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Dachdecker-, Klempner- und Zimmerermeister Jens-Uwe Thormählen führt erfolgreich einen Dachdecker- und Zimmereibetrieb in Elsfleth und ist seit April 2026 Aufsichtsratsvorsitzender des Bedachungsfachhändlers DEX eG. Vor der Fusion mit der DEG Dach-Fassade-Holz eG war er über zehn Jahre Mitglied im Aufsichtsrat der DENW, Dachdecker-Einkauf Nordwest eG, seit 2020 als Vorsitzender. Im Interview mit DACH\LIVE spricht er über die Gründe für sein Engagement und die Herausforderungen, vor denen die Einkaufsgenossenschaft steht.

Wie kam es zu Ihrem Engagement?
Schon mein Vater war im Aufsichtsrat, 25 Jahre. Das Mitgestalten machte meinem Vater viel Freude, das hat abgefärbt. Die Genossenschaft war bei uns immer Thema. Wenn was gebraucht wurde, haben wir es beim „Einkauf“ bestellt. So träumte ich schon früh davon, auch einen Sitz im Aufsichtsrat zu besetzen, und ich bin noch immer froh und glücklich, dass es 2013 geklappt hat.
Diese Verantwortung habe ich gerne übernommen, weil ich die Sichtweise und die praktischen Erfahrungen eines Handwerksbetriebes unmittelbar in die Arbeit der Genossenschaft einbringen kann. Als Unternehmer und Mitglied der DEX eG erlebe ich täglich die Vorteile der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit. Mich überzeugt die genossenschaftliche Idee.
Was ist Ihre Motivation?
Meine Motivation ist es, die Interessen unserer Mitglieder zu vertreten, die Zukunft der Genossenschaft mitzugestalten und etwas an eine Gemeinschaft zurückzugeben, von der auch mein eigener Betrieb profitiert. Mir ist wichtig, dass die DEX eG immer nah an den tatsächlichen Anforderungen des Dachhandwerks bleibt.
Uwe Thormählen GmbH: Einkaufszentrum aus Dachdeckerhand!
Wie sehen Sie Ihre Aufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender?
Die zentrale Aufgabe des Aufsichtsrates besteht darin, den Vorstand zu überwachen, ihn zu beraten und als konstruktiver Sparringspartner bei wichtigen strategischen Entscheidungen zu begleiten. Dabei ist mir die klare Rollenverteilung besonders wichtig: Der Vorstand führt das operative Geschäft, der Aufsichtsrat kontrolliert und begleitet die langfristige Ausrichtung.
„Wir schauen nicht auf kurzfristige Erfolge und die „vermeintlich“ beste Rückvergütung; uns ist wichtig, die Erfolge langfristig sicherzustellen.“
Als Vorsitzender darf ich die Arbeit des Aufsichtsrates koordinieren und sorge dafür, dass unterschiedliche Perspektiven gehört werden, Themen offen diskutiert und Entscheidungen verantwortungsvoll getroffen werden. Gleichzeitig sehe ich mich als Bindeglied zwischen Mitgliedern, Aufsichtsrat und Vorstand. Im Mittelpunkt muss dabei immer die nachhaltige und wirtschaftlich gesunde Entwicklung unserer Genossenschaft stehen. Wir schauen nicht auf kurzfristige Erfolge und die „vermeintlich“ beste Rückvergütung; uns ist wichtig, die Erfolge langfristig sicherzustellen.


Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell?
Die schwache Neubaukonjunktur und die derzeitige Zurückhaltung vieler Privatkunden treffen auf steigende Personal-, Logistik- und Betriebskosten. Daraus entsteht ein hoher Preis- und Wettbewerbsdruck. Hinzu kommen zunehmende Bürokratie, Fachkräftemangel sowie immer neue technische und gesetzliche Anforderungen. Auch die Digitalisierung verändert sowohl die Abläufe im Bedachungsfachhandel als auch die Erwartungen der Kunden. Hinzu kommt eine fortschreitende Konzentration auf Hersteller- und Handelsseite.
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Wie kann die Einkaufsgenossenschaft zukunftsfähig bleiben?
Entscheidend ist, dass wir uns konsequent an den Bedürfnissen unserer Mitglieder orientieren. Eine Genossenschaft darf sich nicht von ihren Betrieben entfernen. Wir müssen zuhören, Entwicklungen früh erkennen und daraus konkrete Angebote und Dienstleistungen ableiten. Die Fusion hat die DEX eG in den vergangenen Jahren stark gefordert, sodass uns die notwendige Nähe zu den Mitgliedern nicht immer in dem gewünschten Umfang gelungen ist. Umso wichtiger ist es, hier künftig wieder besonders konsequent anzusetzen.
Gleichzeitig müssen wir unsere Prozesse weiter digitalisieren, die Logistik optimieren, unsere Lieferketten widerstandsfähig gestalten und qualifizierte Mitarbeitende gewinnen und halten. Ebenso wichtig ist die Balance zwischen der Stärke einer großen Gemeinschaft und der regionalen Nähe zu den einzelnen Betrieben.
Zukunftsfähigkeit bedeutet für mich außerdem, den Mitgliedern mehr zu bieten als den reinen Materialeinkauf – etwa fachliche Beratung, Weiterbildung, digitale Lösungen und Unterstützung bei den immer komplexer werdenden Anforderungen des Marktes. Dabei müssen wir wirtschaftlich vernünftig handeln und dürfen unsere genossenschaftlichen Werte nicht aus den Augen verlieren.

Warum sollten noch mehr Dachdeckerbetriebe „Genossen“ werden?
Weil eine Mitgliedschaft deutlich mehr ist als eine gewöhnliche Geschäftsbeziehung. Ein Mitglied ist nicht nur Kunde, sondern Miteigentümer der Genossenschaft und kann deren Entwicklung mitbestimmen. Die Betriebe profitieren von der gemeinsamen Einkaufskraft, einem leistungsfähigen Fachhandel, verlässlicher Warenversorgung, kompetenter Beratung und einem starken Netzwerk innerhalb des Dachdeckerhandwerks.
Gerade für mittelständische und inhabergeführte Unternehmen ist es wichtig, gegenüber großen Marktteilnehmern nicht allein auftreten zu müssen. Der genossenschaftliche Gedanke ist heute aktueller denn je: wirtschaftlich eigenständig bleiben, aber die Vorteile einer starken Gemeinschaft nutzen. Kurz gesagt: Wer allein einkauft, bleibt Kunde. Wer Mitglied einer Genossenschaft wird, gestaltet mit.
Wer ist Aufsichtsratsvorsitzender der DEX eG?
Seit April 2026 ist Jens-Uwe Thormählen Aufsichtsratsvorsitzender der DEX eG. Der Dachdecker-, Klempner- und Zimmerermeister führt einen Dachdecker- und Zimmereibetrieb in Elsfleth. Vor der Fusion mit der DEG Dach-Fassade-Holz eG saß er über zehn Jahre im Aufsichtsrat der DENW, Dachdecker-Einkauf Nordwest eG, seit 2020 als Vorsitzender.
Welche Vorteile hat eine Mitgliedschaft in einer Einkaufsgenossenschaft für Dachdecker?
Mitglieder sind nicht nur Kunden, sondern Miteigentümer und bestimmen die Entwicklung der Genossenschaft mit. Sie profitieren von gemeinsamer Einkaufskraft, verlässlicher Warenversorgung, kompetenter Beratung und einem starken Netzwerk im Dachdeckerhandwerk. Gerade mittelständische Betriebe müssen so gegenüber großen Marktteilnehmern nicht allein auftreten.
Vor welchen Herausforderungen steht der Bedachungsfachhandel?
Laut Jens-Uwe Thormählen trifft eine schwache Neubaukonjunktur und zurückhaltende Privatkunden auf ansteigende Personal-, Logistik- und Betriebskosten. Dazu kommen Preis- und Wettbewerbsdruck, Bürokratie, Fachkräftemangel, Digitalisierung und eine zunehmende Konzentration bei Herstellern und Händlern.



















