Die erste Frau in der Zimmerer-Nationalmannschaft

DACH-Ticker

EEG 2023: Fördersätze für PV-Anlagen steigen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat Ende Juli über das Inkrafttreten erster Regelungen aus dem EEG 2023 informiert. Ab sofort können Betreiber von neu in Betrieb genommenen Solaranlagen bis zu 13,40 Cent pro Kilowattstunde für ihren PV-Strom erhalten. Die erhöhten Fördersätze gelten allerdings laut Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks nur für sogenannte Volleinspeiser. Das heißt: Der erzeugte Strom wird nicht selbst verbraucht, sondern vollständig ins Netz eingespeist.

8. August 2022

Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sind 2022 eingebrochen

Im April 2022 wurde in Deutschland der Bau von 31 152 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 5,1 Prozent oder 1 515 Baugenehmigungen mehr als im April 2021. Von Januar bis April 2022 wurden damit insgesamt 123.659 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt – dies waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr (125.553 Baugenehmigungen). Im Neubau gab es in den ersten vier Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 22 Prozent bei Einfamilienhäusern und ein Plus von 11,6 Prozent bei Mehrfamilienhäusern.

17. Juni 2022

Bauwirtschaft: Arbeitsunfälle 2021 leicht rückläufig

Die Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft sind im vergangenen Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 103.525 leicht gesunken. Auch die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle ging laut BG Bau zurück. Einen leichten Anstieg gibt es hingegen bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufserkrankung. Der zweithäufigste Verdachtsfall war hierbei das für das Dachdeckerhandwerk besonders relevante Risiko von Hautkrebs durch Sonneneinstrahlung. Der leichte Rückgang bei Arbeitsunfällen und tödlichen Arbeitsunfällen sei laut BG Bau aber kein Grund zur Entwarnung. Denn die Zahlen seien immer noch zu hoch. 

3. Juni 2022

Peter Aicher bleibt Vorsitzender von Holzbau Deutschland

Bild von Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland
Peter Aicher will den Holzbau in den kommenden Jahren weiter voranbringen. (Foto: Holzbau Deutschland)

Bei den Vorstandswahlen von Holzbau Deutschland ist Peter Aicher erneut zum Vorsitzenden gewählt worden. „Ich bedanke mich sehr herzlich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich riesig, den Holzbau in den kommenden Jahren gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen weiter voranzubringen. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Projekte angestoßen und realisiert. Dass sich unser Engagement lohnt, bestätigt der kontinuierliche Aufwärtstrend des Holzbaus“, betonte der einstimmig wiedergewählte Vorsitzende von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

19. April 2022

Langjähriger BMI-Chef Ulrich Siepe gestorben

Bild von Ulrich Siepe mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger
Ulrich Siepe auf der Dach+Holz 2020 mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger.

Das Dachhandwerk trauert um eine Führungspersönlichkeit und einen Menschenfreund. Der langjährige BMI-Geschäftsführer Ulrich Siepe ist am 23. März nach schwerer Krankheit verstorben, über die er schon während seiner bis 2020 dauernden Karriere bei BMI offen gesprochen hatte. Seine offene, freundliche und zugewandte Art werden viele langjährige Marktbegleiter vermissen.

31. März 2022

BMI investiert in Erweiterungsbau für Schulungszentrum

Bild von Spatenstich für BMI-Schulungszentrum
Spatenstich für Erweiterungsbau des BMI-Schulungszentrums. (Foto: BMI)

BMI stärkt erneut den Wirtschaftsstandort Heusenstamm. Am Stammwerk von Braas investiert BMI in einen Erweiterungsbau für das bestehende Schulungszentrum. Dort wird es auf 1.750 Quadratmetern genügend Platz für Trainings- und Seminarräume, für Lager, Werkstatt und Funktionsräume sowie für Großveranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmern geben.

23. März 2022

ifo Institut: Baupreise steigen 2022 weiter

Die deutschen Bauunternehmen planen, auf breiter Linie die Baupreise zu erhöhen. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor. Im Hochbau kalkulierte jeder zweite Betrieb für die kommenden Monate mit Preisanpassungen. „Das ist eine Folge der rasanten Kostenanstiege beim Baumaterial, diese werden nun an die Kunden weitergeben“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss. „Insbesondere bei den Dämmstoffen gab es weiterhin Probleme. Holz spielte aktuell wieder eine größere Rolle. Das sehen wir beim Großhandel mit Holz und auch bei Bauelementen aus Holz. Hier wurde wieder sehr oft von Preiserhöhungen berichtet“, sagt Leiss weiter. „Zudem sind die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Bauwirtschaft sind im Moment noch nicht abzusehen.“

17. März 2022

Energiesouveränität bedeutet auch Energieeffizienz im Gebäudebestand

Im Rahmen des gemeinsamen Aufrufs von Verbraucher-, Wirtschafts- und Umweltverbänden an die Bundesregierung „Energiesouveränität ist das Gebot der Stunde”, verbunden mit der Forderung nach einem nationalen Gipfel für Energiesouveränität erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer: „Für energieeffiziente Häuser und Gebäude brauchen wir eine verlässliche und auskömmliche Förderkulisse, die auch diejenigen Standards fördert, die gefordert werden. Konkret heißt das: Wenn das EH 55 zum Standard wird, sollte auch dieser gefördert werden. Ähnliches gilt für die energetische Sanierung: EH 70 bei Sanierungen ist ambitioniert und sollte daher entsprechend gefördert werden. Das gilt auch für den Einbau von Heizungen, die auf regenerativen Energien beruhen, sowie den Einbau von Solaranlagen.“

11. März 2022

Janine Neureuther erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin

Janine Neureuther, Geschäftsführerin der Neureuther Bedachungen GmbH in Rheinstetten bei Karlsruhe, übernimmt ab sofort das Amt der stellvertretenden Landesinnungsmeisterin des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg. Sie wurde einstimmig durch die zehn Dachdecker-Innungen Baden-Württembergs zur Nachfolgerin von Michael Braunwarth (Foto links) gewählt. Sie ist damit die erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin im deutschen Dachdeckerhandwerk und übernimmt das Amt der Landesreferentin für Berufsbildung.

4. März 2022

Braas ist „Marke des Jahrhunderts“

Es ist ein Name für die Geschichtsbücher: Braas wurde in der Kategorie „Die Dachpfanne“ 2022 als „Marke des Jahrhunderts“ prämiert. Die renommierte Verlagsgruppe „DIE ZEIT“ vergab die Auszeichnung an einen Hersteller von Dachsteinen und Tondachziegeln, der mit seinen Produkten die Baugeschichte von den ersten Jahren der Bundesrepublik bis heute nachhaltig geprägt und mitgestaltet hat.

18. Februar 2022

Zimmerer-Nationalmannschaft

Die erste Frau in der Zimmerer-Nationalmannschaft

11. Februar 2020

 · Knut Köstergarten

Katja Wiesenmüller liebt Herausforderungen. Ihr Spaß am Wettbewerb und ihr Ehrgeiz, sich beruflich immer weiter zu verbessern haben die 21-Jährige bis in die Zimmerer-Nationalmannschaft gebracht. Das führte auch zum bundesweiten Medieninteresse. Zuletzt wurde sogar der Spiegel auf sie aufmerksam für den Job-Podcast „Und was machst du?“ Was für eine coole und kostenlose Werbung für eine Zimmererlehre, übrigens der bestbezahlte Ausbildungsberuf Deutschlands.  

Die Junggesellin aus Oyten bei Bremen ist die erste Frau überhaupt, die es bislang in  die Zimmerer-Nationalmannschaft geschafft hat. Und sie ist auch das einzige Nordlicht im sechsköpfigen Team plus Trainer. „Wenn die anderen Dialekt sprechen, habe ich schon mal Schwierigkeiten zu folgen“, berichtet Wiesenmüller mit einem Schmunzeln. Ein Training war zuletzt und publikumswirksam auf der Messe DACH+HOLZ angesetzt.

Zimmerer-Nationalmannschaft Katja Wiesenmüller
Höchste Konzentration: Katja Wiesenmüller beim Training der Zimmerer-Nationalmannschaft auf der Messe-Dach+Holz in Stuttgart.

700 Kilometer Anreise für ein Training der Zimmerer-Nationalmannschaft

Noch vor der EM wird ein Teammitglied ausscheiden, es kann also auch Katja Wiesenmüller treffen. „Ich muss noch gut was zulegen und lernen“, sagt die Drittplatzierte bei der deutschen Meisterschaft. Um am Ende dabei zu sein, nimmt die 21-Jährige einiges in Kauf. Die Trainings sind immer im Süden der Republik, im Dezember etwa war Wiesenmüller rund 700 Kilometer unterwegs für den Trip nach Biberach. Dafür opfert sie gerne auch ihren kompletten Jahresurlaub.

Zimmerer-Nationalmannschaft Katja Wiesenmüller
Zusammenarbeit ist im Team wichtig: Katja Wiesenmüller und Kollege Fabian Gies.

Zimmerergesellin spielt auch Fußball auf gutem Amateurniveau

Nach dem Abitur hat die 21-Jährige zunächst mal ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich Sport am Domgymnasium in Verden gemacht hat. Kein Wunder, denn Sport ist ihre zweite große Leidenschaft. „Ich komme aus einer Fußballerfamilie und spiele selbst im Frauenteam beim TSV Bassen und Tennis beim TC Oyten“, erzählt die Zimmerer-Gesellin. Auch hier ist Ehrgeiz und Spaß am Wettbewerb vorhanden. Sie spielt auf gutem Amateurniveau mit insgesamt dreimal Training plus Spiel am Wochenende – alles neben dem Job und der Zimmerer-Nationalmannschaft. „Sport ist ein Ausgleich, wenn ich nach der Arbeit kaputt bin. Auch wenn ich mich zerschlagen fühle, absagen beim Training ist nicht meine Sache. Das bringe ich nicht übers Herz.“

Zimmerer-Nationalmannschaft Katja Wiesenmüller
Zum Ende der Messe stellten die sechs Teammitglieder Ihr komplexes Holzmodell (im Hintergrund) fertig, auch wenn die Zeit aufgrund zahlreicher Sponsoren-Termine knapp wurde.

Erste Berufsidee war Bootsbauerin

Doch zurück zum Werdegang: Wie kommt eine Abiturientin mit Leistungskurs Kunst zum Beruf des Zimmerers? „Handwerk liegt bei uns in der Familie. Mein Uropa war Zimmerer, mein Opa wollte gerne Zimmerer lernen und ist dann Tischler geworden. Und mein Vater hat einen Elektro-Betrieb“, berichtet Wiesenmüller. Doch Elektro sei zwar schon cool, aber eben nicht so ihr Ding. Sie hat dann einen sogenannten geva-test zur beruflichen Selbsteinschätzung gemacht. Und dabei kam heraus, dass Bootsbauerin ein guter Beruf für sie sein könnte. „Mein Hobby Segeln passt gut, aber es hat nicht geklappt mit den Bewerbungen bei Werften in der Region.“

Zimmerer-Nationalmannschaft Katja Wiesenmüller
Dachstuhl sanieren in Fischerhude: Katja Wiesenmüller und ein Kollege ziehen massive Holzbalken ein.

Den Zimmerer-Chef auf der Haus-Baustelle der Eltern kennengelernt

Dann half ein bisschen der Zufall, um im Zimmerer-Handwerk zu landen. „Meine Eltern haben sich ein Haus gebaut und da wurde natürlich auch viel in Eigenarbeit gemacht“, berichtet Wiesenmüller. Sie war selbst auch mit auf der Baustelle und dort hat sie dann ihren jetzigen Chef getroffen. Philip Warnke hatte dort mit seinem Team das Obergeschoss und das Dach gemacht. „Da kam dann die Frage auf: Kann ich nicht bei euch eine Ausbildung machen? Und nach der Zusage habe ich sofort losgelegt“, erinnert sich Wiesenmüller. Es hätte auch schiefgehen können, dann wäre sie eben um eine Erfahrung reicher gewesen. „Ist aber alles super gelaufen in der Ausbildung, es passt mit dem Team und dem Chef.“

Volle Rückendeckung im Betrieb für die Zimmerer-Nationalmannschaft

Im Betrieb Warnke Holzbau GmbH stehen sie alle voll hinter ihrer Zimmerer-Gesellin. „Mein Chef unterstützt meine Mitgliedschaft in der Zimmerer-Nationalmannschaft, wo er kann. Zuletzt war ich unter der Woche zwei Tage nicht im Betrieb, sondern im Ausbildungszentrum in Stade zum Üben“, sagt die 21-Jährige. Mit Philip Warnke ist auch gemeinsam abgesprochen worden, dass die junge Frau schnell ihren Meister in Vollzeit macht, auch wenn sie dann ein Jahr weg sein wird. „Die Idee ist, dass ich meinen Chef danach als angestellte Meisterin im Büro entlasten kann“, sagt Wiesenmüller.

Zimmerer-Nationalmannschaft Katja Wiesenmüller
Die Ahnentafel der Zimmerer-Nationalmannschaft als Erfolgsstory: Alex Bruns (links) ist aktueller Welt- und Europameister.

Nach der Zimmerer-Nationalmannschaft jetzt auf der Meisterschule

Das wird auch wichtig, denn der Betrieb mit seinen sieben Mitarbeitern, davon zwei Auszubildende, ist schon jetzt bis Mitte Juni 2020 mit Aufträgen ausgebucht. Und dies, obwohl fast ausschließlich für private Kunden in der Region alle Arbeiten von Dachsanierungen ausgeführt werden. Deshalb hat Katja Wiesenmüller nach der Zimmerer-Nationalmannschaft gleich die nächste Herausforderung angenommen und geht seit Sommer 2020 auf die Meisterschule. Doch wer schon mal mit dieser freundlichen, energiegeladen Frau gesprochen hat, der weiß: Das ist ganz nach ihrem Geschmack.

Sie interessieren sich für das Thema „Zimmerer werden“? Dann lesen Sie unseren Artikel über den Zimmerer-Weltmeister Alex Bruns.

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