Estrel Tower Berlin: Dächer decken in 176 Metern Höhe
3. März 2026
Mit einer Höhe von 176 Metern und 45 Stockwerken ist der Estrel Tower – nach dem Berliner Fernsehturm – das höchste Gebäude der Hauptstadt. Ursprünglich als Hotel geplant, bietet der Wolkenkratzer heute auch Räume für Events, Coworking, Gastronomie und eine Galerie. Ergänzt wird der Estrel Tower durch ein weiteres Gebäude im Sockelbereich, das als zusätzliche Eventfläche dient. Die Eröffnung ist für Ende 2026 geplant.
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Aluminiumdächer für Towerspitze und Sockelbau
Für die beauftragten Dachdeckerbetriebe war dieser Auftrag natürlich ein Highlight, wie auch für Hersteller Kalzip, dessen Aluminiumprofile für den Dachaufbau der Gebäudespitze und des Sockelbaus zum Einsatz kamen. „Der Bauherr hatte die beiden Dachaufträge getrennt vergeben. Dabei sind von uns empfohlene Betriebe zum Zuge gekommen, die unsere Systeme bereits sehr gut kennen“, erklärt Kalzip-Bauleiter Olaf Schlichting. „Wir sind in Zeiten des Fachkräftemangels froh über die Kooperation mit diesen erfahrenen Monteuren, welche die Komplexität des Daches begreifen.“ Der Dachaufbau war in beiden Fällen ähnlich: Tragschale aus Trapezblech, dann Dampfsperre, dann Wärmedämmung und schließlich die Aluminiumprofile.

Arbeiten bei 30 Grad Neigung in 176 Meter Höhe
Bei den Arbeiten an den knapp 1000 Quadratmetern der Dachspitze in 176 Meter Höhe war vor allem die Neigung von 30 Grad eine Herausforderung für das Team der Dachdecker, also das Thema Absturzsicherung. Zudem ist in die Dachkonstruktion noch eine Terrasse mit riesigen Fenstern integriert. „Ansonsten ist Kalzip wie Lego“, meint Schlichting, „relativ klar in der Umsetzung. Man muss halt Alu schweißen können“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Sockelbau mit unterschiedlichen Dachflächen
Auf dem Dach des Sockelbaus war auch die Länge der benötigten Aluminiumprofile ein Thema für die Ausführung. Denn die hatten eine Länge von bis zu 36 Meter. „Man muss die Ausdehnung verstehen und die Verlegung richtig umsetzen“, berichtet Schlichting. Schwierig waren auch die Details bei Ortgängen oder Rinnen. Zudem gibt es auf dem Sockelbau sehr unterschiedliche Dachflächen: drei Flachdächer mit 3000 Quadratmetern, ein Vordach mit 700 Quadratmetern und noch eine Gangway vom Hotel zum Parkhaus.

Zusätzliches PV-System für den Sockelbau
Zusätzlich bestückte Kalzip die Flachdächer des Sockelbaus komplett mit einem hauseigenen PV-System, komplett mit Verkabelung. „Wir planen die Belegungsplätze vorab selbst. Unsere ultraleichten und flexiblen, extrem robusten Solarmodule werden dauerhaft fest auf der Oberfläche der Aluminiumprofile auflaminiert“, erläutert Schlichting. Die Dachdecker brauchen die Kabel nur noch zusammenstecken. Und erst wenn alles fertig ist auf dem Dach, kommen die Elektriker zum Einsatz.
Innenausbau als letzte Bauphase
Mit der Ende September 2025 vollzogenen Schließung der futuristischen Außenfassade startete im Estrel Tower – Berlins erstem Wolkenkratzer – mit dem Innenausbau die letzte Bauphase. Neben der neu eingebrachten Außenverglasung des weitläufigen Atriums ist der Trockenbau der oberen Etagen fortgeschritten, erste Haustechnik ist installiert und die Böden in den oberen Etagen verlegt.

Estrel Tower: Neues Wahrzeichen als Tor zur Stadt
Der Estrel Tower markiert einen Meilenstein in der Entwicklung des Standortes Berlin-Neukölln und setzt neue Maßstäbe im Bereich Design und Nachhaltigkeit. Da sich auf dem Grundstück früher ein Parkplatz befand, wird durch den Bau des Towers und eines neuen Parks am Ufer des Neuköllner Schifffahrtskanals mehr Fläche entsiegelt, was die Versickerung von Wasser verbessert. Die Investitionssumme liegt bei voraussichtlich rund 260 Millionen Euro.
„Mit dem Estrel Tower wächst nicht nur die Berliner Skyline, sondern auch die Bedeutung Berlins als ein führender Kongress- und Messestandort in Europa. Und Berlin bekommt ein neues Wahrzeichen als Tor zur Stadt. Es ist ein Symbol für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt und ein Gewinn für den Tourismus, unsere Wirtschaft und die BerlinerInnen“, sagte Franziska Giffey, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe auf dem Richtfest Anfang 2025.

Vielseitige Nutzung über ein Hotel hinaus
Der Estrel Tower bietet eine Mischung aus Nutzungen, die weit über ein reines Hotel hinausgehen:
• Hotel und Wohnen: Eine Erweiterung des Estrel Hotels mit 552 Zimmern und Suiten sowie 90 Service Apartments, die durch einen Tunnel mit dem bestehenden Hotel verbunden sind.
• Arbeiten und Events: 9000 Quadratmeter Bürofläche für Coworking Spaces und Offices sowie 3000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche in den obersten drei Etagen.
• Öffentliche Bereiche: Eine öffentlich zugängliche Skybar und Dachterrasse, die einen der besten Blicke über Berlin bieten sollen. Im Erdgeschoss ist ein begrüntes Atrium mit einem Startup-Inkubator, einer Kunstgalerie, einem Café und einer Bäckerei geplant.
• Fitness und Wellness: Eine ganze Etage ist einem Fitness- und Wellnessbereich gewidmet.
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