Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Metallzaun vor einem Gebäude mit der Aufschrift „DEG DACH“, im Vordergrund Holz- und Astabfälle.

Land unter in der DEG-Niederlassung Hagen

Knut Köstergarten

23. Dezember 2021

Flutkatastrophe: Als sich die Volme Mitte Juli in einen reißenden Strom verwandelte, waren auch der DEG-Bedachungshandel und Dachdecker massiv betroffen. Doch Zusammenhalt und freiwillige Hilfe haben die Lage entspannt.

In Hagen spitzte sich die Lage am 14. Juli zu. „Unsere LKWs konnten schon tagsüber in vielen Regionen kein Material mehr ausliefern“, erinnert sich Nils Scheer, Niederlassungsleiter der DEG Dach-Fassade-Holz eG. Doch erst am nächsten Morgen zeigte sich das volle Ausmaß der Schäden, verursacht durch die Flutkatastrophe. Die Volme war mit unglaublicher Wucht über die Ufer getreten. „Ich konnte mir erst am Mittag ein Bild machen, vorher war es unmöglich, in die Büro- und Lagerräume zu kommen.“ Noch einen Tag später packten alle 17 Mitarbeiter mit an, tatkräftig unterstützt von aus anderen DEG-Niederlassungen angereisten Kollegen. Der Schlamm musste raus. Es galt, die Räume erst einmal trockenzulegen, später wurde das Bürogebäude entkernt.

Bild von Flutschaden bei der DEG Niederlassung Hagen
In der DEG-Niederlassung Hagen gab es erhebliche Materialschäden im Hoflager. Foto und Titelbild: DEG Hagen)

DEG-Büroteam sitzt in Containern

Es gab kein Wasser und keinen Strom. „Ein Nachbar hat uns mit einer Stromleitung geholfen, über einen Generator ging es weiter. Hinzu kam ein LTE-Hotspot. Bereits sechs Tage nach der Flut waren wir wieder voll geschäftsfähig“, berichtet Scheer. Das ging und geht nur mit Improvisation. Das Büroteam ist in Containern untergebracht. „Wir haben einen tollen Zusammenhalt, alle im Team sind hoch motiviert an die Sache herangegangen“, freut sich der Niederlassungsleiter. Es bleibt eine Herausforderung, bis hoffentlich im Frühjahr die Sanierung des Bürogebäudes abgeschlossen ist. Immerhin: Das Lager ist wieder voll nutzbar. „Doch wir hatten empfindliche Materialschäden, weil das Wasser vorne im Hof deutlich höher stand als hinten im Bürogebäude“, sagt Scheer.

Bild von Überschwemmung des Betriebsgeländes von Dachdecker David Jakobs.
Die Volme überschwemmte das Betriebsgelände von David Jakobs. (Foto: Landesinnung Westfalen)

Auch Dachdecker hart getroffen

Große Schäden hat die Flut auch bei einigen Dachdeckern in der Region verursacht. In unmittelbarer Nachbarschaft zur DEG-Niederlassung hat die Henke AG ihren Hauptsitz. Dort wurde das Gebäude komplett entkernt, es steht nur noch die Fassade. Der „Neubau“ soll im Sommer 2022 fertig sein. Der Großbetrieb Henke ist entsprechend gegen Elementarschäden versichert. Da bleiben allein die hohen Verluste wegen der vorübergehend reduzierten Geschäftstätigkeit. Bei kleineren Betrieben fehlten diese wichtigen Versicherungen. Über eine Umfrage konnte der Landesinnungsverband Westfalen zwei existenziell betroffene Betriebe ausmachen, Dachdeckermeister David Jakobs aus Hagen-Dahl sowie den Betrieb Daniel Matthes aus Lüdenscheid, die kurz vor dem Aus standen.

Bild von Putzarbeiten nach der Flut in den Büroräumen von David Jakobs
Putz von den nassen Wänden holen: Die Esloher Meisterschüler engagierten sich ehrenamtlich. (Foto: Landesinnung Westfalen)

Große Hilfsbereitschaft

Einem Aufruf des Innungsverbandes folgend spendeten Dachdeckerkollegen, Privatleute, Industrie und Handel direkt und über einen weiteren Aufruf des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks einen für Westfalen verbleibenden Betrag in Höhe von über 30.000 Euro sowie Materialien und Gerätschaften in ebenfalls fünfstelliger Höhe. „Wir haben unter Beweis gestellt, was gemeinsam geht und was es heißt, in einer Berufsorganisation zu sein“, erläutert Hauptgeschäftsführer Fritz Sybrecht. So konnte etwa David Jakobs, dessen Betriebsräume komplett unter Wasser standen, unbürokratisch geholfen werden. „Wir haben eine neue IT vermittelt, eine kostenlose Unternehmensberatung sowie Maschinen“, berichtet Sybrecht.

Bild von den Meisterschülern mit David Jakobs vor dessen Lagerhalle
Die Meisterschüler aus Eslohe halfen David Jacobs bei den Aufräumarbeiten. (Foto: Landesinnung Westfalen)

Meisterschüler räumen Betrieb auf

Zudem halfen in einer freiwilligen Aktion die 26 Meisterschüler aus Eslohe am 24. September beim Aufräumen. Sie entfernten den Schlamm, schlugen den Putz von den Wänden und entsorgten den anfallenden Müll in einem Container. Nachdem er anfangs angesichts der Schäden ans Aufgeben gedacht hatte, sieht Jakobs inzwischen wieder Land. Sein Team musste er zwar verkleinern, aber er habe Aufträge bis ins neue Jahr. Für die Hilfe der Kollegen und des Landesverbandes ist er zutiefst dankbar. Weitere Aktionen zur Einnahme noch notwendiger Gelder sind geplant. „Zu Weihnachten verkaufen wir in Kooperation mit dem TV-Koch Olaf Baumeister und seiner Destillerie einen Gin Marke „Woodland“ mit einem Preisaufschlag, der komplett in die Fluthilfe fließt“, so Sybrecht.Sie interessieren sich für Branchen-News. Dann lesen Sie unsere Story über die Nachwuchskampagne Oben ist das neue Vorn

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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