Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

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Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann mit tätowiertem Bein sitzt auf einem Ziegeldach, trägt eine Sonnenbrille, Hemd und Hut, blauer Himmel im Hintergrund.

Nach Meteoriten-Einschlag: Dachdecker übernimmt einzigartigen Auftrag

Dagmar Schweickert

14. April 2026

Dieser Auftrag war ein absoluter Kracher – zumindest wurde er dadurch ausgelöst. Dachdeckermeister Robert Bartkowiak aus Ochtendung hat genau das Dach repariert, durch das am 8. März 2026 um kurz vor 19 Uhr in Koblenz-Güls ein Meteorit einschlug. Unaufgeregt und fachmännisch sanierte er das fußballgroße Loch.

Ein Auftrag zum Einrahmen

„Den Auftrag werde ich mir einrahmen und im Büro an die Wand hängen“, ist sich der 42-Jährige Familienvater sicher. Tatsächlich ist das wohl ein einzigartiges Erlebnis: Die Chance oder das Risiko, dass das Fragment eines Meteoriten in ein bestimmtes Haus stürzt, ist statistisch gesehen 200mal geringer, als einen Sechser mit Zusatzzahl im Lotto zu tippen. Und dann unter bundesweit mehr als 15 000 Dachdeckerbetrieben den Auftrag zu bekommen, diesen mittlerweile international berühmten Dachschaden zu beheben, scheint undenkbar.

Bild von Dachschaden durch den Meteoriten-Einschlag
Die Fragmente des Meteoriten hatten die Schiefereindeckung auf dem Dach in Koblenz-Güls durchschlagen und dann das Holzgebälk, die Dämmung und innen die Holzvertäfelung als Wandverkleidung sowie Fliesen zerstört. Auch das grenzende Fenster wurde am Rahmen beschädigt. (Alle Fotos: Bartkowiak-Bedachungen)

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Meteoriten-Schaden begutachtet und Angebot erstellt

Für Robert Bartkowiak, der seit 2010 Dachdeckermeister ist und sich 2015 mit seinem Betrieb Bartkowiak Bedachungen, Mitglied der DEG Alles für Das Dach eG, selbstständig gemacht hat, verlief die Auftragsvergabe allerdings unspektakulär. „Wir haben abends gegrillt und ich habe über Facebook nebenher mitbekommen, dass ein Meteorit über der Region unterwegs war und in Koblenz eingeschlagen ist.“ Einer seiner zehn Mitarbeiter wohnt in Güls und kannte den Hausbesitzer. „Mein Mitarbeiter hat den Kontakt hergestellt und dann war das schnell abgemacht: Die Feuerwehr hatte ja das Loch noch nachts provisorisch abgedichtet – und zwar richtig gut“, berichtet Bartkowiak. „Ich bin nach ein paar Tagen, als sich der erste Rummel gelegt hatte, nach Güls gefahren und habe den Schaden begutachtet. Meine Mitarbeiter entfernten die Abdeckung dafür und verklebten sie anschließend wieder fachmännisch – und ich habe ein Angebot erstellt.“

Meteorit schlägt mit Tempo 500 ins Hausdach ein

Der Meteorit hatte nach ersten Schätzungen von Experten ursprünglich einen Durchmesser von einem Meter und war mit einer Geschwindigkeit von zuvor bis zu 260 000 Kilometern je Stunde durchs All gerast, beim Eintritt in die Erdatmosphäre wurde er auf 20-fache Schallgeschwindigkeit abgebremst. In einer Höhe von 50 Kilometern zerbrach er durch Hitze und Luftdruck. Ins Gülser Hausdach schlug der wohl tennisballgroße Meteorit noch mit rund 500 Kilometern pro Stunde ein.

Bild von Bartkowiak-Mitarbeiter, der den Meteoriten-Einschlag repariert
Schieferarbeiten sind eine Spezialität des Betriebs.

Schiefereindeckung glatt durchschlagen

Dabei zerbrach das verbliebene Stück des Meteoriten in elf Fragmente mit einem Gewicht zwischen sechs und 161 Gramm. Dachdeckermeister Bartkowiak beschreibt, welchen Schaden das angerichtet hat: „Die Teile haben die Schiefereindeckung auf dem Dach durchschlagen und dann das Holzgebälk, die Dämmung und innen die Holzvertäfelung als Wandverkleidung sowie Fliesen zerstört. Auch das angrenzende Fenster wurde am Rahmen beschädigt.“ Verletzt wurde zum Glück niemand beim Einschlag am 8. März.

Mehrere Gewerke in Aktion

Der Hausbesitzer musste nun mehrere Gewerke vom Fliesenleger über den Trockenbauer bis zum Dachdecker beauftragen. „Der Fensterhersteller hat direkt angeboten, einen Teil der Kosten zu übernehmen, weil es sich um einen so spektakulären Fall handelt“, erzählt Robert Bartkowiak. „Und in meinen Auftrag habe ich auch wörtlich reingeschrieben, dass ich einen Schaden behebe, der durch den Einschlag eines Meteoriten verursacht wurde – das ist ja wirklich eine absolut einmalige Sache!“

Bild vom repariertem Dach
Zwei Mitarbeiter waren einen Tag lang beschäftigt, haben das defekte Material ausgetauscht und das Dach wieder fachmännisch verschlossen.

Meteoriten-Sammler liefen im Garten herum

Als er drei Tage nach dem Einschlag erstmals vor Ort war, hatte sich der größte Trubel gelegt. „Der Hausbesitzer war vorher wirklich belagert worden von den Medien und Meteoriten-Sammlern. Die sind ihm bis in den Garten und fast aufs Dach gestiegen“, berichtet Bartkowiak. „Auch als ich dort ankam und durch mein Fahrzeug natürlich als Dachdecker erkennbar war, wurde ich sofort angesprochen von zwei internationalen Meteoriten-Jägern. Die haben mich später sogar im Betrieb angerufen, ob sie mir das Material von der Baustelle abkaufen könnten.“

Polizei stellte größere Meteoriten-Fragmente sicher

Die großen Fragmente des Meteoriten hatte zu dem Zeitpunkt längst die Polizei sichergestellt. Der Hausbesitzer bekommt sie später komplett zurück. Bartkowiak sammelte alles, was noch an kaputtem Baumaterial mit möglichen Anhaftungen des „Sternenstaubs“ vor Ort war, in Tüten, um sie dem Hausbesitzer zu geben. Das eigentliche Meteoriten-Loch beseitigte sein Unternehmen dann unaufgeregt und professionell wie jeden anderen Schaden, der beispielsweise bei einem Sturm durch umstürzende Bäume verursacht wird. „Zwei Mitarbeiter waren einen Tag lang beschäftigt, haben das defekte Material ausgetauscht und das Dach wieder fachmännisch verschlossen.“ Der Unternehmer selbst war auch vor Ort, allerdings ohne allzu viel Ehrfurcht davor, dass dieser Auftrag „aus dem All kam“.

Bild von Reparatur
Die Auftragslage ist gut, Robert Bartkowiak wünscht sich vielmehr Bewerbungen von Fachkräften.

Wunsch nach Bewerbungen von Azubis und Gesellen

„Ob ich den Meteoriten-Einschlag nun für Werbung nutze, weiß ich nicht genau“, meint er schmunzelnd – „aber vielleicht erwähne ich auf meiner Website künftig, dass ich nicht nur Dächer ganz klassisch saniere, sondern auch Meteoriteneinschläge repariere.“ Dabei hofft er nicht unbedingt auf zusätzliche Aufträge, denn die Auftragslage des Unternehmens, das von der Kellerabdichtung bis zur PV-Anlage auf dem Dach alles anbietet, ist prima. „Was ich mir aber wünsche, sind mehr Bewerbungen von künftigen Auszubildenden, Gesellen, Facharbeitern. Wir haben noch Kapazitäten frei.“ Vielleicht hat er nochmal himmlisches Glück und sieht eine Sternschnuppe. Was sich Robert Bartkowiak dann wünscht, steht damit ja schon fest.

Dagmar Schweickert

Sie ist Redakteurin in der Pressestelle der Handwerkskammer Koblenz.

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