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Dachdeckermeister Reinhard Köper: Auch privat hoch hinaus

2018.06.15 Knut Koestergarten • Lesezeit 3’

Der Flugplatz ist keine fünf Minuten vom Betrieb im niedersächsischen Kirchdorf entfernt. Hier hat Dachdeckermeister Reinhard Köper seinen ganzen Stolz geparkt: das eigene Flugzeug. Gerne erzählt er, warum ihn die Fliegerei so begeistert.

Die Gegend ist hier dünn besiedelt, viel Acker, viel Weideland, Maisfelder. Wir fahren durch ein unwegsames Waldgebiet und gelangen zu mehreren Hallen auf einem ehemaligen Militärgelände. Dachdeckermeister Reinhard Köper öffnet eine davon und da steht es: sein ganzer Stolz, sein „Breezer“, sein „bunter Vogel“, sein Flugzeug. Hier nutzt er oft die Möglichkeit, seinem Hobby nachzugehen, abzuheben und sich zwischen Himmel und Erde zu bewegen.

Beim Fliegen wird der Kopf frei

Etwas, was er in seinem Beruf ja auch häufig macht. „Nicht ganz“, schwärmt Reinhard Köper, „denn die Freiheit, die du da oben in der Maschine hast, die wunderbaren Aussichten, die Weite und ein Ziel vor Augen, lassen alle Sorgen und Nöte aus deinem Kopf verschwinden und bringen dich auf neue Gedanken.“ Augenzwinkernd fügt er jedoch hinzu, „dass man sich natürlich auch aufs Fliegen konzentrieren muss und besser nicht mit allzu großer Wut im Bauch aufsteigen sollte.“

Produzieren lassen hat Köper seinen „Breezer“ in Bredstedt in der Höhe der Insel Sylt. „Bunt finde ich gut, und ich wollte ein einmaliges Outfit“, sagt Köper, und so fertigte man die Maschine nach seinen eigenen Ideen an. Die ungewöhnliche Art der Gestaltung, die an Künstler wie Hundertwasser oder Rizzi erinnert, wurde vom Werk dann auch als „Artwork“ bezeichnet. Mit der Bemerkung, dass man ja schon einiges produziert habe, aber ein so wüstes Styling habe es noch nicht gegeben. Reinhard Köper ist zufrieden und freut sich, wenn seine Maschine auf den Flugplätzen schon mal für positiven Gesprächsstoff sorgt. 

Reinhard Köper hat richtig Spaß am Fliegen

Reinhard Köper hat richtig Spaß am Fliegen

Tagesausflüge mit dem Flieger zu den Nordseeinseln

Wenn der Familienvater von der gut gewalzten Grasbahn in Kirchdorf startet, kann er sich als Sichtflieger überall hinbegeben. „Das Wetter muss schon ‚durchsichtig‘ und gut sein“, sagt er, sonst mache das wenig Sinn. Manchmal begleiten ihn seine Frau oder seine Tochter, während der Sohn sich eher bodenständig verhält.

Wie ein PKW wird die Ultra-Leicht-Maschine von einem 4-Zylinder-Motor mit 120 PS angetrieben. 70 Liter Superbenzin fasst der Tank. „Damit kann ich rund fünf Stunden oben bleiben oder rund 800 Kilometer am Stück durch die Lüfte fliegen. Der Dachdeckermeister orientiert sich dabei nach Flugkarten, peilt Sichtpunkte in der Landschaft an, fliegt nach Kompass oder nutzt heute auch schon ein Navigationsgerät, das genau zeigt, was unter einem liegt. Die Anflugkarten für die einzelnen Flughäfen findet der Pilot auf seinem iPad.

Oft geht es zu den nahegelegenen Ost- oder Nordfriesischen Inseln. „Herrliche Touren, in denen man in ein bis zwei Stunden sein Ziel erreicht, dort um Landeerlaubnis bittet und das Meer genießen kann, bevor es wieder zurück geht“, sagte der Dachdeckermeister.

Bunt findet Reinhard Köper gut und setzte das mit seinem Flugzeug in die Tat um.

Im Notfall startet der Fallschirm wie eine Rakete

Bei seinem Hobby kennt er keine Angst. Als Dachdecker habe er gelernt, damit umzugehen und die Dinge auf allen Ebenen konzentriert anzugehen. „Sollte es mal ganz brenzlig werden, gibt es da noch den Knopf, der den Notfallschirm wie ein Rakete startet und dich rettet.“ Man wisse dabei doch nie, wie hart man mit so einem Fallschirm aufsetzt und ob man nicht im Wasser landet oder im Baum hängen bleibt. Besser sei es in jedem Fall, den „Breezer“ schön sachte gegen den Wind auf Gras oder Asphalt zu landen, ergänzt Köper mit einem Schmunzeln.

Gelernt hat er die Fliegerei von rund 15 Jahren. Damals war er im weiter entfernten Damme einmal mitgeflogen. „Das war es“, sagt er und machte neben der täglichen Arbeit seinen Flugschein. Eine harte Geschichte, die sich aber gelohnt hat. Hat man einmal den Schein, braucht man jährlich noch seine Gesundheitsbestätigung, eine bestimmte Anzahl von Flugstunden und einen Überprüfungsflug mit einem Lehrer.

Fliegen bis der Arzt nein sagt

Die Köper Bedachungen GmbH ist Mitglied der Dachdecker-Einkauf Nordwest (DENW) und beschäftigt sieben Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Die Geschäfte laufen gut, sagt der Meister, und vielleicht hat er ja manchmal auch etwas mehr Zeit für sein Hobby, seitdem er das Scan-Programm von OBIS, dem Online-Bestellsystem der ZEDACH, eingerichtet hat. „Wie beim Flugschein muss man erstmal die Grundlagen schaffen, aber dann läuft die Bestell-Sache wie geschmiert. Das ist einfach hervorragend“, sagt Reinhard Köper, der fast täglich per DENW-LKW beliefert wird.

Auf die Frage, warum er ab und an in die Luft geht, folgt ein klares: „Weil es einfach Spaß macht!“ Und wie lange will er sein Hobby noch pflegen: „Bis der Arzt nein sagt!“

Sie wollen wissen , was andere Kollegen in Freizeit machen? In unsere Rubrik „Dachdecker Lifestyle“ finden Sie weitere spannende Geschichten.

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