Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Modernes Gebäude mit großen Fenstern, grauer Fassade und Glasfront. Ein "Zu verkaufen"-Schild ist im Fenster sichtbar.

Dachdecker Henke AG – Wiederaufbau nach Flutkatastrophe

Knut Köstergarten

9. Februar 2023

Am Tag danach war das Firmengelände der Henke AG in Hagen unbegehbar. „Wir sind von hinten über die Bahngleise aufs Dach unseres Hauptgebäudes geklettert, um einen ersten Überblick zu gewinnen. Es sah aus wie eine überschwemmte Stadt“, erinnert sich die heutige Prokuristin Nina Ester. Der sonst eher unscheinbare Fluss Volme hatte sich am 14. Juli 2021 in einen reißenden Strom verwandelt. Es war eine Katastrophe – nicht nur in Hagen.

Bild von überschwemmten Gelände der Henke AG
Land unter nach der Flutkatastrophe auf dem Firmengelände. (Alle Fotos und Titelfoto Henke AG)

Am Firmensitz der Henke AG: alles zerstört oder unbrauchbar

Für die Henke AG hieß das: Bis auf die oberen Räume des Akademie-Gebäudes war der komplette Firmensitz für die rund 110 Hagener Mitarbeiter nicht mehr zu nutzen. Maschinen, Fahrzeuge, Akten und die komplette IT inklusive Telefonanlage – alles zerstört oder unbrauchbar. Der Betrieb war für seine Kunden nicht mehr erreichbar. „Zudem hatten auch einige Mitarbeiter privat ihre Bleibe verloren. Da war die erste Frage, wie wir ihnen helfen können“, berichtet Nina Ester.

Bild von überschwemmten Gelände der Henke AG
Auch viele Firmenfahrzeuge waren nicht mehr einsatzbereit.

Herausforderung Neustart

Die Herausforderung des Neustarts war riesengroß. „Wir haben erst einmal unsere Kunden informiert und geschaut, wie wir die Baustellen weiterführen können. Das Marketing informierte über die Homepage und die Social-Media-Kanäle über das Hochwasser. Unsere Vertriebler stellten ihre privaten Erreichbarkeiten und Daten von ihren mobilen Rechnern zur Verfügung, damit wir für die Kunden erreichbar sind. Einige Mitarbeiter hatten ihre Firmenfahrzeuge zuhause geparkt, die wir so noch nutzen konnten“, erinnert sich Nina Ester. Die Kommunikation lief auch über die Niederlassungen in Hamburg und Berlin. In letzterer wurde vorläufig auch ein neues zentrales Materiallager aufgebaut.

Bild von überschwemmten Gelände der Henke AG
Dieses Bild zeigt eindrucksvoll, welche Wassermengen aus der nahegelegenen Volme das Firmengelände erreichten.

Großer Zusammenhalt im Team   

Worauf sich die Henke AG in dieser schwierigen Zeit verlassen konnte, war der Zusammenhalt im Team. „Mitarbeiter, Familie, Freunde und Bekannte kamen sofort und packten mit an. Noch heute sind wir überwältigt von der Hilfsbereitschaft“, sagt Nina Ester. So war der Betrieb schon drei Tage nach der Flutkatastrophe wieder in der Lage, die laufenden Baustellen weiter abzuwickeln. Hilfe gab es auch von außen und es wurde viel improvisiert. Nina Ester nennt ein Beispiel. „Wir konnten alte Maschinen, die wir schon verkauft hatten, wieder dort nutzen, wo sie gelagert wurden. Unsere Mitarbeiter sind mit dem Rohmaterial hingefahren und dann von dort auf die Baustellen.“

Bild von Team der Henke AG beim Aufräumen
Trotz aller Probleme herrschte gute Laune im Team während der Aufräumarbeiten.

Komplettsanierung als KfW 40+ Haus

Der gesamte Firmensitz mit allen Gebäuden wurde komplett energetisch saniert im Standard KfW 40+ Haus mit Heizung und Lüftung auf Strombasis und PV-Anlagen auf allen Dächern für eine möglichst große Energieautarkie. „Das war uns auch ein Anliegen in Sachen Klima- und Umweltschutz“, erklärt Nina Ester. Den Löwenanteil der Kosten übernahm die Versicherung, es gab zudem eine staatliche Förderung, doch die Henke AG investierte auch selbst viel Geld in die neue Infrastruktur.

Bild von Gebäude der Henke AG mit Fahrzeugen der verschiedenen Gewerke
Bei schönstem Wetter nimmt die Komplettsanierung des Hauptgebäudes langsam Gestalt an.

Vorsorge in Sachen Hochwassergefahr

An einen anderen Standort zu ziehen wegen der Gefahr eines erneuten Hochwassers, das kam nicht infrage. „Das hier ist der Hauptsitz unseres Familienbetriebs“, stellt Nina Ester klar. Vorgesorgt wurde trotzdem, wo es ging. Es gab neue Gullys, die mehr Wasser aufnehmen können. Akten gibt es heute gar nicht mehr im papierlosen Büro. Alle IT-Anwendungen sind webbasiert, der Server steht in einem der oberen Stockwerke, der zusätzliche Sicherheitsserver an einem anderen Ort weit weg von der Volme.

Bild von Fassade des neuen Henke AG Gebäudes
Natürlich ist die Fassade bei einem Spezialisten wie der Henke AG ein Aushängeschild.

Der Umbau ist noch nicht abgeschlossen

Komplett fertiggestellt ist die Sanierung aber auch eineinhalb Jahre nach der Flutkatastrophe noch nicht. Ein Zwischengeschoss muss noch umgebaut werden, einzelne Abteilungen sind weiterhin improvisiert untergebracht. Der Umbau geht weiter. „Wir wollen das Lager noch optimieren, es kommen neue Sanitäranlagen mit Duschen für die gewerblichen Mitarbeiter hinzu. Und wir brauchen auf dem Gelände auch eine Azubi-Werkstatt zum Üben“, nennt Nina Ester die Baustellen. „Aktuell wird intern diskutiert, wie und wo wir alles unterbringen können.“

Bild von Drohnenansicht des gesamten Henke AG Gebäudes
Aus der Luftperspektive sind gut die PV-Anlagen auf den Flachdächern zu sehen.

Auch die Räume der Henke Akademie, wo Aus- und Weiterbildung seit 2017 gebündelt werden, sind noch nicht wieder nutzbar. „Die Schulung unserer Mitarbeiter geht aber trotzdem weiter, eben in kleineren internen oder externen Räumlichkeiten“, erklärt Nina Ester. Für die Henke AG ist das ein zentraler Baustein für eine gute Mitarbeiterführung.

Bild von neuem Gebäudeteil der Henke AG
Details der neuen Fassade, die Bauarbeiten liefen parallel zum normalen Arbeitsbetrieb.

Familienunternehmen in fünfter Generation

Die Wertschätzung für das Team zahlte sich auch in der Krise mit Flut und Corona aus. „Der ohnehin gute Zusammenhalt hat sich weiter verstärkt. Wir haben gemeinsam gekämpft für den Neustart, gemeinsam Böden trocken geschrubbt“, berichtet Nina Ester. „Alle konnten sehen, was wir geschafft haben, das macht ein Familienunternehmen aus.“ Mit ihr selbst, Philipp Brüggemann und Jan Marian Brüggemann übernimmt inzwischen bereits die fünfte Generation Führungsverantwortung im Betrieb, der neben Dacharbeiten vor allem auf das Geschäftsfeld Fassade spezialisiert ist.

Bild von Henke AG Geschäftsführung
Die aktuelle Geschäftsführung der Henke AG (von links): Philipp Brüggemann, Jürgen Henke, Nina Ester, Jan Marian Brüggemann und Karl-Heinz Ester.

Große Einweihungsfeier steigt im Mai

Weihnachten wurde wieder gemeinsam mit den Berliner und Hamburger MitarbeiterInnen in einer Hagener Location gefeiert. „Wir haben unsere Events auch nach der Flutkatastrophe weitergeführt. Alles halt etwas rustikaler und teilweise wurde direkt auf unserer Baustelle gegrillt“, berichtet Nina Ester. Richtig groß gefeiert wird die energetische Komplettsanierung auch noch. Mitte Mai gibt es eine große Veranstaltung für Lieferanten, Kunden, Partner und Wegbegleiter. Mal sehen, ob dann auch die letzten Baustellen am Firmensitz geschlossen sind. Die Henke AG ist auf jeden Fall wieder auf Kurs.

Sie interessieren sich für organisatorische Themen? Dann stöbern Sie doch mal in unserer Rubrik „Rund um den Betrieb“.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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