Inhaltsverzeichnis
- Freiwilliges Soziales Jahr im Waldkindergarten
- Praktika als Schreiner und Zimmerer
- Praktisch arbeiten und nach Lösungen suchen
- Auf das Team kommt es an
- Zielstrebig, aktiv und gerne unter Freunden
- Lieber Praxis als Schulbank
- Als Gesicht der Dach+Holz 2028 junge Menschen erreichen
- Der Meister ist das nächste große Ziel
Finn Dettinger hat im Sommer 2026 seine Ausbildung zum Zimmerer erfolgreich abgeschlossen und weiß bereits ziemlich genau, wohin sein Weg führen soll. Er möchte sich fachlich weiterentwickeln, mehr Verantwortung übernehmen und anderen jungen Menschen zeigen, welche Möglichkeiten das Handwerk bietet. Als Gesicht der Dach+Holz 2028 vom 7. bis 10. März in Stuttgart bekommt er neben Dachdeckermeisterin Susanne Heinrich dafür eine besondere Bühne.
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Freiwilliges Soziales Jahr im Waldkindergarten
Nach der mittleren Reife wusste Finn noch nicht genau, welchen beruflichen Weg er einschlagen wollte. Deshalb entschied er sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Waldkindergarten und nutzte die Zeit zur beruflichen Orientierung. Die Leiterin brachte ihn auf das Zimmererhandwerk. Das Gebäude des Waldkindergartens war von einem Zimmerer gebaut worden, den sie persönlich kannte. Sie empfahl Finn, sich den Beruf einmal näher anzusehen.
„Ich bin überglücklich, dass ich die Zimmererlehre gemacht habe.“
Praktika als Schreiner und Zimmerer
Mit Holz hatte Finn Dettinger bereits während eines Praktikums in einer Schreinerei gearbeitet. Der Werkstoff gefiel ihm, die Arbeit in der Werkstatt war ihm auf Dauer jedoch zu eintönig. Also absolvierte er ein weiteres Praktikum – diesmal als Zimmerer. Die unterschiedlichen Baustellen, wechselnden Aufgaben und neuen Herausforderungen überzeugten ihn. „Kein Tag ist gleich“, sagt Finn. Danach stand für ihn fest, dass er diesen Beruf erlernen wollte. Eine Entscheidung, die er während seiner dreijährigen Ausbildung nicht infrage stellte. Im Gegenteil: „Ich bin überglücklich, dass ich das gemacht habe.“


Praktisch arbeiten und nach Lösungen suchen
Was Finn Dettinger am Zimmererberuf gefällt, ist nicht allein die Arbeit mit Holz. Er arbeitet gerne praktisch, sucht nach Lösungen und schätzt es, am Ende eines Arbeitstages ein sichtbares Ergebnis vor sich zu haben. Dabei hat er einen hohen Anspruch an seine eigene Arbeit. „Wenn ich weiß, genauso hätte ich es auch bei mir zu Hause gemacht, dann ist das ein schönes Gefühl“, sagt er.
Besonders gerne arbeitet Finn an Neubauten und Fassaden. Sein Arbeitgeber, die Stoll Zimmerei & Dacheindeckungen GmbH in Pforzheim, führt auch viele Dachsanierungen durch. Seit seinem Ausbildungsabschluss hat sich Finns Arbeitsalltag bereits verändert. Als Geselle wird ihm mehr zugetraut und er übernimmt Aufgaben zunehmend selbstständig auf der Baustelle. Genau das wünscht er sich für seinen weiteren Weg: dazulernen und Schritt für Schritt mehr Verantwortung übernehmen.
Auf das Team kommt es an
Selbstständig zu arbeiten, bedeutet für Finn Dettinger nicht, alles allein machen zu wollen. Das Miteinander gehört für ihn zum Zimmererhandwerk dazu. In seinem Betrieb schätzt er besonders die Mischung aus jungen und erfahrenen KollegInnen. Während die einen neue Ideen einbringen, können die anderen auf viele Jahre Berufserfahrung zurückgreifen. „Jeder erläutert seine Vorstellungen und dann wird geschaut, was am besten für eine Fragestellung ist“, beschreibt er die Zusammenarbeit.
Ein gutes Team zeigt sich für Finn aber nicht nur darin, gemeinsam die beste fachliche Lösung zu finden. Genauso wichtig ist es, sich gegenseitig zu unterstützen. Hat jemand einen schlechten Tag oder fehlt einmal die Motivation, sind es die KollegInnen, die einen wieder mitziehen. Auch gemeinsame Unternehmungen stärken für ihn den Zusammenhalt über den Arbeitsalltag hinaus.
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Zielstrebig, aktiv und gerne unter Freunden
Zielstrebig – so würde Finn Dettinger sich selbst beschreiben. Neben dem Beruf sind ihm aber auch seine Freunde und seine Freizeit wichtig. Lange Zeit spielten Fußball und Tennis eine große Rolle. Während der Ausbildung wurde es jedoch zunehmend schwieriger, die festen Trainingszeiten mit dem Arbeitstag zu vereinbaren. Heute spielt Finn gelegentlich Padel und verbringt vor allem gerne Zeit mit seinen Freunden.
An die körperliche Arbeit auf der Baustelle musste er sich zu Beginn seiner Ausbildung erst gewöhnen. Direkt aus der Schule kommend, waren acht Stunden auf der Baustelle oder auf dem Dach eine Umstellung. „Abends war ich schon echt müde“, erinnert er sich. Inzwischen gehört die körperliche Belastung für den Zimmerergesellen zum normalen Arbeitsalltag.
Seine handwerklichen Fähigkeiten sind mittlerweile auch im privaten Umfeld gefragt. Wenn bei Familie oder Freunden etwas ansteht, hilft Finn gerne. Und auch für sich selbst hat er bereits ein größeres Projekt im Kopf: Irgendwann möchte er ein eigenes Haus besitzen und bei einer Sanierung oder einem Umbau möglichst viel selbst machen.
Lieber Praxis als Schulbank
Dass Finn Dettinger lieber praktisch arbeitet, zeigte sich auch während seiner Ausbildung. Besonders positiv blickt er auf die letzten beiden Ausbildungsjahre und die überbetriebliche Ausbildung im Bildungszentrum Holzbau in Biberach zurück. Weniger lag ihm das erste Ausbildungsjahr mit seinem hohen Berufsschulanteil. „Das Praktische hat mir einfach viel mehr gefallen“, sagt er.
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Während seiner Ausbildung hat Finn Dettinger auch erlebt, dass sich längst nicht nur junge Männer für den Zimmererberuf entscheiden. In seiner Klasse und auch in seinem Betrieb arbeiten Frauen im Handwerk. Für ihn ist das selbstverständlich. Entscheidend ist für den Zimmerergesellen, dass jemand Freude an der Arbeit hat und sich mit seinen Fähigkeiten und Ideen einbringt.
Wer sich für den Zimmererberuf interessiert, sollte aus seiner Sicht vor allem Ehrgeiz und Freude an der Arbeit mitbringen – und natürlich keine Höhenangst haben. Wichtig sei, wirklich Lust auf den Beruf zu haben und bereit zu sein, sich immer wieder auf neue Aufgaben einzulassen.



Als Gesicht der Dach+Holz 2028 junge Menschen erreichen
Dass Finn Dettinger das Zimmererhandwerk künftig auch über seinen eigenen Betrieb hinaus vertreten wird, ergab sich eher unerwartet. Seine Chefin machte ihn und weitere junge Mitarbeiter auf die Suche nach den neuen Gesichtern der Dach+Holz 2028 aufmerksam. Finn bewarb sich und erhielt rund einen Monat später auf der Baustelle den Anruf, dass er ausgewählt worden war. Bei mehr als 150 Bewerbungen hatte er damit nicht gerechnet. Welche Aufgaben genau auf ihn zukommen, wird sich in den kommenden Monaten konkretisieren. Fest stehen bereits ein Fotoshooting für die Kommunikation rund um die Messe und seine Teilnahme in Stuttgart 2028.
Mit seiner neuen Rolle als Gesicht der Dach+Holz 2028 verbindet Finn Dettinger vor allem ein persönliches Anliegen. Er möchte jungen Menschen zeigen, welche Möglichkeiten eine Ausbildung im Handwerk bietet. Gerade denjenigen, die nach der Schule noch nicht genau wissen, wie es weitergehen soll. Schließlich kennt er diese Situation aus eigener Erfahrung. Ihnen empfiehlt er, verschiedene Berufe über Praktika kennenzulernen.
Gleichzeitig freut Finn sich auf den Austausch mit anderen Handwerkern. Ihn interessiert, wie andere Betriebe arbeiten und welche Erfahrungen sie mit der Ausbildung machen. Dabei möchte er nicht nur seine eigenen Erfahrungen weitergeben, sondern auch neue Eindrücke und Ideen mitnehmen.
Der Meister ist das nächste große Ziel
Eigentlich hatte Finn geplant, nach seiner Ausbildung zunächst einige Jahre als Geselle Berufserfahrung zu sammeln. Sein sehr guter Ausbildungsabschluss könnte diesen Plan nun verändern: Aufgrund seiner Leistungen hat er die Möglichkeit, ein Stipendium für seine weitere berufliche Qualifikation zum Zimmerermeister zu erhalten und hat sich bereits dafür beworben. Sollte es mit der Förderung klappen, möchte er die Chance nutzen.
Den Zimmerermeister zu machen, kann er sich ohnehin gut vorstellen. Langfristig möchte er mehr Verantwortung übernehmen und sieht sich durchaus auch einmal in einer leitenden Position. Bei einer Sache muss Finn dagegen nicht lange überlegen: Auch in zehn Jahren möchte er noch als Zimmerer auf Baustellen arbeiten. Denn sein Job verbindet genau das, was ihm wichtig ist: Praktisch arbeiten, immer wieder vor neuen Herausforderungen stehen und am Ende des Tages sehen, was man mit den eigenen Händen geschaffen hat.
Wer sind die Gesichter der Dach+Holz 2028?
Die Gesichter der Dach+Holz International 2028 sind der Zimmerergeselle Finn Dettinger von der Stoll Zimmerei & Dacheindeckungen GmbH in Pforzheim und die Dachdeckermeisterin Susanne Heinrich, Chefin der Dachdeckerei Heinrich in Wolfsegg. Sie wurden aus mehr als 150 Bewerbungen ausgewählt und werben als Messegesichter für die Ausbildung im Handwerk.
Wann und wo findet die Dach+Holz 2028 statt?
Die Dach+Holz International 2028 findet vom 7. bis 10. März 2028 in Stuttgart statt.
Was sollte man mitbringen, um Zimmerer zu werden?
Laut Finn Dettinger vor allem Ehrgeiz, Freude an der Arbeit und keine Höhenangst. Wichtig ist, wirklich Lust auf den Beruf zu haben und sich immer wieder auf neue Aufgaben einzulassen. Wer noch unsicher ist, sollte verschiedene Berufe über Praktika kennenlernen. Die Ausbildung zum Zimmerer dauert drei Jahre.





















