Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine hölzerne Bauplattform mit Geländer ist an einem Dach befestigt, der Himmel ist klar und blau.

Lorelay Wegner: Dachdeckerin und Feuerwehrfrau

Knut Köstergarten

18. März 2025

Drei Geschwister hat Lorelay Wegner, sie sind alle nicht in die Fußstapfen des Vaters getreten. Ein Bruder lernte zwar Dachdecker, doch auch er arbeitet heute in einem anderen Job. Nur die jüngste Tochter war schon als Kind und ist bis heute Feuer und Flamme für den Beruf Dachdecker. „Mit zehn Jahren habe ich das erste Mal auf dem Dach mitgeholfen und dann regelmäßig während der Schulzeit, nach dem Unterricht und in den Ferien“, erinnert sich Lorelay Wegner, aktuell im zweiten Jahr ihrer Lehre als Dachdeckerin. „Mein Vater hat mich auch mitgenommen zu Kundenterminen oder zu Aufträgen für Gutachten.“ Später absolvierte sie zwei Schulpraktika im Familienbetrieb. „Da konnte ich mich drei Wochen beweisen, das hat mir super gefallen.“

Junge Frau mit langen, lockigen, blonden Haaren trägt weißes Shirt und schwarze Weste, blickt lächelnd in die Kamera.
Lorelay Wegner gibt auf Instagram Einblicke in ihre Arbeits- und Lebenswelt. (Alle Fotos: Lorelay Wegner)

Berufswunsch war immer Dachdeckerin

Einen anderen Berufswunsch als Dachdeckerin gab es nie für Lorelay Wegner. Nach der Schule startete sie mit 16 Jahren die Ausbildung – natürlich im Familienbetrieb. „Ich verstehe andere, die in ein fremdes Unternehmen gehen, um etwas Neues kennenzulernen. Aber jeder Betrieb hat seine eigene Art und Weise, die Dinge anzugehen. Und ich wollte mir das nach der Lehre nicht wieder abgewöhnen.“ Denn ihre Zukunft sieht Lorelay Wegner im Familienbetrieb. „Zudem harmoniere ich sehr gut mit meinem Vater, da gibt es keine Probleme. Das gilt auch für meine Mutter, die das Büro managt.“

Zwei Arbeiter decken ein Dach mit Dachziegeln; einer reicht dem anderen eine Ziegel, während sie auf einem Gerüst arbeiten.
Ein Steildach gemeinsam mit Vater Michael Wegner eindecken.

Leidenschaft für Schieferarbeiten

Was sie macht, ist in andere, ihr bekannte Betriebe reinzuschnuppern, etwa bei einem Schieferdachdecker. „Schieferarbeiten sind voll mein Ding. Ich liebe das, kann da auch kreativ sein. Und die anderen sagen, ich hätte ein Händchen für Schiefer“, berichtet Lorelay Wegner. So ist sie meist dabei, wenn im Betrieb mit diesem Naturstoff gearbeitet wird, etwa für die Verkleidung von Gauben. Was gefällt ihr noch besonders gut? „Ich finde Dachabrisse toll, es darf gerne dreckig und staubig sein. Meist fahren wir dann im großen Team mit zehn Leuten raus und legen gemeinsam los.“

Eine Person öffnet die Heckklappe eines Lieferwagens bei Tageslicht im Freien.
Wird in einigen Jahren in die Fußstapfen des Vaters treten im Familienbetrieb: Lorelay Wegner.

Zukunft liegt im Familienbetrieb

Und Lorelay Wegner liebt Steildächer, am meisten die ganz hohen Dachneigungen. „Die Höhe und das Gefühl von Freiheit auf dem Dach, beides hat mich direkt gecatcht. Da oben kann man auch einfach mal die Wut rauslassen.“ Dass die Tochter ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, freut natürlich auch den Vater. Lorelay Wegner ist die Zukunft für den Familienbetrieb. „Mein Vater wird dieses Jahr 64 Jahre.“ Klar, sie will seine Nachfolgerin werden. Aber erstmal ist das kein Thema. „Ich schaue jetzt auf den Gesellenbrief. Und meine Eltern machen mir überhaupt keinen Druck“, erklärt die junge Frau. Sie will den Meister machen, doch wann genau, das hält sie sich offen. Erst einmal heißt es lernen, im Betrieb und der Berufsschule in Eslohe.

Eine Person arbeitet auf einem Dach, benutzt ein Werkzeug und trägt eine Werkzeugtasche. Im Hintergrund sind Bäume und Gebäude sichtbar.
Die Auszubildende verlegt Bitumenbahnen auf dem Flachdach.

Aktiv bei den Dachdecker-Mädelz

Unter den 15 gewerblichen Mitarbeitern der 1991 vom Vater gegründeten Michael Wegner GmbH ist die Dachdeckerin die erste Auszubildende. „Das gibt ganz viel Aufmerksamkeit, da sind die Augen immer auf mich gerichtet“, sagt Lorelay Wegner mit einem Schmunzeln. „Wir haben ein junges Team und ich verstehe mich gut mit den Jungs.“ Das gilt auch für die Berufsschule, wo sie aktuell die einzige Frau ist, und die Kunden. „Negative Bemerkung gab es bisher keine, obwohl gerade die älteren Herrschaften manchmal schon erstaunt sind, wenn sie mich sehen auf der Baustelle.“

Zwei Frauen stehen draußen vor einer großen metallischen Maschine, tragen Namensschilder und Westen, bei sonnigem Wetter.
Mit den Dachdecker-Mädelz zu Gast bei den Krantagen von Böcker (vorne, vierte von rechts).

Klar, denn es ist ja immer noch ein von Männern dominierter Beruf. Deshalb macht Lorelay Wegner auch bei den Dachdecker-Mädelz mit. „Wir unterstützen uns und stärken den Zusammenhalt unter den Frauen im Gewerk, organisieren gemeinsame Treffen und Besuche bei Herstellern.“ Aktuell bewirbt sich Lorelay Wegner beim Wettbewerb Miss & Mister Handwerk 2026, um Botschafterin für das Handwerk zu werden.

Nahaufnahme eines geöffneten Dachfensters mit Rollladen, dahinter ein teilweise sichtbares Zimmer mit Möbeln und Wandbild.
Werbung.

Menschen helfen und retten

Auch im Ehrenamt engagiert sich Lorelay Wegner. „Ich möchte etwas tun, wo ich Menschen helfen und retten kann. Erst wollte ich zum Roten Kreuz, aber mich interessiert das Technische mehr als das Medizinische.“ Über einen Bekannten entstand der Kontakt zur freiwilligen Feuerwehr, sie startete in der Jugendfeuerwehr. Seitdem ist sie im Einsatz in der Löschgruppe Vollme, einem Ortsteil der Stadt Kierspe, wo es keine hauptberufliche Feuerwehr gibt.

Eine Frau mit langen, blonden Haaren trägt eine rote Feuerwehruniform und steht draußen, leicht lächelnd.
Lorelay Wegner engagiert sich im Ehrenamt bei der freiwilligen Feuerwehr Kierspe, Löschgruppe Vollme.

„Neben den Übungen fahren wir auch die Einsätze, im Zweifel geht es darum, Menschenleben zu retten. Ich bin froh, ein Teil davon zu sein. Zudem lerne ich da viel für mich, wie ich mir selbst helfen kann“, berichtet Lorelay Wegner. Was ihr noch fehlt, bei der Feuerwehr und bei der Arbeit, ist der Lkw-Führerschein, sowohl für die Löschfahrzeuge als auch den Kran. Doch es besteht wohl kein Zweifel, dass die mutige und zielstrebige junge Frau bald selbst am Steuer sitzen wird.

Sie interessieren sich für Portraits von DachdeckerInnen? Dann stöbern Sie gerne einmal in unserer Rubrik Dachdecker werden.

Knut Köstergarten

Schreibt seit über zehn Jahren für das Printmagazin „Das Dach“ und leitet dort und bei Dach live die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und inzwischen auf die Bereiche Politik und Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge – gerade auch von Unternehmern.

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