Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Ein LKW steht vor einem mehrstöckigen Gebäude im Bau mit Gerüsten und Baumaterialien, ein Fahrrad lehnt an der Fahrerkabine, Baustellenabsperrung im Vordergrund.

Serieller Holzbau: Der neue Plattenbau mit moderner Technik

Knut Köstergarten

14. Mai 2024

Alle Welt klagt, dass das Bauen immer teurer wird und dass deshalb viel zu wenig bezahlbarer Wohnraum entsteht. Gefordert ist dann immer wieder der Staat, der weitere Milliarden in die Fördertöpfe pumpen soll. Doch das verstellt den Blick dafür, dass die bisherigen Bauabläufe und die Bürokratie in den federführenden Landesbaubehörden nicht mehr zeitgemäß sind. Wie es anders gehen könnte, zeigen Projekte im seriellen Holzbau, die mit Hilfe digitalisierter Prozesse und Standardisierung die Bauzeiten pro Haustyp stark verkürzen und auch die hohen Kosten für Planung und Statik.

Potenzial für Effizienzsteigerung im Baugewerbe ist hoch

Das Potenzial ist riesig: Eine Studie des McKinsey Global Institute zeigt etwa auf, dass das Effizienzsteigerungspotenzial über die gesamte Wertschöpfungskette im Baugewerbe durch den Einsatz von Digitalisierung, Skalierung und industrieller Fertigungsprozesse bei bis zu 50 bis 60 Prozent liegt. So führt eigentlich kein Weg am seriellen und digitalisierten Bauen vorbei. Und der serielle Holzbau ist ein Geschäftsfeld, das auch für Zimmereien als ausführende Betriebe für die Montage in Zukunft attraktiver werden könnte.

Bild von Nokera Gebäude-Animation für seriellen Holzbau
So sehen Mehrfamilienhäuser aus, gefertigt im seriellen Holzbau. (Alle Fotos: Nokera AG)

Serieller Holzbau: Weltweit größte Fabrik bei Nokera

Im großen Stil will die Nokera AG den seriellen Holzbau voranbringen, im Bereich der dringend benötigten Mehrfamilienhäuser, quasi als Plattenbau wie früher im Osten. So beschreibt es der MDR in einem TV-Beitrag. Es geht um die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und deshalb ist auch die Politik sehr interessiert. In Möckern bei Magdeburg hat die Nokera AG die nach eigenen Angaben weltweit größte Fabrik zur Produktion von Wohngebäuden in serieller Holzbauweise errichtet und schon vor der Fertigstellung kamen die Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff (CDU), zu Besuch. 700 Meter lang und 170 Meter breit ist die Produktionshalle, mit Fußbodenheizung, um eine möglichst gleichmäßige Temperatur zu schaffen. An den vier Produktionsstraßen werden Wand- und Deckenteile nicht wie bisher üblich in 38 Minuten, sondern in maximal zehn Minuten hergestellt.

Bild von Fabrikgebäude von Nokera
Das ist die neue, riesige Produktionshalle für den seriellen Holzbau in Möckern bei Magdeburg.

Vorfertigung für ein Mehrfamilienhaus dauert nur einen Tag

Kaum zu glauben, was das heißt für die Vorfertigung eines Typenhauses mit 15 Wohneinheiten und vier Geschossen. „Wir fertigen die Holztafelbauwände in unserer Greenfactory in weniger als einem Arbeitstag“, erläutert Nokera auf Nachfrage. Und wie lange dauert die Montage auf der Baustelle? „Die Rohbaumontage eines besagten Typenhauses mit vier Geschossen dauert in der Regel 15 Arbeitstage. Der Trockenbau und die restlichen Innenausbauarbeiten dauern nochmals rund 20 Arbeitstage.“

Die Fertigung der Wandelemente verläuft ausschließlich automatisiert.

Der Nokera Ansatz ermöglicht kurze Bauzeiten und eine hohe Präzision. Die Fertigung der Wandelemente verläuft ausschließlich automatisiert mit Hilfe von Robotern. „Halbautomatisiert respektive mit maschineller Unterstützung fahren wir lediglich Prozesse wie den Einbau der Fenstersysteme, das Anhängen der vorgefertigten Fassade oder einzelne Qualitätsprüfungen“, heißt es bei Nokera. Vorteile sind ein hoher Qualitätsstandard, maximale Planungssicherheit und damit die verbundene Termin- und Kostentreue.

Individuelle Konstruktionen im seriellen Holzbau

Mit ihren industriell gefertigten Systemkomponenten konzipiert und realisiert die Nokera AG maßgeschneiderte Wohnimmobilien, Quartiere, Kindergärten und Schulhäuser – schnell, wirtschaftlich, nachhaltig, lebenswert und schlüsselfertig. „Wir setzen beim umwelt- und klimafreundlichen Holzbau auf Eigenentwicklung. Mit unseren Produkten entstehen innovative und architektonisch anspruchsvolle Objekte mit vorbildlicher CO₂-Bilanz.“ In Mannheim, Ortsteil Käfertal, realisiert Nokera gerade ein modernes Wohnquartier auf dem Gelände einer ehemaligen US-Kaserne, das ARD-Magazin Plusminus berichtete darüber. Hier entstehen 400 Wohnungen. „Wir rechnen für die beiden Baufelder mit jeweils einer Fertigstellungszeit von zwölf bis 13 Monaten vom Rohbau bis zur schlüsselfertigen Abnahme“, erklärt Nokera.

Bild von Baustelle in Mannheim
Montage der vorgefertigten Wände auf der Baustelle in Rekordtempo.

Immer mehr Bauvorschriften bremsen Neubau aus

Bereits 20 000 beauftrage Wohneinheiten stehen bei Nokera in den Büchern für die bundesweit vier Produktionsstandorte. Doch die Auslastung des neuen Standorts in Möckern liegt aktuell noch im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Das liegt einerseits an der Krise des Neubaus, aber andererseits auch an der ausufernden Bürokratie in den Bauämtern. Gab es in den 90er Jahren noch rund 5000 Bauverschriften waren es 20 Jahre später schon über 20 000. So wird natürlich ein möglichst einfaches und kostengünstiges Bauen immer schwieriger.

Genehmigungsverfahren an serielles Bauen anpassen

Zudem kocht bislang noch jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Das heißt für einen Hersteller wie Nokera und auch für das serielle Bauen generell, dass jeder neue Haustyp in jedem Bundesland neu zu genehmigen ist. „Wenn es gelingt, die Genehmigungsverfahren beispielsweise im Hinblick auf Typengenehmigungen und Vergabeverfahren für das serielle Bauen anzupassen und zu optimieren, halten wir einen wesentlichen Schlüssel zur Erreichung dieses gesellschaftspolitisch wichtigen Ziels in der Hand“, erklärt Dr. Markus Lechner, Chief Product Officer und stellvertretender Vorstandssprecher der Nokera AG.

Bild von Vorfertigung bei Nokera
Die Mitarbeiter sind fast nur noch für die Steuerung der Vorfertigung zuständig.

Typengenehmigungen einmal für alle Bundesländer

Typengenehmigungen sind seit 2019 möglich. Wichtig wäre es, dass alle anderen Bundesländer eine einmal in einem Bundesland erteilte Typengenehmigung ohne weitere Prüfung übernehmen würden. Denn dann könnten die Baukosten stark sinken, weil ein beträchtlicher Teil von ihnen für Planung und Statik anfällt. Das ist wie beim Automobilbau: Ist ein Fahrzeugmodell einmal entwickelt, gibt es nur noch die Produktionskosten. Eigentlich ein Irrsinn, dass wir es uns in Deutschland angesichts des eklatanten Mangels an bezahlbarem Wohnraum immer noch leisten, jedes Gebäude individuell neu zu planen und dann langwierig genehmigen zu lassen.

Sie interessieren sich für nachhaltiges Bauen? Dann lesen Sie unsere Story über Holzbau Zultner, einen Problemlöser im Denkmalschutz.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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