Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Ein hölzerner Schuppen ist teilweise von Pflanzen bedeckt, mit einem langen, dünnen Holzbrett im Vordergrund.

Dachbau Reinartz: Wenn es passt mit der Nachfolge

Rainer Sander

17. Juni 2025

Wenn im Handwerk ein Generationenwechsel ansteht, sind Konflikte mitunter vorprogrammiert: Der alte Meister kann nicht loslassen, der Nachwuchs will was Neues, hat andere Instrumente oder Vorstellungen. Bei Dachbau Reinartz in Mainz ist das anders gelaufen – viel ruhiger, viel klüger und viel zukunftstauglicher.

Ein einvernehmlicher Übergang

„Wir haben nie diesen einen Übergabetermin mit Schlüsselübergabe, Blumenstrauß und großem Bahnhof geplant“, sagt Simon Reinartz, 32 Jahre alt, Dachdeckermeister und Spenglermeister. Gemeinsam mit seiner 35-jährigen Schwester Julia, studierte Betriebswirtin, lenkt er heute schon in großen Teilen die Geschicke des 1998 gegründeten Familienunternehmens – offiziell übernehmen die Geschwister die Geschäftsführung Ende dieses Jahres. De facto läuft der einvernehmliche Übergang seit Jahren. Die Nachfolge bei Dachbau Reinartz, Mitgliedsbetrieb der DEG Alles für das Dach eG, ist ein Prozess, nicht nur ein Moment.

Bild von Familienmitgliedern und Hund von Dachbau Reinartz auf der Baustelle
Zwei Generationen, ein fließender Übergang: Die Geschwister Simon und Julia sowie die Eltern Jutta und Hermann Reinartz, mit dabei ist der Familienhund. (Alle Fotos: Dachbau Reinartz)

Ein Betrieb wächst mit seinen Menschen

Der Betrieb wurde von Vater Hermann Reinartz gegründet, der zuvor in leitender Position bei einem anderen Dachdeckerbetrieb tätig gewesen war. Die Selbstständigkeit startete er zunächst neben dem Job als Angestellter. Dann kündigte er und setzte voll auf das eigene Unternehmen. Bereits im ersten Jahr standen 20 Mitarbeiter auf der Lohnliste – ein sehr ordentlicher Start. Von Beginn an dabei war Ehefrau Jutta, die das Büro führte.

Noch heute beschäftigt Dachbau Reinartz rund 20 Mitarbeitende. „Unser Fokus liegt auf der Region – wir arbeiten im Umkreis von etwa 30 Kilometern“, berichtet Simon Reinartz. Die bewusste Entscheidung gegen Prestigebaustellen oder überregionale Großprojekte hat mit Erfahrung zu tun: „So Sachen sehen super aus auf dem Foto, bringen aber selten Geld. Wir setzen auf zufriedene Kunden vor Ort – das spricht sich rum.“

Bild von Mitarbeitern von Dachbau Reinartz auf der Baustelle
Baubesprechung mit einem Partnerbetrieb, im Hintergrund ist der Firmenkran zu sehen.

Kaum Fluktuation bei den Mitarbeitern

Das wichtigste Kapital sind die Menschen im Betrieb. „Wir haben kaum Fluktuation. Viele sind seit Jahren, manche seit Jahrzehnten dabei. Das ist unser Rückgrat“, so Simon Reinartz. Damit das so bleibt, wird einiges getan: drei Autokräne, Bauwagen, freie Getränke, kostenlose Arbeitskleidung, neue Werkzeuge ohne Diskussion – und vor allem: ein respektvoller Umgang. „Wer was braucht, bekommt es. Wir wollen, dass sich alle wohlfühlen.“

Von der strategischen Ausrichtung her hat sich der Betrieb nach der Bankenkrise 2008 neu aufgestellt: weg von großen Industriekunden, hin zur energetischen Sanierung für mittlere und kleinere Objekte. Ein- und Mehrfamilienhäuser bilden heute das Tagesgeschäft. Hinzu kommt eine immer stärkere Ausrichtung auf Komplettlösungen: Von der Erstberatung über mögliche Fördermittel bis zur Umsetzung. „Wir holen bei Bedarf Architekten, Statiker oder Schreiner mit ins Boot, machen die PV-Planung selbst und haben starke Partner für die Ausführung“, erklärt Simon Reinartz. Ein hauseigener Energieberater unterstützt bei Förderungen – auch das ist ein Pluspunkt bei den Kunden.

Bild von den Geschwistern Reinartz bei der Planung
Simon und Julia Reinartz beim Planen und Kalkulieren.

Kerngeschäft energetische Sanierung

Das Portfolio von Dachbau Reinartz umfasst unter anderem: energetische Dachsanierung von Steil- und Flachdächern, Einbau von Dachfenstern und Gauben, Photovoltaik, Gründach, Spenglerarbeiten, Fassadenverkleidung, Erweiterung von Wohnraum, Balkon- und Terrassensanierung sowie die Koordination mit Gewerken wie Elektro, Heizung oder Innenausbau – alles mit Fokus auf durchdachte, praxisnahe Gesamtlösungen für den Kunden.

Im Tagesgeschäft kommen auch moderne Hilfsmittel wie Drohnentechnik zum Einsatz. Dabei wird Dachbau Reinartz Schritt für Schritt digitalisiert – nicht weil das hip ist, sondern weil es den Alltag erleichtert. Die Geschwister stellen die Büroabläufe zunehmend auf papierlose Kommunikation um. Zudem laufen Arbeitsaufträge, Berichte und Fotos digital zwischen Baustelle und Büro hin und her, „Wir sind nicht von heute auf morgen digitalisiert – das ist ein Prozess. Aber einer, der sich lohnt“, erläutert Simon Reinartz.

Bild von Reinartz-Geschwistern bei der Erweiterung der Dachziegelausstellung
Die Ausstellung auf dem Firmengelände wird regelmäßig aktualisiert.

Zwei Geschwister haben einen Plan

Was Dachbau Reinartz besonders macht, ist die Führungsspitze: ein Geschwisterpaar, das sich ergänzt und nicht konkurriert. Julia Reinartz ist für den kaufmännischen Bereich zuständig, während Simon Reinartz die technische Verantwortung trägt und sich um die Baustellen kümmert. „Jeder hat seinen Bereich, aber wir ziehen an einem Strang“, so Simon Reinartz. Beide haben sich aus freien Stücken dazu entschieden, in den Familienbetrieb einzusteigen. „Unsere Eltern haben uns nichts aufgedrängt, aber uns Unternehmertum positiv vorgelebt“, berichtet Simon Reinartz.

Beide Geschwister haben inzwischen selbst Nachwuchs. Ob die dritte Generation auch einmal auf dem Dach stehen wird? Da bleibt natürlich offen, aber die Basis ist gelegt. Und der Blick nach vorne bleibt klar: „Ich hatte nur einen Arbeitgeber in meinem Leben: unsere Firma. Mein Ziel ist, dass das auch so bleibt“, sagt Simon Reinartz – ein Satz, der mehr über diesen Betrieb sagt als jede Hochglanzbroschüre!

Sie interessieren sich für das Thema Nachfolge? Dann lesen Sie unsere Story über Karl-Heinz Krawczyk und seine Nachfolgeplattform meistersuche24.

Rainer Sander

Der „gelernte“ Pädagoge und Betriebswirt des Handwerks war 1986 erster Öffentlichkeitsreferent einer nordhessischen Kreishandwerkerschaft. Danach 15 Jahre Sozialmanagement und seit 2005 selbständiger Coach und Berater. Die ganze Zeit über arbeitete er zudem als freier Journalist für nordhessischen Print- und Online-Medien.

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