Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Frau hält kleines Kind im herbstlichen Wald, beide lächeln, das Kind macht eine lustige Geste mit den Händen.

Dachdeckerin wird Mutter während der Ausbildung

Knut Köstergarten

12. Dezember 2019

Als Frau eine Ausbildung als Dachdeckerin zu machen, das ist immer noch nicht alltäglich. Und auch Sarah Marx musste sich in der Berufsschule und auf Baustellen von den „Kollegen“ aus anderen Gewerken viele doofe Sprüche anhören nach dem Motto: Was willst Du denn als Frau auf dem Bau. „Da habe ich viel gelernt, auch wie ich die Jungs mit verbalen Kontern in die Schranken weisen kann. Doch auf Dauer hilft es am meisten, die Sprüche im linken Ohr rein und im rechten Ohr wieder rausfliegen zu lassen.“ Sarah Marx ist eine starke Frau, buchstäblich und im übertragenen Sinne. Sie wollte Dachdeckerin werden, nachdem sie als Frau keine Chance als Kfz-Mechatronikerin hatte. Und sie hat die Ausbildung voller Energie und positivem Ehrgeiz durchgezogen. Selbst als sie in der Mitte der Lehre schwanger wurde, gab es keinen Gedanken ans Abbrechen.

Dachdeckerin Sarah Marx

Mit Ehrgeiz und Weitblick: Sarah möchte ihren Meister machen und den Betrieb später übernehmen.

Dachdeckerin steigt nach Babypause ohne Probleme wieder ein

Marx erzählt, dass sie das Kind gerne zur Welt gebracht hat. Auch wenn ihr klar war, dass es eine herausfordernde Zeit werden würde. „Ich hatte sofort Berufsverbot vom Arzt und bin nach der Geburt meiner Tochter noch acht Monate zuhause geblieben.“ Wir war denn der Einstieg nach der langen Pause? „Das hat alles sehr gut geklappt und familiär hat mir meine Mutter sehr geholfen bei der Betreuung meiner Tochter. Die ist heute drei Jahre und tagsüber bei einer Tagesmutter, nächstes Jahr geht es dann in den Kindergarten. Vielleicht wird es dann etwas leichter mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Trotz Doppelbelastung: beste Dachdeckerin in Paderborn-Lippe

Trotz der Doppelbelastung hat Sarah Marx ihre Ausbildung bis zum Ende voll durchgezogen. Geholfen hat ihr dabei, dass sie in der Berufsschule eine Frau an ihrer Seite hatte. „Die ist meine beste Freundin“, erzählt Marx. Sie hat zudem noch viel gelernt – theoretisch an den Abenden und praktisch im Gesellenvorbereitungskurs in Eslohe. Marx möchte etwas erreichen in ihrem Beruf Dachdeckerin. Zum Start wurde sie dann gleich mal beste Auszubildende im Bezirk Paderborn-Lippe. „Das hat mich selbst überrascht, als ich den Brief bekommen habe.“ Auf der Freisprechungsfeier wurde dann die Ehrung vorgenommen.

Dachdeckerin Sarah Marx

Preisverleihung mit Ausbilder Matthias Ilse.

Gelernt hat Marx beim Betrieb Udo Deppe – Matthias Ilse GmbH & Co. KG in Salzkotten bei Paderborn, Mitglied der DEG Dach-Fassade-Holz eG. „Da wurde ich von allen sehr gut aufgenommen und ins Team integriert. Und die Kollegen haben auch mit angepackt, wenn mal was zu schwer war für mich.“ Hier hat sie auch ihre Vorliebe für das Arbeiten auf Flachdächern entdeckt.

Dachdeckerin will den Meister machen und Betrieb übernehmen

Dennoch wechselte Sarah Marx nach der Lehre den Betrieb, seit Mai arbeitet sie als Gesellin bei Pielsticker Bedachungen in Salzkotten. „Hier habe ich nicht so viele Überstunden, was wichtig ist wegen meiner Tochter. Zudem wollte ich mal einen anderen Betrieb kennenlernen.“ Aber es gibt noch einen weiteren zentralen Grund. Der neue Chef Klaus Köhler ist ein entfernter Verwandter und sucht perspektivisch einen Nachfolger. „Wir haben da gleich bei der Einstellung drüber gesprochen und ein eigener Betrieb ist mein mittelfristiges Ziel“, sagt die 23-Jährige.

Dachdeckerin Sarah Marx

Höhenangst kennt Sarah Marx keine. Als Gesellin kann sie jetzt auch eigenständiger arbeiten.

Dafür will sie in ein paar Jahren den Meister machen. Und aktuell, wie ist es da als Gesellin? „Ich habe mehr Verantwortung und kann mehr mit entscheiden“, sagt Marx. So arbeitet die junge Frau gerne. Und bei dem, was sie schon geschafft hat als Dachdeckerin und Mutter, wird sie bestimmt eines Tages ihr eigener Chef sein. Das Zeug dazu hat Sarah Marx ganz sicher.

Sie interessieren sich für unsere Rubrik „Dachdecker werden“. Dann lesen Sie unseren Artikel über eine Dachdeckerin, die am liebsten mit Klebeband arbeitet.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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