Bester Jungdachdecker Kevin Schreijer: Talent trifft präzise Arbeit
27. Dezember 2025
Mit gerade einmal 20 Jahren ist Kevin Schreijer aus Eltville im Rheingau Bundessieger 2025 im Dachdeckerhandwerk geworden. Ein junger Mann, der mit einer Mischung aus Talent, harter Arbeit, technischem Verständnis und echter Leidenschaft überzeugt. Und einer, der zeigt, dass Handwerk nicht Plan B, sondern die Zukunft ist.
Im Bundeswettbewerb bewusst mehr Arbeit gemacht
Beim Landeswettbewerb in Hessen gewann Kevin Schreijer mit einer technisch sauberen, außergewöhnlich präzisen Biberkehle und qualifizierte sich für die Deutsche Meisterschaft. Der Bundeswettbewerb forderte drei praktische Arbeiten. Steildach war die Hauptarbeitsprobe bei Kevin Schreijer, eine vergrößerte Biberkehle mit Walmfläche. Zudem gab es Flachdach und Fassade als Gegenarbeitsproben. Kevin Schreijer wählte durchweg kompliziertere Lösungen als notwendig, weil sie fachlich sauberer, ästhetisch harmonischer und handwerklich anspruchsvoller waren. „Ich habe mir bewusst mehr Arbeit gemacht. Ich wollte, dass es richtig ist und dass man sieht, worüber ich mir Gedanken gemacht habe.“

Der Bundeswettbewerb ist ein Jahreshighlight der Dachdecker. Hier ist unser Bericht!
Vollständige Traufausbildung beim Steildach ergänzt
Bei der Fassade entschied er sich, obwohl es nicht nötig gewesen wäre, für das Schmälern der Faserzementplatten, statt einfach größere Formate zu verwenden. Ein Schritt, der Präzision, Mut und fachliche Tiefe zeigt. Beim Steildach ergänzte er eine vollständige Traufausbildung mit Tropfblech, Lüftungsgitter und Traufblech, obwohl das kein Pflichtbestandteil war. Die Prüfer sahen sofort: Das ist einer, der Handwerk nicht ausführt, sondern versteht.
Der nervenaufreibende Moment der Siegerehrung
Nach dem Wettkampf begann die feierliche Siegerehrung. Zuerst wurden die Teilnehmer von Platz 4 bis Platz 13 geehrt. Ein langer Prozess, der eine halbe Stunde dauerte – pure Nervosität für Kevin Schreijer. Am Ende blieben Drei übrig, dann nur noch Zwei: „Mir ging das Herz. Ich wollte unbedingt unter die ersten Zwei wegen der damit verbundenen direkten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2027.“ Dann fiel sein Name: Bundessieger, Deutschlands Bester! Ein Moment, den er nicht vergessen wird.

Christiansen. (Foto: BBZ Mayen/Herzmann)
Bei der letzten Dachdecker-WM 2024 holte das deutsche Team drei Medaillen!
Ein großer Erfolg als Dachdecker noch bevor viele andere überhaupt wissen, was sie werden wollen. Während andere nach dem Abi noch überlegen, ob sie studieren sollen, macht Kevin pragmatisch weiter. Direkt nach der Gesellenprüfung meldete er sich zur Meisterschule am BBZ Mayen an, Vollzeit ohne Pause bis Mai 2026. „Ich habe jetzt die Theorie frisch im Kopf. Das hilft mir. Und das, was mir an Praxis fehlt, hole ich mir später auf der Baustelle.“
Blick nach vorn: Weltmeisterschaft 2027 in Ungarn
Der Bundessieg führt für Kevin Schreijer zu einem Ziel, das nur wenige erreichen: Die Weltmeisterschaft der Dachdecker. Dass mit Kevin Schreijer und seinem Mitstreiter Valentin Bremer, der 2024 Bundessieger wurde, gleich zwei Hessen in den vier Zweier-Teams Steildach, Abdichtung, Fassade und Metall für Deutschland starten werden, ist historisch. Die WM wurde von 2026 auf 2027 verschoben und findet in Ungarn statt. Mehr Vorbereitungszeit, mehr Zeit für Perfektion. „Ich will dort gewinnen. Zweiter Platz wäre auch okay, gewinnen wäre schöner.“
Hier stellen wir Valentin Bremer vor, den Bundessieger 2024!
„Ich wollte schon im Kindergarten Dachdecker werden“
Manchmal sind Lebenswege erstaunlich klar! Selbst dann, wenn man noch nicht einmal lesen kann. Kevin Schreijer ist im elterlichen Dachdeckerbetrieb Molitor Bedachungen, Mitglied der DEG Alles für das Dach EG, in Eltville groß geworden. Seine Kindheitserinnerungen: Leitern, Werkzeug, Schiefer, der Geruch einer Baustelle, das Fachsimpeln am Küchentisch.
„Es gibt Kindergartenbilder von mir auf einer Leiter. Ich wollte immer Dachdecker werden, genauso wie mein Vater.“ Während andere Kinder Feuerwehrmann oder Pilot werden wollten, stand für Kevin Schreijer schon früh fest: Er wird Dachdecker. Nicht, weil es bequem ist! Ganz im Gegenteil: Wer im Betrieb des eigenen Vaters lernt, weiß, die Messlatte liegt höher als bei allen anderen.

Ausbildung im Familienbetrieb: Vorteil und Prüfung zugleich
Der Vater wollte ihn ausbilden, aber nicht als „Sohn“, sondern als vollwertigen Lehrling. „Die Erwartungen waren höher. Ich musste mehr leisten als andere. Das war hart, aber rückblickend genau richtig“, erinnert sich Kevin Schreijer. Er lernte alles: Steildach, Flachdach, Fassade und Spenglerarbeiten. Und er lernte, Verantwortung zu übernehmen. Schon im ersten Lehrjahr nahm ihn der Vater mit auf Spezialschulungen, ließ ihn schweißen, arbeiten und gestalten. Die Liebe zum Handwerk beschreibt Kevin Schreijer mit einem ständigen Perspektivwechsel, den nur Dachdecker täglich erleben: „Wenn du abends vom Dach steigst und siehst, was du geschaffen hast“
Menschen ein Dach über dem Kopf geben
Fragt man Kevin Schreijer, was ihn am Dachdecken fasziniert, dann kommt die Antwort schnell und mit leuchtenden Augen. „Du kommst morgens auf die Baustelle und abends siehst du, was du erreicht hast. Du tust Menschen etwas Gutes. Du gibst ihnen ein Dach über dem Kopf.“ Er liebt Höhe, den Blick über die Dächer, die körperliche Arbeit, die Abwechslung. Er liebt auch Reparaturen von der Hebebühne aus, das Gefühl, dem Regen zuvorzukommen, die Präzision am Flachdach, die strukturelle Eleganz einer sauber ausgeführten Biberkehle.

Motorradfahren und Golf spielen
Was Kevin Schreijer antreibt? Verantwortung, Ehrgeiz und ein bisschen Adrenalin. Neben dem Handwerk gibt es noch drei Leidenschaften. Einmal das Motorradfahren. Die Yamaha, die er sich während der Ausbildung zusammengespart hat, ist sein Freiheitsmoment. „Man ist halt flexibler unterwegs – und es macht einfach Spaß.“ Zudem engagiert sich der Dachdeckergeselle als Leiter einer Pfadfindergruppe und erlebt Bundesdort, wie junge Menschen über Bildung, Karriere und Zukunft denken. „Oft viel zu theoretisch“, ist seine Meinung. Und dann spielt der 20-Jährige Golf. Ein überraschendes Hobby für einen jungen Mann, das er nach einer Knie-OP für sich entdeckte. „Golf ist anstrengender, als man denkt – und perfekt, um runterzukommen.“

Erfahrungen in anderen Betrieben sammeln
Beruflich steht jetzt erst einmal die Meisterschule an. Und was kommt danach? „Erst die Weltmeisterschaft – dann vielleicht irgendwann den Papa beerben“, so Kevin Schreijer. Doch zuvor möchte er andere Betriebe kennenlernen. „Mal nach Hamburg, mal nach München gehen und sehen, wie andere arbeiten, Erfahrung sammeln!“ Der angehende Dachdeckermeister will über den Tellerrand schauen und das ist gut. Denn die großen Handwerker sind die, die neugierig bleiben.
Kevin Schreijer ist mehr als ein Talent. Er ist ein lebender Beweis dafür, dass Handwerk heute hochpräzise, anspruchsvoll, modern, technisch, kreativ und voller Chancen ist. Ein junger Mann, der mit Herz, Kopf und Hand arbeitet und der das Dachdeckerhandwerk würdig bei der Weltmeisterschaft 2027 vertreten wird.
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