Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

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Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Schneebedeckter Berggipfel mit Metallkreuz, Ausrüstung und weitem Ausblick auf umliegende verschneite Berge unter klarem, blauem Himmel.

Dachklempner Jürgen Landmann besteigt die Dächer der Welt

Michael Podschadel

12. April 2022

Vom Kilimandscharo bis zum Mount Everest hat Jürgen Landmann die Gipfel der höchsten und bekanntesten Berge der Welt bestiegen. Und dabei so viel Erfahrung gesammelt, dass der gelernte Dachklempner heute auch Bergtouren anbietet.

Bild von Jürgen Landmann auf einer Expedition in die Berge
Gipfelstürmer und Expeditionsleiter Jürgen Landmann besteigt gerne die Dächer der Welt. Auf dem Titelfoto oben erreicht er die Spitze des Pik Lenin, dem mit 7134 Metern zweithöchsten Berg des Pamir in Zentralasien. (Alle Fotos: Landmann)

Der jüngere Bruder hat ihn neugierig gemacht

Ein Dachhandwerker, der sich in der Höhe auskennt, das klingt zunächst nach keiner Besonderheit. Wenn es um eine Höhe von über 8000 Metern geht, ist das schon etwas anderes. Vor rund 30 Jahren entdeckte Jürgen Landmann das Klettern für sich. „Mein jüngerer Bruder hatte mir nach einer Kenia-Reise von der unglaublichen Ansicht des Kilimandscharo vorgeschwärmt. Also haben wir beschlossen, den Berg gemeinsam zu besteigen“, berichtet der heute 52-Jährige. 

Gesagt, getan, zumindest halb. „Den Berg habe ich dann allein bestiegen. Mein Bruder fühlt sich nämlich nicht so sicher in der Höhe und ist dann doch lieber unten geblieben“, berichtet Dachklempner Jürgen Landmann, der sein Handwerk noch in der damaligen DDR erlernt hat.

Bergsteigen: ein Körper im Ausnahmezustand

Auch wenn der Kilimandscharo mit 5895 Metern nicht der höchste Berg ist, den Jürgen Landmann bestiegen hat, so war sein erster Aufstieg doch der schwerste. „Das war einfach unglaublich anstrengend. Eine solche körperliche Belastung in großer Höhe hatte ich zuvor noch nie erlebt und aushalten müssen.“ 

Das Erfolgserlebnis war dafür einzigartig. „Das Gefühl, wenn man es auf den Gipfel geschafft hat, ist einfach unglaublich. Das entlohnt für alle Mühen und Anstrengungen.“ Mit jedem nachfolgenden Aufstieg ist die gefühlte körperliche Belastung weniger geworden. 

Doch auch, wenn sich der Hobbybergsteiger nach über 30 Jahren als Routinier bezeichnen darf, war er nicht immer vor Unfällen gefeit. „Einmal bin ich tatsächlich ein Stück abgestürzt, jedoch ohne mich ernstlich zu verletzen. Die Tour konnte ich unbeschadet fortsetzen und beenden.“ 

Für Einsteiger hat er einen wertvollen Tipp: nicht zu ungeduldig zu sein, nicht zu schnell zu weit kommen zu wollen. Das kann nicht nur gefährlich werden, sondern schlichtweg das ganze Erlebnis kosten, meint Landmann: „Auf dem Berg zu sein, den Berg zu erfahren und sein Ziel bei guter Sicht und dem richtigen Wetter zu erreichen, braucht manchmal Zeit und Geduld.“

Bild von Jürgen Landmann beim Bergsteigen
"Beim Bergsteigen ist der Körper im Ausnahmezustand", sagt Jürgen Landmann.

Handwerk kann Leben retten

Für Jürgen Landmann haben das Bergsteigen und das Dachhandwerk einiges gemeinsam. „Ich bin gerne unter freiem Himmel. Das habe ich im Beruf als Dachklempner und auch bei meinen Klettertouren“, meint der Hobbybergsteiger. Außerdem profitiere er davon, sich auch bei mäßigem Wetter sicher in der Höhe bewegen zu können. Handwerkliches Geschick ist für Landmann zudem ohnehin wichtig, wenn man sich auf eine Bergtour begibt – etwa um die Ausrüstung reparieren zu können, die beim Aufstieg beschädigt wird. 

„Auf dem Berg geht immer mal etwas kaputt. Das kann man dann nicht mal eben umtauschen oder neu kaufen. Wer Kleinigkeiten wie einen Reißverschluss reparieren kann, der ist echt im Vorteil“, erklärt der Bergsteiger. Tatsächlich hat ihm sein Geschick auch schon geholfen, als es einmal brenzlig wurde.

Auf 8600 Meter Höhe das Sauerstoffventil repariert

Auf dem welthöchsten Berg der Welt, dem Mount Everest, ist Landmann auf über 8.600 Metern Höhe das Ventil aus seiner Sauerstoffmaske gebrochen. „Das zu flicken war eine echte Herausforderung. Ich habe das Loch schließlich mit dem Papier eines Schokoriegels so gestopft, dass von außen auch weiter Luft in die Maske dringen, aber der wichtige Sauerstoff nicht austreten konnte.“

Handwerk oder Berg? Beides!

Obwohl Jürgen Landmann, der mit seiner Frau unter dem Namen „Abenteuer Outdoor“ eine Website zum Thema Bergsteigen betreibt, heute auch als Reiseexpeditionsleiter arbeitet, will er sich vom Dachhandwerk nicht trennen. „Ich mache meine Arbeit wirklich gerne und habe hohe Ansprüche an mein Tagwerk“, erklärt Landmann.

Bild von Jürgen Landmann bei der Arbeit am Dachfirst
Jürgen Landmann bei der Arbeit als Dachklempner auf dem First.

Arbeitgeber unterstützen seine Expeditionen

Rückhalt und Treue seiner Arbeitgeber scheinen das zu bestätigen. Wenn Jürgen Landmann wieder einer seiner Expeditionen plant, wird das bei der Klempnerei Puchelt & Fischer in Zeulenroda-Triebes, wo Landmann vom ersten Tag seiner Ausbildung an beschäftigt ist, bei der Projektplanung berücksichtigt.

Und auch die Stammkunden warten, bis der Hobbybergsteiger wieder daheim seiner Arbeit nachgeht. Dieses über Jahrzehnte gepflegte Vertrauen beruht auf Gegenseitigkeit. „Dafür, dass ich jedes Jahr ein paar Wochen auf Tour gehen kann, achte ich im Job natürlich auch nicht auf Überstunden oder Wochenenden. Das versteht sich von selbst.“ Mit seiner Begeisterung fürs Dachhandwerk hat Jürgen Landmann auch Sohn Sebastian angesteckt. Der 22-Jährige ist Dachdecker und arbeitet in Bayern, wo die Bezahlung besser ist.

Ansteckende Bergsteigerträume

Auch Landmanns Liebe zum Klettersport hat sich schon übertragen. „Ein paar Kollegen konnte ich zum Felsenklettern animieren.“ In einer privaten Klettergruppe treffen sich Landmann und andere Hobbykletterer regelmäßig, um nicht ganz so gigantische Höhen in Angriff zu nehmen. Auf die Frage, welche Berge ihn noch reizen, antwortet Landmann wie selbstverständlich: „Die Ama Dablam im Himalaya. Ich habe diesen wunderschönen Berg bisher nur aus der Ferne bewundert.“ 

Bild von Jürgen Landmann mitten in einem Gebirgsmassiv
Solche Panoramen beeindrucken Jürgen Landmann auch noch nach 30 Jahren Erfahrung.

Nächste Tour geht wieder in den Himalaya

Auch die nächste geplante Tour führt Landmann in den Himalaya, allerdings auf den 7126 Meter hohen Himlung Himal. Wer es sich zutraut und sich selbst mal auf eine Bergexpedition begeben will, der findet auf Jürgen Landmanns Website Inspiration. Hier gibt es neben Erfahrungsberichten und Kontaktmöglichkeiten viele Fotos von den Dächern der Welt zu bestaunen.

Sie interessieren sich für Hobbys von Dachdeckern? Dann lesen Sie unsere Story über eine Dachdeckermeisterin, die Autorennen fährt.

Michael Podschadel

Der graduierte Komparatist war fast ein Jahrzehnt in der Pressearbeit tätig, bevor er sich als Texter und Redakteur selbstständig gemacht hat. Zu seinen inhaltlichen Schwerpunkten zählen Arbeitssicherheit und Technik. Richtig spannend wird es für ihn dann, wenn Menschen und ihre persönlichen Erfahrungen im Zentrum von Reportagen oder Hintergrundberichten stehen.

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