Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann im Anzug steht drinnen vor einem Mikrofon, im Hintergrund sind große Fenster und ein weiterer Mann am Telefon.

Dachdecker-Präsident will nicht wieder in Quarantäne

Knut Köstergarten

16. April 2020

Dirk Bollwerk ist zurzeit Krisenmanager an zwei Fronten. Als ehrenamtlicher ZVDH-Präsident geht es ihm zentral darum, dass die Mitgliedsbetriebe auf seriöse und umfassende Weise mit allen für sie relevanten Informationen versorgt werden. Als Dachdeckermeister muss er seinen Betrieb am Laufen halten so gut es geht und mit minimiertem Ansteckungsrisiko für seine Mitarbeiter und sich selbst. „Ich war nach einem kurzen Skiurlaub noch vor den harten Ausgangsbeschränkungen selbst zwei Wochen in häuslicher Quarantäne. So einen Hausarrest wünsche ich niemandem und möchte ich nicht noch einmal erleben“, sagt Bollwerk.

Dachdecker Dirk Bollwerk ZVDH-Präsident

ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk (links) im Gespräch mit Peter Aicher, Präsident von Holzbau Deutschland, auf der Messe DACH+Holz 2018.

Baustellen: Schutz der Mitarbeiter und Auftraggeber sichern

Als ZVDH-Präsident ist es sein Anliegen, dass möglichst alle Mitgliedsbetriebe vor einer Quarantäne verschont bleiben. „Trotz der Ausbreitung des Corona-Virus können viele Dachdecker ihrer Arbeit weiterhin nachgehen. Worauf es auf Baustellen nun ankommt, ist der Schutz der Mitarbeiter, aber auch der Auftraggeber. Daher haben wir als ZVDH gemeinsam mit den Landesverbänden und Innungen eine umfangreiche Aufklärungskampagne für unsere Mitgliedsbetriebe gestartet.“ Im Zentrum steht eine eigene Corona-Website, über die der Zugang zu allen wichtigen Informationen, Antragsformularen und Vorlagen für Anschreiben im internen Bereich möglich ist. „Es gibt ja viele Falschmeldungen rund um Corona. Wir wollen dem seriöse, gesicherte Infos entgegensetzen“, erklärt der ZVDH-Präsident.

„Uns ist klar, dass das Einhalten der Gesundheitsvorschriften überlebensnotwendig ist“, so Bollwerk weiter, „und zwar in menschlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.“ Die Situation erfordere von allen, sich der besonderen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern zu stellen. Analysen zeigten, dass unsere Materialien in hohem Maße abgerufen werden. „Die Informationen kommen also bei den Betrieben an und werden genutzt“, stellt der ZVDH-Präsident fest. Er hat zudem die große Hoffnung, „dass wir gerade jetzt das ZVDH-Intranet noch bekannter machen können“.

Dirk Bollwerk Dachdecker ZVDH-Präsident Corona

 Dirk Bollwerk zu Corona: „Uns ist klar, dass das Einhalten der Gesundheitsvorschriften überlebensnotwendig ist.“ (Foto: ZVDH)

Dachdecker-Präsident geht im eigenen Betrieb mit gutem Beispiel voran

Im eigenen Dachdecker-Betrieb setzt Bollwerk um, was er als ZVDH-Präsident allen Betrieben ans Herz legt – die bekannten Abstands- und Hygieneregeln so gut wie möglich einhalten. Es beginnt damit, dass die Kolonnen zeitversetzt vom Firmengelände starten, um 6.30, 7 und 7.30 Uhr. Zudem gibt es feste Zweier-Teams, die zusammen auf die Baustellen fahren und dort arbeiten. „Klar kannst Du im Transporter nicht den korrekten Abstand einhalten. Auch an einer zwei Meter Abkantbank geht das nicht, wenn zwei Leute dran arbeiten“, erklärt Bollwerk.

Der Chef selbst ist nicht mehr so oft auf den Baustellen. „Ich schaue pro Woche nur noch bei einem Team vorbei.“ Ansonsten wird telefonisch oder per Internet kommuniziert. „Wichtige Infos senden mir die Mitarbeiter via WhatsApp von den Baustellen. Bollwerk hat dabei den Eindruck, dass seine Leute den Ernst der Lage schon verstanden haben und sich auch in der Freizeit an die offiziellen Vorgaben halten. Für alle Fahrzeuge hat er Wasserkanister mit einem extra Hahn gekauft, dazu „Waschlotion Mandelmilch-Honig für zarte Dachdeckerhände“ und jede Menge Küchenrolle zum Abtrocknen. „Und ich sage meinen Leuten: geht Elektriker und Putzern aus dem Weg“, fügt Bollwerk mit einem Lachen hinzu. Humor ist wichtig in diesen schwierigen Zeiten mit ungewisser Perspektive.

Dachdecker Corona BBZ Mayen

Ungewisse Zukunft wegen Corona: Die Teilnehmer des Meister-Jahrgangs 2020 am Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Mayen bereiten sich allein zuhause auf die Prüfungen vor. (Foto: BBZ Mayen)

Dachdecker-Präsident sieht schwierige Finanzsituation bei den Ausbildungsstätten

Das gilt sicher auch für die überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Als schwierig stuft Bollwerk die finanzielle Situation durch den Ausfall zahlreicher Kurse an vielen Bildungsstätten des Dachdeckerhandwerks ein. Viele haben aber bereits auf E-Learning umgestellt. So können sich die Azubis und Meisterschüler aktuell von zuhause aus weiter auf die theoretischen Prüfungen vorbereiten“, erklärt der ZVDH-Präsident. Allerdings ersetze das nicht das Trainieren praktischer Fertigkeiten in den Werkstätten. Digital ist auch der ZVDH-Vorstand vernetzt. „Wir haben schon vor Corona etwa Fachausschusssitzungen oder Besprechungen des Präsidiums über Video-Konferenzen organisiert“, berichtet Bollwerk. „Das ist eingespielt und wir nutzen das auch für das Krisenmanagement.“

Sie interessieren sich für aktuelle Informationen zu Corona? Dann lesen Sie unseren Artikel über den Umgang mit Abstandsregeln, Hygiene und Erkrankungen bei Dachdeckern und Zimmerern.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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