Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Person arbeitet auf einem Dach mit dunklen Dachziegeln und benutzt Werkzeuge, um Reparaturen oder Wartungsarbeiten unter blauem Himmel durchzuführen.

Gefälschte Meisterbriefe: Dachdecker bei Jobsuche aufgeflogen

Knut Köstergarten

20. Mai 2025

In Zeiten des verschärften Fachkräftemangels suchen Dachdeckerbetriebe und Handwerker generell händeringend ausgebildete Fachkräfte und Meister. Doch Vorsicht: Nicht jeder Kandidat spielt mit sauberen Karten. Gefälschte Meisterbriefe sind der Joker. Das zeigt ein aktueller Fall aus dem Raum Aachen: Ein angeblicher Dachdeckermeister bewarb sich als Betriebsleiter – mit täuschend echt aussehenden Dokumenten. Erst bei genauer Prüfung fiel auf, dass die Meisterprüfung nie bei der Handwerkskammer Aachen abgelegt wurde. Diese hat jüngst den Fall öffentlich gemacht und warnt in einer Pressemeldung vor einer zunehmenden Zahl gefälschter Meister- und Gesellenbriefe.

Urkunden im Zweifel von der Handwerkskammer checken lassen

„Diverse Internetseiten bieten sogenannte Schmuckurkunden an, die täuschend echt wirken und für unter zehn Euro zu haben sind“, erklärt Georg Stoffels, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) Aachen. Arbeitgeber, die einen Meister einstellen möchten, sollten also im Zweifelsfall immer bei der jeweiligen Handwerkskammer nachfragen, die das Dokument ausgestellt haben soll. „Wir arbeiten zudem an digitalen Lösungen, mit denen Betriebe künftig Meisterbriefe und Gesellenbriefe selbst auf Echtheit überprüfen können“, so Stoffels weiter.

Bild von Georg Stoffels von der HWK Aachen
Georg Stoffels, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, warnt vor gefälschten Meister- und Gesellenbriefen. (Foto: HWK Aachen)

Auch Gesellenbrief kann eine Fälschung sein

Aber es gibt nicht nur gefälschte Meisterbriefe, auch Lehrgangszertifikate und Gesellenbriefe werden gefälscht. „Wir haben bereits Dokumente gesehen, die von echten Urkunden kaum zu unterscheiden waren“, berichtet Stoffels. Lediglich kleinste Details, wie falsche Namen von früheren Präsidenten oder abweichende Stempeldesigns, lassen auf eine Fälschung schließen.

Gefälschte Meisterbriefe: Problem nimmt bedenklich zu

Das Problem ist nicht neu, nimmt aber bedenklich zu, weil gefälschte Zeugnisse aller Art leicht und kostengünstig im Internet zu erhalten sind. Gelegenheit macht also Diebe. Auch die Handwerkskammern in Dortmund und in der Rhein-Neckar-Odenwald-Region haben sich bereits in den Medien geäußert und der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks hat das Thema ebenfalls auf dem Schirm. „Gefälschte Meisterbriefe und Gesellenbriefe sind eine ernsthafte Bedrohung für die Qualität und Sicherheit unseres Handwerks“, erklärt Präsident Dirk Bollwerk. „Wir appellieren an alle Betriebsinhaber, Bewerbungsunterlagen sorgfältig zu prüfen und sich im Zweifel an die zuständigen Handwerkskammern zu wenden. Nur so können wir gemeinsam die hohen Standards unseres Berufsstandes schützen.“

Bild von gefälschtem Meisterbrief
Gefälschter Meisterbrief eines Dachdeckers. (Foto: HWK Aachen)

Strafrechtliche Konsequenzen für Betrüger

Wer gefälschte Meisterbriefe oder Gesellenbriefe nutzt, begeht eine Straftat. „Sowohl Herstellung und Verkauf als auch Verwendung solcher Dokumente sind strafbar“, erklärt Stoffels. Die Handwerkskammer Aachen leitet jeden Verdachtsfall konsequent an die Staatsanwaltschaft weiter. Neben Geldstrafen droht der Person sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Auch zivilrechtliche Schadensersatzansprüche können auf die Betrüger zukommen.

Meisterbrief ist das Qualitätssiegel im Handwerk

Neben den rechtlichen Folgen birgt eine fehlende Meisterqualifikation auch erhebliche Risiken für Kunden und Betriebe. „Mangelhafte Handwerksleistungen können nicht nur wirtschaftliche Schäden verursachen, sondern im schlimmsten Fall auch Leben gefährden“, warnt Stoffels. Denn der Meisterbrief ist das Qualitätssiegel des Handwerks. Die Handwerkskammern rufen Betriebe dazu auf, Verdachtsfälle zu melden und Qualifikationen genau zu überprüfen.

Bild von Website für gefälschte Meisterbriefe
Für knapp 10 Euro lassen sich Meisterbriefe "als extravagantes Geschenk" erwerben. (Screenshot: berufsdiplom.org)

Websites bewerben Urkunden als Dekoration oder Geschenk

Gleich mehrere Anbieter aus Asien oder Russland offerieren nach einem Bericht des Deutschen Handwerksblatts gegen Gebühr Zeugnisse und Urkunden. Ein Beispiel dafür ist die Website Berufsdiplom. Wer da auf Kontakt klickt, findet eine Adresse aus dem chinesischen Hongkong. Geworben wird auf der Startseite mit Slogans wie „Als privater Ersatz für ‚Verlorenes“ oder „Als beeindruckende Dekoration“ oder „Als extravagantes Geschenk“ - mit einem Preis von nur 9,99 Euro. Dort werden auch Meisterbriefe angeboten mit Logos von Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern, natürlich ohne deren Genehmigung.

Bild von Beispielen von gefälschten Meisterbriefen
So sehen täuschend echte Meisterbriefe aus. (Screenshot: berufsdiplom.org)

Handwerkskammern wollen Austausch verbessern

Um wirkungsvoll gegen Betrüger vorgehen zu können, die sich durch gefälschte Meisterbriefe einen Arbeitsplatz erschleichen möchten, wollen die Kammern künftig ihren Austausch weiter verbessern. Die gegenseitige Datenunterstützung bei der Prüfung von für Eintragung in die Handwerksrolle vorgelegten Zeugnissen erhöhen die Chancen, Betrüger zu entlarven, vor allem solche, die es nacheinander in verschiedenen Regionen versuchen.

Sie interessieren sich für Themen aus den Verbänden? Dann schauen Sie doch mal in unserer Rubrik Innungen & Verbände vorbei.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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