„Der ZVDH steht vor einem berufspolitischen Dreikampf“

DACH-Ticker

KfW-Programm EH55 für Effizienzhäuser gestoppt

Angesichts einer Antragsflut hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Förderung für energieeffiziente Gebäude vorläufig gestoppt. Wie das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium mitteilte, werden Anträge von der staatlichen Förderbank KfW vorerst nicht mehr bewilligt. Die neue Bundesregierung plane zudem eine grundlegende Reform der Förderung. Endgültig eingestellt wurde am Montag die Neubauförderung des sogenannten Effizienzhauses 55 (EH55), die ohnehin zum Monatsende ausgelaufen wäre. Nun führte das Auslaufen der Förderung zu einem Ansturm auf das Programm: Die Antragsflut im Januar habe nach Ministeriumsangaben die bereitgestellten Mittel über die staatliche KfW-Bank deutlich überstiegen.

26. Januar 2022

Baugenehmigungen für Wohnungen im November 2021 um 2,6 Prozent gestiegen

Im November 2021 wurde in Deutschland der Bau von 29 020 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das saison- und kalenderbereinigt 2,6 Prozent mehr als im Oktober 2021. Insgesamt ergab sich Januar bis November 2021 ein plus 2,8 Prozent bei den Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

24. Januar 2022

Bauder wird neuer Anteilseigner bei Sita

Mit einem gleichberechtigten Anteil von 33 Prozent steigt das Stuttgarter Familienunternehmen Bauder, vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts, als dritter Gesellschafter beim Dachentwässerungs-Spezialisten Sita ein. Mit dieser neuen strategischen Partnerschaft wollen die beiden Unternehmen ihre bereits heute enge und erfolgreiche Zusammenarbeit weiter intensivieren.

18. Januar 2022

BMI baut Kunststoffbahnen-Produktion aus

Mit einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe erweitert die BMI Gruppe bis 2024 die Produktionskapazitäten für den deutschen Markt, um der wachsenden Nachfrage nach Kunststoffbahnen gerecht zu werden. BMI strebt damit langfristig die Marktführerschaft in diesem Segment an. Mit den Marken Cosmofin, Tectofin und Wolfin ist die deutsche BMI Gruppe einer der großen Anbieter von Abdichtungsbahnen aus Kunststoff in Deutschland. Die Produkte der ehemaligen Wolfin Bautechnik GmbH, die mittlerweile in der BMI Flachdachsysteme GmbH aufgegangen ist, gehören zu den führenden Kunststoffbahnen am deutschen Markt.

17. Januar 2022

Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,7 Prozent gestiegen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt war im Jahr 2021 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,7 Prozent höher als im Jahr 2020. „Die konjunkturelle Entwicklung war auch im Jahr 2021 stark abhängig vom Corona- Infektionsgeschehen und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen“, sagte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. „Trotz der andauernden Pandemiesituation und zunehmender Liefer- und Materialengpässe konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Vorjahr erholen, wenngleich die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht hat“, so Thiel weiter. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2021 noch um zwei Prozent niedriger.

14. Januar 2022

Materialengpässe am Bau gehen langsam zurück

Die Materialengpässe auf den deutschen Baustellen haben sich zum Jahresende leicht gebessert. Auf dem Hochbau haben im Dezember noch 31,3 Prozent der Unternehmen Lieferprobleme erlebt, im Vormonat waren es 34,5 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Trotz der aktuellen Verbesserungen bleibt die Lage angespannt. Die Werte sind im langfristigen Vergleich immer noch außergewöhnlich hoch“, sagt ifo Forscher Felix Leiss. Bei Holz und bei Stahl zeichnet sich eine gewisse Entspannung ab, dennoch wurden in beiden Fällen noch Engpässe gemeldet. Dämmmaterial und (andere) Kunststoffprodukte bleiben problematisch. „Die erheblich gestiegenen Materialpreise setzten die Bauunternehmen zusätzlich unter Druck. Insbesondere auf dem Hochbau planen die Betriebe, die Kosten in den kommenden Monaten an die Bauherren weiterzugeben“, ergänzt Leiss.

9. Januar 2022

Im Oktober wurden 29.597 Wohnungen genehmigt

Im Oktober 2021 wurde in Deutschland der Bau von 29.597 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das saison- und kalenderbereinigt 3,2 Prozent weniger als im September 2021. Dennoch gab es im Zeitraum von Januar bis Oktober 2021 4,2 Prozent mehr Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum.

17. Dezember 2021

Messe Dach+Holz auf Juli 2022 verschoben

Die Branchenleitmesse Dach+Holz International findet nicht wie ursprünglich geplant im Februar 2022 in Köln statt. Das Andauern der Coronapandemie sowie unkalkulierbare Rahmenbedingungen für die Durchführung von Messen seitens der Politik machen eine verlässliche Planung unmöglich. Daher hat sich der Veranstalter gemeinsam mit den Trägerverbänden der Messe einstimmig für eine Verlegung auf den 5. bis 8.Juli 2022 entschieden.

9. Dezember 2021

Arbeitsmarkt sicher durch den Winter zu bringen

„Der Arbeitsmarkt ist bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Die Novemberzahlen belegen erneut, dass wir die Folgen dieser tiefen wirtschaftlichen Krise nach und nach überwinden“, erklärt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Im November ist die Arbeitslosenquote weiter leicht gesunken und liegt jetzt bei 5,1 Prozent. Insgesamt sind damit 2,3 Millionen Menschen arbeitslos, 60.000 weniger als im Vormonat. Selbst saisonbereinigt ist ihre Zahl immer noch um 34.000 gesunken. Bis September ist außerdem die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds auf 751.000 Personen gesunken. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt. Sie lag im September bei 34,3 Millionen Beschäftigten.

6. Dezember 2021

Kalzip: Neuerung in der Geschäftsführung

Andrew Leach hat Anfang Dezember den Posten des CEO der Kalzip GmbH, Koblenz, übernommen. Der gebürtige Brite ist seit vielen Jahren in der Branche und bei Kalzip tätig, unter anderem in verschiedenen Führungspositionen in Sales und Marketing auf internationaler Ebene. In seiner neuen Funktion leitet er das Unternehmen in Deutschland federführend und tritt damit die Nachfolge von Frank Krauskopf an, der sein Mandat als Geschäftsführer niederlegt. Gemeinsam mit Peter Brechtelsbauer, der bereits seit März 2018 als CEO bei Kalzip tätig ist, wird Leach in der Geschäftsführung agieren.

2. Dezember 2021

Dirk Bollwerk gibt ein Interview zur Fachkräftesicherung mit all ihren Facetten als zentrale Zukunftsaufgabe.

„Der ZVDH steht vor einem berufspolitischen Dreikampf“

15. Juni 2018

 · Knut Köstergarten

DACH\LIVE : Sie haben zum Start Ihrer ZVDH-Präsidentschaft eine Tour durch die Landesverbände gemacht, warum?

Bollwerk: Ich wollte Präsenz zeigen und die Nase in den Wind halten. Es geht mir darum, mich den Innungen vorzustellen und in persönlichen Kontakt mit unseren Mitgliedern zu kommen. Und beim Reisen habe ich natürlich schnell gemerkt, dass sich mein Aktionsradius als ZVDH-Präsident enorm vergrößert hat. Mal eben in den tiefen Norden nach Schleswig-Holstein fahren, das ist schon was (lacht…). Aber im Ernst: Ich habe für meine weitere Arbeit einen ganzen Blumenstrauß an Themen mitgenommen aus den Regionen. Und auch die wichtige Erkenntnis, dass das Thema Fachkräfte absolut zentral ist.

DACH\LIVE : Könnten Sie das weiter ausführen?

Bollwerk: Ich sehe hier für den ZVDH einen berufspolitischen Dreikampf. Dazu gehört zum einen die Nachwuchswerbung und die Bindung der Junggesellen an die Betriebe. Zum zweiten gilt es, die aktiven Gesellen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren so gesund wie möglich zu halten, Stichwort Arbeitssicherheit. Und das dritte Themenfeld ist hier der Übergang in die Rente zwischen 50 und 65 Jahren mit Modellen, die es erfahrenen Mitarbeitern ermöglichen, schrittweise in den Ruhestand zu gehen.

DACH\LIVE : Stichwort Nachwuchswerbung, sollten da die Landesverbände nicht mehr kooperieren?

Bollwerk: Meine Antwort ist Jein. Einerseits macht es Sinn, regional auf spezifische Art zu werben, so wie die Berliner mit ihrer Plakataktion in der U-Bahn oder die Hamburger, die den Slogan DACHDECKER IN HAMBURCH statt SEEFAHRER WEIT WECH geprägt haben. Das ist wichtig, um vor Ort Jugendliche anzusprechen und sollte auch so bleiben. Auf der anderen Seite lassen sich sicher Synergien gewinnen, wenn Aktionen und Projekte geteilt werden und es einen regelmäßigen Austausch gibt. Ich halte da einen runden Tisch für richtig.

DACH\LIVE : Stichwort Arbeitssicherheit, warum ist das ein Schwerpunkt auf der Messe DACH+HOLZ?

Bollwerk: Weil wir immer noch zu viele Unfälle auf dem Dach haben. Auf der DACH+HOLZ  gab es einen richtigen Parcours zum Testen. Etwa beim Thema Anschlagpunkte für Hölzer: da konnten die Leute anfassen und selber ausprobieren. Das sind dann nicht nur Bilder, sondern es wird wirklich nachvollziehbar. Es ist wichtig, dass dieses Thema in den Betrieben vertieft und gelebt wird.

DACH\LIVE : Weshalb kooperiert der ZVDH beim Thema Arbeitssicherheit mit den Zimmerern?

Bollwerk: Die Kooperation mit Zimmerern macht generell Sinn, weil sich die Arbeit der Gewerke immer mehr überschneidet. Und wir richten ja auch gemeinsam die Messe DACH+HOLZ aus. Arbeitssicherheit ist für beide Gewerke ein zentrales Thema. Und damit das Ganze wirklich Fahrt aufnimmt, haben wir die BG Bau als Partner mit ins Boot genommen.

DACH\LIVE : Das Thema Betriebsrente ist wieder auf der politischen Agenda. Öffnet das Türen für Dachdecker in Richtung Altersteilzeitmodelle?

Bollwerk: Diese Diskussionen und Initiativen in der Politik sind gut, etwa die Neuregelungen zur Betriebsrente, um diese attraktiver zu machen. Aber etwa die Flexirente setzt für Dachdecker deutlich zu spät an, erst bei 60 Jahren. Wir brauchen Lösungen, die der Realität auf den Baustellen Rechnung tragen. Viele Mitarbeiter sind ab Mitte 50 den körperlichen Belastungen nicht mehr gewachsen. Doch es sind gute Leute mit viel Erfahrung. Die Chefs kennen sie lange und vertrauen ihnen.

Gerade in Zeiten des demografischen Wandels, aber auch im Sinne der Attraktivität des Berufsbildes, müssen wir als ZVDH Modelle entwickeln, die einen stufenweisen Weg in die Rente statt   Hartz IV ermöglichen. Das nützt allen Beteiligten.

DACH\LIVE : Stichwort politische Agenda, Digitalisierung ist ein weiteres Top-Thema oder?

Bollwerk: Die Digitalisierung zeigt sich ja schon heute in fast allen Bereichen des Betriebsalltags. In unserem Lenkungskreis Digitalisierung ist unser ZVDH-Vizepräsident Michael Zimmermann genau der Richtige, um das Thema in allen Facetten voranzubringen. Er versteht und lebt das Thema und bringt die Digitalisierung auch im eigenen Betrieb voran.

DACH\LIVE : Was erwarten Sie sich generell von der Politik?

Bollwerk: Was mir besonders am Herzen liegt, ist eine Steigerung der Attraktivität des Handwerks. Da sind wir wieder beim Thema Fachkräfte. Wir wollen als ZVDH die berufliche Bildung höherwertiger machen und damit gleichwertiger gegenüber dem Studium. Ein wichtiger Baustein ist das Berufsabitur mit vier Jahren Ausbildung. Am Ende stehen Gesellenbrief und Abitur. Hier gilt es allerdings mehr die Bundesländer zu überzeugen, denn Bildung ist Ländersache.

DACH\LIVE : Wie lief die Übergabe mit Ihrem Vorgänger Karl-Heinz Schneider?

Bollwerk: Er ist ja noch Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) und in dieser Funktion viel in Berlin. Er hat mich wunderbar eingeführt. Kontakte und Netzwerke sind wichtig für die Lobbyarbeit. Da hilft es, wenn er mir den einen oder anderen auf Veranstaltungen persönlich vorstellt. Auch unser professionelles ZVDH-Team unterstützt mich in allen Bereichen.

DACH\LIVE : Zum Schluss, was hat sich als ZVDH-Präsident verändert gegenüber Ihrem vorherigen Job als Landesinnungsmeister?

Bollwerk: Politische Lobbyarbeit hat mir immer schon Spaß gemacht, jetzt sind die Dimensionen andere in Berlin als in Nordrhein. Vorher war es ein kleiner, heute ist es ein großer Strauß. Meine Arbeit ist vielfältiger geworden. Ein Beispiel wäre der internationale Blickwinkel.

Wir denken in Deutschland gerne, dass wir weit vorne sind als Dachdecker. Und danach kommt irgendwann der Rest der Welt. Ich war beim IFD-Award, den Weltmeisterschaften für Dachdecker. Da gab es großartige Projektbeiträge, etwa aus Ungarn, Litauen oder China. Da habe ich gelernt: Andere können auch richtig was!

Das Pendant von ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk bei den Zimmerern ist Peter Aigner. Lesen Sie hier, warum er steuerliche Anreizen für nachhaltiges Bauen fordert.

Artikel jetzt teilen!

Weitere Artikel

Newsletter-Anmeldung