Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

Über uns

Werbelösungen für das Dachhandwerk

Dachmarketing ist spezialisiert auf analoge und digitale Werbung für Dachdecker und Zimmerer. Mehr erfahren →

Bild von VELUX Banner
Dach mit schwarzen und roten Ziegeln, teilweise bedeckt, mit herbstlichen Bäumen im Hintergrund.

Johannes Heine: Dachdeckermeister und Buchautor

Anja Streiter

26. Dezember 2024

Wenn der Chef schwer erkrankt, wackelt im Unternehmen die Wand – so auch 2006 bei der Johannes Heine GmbH, Mitglied der Dachdecker-Einkauf Ost eG. Wie den Betrieb organisieren und gleichzeitig wieder gesund werden? Chef und Betriebsinhaber Heine, damals 52, beginnt in dieser Situation Tagebuch zu schreiben. Als alles überstanden ist, soll seine Erfahrung anderen helfen. 2019 veröffentlicht Johannes Heine das Buch „Ein Mann steigt seinem Krebs aufs Dach. Ein Mutmach-Tagebuch.“ Auf der Leipziger Buchmesse 2023 präsentiert das Naturtalent sein zweites Werk: „Ich und die DDR. Hannes – das Buch.“ Werk Nummer drei ist in Arbeit. Wer sich ein signiertes Buch oder eine Lesung wünscht, wendet sich am besten direkt per Mail an Johannes Heine.

Auf schnelles Wachstum folgt der Kampf ums Überleben

Seit der Lehre arbeitet er bei der Cottbusser „Produktionsgenossenschaft des Handwerks“. Doch als junger Dachdeckermeister hat der gebürtige Cottbusser Johannes Heine einen Traum: die eigene Firma! 1988 übernimmt er einen kleinen Betrieb in Grimma bei Leipzig. Die Wiedervereinigung 1990 und der Nachholbedarf im Osten machen schnell eine Vergrößerung möglich. 1997, die Johannes Heine GmbH hat 30 Mitarbeiter, wird die Eigenheimzulage abgeschafft. Aufträge bleiben aus, der Betrieb gerät in schwieriges Fahrwasser. Bis 2006 muss Unternehmer Heine schweren Herzens zwei Mal jeweils zehn Mitarbeiter entlassen.

Bild von Dachdecker Johannes Heine als Lehrling in der DDR
Die Baustelle der Meister-Prüfung von Johannes Heine 1978: Ein Lehrling reinigt den Biberschwanz von Mörtel- und Schmutzanhaftungen, dann wird in Mörtel neu eingedeckt. Nachhaltiger geht es kaum. (Alle Fotos: Johannes Heine)

Tagebuch schreiben zum Verarbeiten der Krebserkrankung

Als der Betrieb konsolidiert ist, erfährt er von seinem Krebs und stellt sofort eine Verbindung zu den Jahren im Dauerstress her. In dieser Situation beginnt Johannes Heine, Vater von fünf Kindern, abends Tagebuch zu schreiben. Er schreibt, um sich zurechtzufinden, Ordnung in das Chaos zu bringen, Termine und medizinische Begriffe festzuhalten. Er schreibt über Angst, Verzweiflung und Hoffnung. Dabei entdeckt Heine die therapeutische Wirkung des Schreibens. „Man kann mit einer Krebsdiagnose ja eigentlich nicht gut schlafen“, berichtet Johannes Heine. „Das Schreiben half mir aber, die Ereignisse so weit zu verarbeiten, dass ich schlafen konnte.“

Tacheles reden ohne Floskeln

Johannes Heine schreibt direkt und ungeschützt, für sich. Am Beginn der Chemotherapie notiert er: „So mein Krebs, heute bekommst Du auf die Fresse.“Während wohlmeinende Menschen, die selbst nie Krebs hatten, ihm Dinge sagen wie ‚Das wird schon wieder!‘, weiß Johannes Heine bald aus intimer Erfahrung: „Das wird nicht wieder. Nur die, die da durch gegangen sind, wissen das und auch, dass nachher nichts mehr so ist wie vorher. Der Krebs räumt mit den Floskeln auf. Wenn man Krebs hat, fängt man an, Tacheles zu reden.“ 

Bild von Dachdecker Johannes Heine bei der Lesung seines Buches
Kommt gerne auf Lesungen mit den Menschen ins Gespräch über sein Krebs-Buch.

Sein persönlicher Blog erhält positive Resonanz

Weil seine Frau so oft nach seinem Befinden gefragt wird, will Johannes Heine sie entlasten. Sein Sohn Felix richtet ihm im Netz einen Blog ein. Hier schreibt der Dachspezialist nun resümierender, aber immer noch offen über seine „ganz persönliche Baustelle“. Die vielfältige, positive Resonanz überrascht Johannes Heine: „Ich bekam viele Rückmeldungen von Leuten, die das selbst schon erlebt hatten oder mittendrin waren im Kampf um das Leben. Es waren ausnahmslos unterstützende Kommentare, eine tolle Erfahrung.“

Ehefrau und Sohn halten den Betrieb am Laufen

Der erste Schritt zur Genesung ist: Verantwortung und Kontrolle abgeben. „Eine Freundin, die selbst eine Krebserkrankung überlebt hat, riet mir: ‚Lass alles los, sonst schaffst du das nicht. Für das, was dir bevorsteht, brauchst du deine ganze Kraft.‘“, erinnert sich Johannes Heine. Ehefrau Maria Heine, langjährige Büroleiterin, Sohn Tobias, damals Klempner, sowie ein angestellter Dachdeckermeister halten den Betrieb am Laufen. Auf die Chemotherapie folgt eine extrem schwere Operation. Fünf Tage liegt Heine danach in künstlichem Koma. Stark geschwächt kommt er in die Reha.

Bild von Dachdecker Johannes Heine bei einer Motorrad-Tour
Die Chemo läuft, die Ärzte sagen: „Bitte keine Motorrad-Tour.” Doch Johannes Heine braust los, mit seiner BMW und Tochter Elisabeth: Amsterdam – Nordseeküste – und Taufe des ersten Enkels in Osnabrück.

Die Grenzen akzeptieren

Der zuvor so umtriebige Unternehmer sieht jetzt das Positive an den Grenzen, die ihm das Leben schon vor der Krebsdiagnose aufzeigte. In den 90er Jahren hatte er noch eine Baufirma gegründet, eine Klempnerei war in Planung. Eine Zimmerei sollte das Ganze später zu einem großen Familienunternehmen abrunden. Manche seiner Kinder hatte Heine mit eingeplant. Doch Sohn Felix stellte sich quer. Unter keinen Umständen wollte er im Unternehmen des Vaters arbeiten. „Das war damals schmerzhaft", erinnert sich Johannes Heine. „Heute weiß ich genau, man muss den Kindern ihren Weg lassen.“ Zusätzlich hatte die wirtschaftliche Entwicklung ihn gezwungen, den Betrieb zu verkleinern. Zum Glück, denn „nach der Reha war ich wie ausgewechselt. Ich hatte keine richtige Lust mehr, mich im Betrieb zu engagieren. Ich schaute eher so vorbei.“

Den Betrieb krisenfest machen und übergeben

Dann aber kommt der angestellte Meister mit hohen Entzündungswerten ins Krankenhaus. „Das war der entscheidende Tritt in den Hintern. Nach einer Woche Schimpfen wie ein Rohrspatz war ich wieder an Bord.“ Die Mission des Unternehmers ist nun: Krisenfestigkeit und Schuldenfreiheit. „Keine Bank, keine Wirtschaftskrise sollte mich mehr in Angst und Schrecken versetzen können“, erläutert Johannes Heine. Nach Jahren genauer Planung übergibt er 2019 einen qualitätsgeprüften, gesunden und robusten 100 TOP-Dachdecker-Betrieb an Sohn Tobias, der inzwischen Dachdecker- und Klempnermeister ist.

Bild von Dachdecker Johannes Heine in Zunftkleidung
2024 Umzug in den Alters-(Un)-Ruhesitz – Heines tauschen ihren angestammten, 130 Jahre alten viergeschossigen Altbau gegen eine selbst geplante, moderne und altersgerechte Bleibe.

Auch Bücher schreiben will gelernt sein

Zwei Jahre dauert es von der Diagnose bis zu dem Moment, in dem Johannes Heine sich sagen kann: „Hier kommst du lebend raus.“ Erst da denkt er an ein Buch. Zehn Jahre versucht er sich daran, vergeblich. „Ich wusste, wie man Dächer deckt, aber nicht, wie man Bücher schreibt.“ Dann trifft er Martina Rellin, Autorin von Bestsellern wie „Klar bin ich eine Ost-Frau!“ und ehemalige Chefredakteurin der Ost-Zeitschrift „Das Magazin“. Rellin hat einen kleinen Verlag und eine Schreibwerkstatt gegründet und leitet Schreibgruppen an, auch in Grimma. Ihr zeigt Johannes Heine ein auf dem Blog basierendes Manuskript und auch sein Tagebuch. Rellin erkennt sofort dessen Qualität. Gemeinsam mit Heine macht sie aus 1000 Seiten Tagebuch das 300-seitige Mutmach-Buch.

Bild von Dachdecker Johannes Heine vor Publikum
Das Interesse ist groß, wenn Johannes Heine seine Bücher öffentlich vorstellt.

Veröffentlichung zur Corona-Zeit

Das Buch bekommt eine tolle Presse, doch die Leipziger Buchmesse 2020 wird wegen Corona abgesagt, Live-Lesungen sind lange nicht möglich. „Mit dem Krebsbuch sind wir zu Beginn elendig gestrandet“, resümiert Johannes Heine trocken. Doch wenn er heute öffentlich aus dem Buch liest, in Reha-Kliniken, bei Selbsthilfegruppen, gelingt dem Autor das, was er sich erhofft hat. Betroffenen Mut zu machen und Anregung zu geben für den eigenen Weg zur Genesung. Offenheit und Humor des Autors ermöglichen tiefe Gespräche mit dem Publikum, manchmal auch nachher, unter vier Augen. „Wir gehen dann auch mal ans Eingemachte.“

Bild von Dachdeckern in der DDR
Johannes Heine beim „Pfusch-machen“ mit „Feierabend-Brigade“, wie er es nennt. Statt Gerüst eine improvisierte Leiter-Konstruktion, ca. 1974 in Cottbus.

Das zweite Buch aus Spaß an der Freude

In Martina Rellins Schreibwerkstatt entdeckt Johannes Heine das Schreiben noch mal ganz neu. „Sie hat uns einen Satz gegeben und wir alle haben in 45 Minuten von da aus eine Geschichte geschrieben. Das hat so viel Spaß gemacht!“ Aus „Spaß an der Freude“ schreibt er nun über sein Leben in der DDR, die seine elf Enkelkinder nicht kennengelernt haben und über die sie so wenig in der Schule erfahren.

Bild von Dachdecker Johannes Heine mit seinem Buch Ich und die DDR
Seine Lehrerin würde staunen: Der stolze Autor mit seinem zweiten Buch. (Foto: Thomas Kube)

Ein Leben in der DDR

Johannes Heine schreibt über seine Prägung in einer katholischen Familie und wie ihn das in der Schule zum Außenseiter macht. Er erzählt von seiner Zeit bei der Nationalen Volksarmee, von Schwarzarbeit nach Feierabend, von Westkontakten und der Stasi. Er würzt seine Erinnerung mit Humor und gibt noch etwas historische Fakten hinzu. Unter dem Lektorat von Martina Rellin wird daraus: „Ich und die DDR. Hannes – Das Buch“. Der Buchstart auf der Leipziger Buchmesse 2023 ist ein Erfolg.

Hobbymusikant bei den „Grimmaschen Schmerzbuben“

Heute ist Johannes Heine Rentner. Er hat mit Unterstützung seiner Frau gelernt, dass die „Tür zum Hamsterrad“ auch nach dem Krebs noch offensteht und wie er es lassen kann, sich wieder Stress zu organisieren. So hat er sich nach 25 Jahren im Stadtrat von Grimma 2024 nicht mehr zur Wahl gestellt.  Er macht jetzt Musik mit den „Grimmaschen Schmerzbuben“, einer, was schiefe Töne angeht, furchtlosen Truppe von Hobbymusikanten. Mit seiner alten Schreibgruppe trifft er sich regelmäßig. Mit seiner Verlegerin und auch allein reist er zu Lesungen. Und in der Zeit, die seine Enkelkinder ihm lassen, schreibt er am nächsten Buch: Wie war das eigentlich, damals, als aus zwei Deutschlands eins wurde?

Bild von Dachdecker Johannes Heine mit den Grimmaschen Schmerzbuben
Grimmasche Profihandwerker als „Grimmaschen Schmerzbuben“. Von links nach rechts: der Klempner als Sänger, der Schornsteinfeger an der Tuba, Dachdeckermeister Heine am Zerrwanst, Enkel Oskar an der Ziehharmonika und der Schuhmacher an der Steierischen Harmonika.

Bücher von Johannes Heine

 „Ein Mann steigt seinem Krebs aufs Dach. Das Mutmach-Tagebuch”, 380 S., 18 €, Rellin Verlag, ISBN 978-3981479812

„Ich und die DDR”, 202 Seiten, 14 €, Rellin Verlag, ISBN 978-3981479843

Sie interessieren sich für Hobbys von Dachdeckern? Dann lesen Sie unsere Story über Jochen Schmidt, den Weinexperten vom Dach.

Anja Streiter

Hat bisher vor allem Bücher, Artikel und Rezensionen über Filme geschrieben. Fragen stellen, zuhören, Zusammenhänge verstehen und gute Texte schreiben, das sind die Leidenschaften, die sie als Quereinsteigerin bei Dach\Live einbringt.

Services Dachmarketing

Der Marketing-Spezialist für Dachdecker und Zimmerer

Wir können Dach. Dachmarketing unterstützt Dachdecker und Zimmerer rund um analoge Werbung, wie Gerüstbanner oder Fahrzeugwerbung, und digitale Lösungen, wie die Software Mein Büro und den Website-Konfigurator für die Profi-Website.

Bild von Dachdecker-Website

Software Mein Büro

Angebote & Rechnungen und Baustellenverwaltung: Die Handwerkersoftware für kleinere Betriebe.

Bild von Dachdecker-Website

Profi-Website

Mit Layoutvorlagen und wenigen Klicks im Website-Konfigurator oder als individuelles Unikat.

Bild von Dachdecker-Website

Gerüstbanner

Weithin sichtbar: Gerüstbanner für mehr Bekanntheit, neue Aufträge oder Nachwuchswerbung.

Bild von Dachdecker-Website

Werbemittel

Zollstöcke, Bleistifte oder Feuerzeuge – mit individuellen Werbemitteln im Gedächtnis bleiben.

Aktuelle Artikel

Nahaufnahme eines Mannes mit kurzen Haaren, leichtem Bart und grünem Reißverschlussjacke, neutraler Gesichtsausdruck, Hintergrund unscharf.

8. Oktober 2026

Aufsichtsratsvorsitzender der DEX eG: Die genossenschaftliche Idee überzeugt

Ein Arbeiter in Shorts und Sportschuhen kniet auf einem Dach mit Holzplatten unter blauem Himmel.

6. Oktober 2026

Gesicht der Dach+Holz 2028: Zimmerer Finn Dettinger

Ausschnitt einer Webseite eines Dachdeckerbetriebs mit Dachziegeln und teilweise lesbarem Text auf Deutsch.

1. Oktober 2026

Website und E-Mail aus einer Hand: Wie ein Dachdecker keine Mails mehr verliert

Schräge Dachfläche eines Gebäudes mit dunklen Dachziegeln und Schneefanggittern, unter bewölktem Himmel.

29. September 2026

Dachsicherheit für Metall- und Bitumenschindeldächer neu gedacht

Teilweise sichtbares Logo und weiße Buchstaben auf dunklem Hintergrund, ein Teil einer Person mit weißem Hemd und schwarzer Weste am rechten Bildrand.

24. September 2026

Nationaltrainer Carsten Daub: Mit viel Spaß und wenig Druck zur WM

Eine Person hält ein langes rechteckiges Holzbrett in einer Messehalle, Hintergrund zeigt Decke mit Lichtern und einen verschwommenen Informationsstand.

22. September 2026

Leiterunfälle lassen sich vermeiden

Mehrere Personen in traditioneller Handwerkerkleidung, stehen draußen auf Steinen, posieren für ein Gruppenfoto.

17. September 2026

Arno Billen: nach Großbrand ein zweites Mal angefangen

Ein junger Mann mit Bart und kurzem Haar lächelt, trägt ein dunkelblaues Poloshirt, Hintergrund unscharf in Innenraum.

15. September 2026

Hauke Meyer-Behrends ist ein echter Küstendachdecker