Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Frau arbeitet bei Sonnenuntergang auf einem Dach, trägt Handschuhe und sportliche Kleidung, umgeben von Bäumen im Hintergrund.

Direkt und herzlich: Dachdeckerin hat den Osten erobert

Knut Köstergarten

14. April 2020

Mit Caroline Pauels zu sprechen, da macht einfach Spaß. Ihre offene und freundliche Art ist ansteckend. Und sie redet, wie ihr der Mund gewachsen ist. Ein Beispiel: „Ich habe auch andere Sachen im Handwerk ausprobiert, wie Maler oder Schreiner. Aber ich bin mehr fürs Grobe“, sagt die 33-Jährige über ihre Berufswahl Dachdeckerin. Man kann sich das gut vorstellen. Nach der Schule in Oberhausen, im Ruhrpott, reist sie mitten im Sommer nach München zum Bruder. Der ist bereits Dachdecker und Pauels macht im Betrieb ein dreitägiges Praktikum. „Das waren 35 Grad und ich fix und fertig. Ich habe dort mit dem Brenner gearbeitet, schön an der frischen Luft“, erinnert sich die Dachdeckermeisterin an die erste Erfahrung auf dem Dach, als wenn es heute wäre.

Eine Frau steht auf einem Dach mit Solarpanels, trägt Arbeitskleidung und hält eine große Rolle Dachabdichtungsmaterial auf der Schulter.

Foto-Shooting für Soprema: Das Bild entstand im Frühjahr 2019 in Verbindung mit der Kampagne zum Premium-Bitumenabdichtungssystem Vapro auf dem Flachdach des Soprema-Werks in Hof/Oberroßbach. (Foto: Soprema)

Sich anstrengen und etwas selbst aufbauen

Irgendwie war dann klar, Pauels will Dachdeckerin werden. Und eine Luftveränderung ist für die unternehmungslustige Frau kein Thema. Also ging es 2004 ab nach München zur Ausbildung. Dort hat sie bereits im zweiten Lehrjahr Stephanie Kühnel kennengelernt, eine der Mitbegründerinnen des Netzwerks Dachdecker-Mädelz. Dabei war Pauels erst skeptisch, ob die Kollegin sich als Nachfolgerin im Familienbetrieb überhaupt richtig anstrengen muss. Doch beide waren schnell ein Herz und eine Seele, machten auch ab 2008 den Meister zusammen. Sich anzustrengen und etwas selbst aufzubauen – das ist und war für die 33-Jährige immer wichtig bei ihrer Arbeit. Und diese Werte verbinden sie auch mit ihrer Freundin Stephanie Kühnel. „Letztes Jahr war ich bei ihrer Hochzeit zu Gast und wenn wir mit den Dachdecker-Mädelz auf einer Messe unterwegs sind, nehmen wir zusammen ein Zimmer“, erzählt Pauels.

Eine Gruppe von Frauen posiert fröhlich in Arbeitskleidung vor einem roten Hintergrund und winkt in die Kamera.

Mit den Dachdecker-Mädelz am ZEDACH-Stand auf der diesjährigen Messe DACH+HOLZ in Stuttgart. In der unteren Reihe sind die Freundinnen Stephanie Kühnel (ganz rechts) und Caroline Pauels nebeneinander zu sehen.

Die Liebe zieht die Dachdeckerin in den Osten

Nach dem Meister zog die Liebe Caroline Pauels in den Osten, in Saarmund bei Potsdam gründete sie mit ihrem damaligen Lebenspartner Christian Schütze die CC Dachdeckerei. „Vor drei Jahren haben wir uns getrennt, arbeiten aber weiter sehr gut zusammen. Wir sind zwei echte Sturköpfe, sagen uns die Meinung, und dann ist es auch wieder ok.“ Der Start in die Selbstständigkeit war ein echter Sprung. „Ich war früher ein Feigling und lieber angestellt“, sagt Pauels. Sie stellte sich die Frage, wie sie das stemmen sollte, und das auch noch in einem neuen Bundesland. Von Bayern nach Brandenburg, das ist schon eine andere Welt.

Porträt einer Frau mit blonden Haaren im Sonnenlicht, sie lächelt leicht und schaut direkt in die Kamera.

Ein freundlicher Sturkopf mit großer Klappe: Caroline Pauels ist Dachdeckerin aus Leidenschaft.

Große Klappe hilft im persönlichen Kundengespräch

Aber so ein richtiger Feigling ist die Dachdeckermeisterin dann zum Glück ja doch nicht. „Wir hatten so eineinhalb Kontakte zu Architekten und haben dann Werbebriefe an viele Hausverwaltungen geschrieben.“ Danach fuhren die beiden Inhaber zum persönlichen Gespräch, weil „das ja eine Vertrauenssache ist“. Wie war das so als Frau bei den Kunden? „Die haben erstmal meinen Partner angesprochen, den Mann. Aber ich habe eine große Klappe und mische mich gerne ein. So merken die Leute, dass ich ja weiß, wovon ich spreche. Und dann reden sie oft lieber mit der Frau“, sagt Pauels. „Wir ergänzen uns schon gut“, sagt sie über ihren Partner.

Flachdach ist die Spezialität des Betriebs

Mit dem Betrieb haben sich die beiden auf Flachdächer und Flüssigkunststoff spezialisiert. „Wir machen auch Balkone, in diesen Bereichen sind wir firm.“ So realisiert die CC Dachdeckerei ohne fest angestellte Mitarbeiter auch große Aufträge, viel in Berlin, etwa Schulen oder Krankenhäuser. Wie geht das? „Wir kooperieren seit der Gründung mit einem Architekten, der unsere Verlässlichkeit und Qualität schätzt.“ Flachdach ist ihr Ding. „Ich habe den Ehrgeiz, jede Schweißnaht wirklich top zu machen.“

Motocross-Fahrer in roter Ausrüstung mit der Nummer 86 fährt auf einer schlammigen Rennstrecke, umgeben von grünem Netz und Natur im Hintergrund.

Vollgas gibt die Dachdeckermeisterin auch gerne auf der Motorcross-Piste. (Foto: Koepi Pictures)

Dachdeckerin als Hauptdarstellerin in Filmbeitrag

Aber die Dachdeckerin saniert auch gerne Steildächer. Letztes Jahr deckte sie mit einem Tischler als Subunternehmer zu zweit das Dach einer alten Villa. Dabei entstanden auch Aufnahmen für den aktuellen TV-Film von TRU DOKU über inspirierende Menschen im Handwerk. Hier ist Pauels mit ihrer klaren, direkten und freundlichen Art eine gute Botschafterin für das Dachdeckerhandwerk.

So auch zuvor in einem ZDF-Film über den Fachkräftemangel von 20219. „Nach der Sendung haben sich bei uns Bewerber gemeldet, im Alter zwischen 17 und 73 Jahren. Doch für die meisten war die Arbeit zu anspruchsvoll oder es fehlte die Zuverlässigkeit.“ So ist Pauels weiter auf der Suche nach Fachkräften. Aktuell beschäftigt sie einen gelernten Dachdecker auf 450-Euro-Basis, der in Vollzeit einem anderen Beruf nachgeht.

Eine Frau in Motorradkleidung sitzt im Gras, im Hintergrund steht ein Motorrad, die Szene wirkt entspannt und natürlich.

Caroline Pauels in Motorcross-Kluft. (Foto: Rocketpix)

Große Sprünge machen auch beim Motorcross

Da bleiben also weiterhin lange Arbeitstage für die Dachdeckerin. Alles, was dann noch an Zeit bleibt, investiert die 33-Jährige in ihr Hobby. Seit 2016 fährt sie Motorcross, obwohl sie vorher nicht mal auf einem Mofa oder Moped saß. „Ich war einfach neugierig, habe mich draufgesetzt und gleich einen Hochstarter gemacht.“ Erst sauste sie über Feldwege, dann kam sie über einen Werkstattbesuch in Kontakt mit der Szene. Seit einiger Zeit hat sie einen Trainingspartner, der sie bei der Vorbereitung unterstützt. Denn ehrgeizig ist der 33-Jährige auch beim Motorcross. Sie will sich weiter verbessern. Bei der Landesmeisterschaft stand sie zuletzt bereits auf dem Siegerpodest. „Da war ich echt stolz auf mich“, sagt Pauels. „Motorcross ist echt ein super Ausgleich für die viele Arbeit – trainieren, Rennen fahren, grillen. Es hat an den Wochenenden auch was von Familie.“

Motocross-Fahrer mit Helm und schwarzer Ausrüstung fährt ein weißes Motorrad mit der Nummer 86 auf einer sandigen Strecke, grüne Bäume im Hintergrund.

Motorcross ist für Caroline Pauels ein super Ausgleich für die Arbeit auf dem Dach. (Foto: MXPix)

Sie interessieren sich für das Thema Dachdecker werden? Dann lesen Sie unseren Bericht über die erste Frau in der Zimmerer-Nationalmannschaft.

Knut Köstergarten

Schreibt seit über zehn Jahren für das Printmagazin „Das Dach“ und leitet dort und bei Dach live die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und inzwischen auf die Bereiche Politik und Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge – gerade auch von Unternehmern.

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