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Dachdecker macht Spektakel als Großfeuerwerker

2019.01.17 Harald Friedrich • Lesezeit 3’

Markus Greiner ist Dachdecker-Meister und führt seinen eigenen Betrieb. Doch ein Beruf allein reicht ihm nicht. Greiner ist auch staatlich geprüfter Großfeuerwerker und berichtet darüber, warum er es gerne mal richtig krachen lässt.

 „Feuerwerk ist Emotion“, ist sich Markus Greiner sicher. Wer bei ihm eine „Show“ für Hochzeit, Geburtstag oder Großevent haben möchte, kann sicher sein, dass seine Lieblingsmusik optisch und akustisch perfekt umgesetzt wird. Gemeinsam mit Ehefrau Melanie schneidet der Dachdecker für ein synchronisiertes Feuerwerk die Musik in einem Programm auf dem PC, überlegt sich die Effekte dazu und „komponiert“ so ein Feuerwerk. Komponieren heißt für das Ehepaar: Welcher Effekt bleibt in welcher Farbe, in welchem Winkel und in welcher Höhe wie lange sichtbar und hörbar zur Musik. Kann man da eigentlich noch einen populären Song einfach nur anhören im Radio? „Nein, wenn Musik im Auto läuft, denken wir in Effekten“, verrät Melanie Greiner.

Dachdecker-Meister Markus Greiner und seine Frau Melanie lassen es gerne krachen.

Dachdecker-Meister Markus Greiner (rechts) und seine Frau Melanie lassen es gerne krachen.

Wochenlange Arbeit für wenige Minuten Show

Ob beim Frühlingsfest auf der Münchener Theresienwiese, ob beim Geburtstag auf der Kristallhütte im Zillertal, ob bei der Party in Franken oder der Hochzeitsfeier vor dem Füssener Festspielhaus: Die Arbeit der Greiners beginnt schon Wochen vor der Show. Bei Ordnungsämtern und Naturschutzbehörden müssen die Pläne eingereicht und genehmigt werden. Alles muss vorab geklärt und genehmigt werden. Und wenn das Feuerwerk dann abgebrannt wird, ist die Arbeit noch nicht vollendet. Dann geht es ans Aufräumen. Alle sichtbaren Reste müssen beseitigt werden.

Dachdecker Markus Greiner schneidet die Musik auf dem PC und überlegt sich die Effekte dazu und „komponiert“ so das gesamte Feuerwerk.

Dachdecker Markus Greiner schneidet die Musik auf dem PC, überlegt sich die Effekte dazu und „komponiert“ so das gesamte Feuerwerk.

Natürlich fordert Greiner als „Insider“ zu jedem Feuerwerk auch seine Kolleginnen und Kollegen der örtlichen Feuerwehr an. Den Aktiven zum Retten, Löschen und Bergen trat er selbst bereits mit 17 Jahren in seinem Heimatort Kochel am See bei. Doch etwas fehlte dem Dachdecker-Meister bei seiner Ausbildung zum Feuerwehrler: ein realistisches und spannendes Übungsszenario, in dem es kracht und die Funken fliegen.

Vom Pyrotechniker zum Großfeuerwerker

Um es mal richtig krachen zu lassen, absolvierte Dachdecker-Meister Greiner einen Kurs zur Ausbildung als Pyrotechniker, genauer gesagt zur Bühnenpyrotechnik. Der Funke ist da wohl übergesprungen, denn es folgte eine weitere Ausbildung für Sonderpyrotechnik für Film und Fernsehen. Special Effects, wie es in Neudeutsch heißt. Und als dann noch die Großfeuerwerker-Ausbildung folgte, ließ auch Ehefrau Melanie sich zur Pyrotechnikerin ausbilden.

Die Ausbildung schloss Greiner 2010 mit der theoretischen und praktischen Prüfung zum staatlich geprüften Großfeuerwerker ab. Bis dahin musste er unter anderem 26 „Schulungsfeuerwerke“ nachweisen, an denen er aktiv mitgewirkt hatte. Was im Dachdeckerhandwerk die „Kür“ ist, das ist bei Pyrotechnikern Pflicht: Im 5-Jahres-Rhythmus ist eine intensive Weiterbildung angesagt.

Geschenk an den Heimatort: ein Silvester-Feuerwerk

Und was macht der Großfeuerwerker an Silvester? Die alljährliche „Silvester-Ballerei“ war lange der Albtraum der Greiners – mit anschließendem Bergen von Feuerwerksresten auf den Straßen von Kochel. Doch inzwischen wurde daraus ein Traum. Die Greiners gestalten ein großes Feuerwerk für ihren Heimatort als Alternative zu unzähligen kleinen Zündeleien. Es ist das schon legendären Silvester-Highlight in Kochel.

Die Vorbereitungen sind für jedes Event immens wichtig.

Die Vorbereitungen sind für jedes Event immens wichtig.

„Doch da geht noch mehr“, meinte Markus Greiner. Und er lernte den Technik-Leiter des Münchener Olympiaparks kennen. Zu den gemeinsamen Großaufträgen gehörte das Feuerwerk zum Sommernachtstraum im Park 2017. „Allein auf dem Olympiaberg haben wir da 2.400 Kugelbomben in den Racks installiert und abgebrannt“, erinnert sich Greiner. Heute arbeiten die Greiners in einem Netzwerk mit weiteren Pyrotechnikern zusammen.

Der Dachdecker will Spaß haben mit Krach und Bumm

„Für mich muss es krachen, laut sein“, gibt Markus Greiner zu. Nicht von ungefähr kam es zum Namen seiner Firma. Denn K & B Veranstaltungstechnik heißt nichts anderes als Krach und Bumm. „Meine Frau ist hingegen die Kreative, die die feinen Akzente setzt und das Feuerwerk zum Kunstwerk macht“, beschreibt er die Zusammenarbeit. Deshalb findet der feuerwerkende Dachdecker-Meister auch, es sollten eigentlich viel mehr Frauen in dem Job arbeiten – und auch im Dachdeckerhandwerk. Wird das mal sein Hauptberuf oder die Hauptberufung werden – die Pyrotechnik? Markus Greiner winkt ab: „Ne, ich will Spaß haben. Und ich will Nein sagen können, wenn ich mir keinen Spaß von einem Kundenauftrag erwarte.“

Die Arbeit der Greiners beginnt schon Wochen vor der Show. So müssen zum Beispiel bei Ordnungsämtern und Na-turschutzbehörden Pläne eingereicht und genehmigt werden.

Die Arbeit der Greiners beginnt schon Wochen vor der Show. So müssen zum Beispiel bei Ordnungsämtern und Na-turschutzbehörden Pläne eingereicht und genehmigt werden.

Sie wollen mehr erfahren über das Engagement von Dachdeckern jenseits des Berufs. Dann lesen Sie den Artikel über Mario Kunzendorf, der Kollegen in Uganda mit seinem Know-how unterstützt.

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