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Ein Gebäude im Rohbau mit Baugerüst davor, Fensteröffnungen sichtbar, grauer Himmel im Hintergrund.

Zimmerer Marcus Jütten plant und baut Mehrfamilienhaus aus Holz

Jasmin Najiyya

8. September 2026

Sieben Wohneinheiten, Flachdach und ein Energiekonzept mit Erdwärmepumpe, Photovoltaikanlage und Zellulosefaserdämmung: In Hellenthal in der Eiffel, wo er auch seinen Firmensitz hat, errichtet Zimmerermeister Marcus Jütten derzeit ein Mehrfamilienhaus in Holzständerbauweise. Planung, Werk- und Montage sowie Bauleitung verantwortet der 31-Jährige gemeinsam mit seinem Team weitgehend selbst. Nach dem Baustart im September 2025 soll das Gebäude Ende 2026 bezugsfertig sein. „Ein Gebäude in dieser Größenordnung und Konstellation gibt es bei uns in der Region kaum“, sagt Jütten.

Großprojekt als sinnvolle Aufgabe für das Team

Warum nimmt ein Handwerksunternehmer zusätzlich zum Tagesgeschäft ein Projekt dieser Größenordnung in Angriff? Für Marcus Jütten gibt es darauf gleich mehrere Antworten. Mit dem Mehrfamilienhaus möchte Jütten dringend benötigten Wohnraum schaffen. Gleichzeitig ist das Projekt Teil seiner Altersvorsorge und bietet dem Betrieb zusätzliche Planungssicherheit. „Wenn im Tagesgeschäft einmal etwas Luft ist, arbeiten wir an unserem eigenen Projekt weiter. So können wir flexibel reagieren und haben immer eine sinnvolle Aufgabe für unser Team.“

Betrieb mit 22 Jahren gegründet

Der Betrieb besteht seit Mai 2017, gegründet hat ihn Marcus Jütten im Alter von 22 Jahren. Heute beschäftigt der Betrieb fünf Festangestellte sowie einen Teilzeitmitarbeiter. Zum Team gehören zwei Meister, darunter ein Dachdeckermeister, sowie zwei Gesellen. Neben dem klassischen Holzbau gehören inzwischen auch Dachdeckerarbeiten zum Leistungsspektrum des Unternehmens. Seit dem Baustart im September 2025 nutzt der Betrieb freie Kapazitäten immer wieder für das eigene Bauvorhaben. Von der Montage des Gebäudes bis zum geplanten Einzug werden voraussichtlich lediglich 15 bis 16 Monate vergehen. Ein straffer Zeitplan für ein Mehrfamilienhaus dieser Größenordnung.

Ein Teil eines orangefarbenen Arbeitshebebühne ist im Vordergrund, im Hintergrund sind Bäume und ein Gebäudeturm mit spitzem Dach zu sehen.
Marcus Jütten auf "seiner" Großbaustelle mit eigenem Kran. (Foto: DEG Alles für das Dach eG)

Ein durchdachtes Konzept für sieben Wohnungen

Das Gebäude umfasst vier Wohnungen mit jeweils rund 85 Quadratmetern Wohnfläche, zwei weitere mit etwa 100 Quadratmetern sowie ein Penthouse mit rund 140 Quadratmetern. Entstehen wird damit Wohnraum für unterschiedliche Lebenssituationen. Den Entwurf entwickelte Marcus Jütten gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, die als Architektin tätig ist. Anschließend übernahm er die Werk- und Montageplanung weitgehend selbst. Diese Kombination aus planerischem Know-how und handwerklicher Erfahrung prägte den gesamten Projektverlauf.

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Herausforderung: Koordination der Gewerke

Die größte Herausforderung lag dabei nicht im Holzbau selbst. „Der Holzbau gehört zu unserem Alltag. Anspruchsvoll wird es vor allem dort, wo alle Gewerke zusammenkommen“, erklärt Jütten. „Als Bauleiter laufen bei mir sämtliche Fäden zusammen. Heizungsbauer, Elektriker und viele andere Arbeiten müssen zeitlich perfekt aufeinander abgestimmt werden.“ Hinzu kommen die Anforderungen an ein energieeffizientes Gebäude. Erdwärmepumpe, moderne Haustechnik und die Koordination sämtlicher Gewerke verlangen insgesamt eine sorgfältige Planung und sind mit einem hohen Organisationsaufwand verbunden.

Bauen mit Holz

Warum Holz? Für Marcus Jütten ist diese Frage schnell beantwortet. „Holz ist einfach ein toller Werkstoff. Man kann unglaublich schnell Großes schaffen. Gleichzeitig lässt es sich vergleichsweise leicht bearbeiten und ist trotzdem enorm tragfähig.“ Wie schnell moderner Holzbau tatsächlich sein kann, zeigte sich besonders während der Montagephase. Nachdem die Bodenplatte vorbereitet war, trafen täglich ein oder zwei Tieflader mit den vorgefertigten Bauteilen auf der Baustelle ein.

„Holz ist einfach ein toller Werkstoff. Man kann unglaublich schnell Großes schaffen. Gleichzeitig lässt es sich vergleichsweise leicht bearbeiten und ist trotzdem enorm tragfähig.“

Passanten blieben neugierig stehen

Mithilfe der betriebseigenen Kräne wuchs das Gebäude Tag für Tag sichtbar in die Höhe. „Jeden Abend konnte man sehen, was an einem einzigen Tag entstanden war. Dass das komplette Gebäude nach zehn Arbeitstagen stand, war schon beeindruckend.“ Auch Passanten blieben regelmäßig stehen und beobachteten, wie innerhalb weniger Tage auf einer Bodenplatte ein komplettes Mehrfamilienhaus entstand.

Fertigung und Montage in Eigenregie

Rund 170 Wandelemente fertigte das Team im eigenen Betrieb vor und montierte sie anschließend. Auch der Aufzugsschacht entstand in Holzbauweise. Zudem wurden große Sperrholzelemente für die Deckenkonstruktion zugeliefert und vor Ort versetzt. Unterstützt wurde die Umsetzung durch den eigenen Fuhrpark. Zwei Kräne, Tieflader und weitere Maschinen ermöglichten es, Logistik und Montage weitgehend unabhängig zu organisieren. Dadurch konnten Materiallieferungen und Bauabläufe flexibel aufeinander abgestimmt werden.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Für Marcus Jütten spielte neben der kurzen Bauzeit vor allem Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Das Energiekonzept war von Beginn an Teil der Planung. Die Außenwände des Mehrfamilienhauses sind mit Zellulosefasern gedämmt, eine Erdwärmepumpe übernimmt die Wärmeversorgung und die Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt eigenen Strom. Ergänzt wird das Gebäude durch ein Flachdach mit EPDM-Abdichtung sowie die markante Aluminiumfassade.

Moderne Hausfassade mit vertikaler Holzverkleidung und dunklen, rechteckigen Paneelen, zwei Fenstern und sichtbarem Baufortschritt oben.
Die moderne und markante Außenfassade des Mehrfamilienhauses in Hellenthal. (Foto: Marcus Jütten)

Partnerschaft mit DEG auf Augenhöhe

Seit rund sieben Jahren arbeitet Marcus Jütten mit der Niederlassung Frechen der DEG Alles für das Dach eG zusammen. Besonders schätzt er die Zusammenarbeit mit Fachberater Gerhard Haendel. „Die Zusammenarbeit ist locker, professionell und vor allem unglaublich angenehm. Wenn kurzfristig etwas benötigt wird, findet er fast immer eine Lösung, und wenn es sein muss, auch am Wochenende.“ Gerade zu Beginn seiner Selbstständigkeit habe ihn Haendel intensiv bei vielen Fragestellungen unterstützt.

Bis heute profitiert Jütten von kurzen Entscheidungswegen, fachlicher Beratung und einem Ansprechpartner, der bei Bedarf schnell Lösungen organisiert. Für das Mehrfamilienhaus lieferte die DEG unter anderem Bauholz, Sperrholzplatten, Deckenbauteile, Schalungsmaterial, das Flachdachsystem, die Photovoltaikanlage sowie die Platten für die rund 1 000 Quadratmeter Aluminiumfassade.

Teil eines modernen Holzhauses mit großen Fenstern, gelbem Rahmen und schwarzem Dach, innen eine Leiter sichtbar, draußen nasser Asphalt.
Auf dem Flachdach entsteht ein Penthouse mit 140 Quadratmetern Wohnfläche. (Foto: Marcus Jütten)

Ein Projekt mit Signalwirkung

Ende dieses Jahres sollen die ersten Wohnungen bezogen werden. Das Gebäude steht beispielhaft für die Möglichkeiten, die die mehrgeschossige Holzständerbauweise heute bietet und ist eines der größten Holzbauprojekte seiner Art in der Region. Für Marcus Jütten dient es gleichzeitig als eine Visitenkarte für das eigene Handwerk. Denn es steht für das, was ihn seit Beginn seiner Selbstständigkeit antreibt: die Überzeugung, dass moderner Holzbau Nachhaltigkeit, Effizienz und handwerkliche Qualität auf besondere Weise miteinander verbindet.

Jasmin Najiyya

Jasmin Najiyya absolvierte ihre Ausbildung an der Freien Journalistenschule Berlin. Seit 2014 arbeitet sie als freiberufliche Redakteurin mit den Schwerpunkten Blogging, Content-Erstellung sowie Umsetzung von Marketing- und Kommunikationsprojekten für Unternehmen und ist bereits längere Zeit im Bereich Dachhandwerk tätig.

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