Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

Über uns

Werbelösungen für das Dachhandwerk

Dachmarketing ist spezialisiert auf analoge und digitale Werbung für Dachdecker und Zimmerer. Mehr erfahren →

Bild von VELUX Banner
Zwei Männer in traditioneller Arbeitskleidung stehen vor einer Backsteinwand, beide teilweise im Bild sichtbar.

Vom Ingenieur zum Dachdecker: Abbas Bir

Rainer Sander

31. März 2026

Als Abbas Bir vor drei Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam, hätte er seinen Bachelor als Bauingenieur anerkennen lassen können. Hat er aber nicht. „Ehrlich gesagt habe ich mich gar nicht darum gekümmert“, sagt er heute mit einem ruhigen Lächeln. „Ich bin zwei Tage nach meiner Ankunft direkt in die Ausbildung zum Dachdecker gestartet – und habe nie zurückgeschaut.“

Ein Neuanfang über den Dächern von Kiel

Abbas Bir, heute 27 Jahre alt, hatte in der Türkei auf Englisch studiert, an einer Technischen Universität. Doch statt in einem Ingenieurbüro landete er auf dem Dach. Und er blieb dort auch. „In der Türkei ist alles aus Beton. Hier in Deutschland hat jedes Dach eine Geschichte“, sagt er. „Man arbeitet mit alten Materialien, im Denkmalschutz, mit Tradition. Das hat mich schnell gepackt.“ Sein Einstieg ins Handwerk begann bei der Dachdeckerei Howe GmbH in Kiel, vermittelt durch seinen Schwager, der dort seit über 15 Jahren arbeitet.

„Ich war mein ganzes Leben lang Schüler, habe nie eine Glühbirne gewechselt“, erzählt Bir. „Und plötzlich stand ich auf dem Dach.“ Die ersten Monate waren hart, körperlich wie mental. „Aber je länger ich durchhielt, desto mehr merkte ich, dass ich lerne, ohne es zu merken.“ Heute kann er über die Anfangszeit lachen und spricht mit spürbarem Stolz über die Verantwortung, die er inzwischen trägt: „Wenn man nach der Ausbildung das erste Mal allein auf die Baustelle geschickt wird, weiß man, dass sich die Mühe gelohnt hat.“

Bild von Abbas Bir
Nach einem Studium startete Abbas Bir in Kiel eine Ausbildung zum Dachdecker. (Fotos: Abbas Bir/Howe)

Emre-Can Serce: Vom Schulabbrecher zum Meister. Lest unser Portrait!

Lernen als Lebensprinzip

Abbas Bir ist ein Mensch, der das Lernen liebt – nicht das abstrakte, theoretische, sondern das, was aus Erfahrung entsteht. „Ich glaube, ich werde in diesem Handwerk nie aufhören zu lernen“, sagt er. „Und das ist sogar das Schöne daran.“ Sein mathematisches Vorwissen aus dem Studium half ihm, die Ausbildung zu verkürzen. „Aber Wissen allein reicht nicht“, sagt er. „Man muss spüren, was man tut.“

Für ihn ist das Dachdeckerhandwerk ein Beruf mit Charakter: „Man lernt Respekt vor der Höhe. Ich hatte nie Angst, aber ich habe gelernt, vorsichtig zu sein. Das Handwerk lehrt Demut.“ Wenn Abbas Bir dann mit Respekt über den Dächern Kiels steht, sieht er manchmal Straßen und Häuser, in denen er schon zu Besuch war. „Früher bin ich unten vorbeigelaufen, jetzt stehe ich oben drauf. Das ist ein merkwürdiges, aber schönes Gefühl.“

Integration durch Arbeit – und durch Haltung

Seine Geschichte ist eine sehr selbstverständliche Form der Integration ohne politische Programme, sondern durch den Alltag. „Im Handwerk ist man ständig im Gespräch mit Gesellen, mit Meistern, mit Kunden“, sagt Abbas Bir. „Da spielt Herkunft keine Rolle. Aber es hängt auch von der Person ab. Wer motiviert ist, lernt, egal woher er kommt.“ Er spricht das in nahezu akzentfreiem Hochdeutsch und lacht, wenn man ihn darauf anspricht. „Ich habe wohl Glück gehabt. Mein Schwager ist hier geboren, wir sprechen zu Hause Deutsch. Und ich war schon seit 2008 jeden Sommer hier. Das hat sicher geholfen.“ Sein Beispiel zeigt, wie Integration wirklich funktioniert: durch Interesse, Respekt und gemeinsame Arbeit.

Karriere mit Aussicht

Trotz seines jungen Alters denkt Abbas Bir bereits an die Zukunft, definitiv mit Bodenhaftung. „Den Meister will ich auf jeden Fall machen“, sagt er. „Aber erst, wenn ich genug Erfahrung gesammelt habe. Man muss ein paar Dächer gesehen haben, bevor man über Dächer reden kann.“ Bis dahin arbeitet er mit Leidenschaft bei der Firma Howe an Steil- und Flachdächern, führt Klempnerarbeiten aus und ist Velux-geschulter Monteur. „Wir machen Sanierungen, arbeiten für Stadtwerke, Schulen, Privatkunden. Jedes Dach ist anders, und das liebe ich.“ Langweilig wird es ihm nicht. „Ich mag keine Wiederholungen. Nicht nur jedes Dach, auch jeder Tag bringt Neues. Das ist wie eine kleine Reise, und Reisen ist mein Hobby.“

Bild von Dachdecker Abbas Bir mit seinem Gesellbrief und seinem Chef
Abbas Bir mit einem seiner beiden Chefs, Lars Naujoks, nach der erfolgreich bestandenen Gesellenprüfung.

Das Handwerk als Lebensschule

Für Abbas Bir ist das Handwerk mehr als ein Beruf. Es ist eine Schule des Lebens. „Man sieht, was man geschaffen hat“, sagt er. „Wenn ich an einem Haus vorbeigehe, das ich mitgedeckt habe und den Kindern meiner Schwester sagen kann: ‚schaut, das haben wir gemacht‘, dann ist das ist ein sehr schönes Gefühl.“

Er weiß auch, dass das Dachdeckerhandwerk anstrengend ist. „Manche schaffen es bis kurz vor die Rente und sind topfit, andere müssen früher aufhören“, sagt er. „Aber die Arbeit hält einen in Bewegung. Ein Fitnessstudio brauche ich jedenfalls nicht. Noch nicht“, ergänzt er wieder schmunzelnd.

Eine Botschaft an die nächste Generation

Was seine Wünsche für die Zukunft sind? „Dass sich mehr Menschen für das Handwerk interessieren“, sagt er ohne zu zögern. „Es ist schade, dass so viele denken, man müsse studieren, um erfolgreich zu sein. Das Handwerk stirbt nicht, es wandelt sich. Aber es braucht Menschen, die es weitertragen.“

Ob er später einmal selbst Kinder hat oder Lehrlinge ausbildet, er weiß schon, was er ihnen raten würde: „Probiert es aus. Macht ein Praktikum. Seht, was ihr mit euren Händen schaffen könnt. Das Handwerk gibt euch etwas, was kein Bürojob kann: das Gefühl, etwas Echtes zu hinterlassen.“

Abbas Bir ist kein typischer Dachdecker und gerade das macht ihn zu einem Vorbild. Seine Geschichte zeigt, dass Integration gelingt, wenn Menschen ihren Platz finden. Sie zeigt auch, dass Handwerk und Bildung keine Gegensätze sind, sondern zwei Wege zur gleichen Erkenntnis führen: Wer mit Kopf und Hand arbeitet, baut nicht nur Dächer, er baut an seiner Zukunft.

Rainer Sander

Der „gelernte“ Pädagoge und Betriebswirt des Handwerks war 1986 erster Öffentlichkeitsreferent einer nordhessischen Kreishandwerkerschaft. Danach 15 Jahre Sozialmanagement und seit 2005 selbständiger Coach und Berater. Die ganze Zeit über arbeitete er zudem als freier Journalist für nordhessischen Print- und Online-Medien.

Services Dachmarketing

Der Marketing-Spezialist für Dachdecker und Zimmerer

Wir können Dach. Dachmarketing unterstützt Dachdecker und Zimmerer rund um analoge Werbung, wie Gerüstbanner oder Fahrzeugwerbung, und digitale Lösungen, wie die Software Mein Büro und den Website-Konfigurator für die Profi-Website.

Bild von Dachdecker-Website

Software Mein Büro

Angebote & Rechnungen und Baustellenverwaltung: Die Handwerkersoftware für kleinere Betriebe.

Bild von Dachdecker-Website

Profi-Website

Mit Layoutvorlagen und wenigen Klicks im Website-Konfigurator oder als individuelles Unikat.

Bild von Dachdecker-Website

Gerüstbanner

Weithin sichtbar: Gerüstbanner für mehr Bekanntheit, neue Aufträge oder Nachwuchswerbung.

Bild von Dachdecker-Website

Werbemittel

Zollstöcke, Bleistifte oder Feuerzeuge – mit individuellen Werbemitteln im Gedächtnis bleiben.

Aktuelle Artikel

Andreas Wiebicke mit Bart trägt eine traditionelle schwarze Weste mit silbernen Knöpfen und steht vor einem Hintergrund aus Holz und Werkzeugen.

2. Juni 2026

Dachdecker Andreas Wiebicke: Dickkopf wird Landesinnungsmeister

Dachdecker Malcom Mahn steht vor einem weißen Firmenwagen mit dem Logo des Betriebs Leinung.

28. Mai 2026

Malcom Mahn als Azubi des Monats April 2026 ausgezeichnet

Modernes Schulgebäude mit Solarpaneelen auf dem Dach, daneben ein Sportplatz und ein Fluss, umgeben von Bäumen und Grünflächen.

26. Mai 2026

Henke AG: Spezialist für herausfordernde Fassadenprojekte

Jan Redecker mit Brille und Bart steht in der Messehalle vor einem PV-Modell neben einem Bildschirm und blickt in die Kamera.

21. Mai 2026

Dachdeckermeister Jan Redecker koordiniert praxisnahe Forschung für Betriebe

Ein schwarzes Steildach mit zwei Velux-Fenstern plus dunklen Rollladen, im Hintergrund steht ein Baum.

19. Mai 2026

Neuer VELUX Rollladen: effizienterer Einbau, flexiblere Bedienung, robustere Konstruktion

ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk im Anzug mit blauem Hemd lächelt in einem modernen Büro mit großen Fenstern im Hintergrund.

15. Mai 2026

Dirk Bollwerk: „Wir sehen uns als Anwalt der Betriebe“

Sonja Theisen zeigt mit einem Teilnehmer der Challenge bei Kingspan auf der Messe Dach+Holz 2026 in Köln auf eine digitale Uhr mit der Zeit 02:59:77, im Hintergrund befinden sich weitere Menschen und eine Rangliste auf einem Bildschirm.

12. Mai 2026

Dachdeckerin Sonja Theisen erste Obermeisterin von Worms

Zwei Dachdecker in gelben Shirts schauen auf ein Haus mit vielen Solarpanels, daneben steht ein Firmenwagen von Maik Kötter Dachdeckerei.

7. Mai 2026

Dachdeckermeister Maik Kötter: Das verflixt gute siebte Jahr