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Asbest in Bitumen: Betriebe brauchen Entsorgungssicherheit

2018.10.23 Knut Koestergarten • Lesezeit 2’

Jetzt gibt es in Berlin und Brandenburg erste Fälle von Asbest in Bitumen-Bahnen. Wie schon bei HBCD sind die Dachdecker als Dienstleister betroffen. Unser Redakteur Knut Köstergarten erläutert in seinem Kommentar, was Entsorger und Politik tun müssen, um die Situation zu entschärfen.

„Die Entsorgung von Bauabfällen wird für Dachdecker erneut zu einem Nadelöhr. Gab es im vergangenen Jahr große Probleme mit HBCD-haltigen Dämmstoffen, geht es aktuell um das Thema Asbest in Bitumen-Bahnen. Richtig hart trifft es bereits die Betriebe in Brandenburg und Berlin, ob und wann die anderen Bundesländern betroffen sein werden ist offen.

Innungsverbände nehmen Akteure in die Pflicht

Deshalb ist es richtig und wichtig, dass der ZVDH und die beiden Landesinnungen sofort auf die Entsorgungskrise reagiert haben und wichtige Akteure von Entsorgern und Prüflaboren über Industrie und Handel bis zur Politik ins Boot geholt und in die Pflicht genommen haben. Denn es kann nicht sein, dass die Dachdecker als Dienstleister und nicht Verursacher erneut die Leidtragenden sind, weil klare gesetzliche Regelungen fehlen und die Entsorger nach Gutdünken über die Ablehnung von Bauabfällen entscheiden können.

Asbest in Bitumen-Bahnen: Wie schon bei HBCD sind die Dachdecker als Dienstleister betroffen.

Asbest in Bitumen-Bahnen: Wie schon bei HBCD sind die Dachdecker als Dienstleister betroffen.

Asbest in Bitumen: Technische Regel schnell anpassen

Möglichst schnell muss die für Asbest geltende technische Regel 519 angepasst werden. Denn bislang sind asbesthaltige Bitumen-Bahnen oder Spachtelmassen gar nicht in dieser technischen Regel enthalten. Oft geht es auch in den Bitumenbahnen, die bis1979 im Westen und bis 1993 im Osten verwendet wurden, nur um kleine Mengen Asbest. Da gilt es zügig ein einheitliches Prüfverfahren für Asbest in Bitumen-Bahnen festzulegen, dessen Ergebnisse von allen Akteuren akzeptiert werden.

Denn was die Betriebe brauchen, ist Entsorgungssicherheit. Und dafür ist an erste Stelle die Politik mit klaren gesetzlichen Vorgaben verantwortlich und an zweiter Stelle die Entsorger in der Umsetzung. Dass das Thema so schnell öffentlich wurde, ist sicher hilfreich. Es braucht gute Lobbyarbeit, damit sich die Verantwortlichen bewegen.

Angebote wegen Preisspirale sauber kalkulieren

Dabei ist Entsorgungssicherheit ist nur eine Seite der Medaille, dessen andere Preisstabilität heißt. Schon bei HBCD zeigte sich, dass die in der Krise stark gestiegenen Preise bis heute auf demselben Niveau geblieben sind. Einen betriebswirtschaftlichen Grund gibt es dafür nicht. Auch bei Bitumenbahnen haben die Entsorgungs-Preise jetzt wegen des Asbest-Themas generell angezogen. Betriebe, die im Frühjahr kalkuliert und ihr Angebot für einen erhaltenen Auftrag abgegeben haben, müssen die bis zu zehnfachen Entsorgungs-Kosten dann selber tragen. Immerhin: Es sollte allen eine Warnung sein für das Kalkulieren weiterer Angebote, bei denen Asbest im Spiel sein könnte.“

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