Alex Bruns: Vom Weltmeister zum Zimmerermeister

DACH-Ticker

Bauder wird neuer Anteilseigner bei Sita

Mit einem gleichberechtigten Anteil von 33 Prozent steigt das Stuttgarter Familienunternehmen Bauder, vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts, als dritter Gesellschafter beim Dachentwässerungs-Spezialisten Sita ein. Mit dieser neuen strategischen Partnerschaft wollen die beiden Unternehmen ihre bereits heute enge und erfolgreiche Zusammenarbeit weiter intensivieren.

18. Januar 2022

BMI baut Kunststoffbahnen-Produktion aus

Mit einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe erweitert die BMI Gruppe bis 2024 die Produktionskapazitäten für den deutschen Markt, um der wachsenden Nachfrage nach Kunststoffbahnen gerecht zu werden. BMI strebt damit langfristig die Marktführerschaft in diesem Segment an. Mit den Marken Cosmofin, Tectofin und Wolfin ist die deutsche BMI Gruppe einer der großen Anbieter von Abdichtungsbahnen aus Kunststoff in Deutschland. Die Produkte der ehemaligen Wolfin Bautechnik GmbH, die mittlerweile in der BMI Flachdachsysteme GmbH aufgegangen ist, gehören zu den führenden Kunststoffbahnen am deutschen Markt.

17. Januar 2022

Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,7 Prozent gestiegen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt war im Jahr 2021 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,7 Prozent höher als im Jahr 2020. „Die konjunkturelle Entwicklung war auch im Jahr 2021 stark abhängig vom Corona- Infektionsgeschehen und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen“, sagte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. „Trotz der andauernden Pandemiesituation und zunehmender Liefer- und Materialengpässe konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Vorjahr erholen, wenngleich die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht hat“, so Thiel weiter. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2021 noch um zwei Prozent niedriger.

14. Januar 2022

Materialengpässe am Bau gehen langsam zurück

Die Materialengpässe auf den deutschen Baustellen haben sich zum Jahresende leicht gebessert. Auf dem Hochbau haben im Dezember noch 31,3 Prozent der Unternehmen Lieferprobleme erlebt, im Vormonat waren es 34,5 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Trotz der aktuellen Verbesserungen bleibt die Lage angespannt. Die Werte sind im langfristigen Vergleich immer noch außergewöhnlich hoch“, sagt ifo Forscher Felix Leiss. Bei Holz und bei Stahl zeichnet sich eine gewisse Entspannung ab, dennoch wurden in beiden Fällen noch Engpässe gemeldet. Dämmmaterial und (andere) Kunststoffprodukte bleiben problematisch. „Die erheblich gestiegenen Materialpreise setzten die Bauunternehmen zusätzlich unter Druck. Insbesondere auf dem Hochbau planen die Betriebe, die Kosten in den kommenden Monaten an die Bauherren weiterzugeben“, ergänzt Leiss.

9. Januar 2022

Im Oktober wurden 29.597 Wohnungen genehmigt

Im Oktober 2021 wurde in Deutschland der Bau von 29.597 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das saison- und kalenderbereinigt 3,2 Prozent weniger als im September 2021. Dennoch gab es im Zeitraum von Januar bis Oktober 2021 4,2 Prozent mehr Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum.

17. Dezember 2021

Messe Dach+Holz auf Juli 2022 verschoben

Die Branchenleitmesse Dach+Holz International findet nicht wie ursprünglich geplant im Februar 2022 in Köln statt. Das Andauern der Coronapandemie sowie unkalkulierbare Rahmenbedingungen für die Durchführung von Messen seitens der Politik machen eine verlässliche Planung unmöglich. Daher hat sich der Veranstalter gemeinsam mit den Trägerverbänden der Messe einstimmig für eine Verlegung auf den 5. bis 8.Juli 2022 entschieden.

9. Dezember 2021

Arbeitsmarkt sicher durch den Winter zu bringen

„Der Arbeitsmarkt ist bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Die Novemberzahlen belegen erneut, dass wir die Folgen dieser tiefen wirtschaftlichen Krise nach und nach überwinden“, erklärt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Im November ist die Arbeitslosenquote weiter leicht gesunken und liegt jetzt bei 5,1 Prozent. Insgesamt sind damit 2,3 Millionen Menschen arbeitslos, 60.000 weniger als im Vormonat. Selbst saisonbereinigt ist ihre Zahl immer noch um 34.000 gesunken. Bis September ist außerdem die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds auf 751.000 Personen gesunken. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt. Sie lag im September bei 34,3 Millionen Beschäftigten.

6. Dezember 2021

Kalzip: Neuerung in der Geschäftsführung

Andrew Leach hat Anfang Dezember den Posten des CEO der Kalzip GmbH, Koblenz, übernommen. Der gebürtige Brite ist seit vielen Jahren in der Branche und bei Kalzip tätig, unter anderem in verschiedenen Führungspositionen in Sales und Marketing auf internationaler Ebene. In seiner neuen Funktion leitet er das Unternehmen in Deutschland federführend und tritt damit die Nachfolge von Frank Krauskopf an, der sein Mandat als Geschäftsführer niederlegt. Gemeinsam mit Peter Brechtelsbauer, der bereits seit März 2018 als CEO bei Kalzip tätig ist, wird Leach in der Geschäftsführung agieren.

2. Dezember 2021

Stephan Hettwer wird neuer Vertriebschef bei Roto

Stephan Hettwer (Foto Mitte) übernimmt ab Januar 2021 als Direktor Kunden und Märkte und Geschäftsführer in Personalunion die direkte Verantwortung der deutschen Vertriebsorganisation von Roto. Er folgt auf Markus Röser, der Roto als Geschäftsführer Deutschland, zum Jahresende 2021 verlässt. An Hettwer berichtet künftig eine Doppelspitze aus langjährigen Mitarbeitern. Yann Lesage, bisher Vertriebsleiter West, übernimmt die Position als Vertriebsleiter Außendienst. Vertriebsleiter Innendienst bleibt Thomas Schoch.

15. November 2021

Gutex baut neues Werk für Holzfaserdämmplatten

Ab September 2023 will Gutex im Gewerbepark Breisgau, 30 Kilometer südlich von Freiburg, ökologische Holzfaserdämmplatten aus regionalem Nadelholz herstellen. Insgesamt investiert der Hersteller laut einer Pressemeldung auf sechs Hektar Fläche über 100 Millionen Euro und schafft zum Start der Produktion rund 60 neue Arbeitsplätze. Bei Vollauslastung der Anlage sollen es mindestens 120 sein. Das Werk werde ganzjährig im 3-Schichtbetrieb gefahren werden. Die geplante Trockenanlage besitzt eine Produktionskapazität von bis zu 4.800 Kubikmeter am Tag.

12. November 2021

Bild von Aicher und Zimerermeister Alex Bruns

Alex Bruns: Vom Weltmeister zum Zimmerermeister

22. Juni 2021

 · Michael Podschadel

Nachdem Alex Bruns im Juli 2020 erfolgreich die Meisterprüfung abgelegt hatte, brauchte er erstmal eine Erholungspause von den vorangegangenen drei Jahren. „Die Europameisterschaft 2018 in Luxemburg und die Weltmeisterschaft 2019 in Russland waren eine echte Bereicherung in meinem Leben, aber auch anstrengend“, erzählt der Zimmererweltmeister. „Für gewöhnlich treibe ich in meiner Freizeit viel Sport.“ Freie Zeit dafür hatte der junge Vorzeige-Handwerker in den vergangenen Jahren aber selten.

Intensive Vorbereitungen auf Titelkämpfe

Nach der Arbeit widmete der Zimmerermeister sich intensiv der Vorbereitung auf die bevorstehenden Wettbewerbe. Das war auch nötig, wie Bruns erklärt: „Die koreanischen Kandidaten für die Weltmeisterschaft werden vor dem Wettbewerb ein ganzes Jahr komplett von der Arbeit freigestellt, um sich vorbereiten zu können.“ Da verwundert es nicht, dass Korea seit Jahren zu den Favoriten gehört und den Weltmeistertitel bei den Zimmerern bereits mehrfach geholt hat.

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Zimmererweltmeister Alex Bruns mit seiner Goldmedaille (Foto: Ilona Klein)

Nervenkitzel auf Augenhöhe mit den Koreaner

„Vor den Koreanern hatte ich schon etwas Angst“, gesteht Alex Bruns. Während seiner Zeit in Kasan stellte sich jedoch heraus, dass auch er seinen Kontrahenten Respekt eingeflößt hatte. „Als wir uns in gebrochenem Englisch etwas nähergekommen waren, erzählte mir der koreanische Teilnehmer, dass er und seine Teamkollegen mein Training auf Instagram sehr aufmerksam verfolgt hatten“,  erzählt der Weltmeister, den wir damals schon auf DACH\LIVE portraitierten, mit einem Schmunzeln.

Zimmerermeister hat wieder Zeit für Triathlon

Heute ist es auf dem Instagram-Kanal von Alex Bruns eher ruhig geworden. „Ich freue mich sehr, dass ich während der Vorbereitungen auf die Wettbewerbe viele junge Menschen und angehende Handwerker inspirieren konnte. Jetzt konzentriere ich mich auf meine Arbeit und nutze die verbleibende Zeit für mein Sportprogramm.“ Heute trainiert Bruns wieder 15 Stunden pro Woche und will sich im kommenden Jahr an der Mitteldistanz im Triathlon erproben.

Bild von Zimmerermeister Alex Bruns mit einem Kollegen
Jüngeren Kollegen fragen gerne zu den Erlebnissen bei den Weltmeisterschaften nach. (Foto: Aicher)

 Weltmeister sind auch nur Handwerker

Nach dem Zimmerermeister nahm Alex Bruns sich zunächst eine viermonatige Auszeit. Gemeinsam mit dem Vater renovierte er ein Stalldach auf dem elterlichen Hof. Dass sein Vater eigentlich professioneller Musiker ist, war dabei kein Hindernis. Im Gegenteil: „Mein Vater ist handwerklich sehr begabt und auch geübt. Das war nicht das erste Gebäude, das er saniert hat“, berichtet Zimmerer Bruns.

Als er dann das Angebot von Peter Aicher annahm, dem Vorsitzenden von Holzbau Deutschland, in dessen Holzbaubetrieb in Halfing am Chiemsee als Zimmerermeister anzufangen, waren manche der neuen Kolleginnen und Kollegen zunächst skeptisch. „Der ein oder andere hatte schon Vorbehalte, dass ich mich als Zimmererweltmeister vielleicht für etwas Besseres halten könnte“, berichtet der junge Handwerker. „Aber das Team hat schnell gemerkt, dass ich noch viel lernen kann und auch will. Die Wettbewerbs-Aufgaben sind mit der täglichen Praxis im Handwerk auch überhaupt nicht zu vergleichen. Da war und ist auch immer noch vieles neu für mich.“

Bild von Holzhaus
In so einen Holzhaus steckt jede Menge Detailgenauigkeit. (Foto: Aicher)

Aufregung beim ersten kompletten Holzhaus

Bei seinem neuen Arbeitgeber geht es hochmodern zu. Entsprechend aufgeregt war Weltmeister Bruns, als er bei Aicher Holzbau das erste Haus mit aufstellen durfte. „Bis dahin hatte ich nur einzelne Bauteile in der Hand. Das komplette Haus dann fertigzustellen, ist schon spannend.“ Was Bruns in seinem Betrieb besonders beeindruckt, ist die Präzision, mit der gearbeitet wird: „Es ist schon enorm, wie weit die Genauigkeit bereits in der Planung geht.“

Bild von Zimmererweltmeister Alex Bruns mit einem Kollegen bei der Arbeit
Bei Aicher Holzbau werden die Bauteile der Häuser nach genauester Planung vorgefertigt. (Foto: Aicher)

Auch Inhaber Peter Aicher hat nur Lob für seinen Mitarbeiter. Als Präsident der ausrichtenden Timber Construction Europe (TCE) konnte er Bruns‘ Erfolge bei der Zimmerer-Europameisterschaft aus nächster Nähe beobachten: „Ich war gleich von Alex‘ effizienter Arbeitsweise beeindruckt. Er arbeitet sehr ruhig und konzentriert, dabei aber sehr kraftvoll und mit Weitblick.“

Teamgeist auch im Beruf

Neben der hohen Fachkompetenz zählt für Aicher aber auch das Menschliche – und das passt. „Ich fand Alex gleich sympathisch und will ihn möglichst lange in meinem Betrieb behalten.“ Dort hat sich der sportbegeisterte Bruns mittlerweile sehr gut eingelebt. Er ist festes Mitglied im Radrennteam von Aicher Holzhaus und plaudert gegenüber seinen Kolleginnen und Kollegen ungezwungen aus dem Nähkästchen, wenn diese nach seinen Erlebnissen in Russland fragen.

Bild von Aicher Holzbau Team
Bei Aicher Holzbau ist Zimmerermeister Bruns (ganz rechts oben) Teil einer großen Familie geworden. (Foto: Aicher)

„Gerade die Jüngeren im Team fragen gerne mal: Hey Alex, wie war das denn so bei der Weltmeisterschaft?“, berichtet Bruns. Obwohl er gerne von seinen Erfahrungen erzählt, ist der junge Zimmerermeister wieder ganz im Alltag angekommen. „Den Influencer sollen jetzt ruhig andere auf Instagram geben, die mehr als ich zu sagen und zeigen haben.“ Bruns genießt es in vollen Zügen, wieder Zeit für die Zimmerei, den Sport und sein Privatleben zu haben.

Sie interessieren sich für den Beruf Zimmerer? Dann lesen Sie unsere Geschichte über die erste Frau in der Zimmerernationalmannschaft.

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