Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Person steht auf einem Dach, hält ein Klemmbrett und trägt eine schwarze Jacke und Mütze. Im Hintergrund sind Bäume und Häuser zu sehen.

Karl-Heinz Krawczyk: Wie Dachdecker Nachfolger finden

Katharina Meise

13. März 2025

In den kommenden fünf Jahren werden rund 125 000 Handwerksbetriebe einen Nachfolger benötigen – kaum realistisch, dass sie alle fündig werden. Zu groß ist der Fachkräftemangel, zu unattraktiv oft die Aussicht, einen Betrieb zu übernehmen. Wie man dennoch einen passenden Nachfolger findet, wie der Übergang gelingen kann und worauf es ankommt, um die Nachfolge zu einem Erfolg für alle Beteiligten zu machen, hat Dachdeckermeister Karl-Heinz Krawczyk selbst erlebt. Nun gibt er seine Erfahrungen an andere Handwerker weiter.

Den Absprung nicht verpassen

„Für mich stand immer fest, dass ich meinen Betrieb mit Anfang 60 an einen Nachfolger übergeben will“, erinnert sich der Dachdeckermeister. „Erstens wollte ich nicht ewig an meinem Stuhl kleben und irgendwann den Absprung verpassen. Zweitens wollte ich gerne noch etwas vom Leben nach der Arbeit, nach der eigenen Firma haben.“ Dass er sich schon mit 58 Jahren auf eine rein beratende Funktion im ehemals eigenen Betrieb Karl-Heinz Krawczyk Dachdeckermeister e. K. zurückgezogen hat, kam aber auch für ihn überraschend: „2021 informierte mich ein seit Jahren im Betrieb beschäftigter Mitarbeiter, dass er gerne seinen Meistertitel machen würde. Wir haben offen miteinander gesprochen und festgestellt: Das ist eine Chance für uns beide.“

Ein Mann steht in einem Büro, hält ein Tablet und lächelt neben einem Bildschirm, auf dem ein digitales Bild angezeigt wird. Ein Laptop und eine Tasse stehen auf dem Tisch.
Karl-Heinz Krawczyk (links) und sein früherer Mitarbeiter und Nachfolger Edgar Kümmerle. (Alle Fotos: Krawczyk)

Übergang mit gegenseitigem Wohlwollen gestalten

Der Mitarbeiter Edgar Kümmerle war damals Anfang 30. Er hat bereits seine Ausbildung und seine Gesellenjahre im Betrieb von Karl-Heinz Krawczyk absolviert. „Das war mir ganz wichtig: Er ist von Grund auf mit allen Gegebenheiten sowie mit unseren Kunden und Mitarbeitenden vertraut und genießt großes Vertrauen von allen Seiten. Das ist unglaublich wichtig bei einer Betriebsnachfolge.“ Ebenso wichtig aus Krawczyks Sicht: „Haben sich alter und neuer Inhaber gefunden, ist es unerlässlich, sich mit gegenseitigem Wohlwollen zu begegnen. Keiner darf den anderen über den Tisch ziehen wollen, keiner sollte versuchen, den anderen zu übervorteilen. Im Gegenteil: Eine Betriebsnachfolge gelingt nur, wenn man sich gegenseitig eine erfolgreiche Zukunft wünscht und an einem Strang zieht.“ Dabei kann es helfen, wenn sich alter und neuer Inhaber gut kennen, aber das ist kein Muss.

Bei Karl-Heinz Krawczyk hat die Übergabe sehr gut funktioniert. „Als Edgar von der Meisterschule kam, habe ich ihn gefragt, ob er noch immer Interesse habe, meinen Betrieb zu übernehmen und wann. Seine Antwort: Ja und sofort. Da musste ich erstmal kurz drüber nachdenken“, sagt er heute lachend, „aber schnell war meiner Frau und mir klar: Jetzt oder nie. Also haben wir den Übergang vorbereitet.“ Vier Wochen vor dem geplanten Stichtag wurde die Belegschaft informiert. Am 1. Juni 2024 war es dann so weit. Der Dachdeckermeister erinnert sich: „Binnen einer Stunde war der gesamte Betrieb digital an Edgar übergeben – fertig.“

Modernes Mehrfamilienhaus mit grauem Dach, Solarpanels und mehreren Fenstern, umgeben von anderen Gebäuden und parkenden Autos, aus der Vogelperspektive fotografiert.
Firmensitz des Betriebs in Freiburg: Seit Juni 2024 ist Karl-Heinz Krawczyk nur noch beratend tätig.

Produktivität und Qualität nie verhandelbar

Damit es so reibungslos läuft, braucht es einige Voraussetzungen. „Vereinfacht kann man sagen: Wer verkaufen will, muss mit dem Betrieb wirtschaftlich top dastehen, er muss modern und digital sein. Und die Qualität der Arbeiten muss stimmen, sonst schlägt man sich mehr mit Reklamationen herum als mit allem anderen. Produktivität und Qualität sind nie verhandelbar“, so Krawczyk. Außerdem steht und fällt vieles mit dem richtigen Mindset: „Ich lebe schon seit vielen Jahren nach dem Motto: Wenn es mir gut geht, soll es auch den Mitarbeitenden gut gehen. Und geht es uns allen gut, soll es natürlich auch unseren Partnern und Lieferanten gut gehen. Das bekommt man nur mit der richtigen Geisteshaltung hin. Und die ist total wichtig, um einen erfolgreichen Betrieb aufzubauen und zu leiten.“

Neuer Chef bringt frischen Wind

Alles in Butter also? Ja, aber nicht selbstverständlich, findet Krawczyk. „Selbst bei uns hatten manche im Team Bedenken, als wir die Betriebsübergabe verkündet haben. Dabei kannten alle den künftigen Chef. Aber der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier, und so haben sich einige gefragt, was so eine Veränderung mit sich bringt.“ Schnell hätten sie aber gemerkt, dass der „Neue“ den Betrieb wie bisher weiterführen wird, dass er zusätzlich neue Ideen reinbringt und frischen Wind. „Es ist nicht leicht, wenn aus einem Kollegen plötzlich der Chef wird, aber unser Team kennt sich lange und vertraut sich. Und es hat die vielen Vorteile erkannt, die in dieser Konstellation liegen“, so Karl-Heinz Krawczyk.

Konsequenter Rückzug in die zweite Reihe

Dass er noch eine Weile an Bord bleibt, beratend und in der zweiten Reihe, sorgt für Ruhe und schafft Vertrauen, bei Mitarbeitenden und Kunden. Allerdings sei das gar nicht so einfach: „Man muss als Ex-Chef schon sehr konsequent sein und sich raushalten. Der neue Inhaber ist der Boss, er leitet und verantwortet den Betrieb nun. Wenn der Ex-Chef da noch mitmischen will oder womöglich Entscheidungen des Neuen kassiert, bricht das Chaos aus. Das darf nicht passieren“, mahnt Karl-Heinz Krawczyk.

Drei lächelnde Menschen in Arbeitskleidung stehen nebeneinander vor blauem Hintergrund. In der Mitte sind zwei Hände, die sich schütteln, und Text auf Deutsch.
Meistersuche24: Eine Art Dating-Seite für Handwerksbetriebe und Meister.

Plattform für Betriebsnachfolge gegründet

Was also braucht es für eine gelungene Betriebsnachfolge? „Zuallererst gute Mitarbeitende, gute Kunden, einen hohen Digitalisierungsgrad – und keine Altlasten. Dann das besagte Wohlwollen füreinander und das richtige Mindset – so kann eigentlich nichts mehr schiefgehen“, ist sich Karl-Heinz Krawczyk sicher. Um es anderen Meistern und Betrieben leichter zu machen, hat der Dachdeckermeister die Plattform meistersuche24.de gegründet. „Das ist eine Art Dating-Seite für Handwerksbetriebe und Meister. Wir suchen und finden das ‚perfect match‘, diskret und vertraulich. Denn es ist wichtig, dass keine Gerüchte und Unruhe entstehen, die den Nachfolgeprozess stören. Vertraulichkeit ist in der Anfangsphase der Nachfolge das A und O.“

Know-how weitergeben statt Ruhestand

Sein geballtes Wissen rund um die Betriebsnachfolge gibt Karl-Heinz Krawczyk nun also auf meistersuche24.de weiter. Ob es jetzt ruhiger wird in seinem Leben? „Nicht unbedingt, aber ich beschäftige mich mit lauter Dingen, die mir Freude bereiten und auf die ich Lust habe. Wissen und Erfahrung vor allem an jüngere KollegInnen weiterzugeben, das liebe ich, das fühlt sich nicht an wie harte Arbeit“, schmunzelt er. So berät er das Handwerk und gibt Seminare zur erfolgreichen Betriebsführung.

Ein Mann in schwarzem Hemd spricht auf einer Bühne und trägt ein Headset-Mikrofon.
Karl-Heinz Krawczyk liebt es, Wissen und Erfahrung weiterzugeben, vor allem an jüngere KollegInnen.

Ehrenamt Landesinnungsmeister

Mit seiner Unternehmung Dachwerx ist er nach wie vor in der Handwerksrolle eingetragen und Innungsmitglied. Karl-Heinz Krawczyk bietet unter anderem Dachinspektionen per Drohne und seine Dienstleistungen als von der Handwerkskammer zertifizierter Experte für Solartechnik und Gebäudeenergieberater an. Ehrenamtlich ist er Landesinnungsmeister der Dachdecker in  Baden-Württemberg und verantwortet dabei die Dachdecker- und Meisterschule in Karlsruhe. Auch hier steht also die Erfahrungs- und Wissensvermittlung an den Nachwuchs im Mittelpunkt. „Langeweile und Ruhestand müssen noch eine Weile warten“, sagt Karl-Heinz Krawczyk.

Sie interessieren sich für innovative Ideen im Dachhandwerk? Dann lesen Sie unseren Gastbeitrag von Michael Zimmermann über seine PV.Academy.

Katharina Meise

Sie hat das journalistische Handwerk vor über 20 Jahren in verschiedenen Print- und Online-Redaktionen von der Pike auf gelernt. Nach einem fast zehn Jahre währenden Ausflug in die Welt der PR leitete Meise die Unternehmenskommunikation eines renommierten Herstellers von Wohndachfenstern, Dachausstiegen und Bodentreppen – und entdeckte dort ihre Liebe zum Dachhandwerk.

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