Bild von Netto Discounter in Holzbauweise

Wie Discounter verstärkt auf Holzbauweise setzen

5. März 2026

 · Knut Köstergarten

Immer öfter bauen Discounter wie Aldi, Edeka oder Netto ihre Filialen in Holzbauweise. Netto hat zuletzt einen großen Holzmodulbau in Dortmund eröffnet und realisiert eine Erweiterung mit Holzbausteinen in Fulda.

Vollständig vorgefertigte Holzmodule

Eine Discounterfiliale, die erstmals mit vollständig vorgefertigten Holzmodulen gebaut wird, inklusive kompletter Wandaufbauten und lösbarer Verbindungen für eine mögliche spätere Wiederverwendung. Netto setzt wie andere Discounter verstärkt auf den nachhaltigen Baustoff, so auch bei der jüngsten Filialeröffnung in Dortmund. Die modulare Bauweise beschleunigt den Bau und schafft die Grundlage für eine kreislauffähige Nutzung in zukünftigen Projekten.

Bild von Montage der vorgefertigten Holzmodule
Eine Netto-Filiale entsteht in Holzbauweise in Dortmund. (Foto und Titelbild: Netto)

Ein Einkaufszentrum in Holzbauweise aus Dachdeckerhand!

Ressourcenschonend und rückbaubar

„Der modulare, kreislauffähige Holzbau in Dortmund zeigt, wie ressourcenschonende Filialentwicklung heute aussehen kann. Die vorgefertigten, rückbaubaren Module eröffnen neue Perspektiven für nachhaltiges Bauen im Lebensmitteleinzelhandel“, so Christina Stylianou, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Netto. Die eingesetzten Naturmaterialien sorgen zudem für ein besseres Raumklima – ein spürbarer Vorteil für KundInnen und die Mitarbeitenden vor Ort.

Bild von Holzbauwand
Filialanbau mit einem innovativen System aus Holzbausteinen. (Foto: Triqbriq)

Filialerweiterung mit Holzbausteinen

Neben dem Holzmodulbau setzt Netto aktuell auf das innovative Triqbriq-System. Bei dem Bauprojekt im Bestand kommen insgesamt 2600 Holzbausteine des schwäbischen Start-ups zum Einsatz. Nachhaltigkeitsplus: Laut drittverifizierter Umweltproduktdeklaration sind in den Holzbausteinen ungefähr 57,5 Tonnen CO2 eingelagert. Die mikro-modulare Konstruktion ist rückbaubar und bietet so auch in Zukunft erneut maximale Flexibilität für Weiternutzungen.

Bild von Aufbau der Holzbausteine
Die Holzbausteine sind vor leicht und schnell zu montieren. (Foto: Triqbriq)

Briqs aus Kalamitätsholz

Die Holzbausteine – sogenannte Briqs – werden aus Industrieholz, Kalamitätsholz und rückgebautem Holz hergestellt und kommen ohne den Einsatz von Klebstoffen oder anderen künstlichen Verbindungsmitteln aus. Die handlichen Holzelemente werden aufeinander gesteckt und mit Buchenholzdübeln fixiert. Diese Methode ermöglicht einen sortenreinen Rückbau, maximale Flexibilität bei zukünftigen Nutzungsänderungen und damit vollständige Kreislauffähigkeit.

Schnelle Montage – kurze Bauzeit

Mithilfe der Holzbausteine wird in Fulda die Verkaufsfläche von 672 auf 913 Quadratmeter erweitert, in kurzer Zeit. Baustart war im November 2025 und die Briqs-Verlegung begann im Dezember mitten im laufenden Betrieb. Bereits seit Ende März ist die erweiterte Filiale wieder eröffnet. „Mit der Erweiterung unserer Filiale in Fulda mit 2600 Holzbausteinen setzen wir erneut ein Zeichen für unsere nachhaltigere Expansionsstrategie und zeigen, wie vielseitig und ressourcenschonend Holzbauvarianten für den Filialbau und die Standortentwicklung genutzt werden können“, so Christina Stylianou.

Bild von Befestigung der Holzbausteine
Zusätzliche Holzstifte werden zur Befestigung verwendet. (Foto: Triqbriq)

„Meilenstein für das zirkuläre Bauen“

Maximilian Wörner, Vorstand der Triqbriq AG, ergänzt: „Gerade mit Blick auf die Nachhaltigkeit ist das Thema Bauen im Bestand in der Baubranche aktuell in aller Munde. Wir sind sehr stolz, dass Netto auf unser System setzt und einen Bestandsanbau mit unserem Triqbriq-System realisiert. Das ist ein starkes Signal in den Markt und ein Meilenstein für das zirkuläre Bauen.”

Bild von Innenansicht des Netto-Marktes mit Holzdecke
Ein Netto-Markt in Creußen, gebaut in Holzbauweise. (Foto: Netto)

Über 50 Aldi Märkte in Holzbauweise

Bei den Discountern ist Aldi ein Vorreiter für den Holzbau. „Bei Neubauten freistehender Märkte setzen wir verstärkt auf den Baustoff Holz“, heißt es in einer Pressemeldung von Aldi Nord. Ein wesentlicher Vorteil sei, dass Bäume ein nachwachsender und damit nachhaltiger Rohstoff seien. Alle Holzbauteile würden werksseitig vorgefertigt und auf der Baustelle lediglich montiert. Der Holzbau sei eine Option für freistehende Märkte in Standardbauweise, die bei immer mehr Neubauten zum Einsatz komme. Über 50 Aldi Märkte in Deutschland sind laut Unternehmen bereits in Holzbauweise eröffnet oder aktuell im Bau – Tendenz steigend.

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