Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein lächelnder Läufer mit Startnummer 13087 hebt beide Daumen im Zielbereich eines Stadtmarathons, im Hintergrund grüne Bäume und Straßenschilder.

Dachdecker spürt bei Kilometer 30 den Hammer im Kopf

Henning Höpken

2. April 2020

In der Tat ist das Engagement des 50-Jährigen vorbildlich. Allein wenn man auf seine Teilnahme am Marathonlauf 2019 in Hamburg zurückblickt. Die Idee, dort mit Kolleginnen und Kollegen zu starten und das gleich in Sportkleidung mit aufgedruckter Dachdeckerkluft, kam ihm bei einem Übungslauf. Im Landesinnungsverband Bremen/Niedersachsen stieß das auf positive Resonanz, und so waren gleich 47 Teilnehmer aus der Branche mit elf Staffeln und drei Einzelkämpfern über die volle Distanz am Start. Alle zeigten sich in den speziell für den Lauf entworfenen Shirts und Hosen im Style der Handwerkerkleidung. Auf den Shirts waren die Zunftwesten täuschend ähnlich aufgedruckt, auf dem Rücken sorgte der Slogan „Dachdecker dein Beruf“ für die klare Botschaft. Später sollten die Laufshirts sogar Vorläufer für die UV-Schutz Shirts im Dachdecker-Style werden. Diese sind förderfähig durch die Berufsgenossenschaft Bau und im Shop des Landesinnungsverbandes zu erhalten.

Originelle Lauf-Kleidung der Dachdecker steht im Blickpunkt der Zuschauer

„Wir wurden überall positiv angefeuert, fanden viel Beachtung und konnten deutliche Zeichen setzen, auch wenn es insgesamt 24.000 Teilnehmer gab“, sagt Carsten Stelter, der sich natürlich auch auf die gute Betreuung durch „sein Service-Team“ von der Landesausbildungsstätte St. Andreasberg verlassen konnte. Auch im Fernsehen sei man zu sehen gewesen und von Reportern im Zielbereich aufgrund ihrer originellen Kleidung immer wieder genannt worden. Letztendlich konnten die 400.000 Zuschauer auf fast jedem Kilometer einen Dachdecker in laufender Aktion sehen.

Dachdecker

Insgesamt 47 Teilnehmer aus dem Dachdeckerbereich waren beim Hamburger Marathon in Zunftshirts am Start, die meisten teilten sich die Distanz in einer von elf Staffeln mit je vier Läufern.

In früheren Jahren ist Carsten Stelter regelmäßig gelaufen und hatte den Hamburg Marathon bereits vor zwölf Jahren schon einmal geschafft. Von der Idee im Januar bis zum Start im April blieb 2019 allerdings nicht viel Zeit. Jedoch bietet die herrliche Heidelandschaft rund um seinen Standort Amelinghausen im Landkreis Lüneburg auf wunderbaren Wegen optimale Bedingungen, um sich rechtzeitig in Form zu bringen. Nach einigen 10-Kilometer-Strecken und drei bis vier längeren Passagen gelang es ihm, sich mit gesundem Ehrgeiz und vernünftigem Trainingsaufbau rechtzeitig fit zu machen. Schließlich wollte er mit seiner Aktion andere motivieren und etwas für das Image des Dachdeckerhandwerks tun.

Irgendwann das Denken ausschalten bis zum Zieleinlauf

Das ist ihm hundertprozentig gelungen. Das Wetter am entscheidenden Tag war mies, jedoch konnte die Stimmung, insbesondere im Handwerker-Team kaum besser sein. „Es ist eine reine Kopfsache durchzukommen, wenn dich bei Kilometer 30 die ersten echten Krämpfe einholen. Dann hast du den Hammer im Kopf. Es zählt nur der eiserne Wille, ab und an einige Meter gehen, das Denken ausschalten, langsam wieder antraben und die 42,195 Kilometer zu bewältigen“, berichtet der Dachdecker-, Gas- und Wasser- sowie Lüftungs- und Heizungsbaumeister. Mit einem Lächeln fügt er hinzu: „Als ich bereits unter der Dusche stand, kamen immer noch Läufer durchs Ziel. Aber sich jenseits des 6-Stunden-Limits vom Besenwagen auflesen zu lassen, gilt nicht. Dann lieber gar nicht erst antreten.“ Eine Fortsetzung mit den Dachdeckern soll es geben – allerdings wegen Corona nicht wie geplant schon im April beim Marathon in Hannover.

Dachdecker

Tolle Werbung für den Beruf des Dachdeckers: Gruppenbild mit allen 47 Teilnehmern.

Dachdecker spielt Saxophon seit der Kindheit

Neben dem Sport ist beim Landesinnungsmeister ebenso seine Liebe zur Musik zu nennen. Mit zehn Jahren erlernte er das Saxophon zu spielen. Seither gehört er zu den starken Kräften im Blasorchester Amelinghausen, in dem schon sein Vater spielte und nun auch Tochter und Sohn musizieren. Dabei reicht das Spektrum von traditioneller Polka über Musical und Jazz bis zu Pop. Auch hier zählen Gemeinschaftssinn, soziales Engagement und Vorbild für die Jugend zu sein. Und wenn man mit Carsten Stelter über Hobbys spricht, darf auch sein Ehrenamt in der Feuerwehr nicht fehlen. Allerdings nicht mehr so aktiv wie früher. „Eigentlich kommen die Hobbys ja immer zu kurz“, sagt Stelter.

Dachdecker

Auch musikalisch ist Carsten Stelter aktiv. Hier spielt er Saxophon (Foto Mitte) im Blasorchester Amelinghausen.

Dachdecker bildet im Betrieb mit Ehefrau Michaela ein starkes Team

Verständlich, denn der vor 125 Jahren gegründete Betrieb beschäftigt heute 30 Mitarbeiter und arbeitet in der vierten Generation sowohl auf dem Dach als auch im Sanitär- und Heizungsbereich. Ein weites Feld, auf dem ihn seine Ehefrau Michaela im Bereich Personal, Steuern und Finanzen eine wesentliche Stütze ist. Ginge es nach Stelter, würde die Bürokratie im Handwerk endlich auf ein Minimum reduziert, würde es mehr guten Nachwuchs geben und Kunden, die verstehen, dass man bei dem derzeitigen Fachkräftemangel nicht sofort auf dem Dach sein kann.

Das sind Themen, die Stelter auch im Ehrenamt als Landesinnungsmeister umtreiben. Und wegen der horrenden Preisgestaltung bei der Entsorgungsproblematik im Sanierungsbereich sei der Vorstand intensiv mit der Landespolitik im Gespräch. Genug zu tun gibt es also, ob haupt- oder ehrenamtlich. Es ist halt eine Frage des Willens, was sich neben der betrieblichen Arbeit noch so alles machen lässt. Sicher ist, dass Carsten Stelter auch beim nächsten Marathon, dann in der Staffel, wieder gerne an seine Grenzen gehen wird.

Sie lesen gerne Artikel aus der Rubrik Hobby/Ehrenamt? Dann empfehlen wir Ihnen unseren Bericht über den Start von Soprema-Geschäftsführer Winfried Traub beim Ironman auf Hawaii.

Henning Höpken

Hat „Das DACH“ mit ins Leben gerufen, 15 Jahre die Redaktion geleitet und dabei selbst zahlreiche Berichte und Fotos in das Magazin gebracht. Nach fast 40 Jahren Marketing für die ZEDACH spiegelt sich Begeisterung für das Dachhandwerk und seine Menschen, für Messeorganisation und genossenschaftlichen Fachhandel in seiner Pressearbeit wider.

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