hemmnisse folgen die oftmals unzureichende Planung durch Auftraggeber, der Arbeitskräftemangel und – der Klassiker als Störfaktor für alle Bauvorhaben im Freien – die schlechte Witterung.

Alles in allem geht es den Zimmerer-Betrieben in Deutschland also gut und dank des bundesweiten Booms des Holzbaus im Angesicht der Klima- und Rohstoffkrise wird es wahrscheinlich auch auf Jahre hinaus – trotz aller anhaltenden Material- und Preisprobleme – so bleiben.

Sie interessieren sich für die größeren Zusammenhänge? Dann lesen Sie unsere Story über den erneuten Anstieg der Holzpreise 2022 und die Auswirkungen für Zimmerer und Dachdecker.

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