Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Dach mit Ziegeln bei Sonnenuntergang vor einem klaren, orangefarbenen Himmel.

Auch Hessen plant kostenlose Meisterschule 2024

Knut Köstergarten

23. Januar 2024

Nachdem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im letzten Jahr den Anfang gemacht hat, will auch das Bundesland Hessen 2024 die kostenlose Meisterschule einführen.  Bereits im vergangenen Herbst kündigte der damalige Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa an: „Wir müssen das duale Ausbildungssystem noch deutlich attraktiver machen.“ Im Wirtschaftsausschuss des Landtags in Wiesbaden beschloss die damals noch amtierende schwarz-grüne Koalition die kostenlose Meisterschule, mit Zustimmung der oppositionellen SPD. Wir geben alle wichtigen Infos und erläutern zudem, wie andere Bundesländer fördern mit Meisterprämien und Meistergründungsprämien nach dem Start in die Selbstständigkeit.

Kostenlose Meisterschule stärkt die berufliche Bildung

Inzwischen regiert nach der Wahl im Oktober 2023 seit Mitte Januar eine Koalition aus CDU und SPD, doch auch bei diesen Partnern hat es der kostenlose Meisterbrief in den Koalitionsvertrag geschafft. Norbert Hain, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands der hessischen Dachdecker, kann das bestätigen. „Mit der kostenlosen Meisterschule soll die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung noch einmal unterstrichen werden. Vom Handwerk aus unterstützen wir das.“

Bild von Dachdecker auf einem Dach
Die neue Landesregierung in Hessen will die kostenlose Meisterschule dieses Jahr einführen.

Handwerk unterstützt kostenlose Meisterschule

Es sollen den Teilnehmern keine Kosten mehr entstehen. „Vieles wird ja schon länger über das Meister-Bafög des Bundes und über die Meisterprämie des Landes abgedeckt. Damit das Ganze tatsächlich kostenlos für die Teilnehmer wird, will das Land Hessen am Ende mit einer deutlich höheren Meisterprämie als bisher die Abzahlung des KfW-Darlehens ermöglichen", erläutert Hain. Das Meister-Bafög wird vom Bund finanziert und muss weiterhin beantragt werden. „Und Voraussetzung für die Meisterprämie durch das Land Hessen ist natürlich der erfolgreiche Abschluss der Meisterprüfung“, berichtet Hain.

Bild von Norbert Hain
Norbert Hain, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands der hessischen Dachdecker. (Foto: LIV Hessen)

Wartezeiten beim Meister-Bafög

Beantragt und genehmigt wird das Meister-Bafög in den Bundesländern über die Ämter für Ausbildungsförderung, in Hessen über die Studentenwerke.  Zuletzt war immer zu hören, etwa aus Nordrhein-Westfalen, dass Antragsteller wegen der langen Wartezeiten schon vorfinanzieren mussten. Mit der Auszahlung der Bundesmittel für das Meister-Bafög in Hessen gebe es laut Hain hingegen keine Probleme. „Mein Sohn Leon hat etwa für die Meisterschule am BBZ in Mayen die Förderung in Marburg beantragt und sehr schnell erhalten. Mitschüler aus anderen Bundeländern hatten allerdings auch nach einem halben Jahr noch kein Geld bekommen.“

Bild von Zimmerer in Werkstatt
Die Wartezeiten beim Meister-Bafög sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Politik in Hessen kooperiert mit dem Handwerk

Was Hain zudem positiv sieht: Die neue Regierung in Hessen wolle generell mehr die berufliche Bildung fördern und tausche sich dafür auch mit Vertretern des Handwerk aus. „Es ist positiv, dass wir da frühzeitig einbezogen werden. So wird darüber diskutiert, dass es überall dort, wo die Berufsschule im Blockunterricht stattfindet und es bislang keine kostenlosen Übernachtungsmöglichkeiten für die Teilnehmer gibt, ein Azubi-Campus entstehen soll.“

Meisterprämie jetzt auch in Nordrhein-Westfalen

Auch in Sachen Meisterprämie der Bundesländer gibt es ein wichtiges Signal. Seit Juli 2023 können frischverbriefte Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister erstmals eine Meisterprämie in Nordrhein-Westfalen beantragen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland mit zwei der größten Dachdeckerverbände – Nordrhein und Westfalen. Wer erfolgreich die Meisterschule abschließt, kann sich nun über eine Prämie in Höhe von 2500 Euro freuen. Mit der Meisterprämie soll dem bestehenden Fachkräftemangel im Handwerk entgegengewirkt werden.

Bild von Dachziegeln auf einem Dach
Nordrhein-Westfalen hat jetzt nachgezogen und bietet seit einem halben Jahr eine Meisterprämie.

Negativer Trend bei abgeschlossenen Meisterprüfungen

Damit soll in Nordrhein-Westfalen auch ein negativer Trend gestoppt werden. Neben der Zahl der Auszubildenden ist auch die Zahl der abgeschlossenen Meisterprüfungen seit Jahren rückläufig. Im Jahr 2002 wurden laut der Statistik des Westdeutschen Handwerkskammertags in Nordrhein-Westfalen noch 4706 Meisterprüfungen erfolgreich abgeschlossen, 2022 waren es nur noch 3760 Prüfungen. Das Antragsformular und alle wichtigen Informationen zum Antragsverfahren finden sich auf der Website. „Bei den HandwerksmeisterInnen handelt es sich um jene Gruppe, die entscheidend für die Zukunft ihrer Zunft, für die Unternehmensnachfolge und -gründung und damit für den Erhalt und die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Handwerk ist“, führt Arbeitsminister Karl-Josef Laumann aus.

Bild von Meisterfeier
Neue Meister und Meisterinnen braucht das Land: Abschlussfeier 2023 am BBZ Mayen. (Foto: Michael Jordan)

Zwölf Bundesländer zahlen Meisterprämie

Auch Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen und Thüringen zahlen sogenannte Meisterboni oder Meisterprämien. Spitzenreiter mit jeweils 4000 Euro sind die Länder Bremen und Niedersachsen. Am wenigsten gibt es mit jeweils 1000 Euro in Hamburg, dem Saarland und Thüringen. Alle Zahlen finden sich in einem Artikel der Deutschen Handwerkszeitung. Dort gibt es auch eine Liste der Bundesländer, die mit der Meistergründungsprämie eine zusätzliche Förderung für die folgende Selbstständigkeit anbieten.

Bild vom jungen Dachdecker auf einem Dach
Die Meistergründungsprämie unterstützt auch junge Dachdecker beim Sprung in die Selbstständigkeit.

Mit Meistergründungsprämie in die Selbstständigkeit starten

Ein Beispiel: Das Bundesland Berlin fördert mit Unterstützung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung HandwerksmeisterInnen bei der erstmaligen Existenzgründung, der Übernahme oder der tätigen Beteiligung an einem Betrieb. Die Höhe der Basisförderung bei einer Existenzgründung beträgt einmalig 10 000 Euro. Gründet eine Frau und handelt es sich um einen frauenatypischen Beruf, beträgt die Förderung 15 000 Euro. Dachdecker und Zimmerer fallen mit ihrem bislang geringen Frauenanteil unter diese Regelung.

Zusätzlich gibt es eine einmalige Arbeitsplatzförderung von 6000 Euro, wer einen Lehrling einstellt, erhält 7500 Euro. Wer eine Frau in einem frauenuntypischen Beruf ausbildet, erhält den Höchstwert von 10 000 Euro. Nicht schlecht, wenn auch noch die kostenlose Meisterschule kommt in der Hauptstadt.

Sie interessieren sich für das Thema? Hier finden Sie unseren ersten Artikel über die kostenlose Meisterschule.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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