Erste Dachdeckerin im Familienbetrieb seit 1896

DACH-Ticker

Bauder wird neuer Anteilseigner bei Sita

Mit einem gleichberechtigten Anteil von 33 Prozent steigt das Stuttgarter Familienunternehmen Bauder, vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts, als dritter Gesellschafter beim Dachentwässerungs-Spezialisten Sita ein. Mit dieser neuen strategischen Partnerschaft wollen die beiden Unternehmen ihre bereits heute enge und erfolgreiche Zusammenarbeit weiter intensivieren.

18. Januar 2022

BMI baut Kunststoffbahnen-Produktion aus

Mit einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe erweitert die BMI Gruppe bis 2024 die Produktionskapazitäten für den deutschen Markt, um der wachsenden Nachfrage nach Kunststoffbahnen gerecht zu werden. BMI strebt damit langfristig die Marktführerschaft in diesem Segment an. Mit den Marken Cosmofin, Tectofin und Wolfin ist die deutsche BMI Gruppe einer der großen Anbieter von Abdichtungsbahnen aus Kunststoff in Deutschland. Die Produkte der ehemaligen Wolfin Bautechnik GmbH, die mittlerweile in der BMI Flachdachsysteme GmbH aufgegangen ist, gehören zu den führenden Kunststoffbahnen am deutschen Markt.

17. Januar 2022

Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,7 Prozent gestiegen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt war im Jahr 2021 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,7 Prozent höher als im Jahr 2020. „Die konjunkturelle Entwicklung war auch im Jahr 2021 stark abhängig vom Corona- Infektionsgeschehen und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen“, sagte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. „Trotz der andauernden Pandemiesituation und zunehmender Liefer- und Materialengpässe konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Vorjahr erholen, wenngleich die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht hat“, so Thiel weiter. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2021 noch um zwei Prozent niedriger.

14. Januar 2022

Materialengpässe am Bau gehen langsam zurück

Die Materialengpässe auf den deutschen Baustellen haben sich zum Jahresende leicht gebessert. Auf dem Hochbau haben im Dezember noch 31,3 Prozent der Unternehmen Lieferprobleme erlebt, im Vormonat waren es 34,5 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Trotz der aktuellen Verbesserungen bleibt die Lage angespannt. Die Werte sind im langfristigen Vergleich immer noch außergewöhnlich hoch“, sagt ifo Forscher Felix Leiss. Bei Holz und bei Stahl zeichnet sich eine gewisse Entspannung ab, dennoch wurden in beiden Fällen noch Engpässe gemeldet. Dämmmaterial und (andere) Kunststoffprodukte bleiben problematisch. „Die erheblich gestiegenen Materialpreise setzten die Bauunternehmen zusätzlich unter Druck. Insbesondere auf dem Hochbau planen die Betriebe, die Kosten in den kommenden Monaten an die Bauherren weiterzugeben“, ergänzt Leiss.

9. Januar 2022

Im Oktober wurden 29.597 Wohnungen genehmigt

Im Oktober 2021 wurde in Deutschland der Bau von 29.597 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das saison- und kalenderbereinigt 3,2 Prozent weniger als im September 2021. Dennoch gab es im Zeitraum von Januar bis Oktober 2021 4,2 Prozent mehr Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum.

17. Dezember 2021

Messe Dach+Holz auf Juli 2022 verschoben

Die Branchenleitmesse Dach+Holz International findet nicht wie ursprünglich geplant im Februar 2022 in Köln statt. Das Andauern der Coronapandemie sowie unkalkulierbare Rahmenbedingungen für die Durchführung von Messen seitens der Politik machen eine verlässliche Planung unmöglich. Daher hat sich der Veranstalter gemeinsam mit den Trägerverbänden der Messe einstimmig für eine Verlegung auf den 5. bis 8.Juli 2022 entschieden.

9. Dezember 2021

Arbeitsmarkt sicher durch den Winter zu bringen

„Der Arbeitsmarkt ist bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Die Novemberzahlen belegen erneut, dass wir die Folgen dieser tiefen wirtschaftlichen Krise nach und nach überwinden“, erklärt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Im November ist die Arbeitslosenquote weiter leicht gesunken und liegt jetzt bei 5,1 Prozent. Insgesamt sind damit 2,3 Millionen Menschen arbeitslos, 60.000 weniger als im Vormonat. Selbst saisonbereinigt ist ihre Zahl immer noch um 34.000 gesunken. Bis September ist außerdem die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds auf 751.000 Personen gesunken. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt. Sie lag im September bei 34,3 Millionen Beschäftigten.

6. Dezember 2021

Kalzip: Neuerung in der Geschäftsführung

Andrew Leach hat Anfang Dezember den Posten des CEO der Kalzip GmbH, Koblenz, übernommen. Der gebürtige Brite ist seit vielen Jahren in der Branche und bei Kalzip tätig, unter anderem in verschiedenen Führungspositionen in Sales und Marketing auf internationaler Ebene. In seiner neuen Funktion leitet er das Unternehmen in Deutschland federführend und tritt damit die Nachfolge von Frank Krauskopf an, der sein Mandat als Geschäftsführer niederlegt. Gemeinsam mit Peter Brechtelsbauer, der bereits seit März 2018 als CEO bei Kalzip tätig ist, wird Leach in der Geschäftsführung agieren.

2. Dezember 2021

Stephan Hettwer wird neuer Vertriebschef bei Roto

Stephan Hettwer (Foto Mitte) übernimmt ab Januar 2021 als Direktor Kunden und Märkte und Geschäftsführer in Personalunion die direkte Verantwortung der deutschen Vertriebsorganisation von Roto. Er folgt auf Markus Röser, der Roto als Geschäftsführer Deutschland, zum Jahresende 2021 verlässt. An Hettwer berichtet künftig eine Doppelspitze aus langjährigen Mitarbeitern. Yann Lesage, bisher Vertriebsleiter West, übernimmt die Position als Vertriebsleiter Außendienst. Vertriebsleiter Innendienst bleibt Thomas Schoch.

15. November 2021

Gutex baut neues Werk für Holzfaserdämmplatten

Ab September 2023 will Gutex im Gewerbepark Breisgau, 30 Kilometer südlich von Freiburg, ökologische Holzfaserdämmplatten aus regionalem Nadelholz herstellen. Insgesamt investiert der Hersteller laut einer Pressemeldung auf sechs Hektar Fläche über 100 Millionen Euro und schafft zum Start der Produktion rund 60 neue Arbeitsplätze. Bei Vollauslastung der Anlage sollen es mindestens 120 sein. Das Werk werde ganzjährig im 3-Schichtbetrieb gefahren werden. Die geplante Trockenanlage besitzt eine Produktionskapazität von bis zu 4.800 Kubikmeter am Tag.

12. November 2021

Erste Dachdeckerin im Familienbetrieb seit 1896

9. Juli 2019

 · Knut Köstergarten

Das ist wirklich mal Tradition. Seit 1896 gibt es den Betrieb F. Bernhardt Bedachung-Gerüstbau GmbH in Frankfurt. Alle Männer in der Familie waren und sind Dachdecker – in der vierten Generation ist es Oliver Bernhardt, Geselle und Vorarbeiter. Doch auch in einem Traditionsbetrieb gibt es Wandel und so führt mit Melanie Bernhardt erstmals eine Frau im Tandem mit dem Bruder. Und sie ist es, die seit bereits 20 Jahren den Meisterbrief als Dachdeckerin besitzt. „Zunächst wollte ich Abitur machen, doch dann bin ich abgegangen und habe eine Lehre angefangen. Ich hatte schon früh Interesse und unterstützte meinen Vater bereits in der Jugend“, erinnert sich Bernhardt.

Dachdeckerin zu werden, war das eine Ziel von Melanie Bernhardt, das andere war von Anfang an, später den Familienbetrieb zu übernehmen.
Dachdeckerin zu werden, war das eine Ziel von Melanie Bernhardt. Das andere Ziel war von Anfang an, später den Familienbetrieb zu übernehmen.

Dachdeckerin mit Mut und Standing erarbeitet sich Respekt

In den frühen 90er Jahren waren junge Frauen auf dem Dach noch eine echte Rarität. Da brauchte es Mut und Standing, um der eigenen handwerklichen Leidenschaft zu folgen. Die Lehre absolvierte Bernhardt bei einem Kollegen im Stadtteil. Wie das funktionierte? „Ich habe schon ein natürliches Selbstvertrauen und bin nicht auf den Mund gefallen. Da bekamen die Kollegen auf einen Spruch gleich eine entsprechende Antwort.“ Schon in der Jugend habe sie mit Jungs Fußball gespielt, da hatte die Dachdeckermeisterin nie Berührungsängste. „Die Gesellen haben schnell gesehen, dass ich mit anpacken will und kann“, berichtet Bernhardt. Sie lernte durchzuhalten und sich durchzusetzen in der Männerdomäne, und sie lernte viel an fachtechnischer Ausführung. „Es gab da im Lehrbetrieb einen Altgesellen, der kurz vor der Rente stand, einen Schiefer-Experten. Er hat sich Zeit genommen und mir viele Dinge genau erklärt. Dann konnte ich es selber machen.“

Die Chefin arbeitet täglich selber auf der Baustelle

Die Sache mit dem Schiefer kommt ihr bis heute zugute. Denn in Frankfurt sind viele Häuser noch mit Schiefer eingedeckt. Dachdeckerin zu werden, war das eine Ziel von Melanie Bernhardt, das andere war von Anfang an, später den Familienbetrieb zu übernehmen. Deshalb ging sie schon mit 21 Jahren an die Meisterschule in Mayen. Mit einer Sondergenehmigung, weil damals das Mindestalter noch bei 22 Jahren lag. „Die Leistungen waren ja da“, meint Bernhardt heute. Auch in Mayen habe sie viel an Fachtechnik gelernt. Dieses Know-how ist ihr sehr wichtig. Auch deshalb, weil Bernhardt keine Chefin ist, die vor allem im Büro beschäftigt ist. Im Gegenteil arbeitet sie täglich mit auf der Baustelle, neben dem Bruder gibt es im kleinen Team nur noch zwei weitere Geselle.

Meisterausbildung: wichtiges Know-how für die Betriebsführung

Weil die Dachdeckerin das Arbeiten auf den Baustellen so liebt, fielen ihr die neun Monate sitzen im Klassenraum in Mayen auch nicht so leicht. „Trotzdem war es eine super Ausbildung in Mayen, die Praxis am Modell war top. Und dann natürlich das Wissen in Betriebswirtschaft, Kalkulation oder Führung, ohne dieses Know-how könnte ich heute den Betrieb gar nicht managen.“ Bernhardt ist meist mit dem Bruder unterwegs, die beiden Gesellen machen andere Baustellen. Das Team ist noch relativ neu zusammen, es gab Abgänge wegen Rente und schwerer Krankheit. „Ich bin aber sehr zufrieden mit meinen Gesellen und der Größe des Betriebs.“

Dachdeckerin: Dachdeckermeisterin Melanie Bernhardt packt auch als Chefin mit an und ist täglich auf den Baustellen unterwegs.
Dachdeckermeisterin Melanie Bernhardt packt auch als Chefin mit an und ist täglich auf den Baustellen unterwegs.

Für Bernhardt geht es dabei um eine familiäre Atmosphäre. Der Vater ist zwar schon in Rente aber offiziell noch Geschäftsführer und immer mal vor Ort. Die Mutter hilft mit im Büro. Im kleinen Team kann sich jeder auf den anderen verlassen. „Klar muss die Leistung stimmen, aber auf super streng habe ich keine Lust“, sagt Bernhardt. Als Chefin sorgt sie gerne für eine familiäre Atmosphäre. „Wir setzen uns immer mal wieder zusammen, essen Kuchen, tauschen uns aus.“ Ausbilden würde sie auch gerne, aber von der Qualität her sei das schwierig. „Man  muss schon sehr genau wissen, was man tut. Und vielen Jugendlichen fehlt es an Motivation und Disziplin. Da schaffen einige nicht mal das Praktikum.“

Dachdeckerin übernimmt gerne komplizierte Auftragsfälle

Der Betrieb übernimmt von größeren bis kleineren Projekten und Reparaturen alles, vor allem im Bereich Steildach. „Wir betreuen viele Häuser schon über Jahre hinweg. Jetzt sind wir verstärkt im Bereich Dachfenster unterwegs. Und im Dachbodenausbau bieten wir alles aus einer Hand mit Partnern aus anderen Gewerken an.“ Gerne übernimmt die Dachdeckermeisterin auch komplizierte Fälle mit kleinteiligem Arbeiten. Der Qualitätsanspruch hat sich herumgesprochen, so gibt es immer genug Aufträge, auch über Architekten als Multiplikatoren.

Bruder Oliver mit dem zusammen Dachdeckerin Melanie Bernhardt den Familienbetrieb führt, gönnt sich eine Auszeit auf dem Dach.
Auf Instagram veröffentlicht Melanie Bernhardt auch humorvolle, ungewöhnliche Bildmotive. Hier gönnt sich Bruder Oliver eine meditative Auszeit auf dem Dach.

Wie der Betrieb arbeitet: Coole Fotos und Videos auf Instagram

Sehr aktiv ist Bernhardt in den sozialen Medien, was erstaunlich ist bei einem Betrieb dieser Größe. Bereits seit 2011 macht sie Facebook für die Generationen 40plus und jetzt auch Instagram für die jüngeren Leute. Dort postet sie fast jeden Tag interessante, ungewöhnliche Fotos und kurze lockere Erklärvideos zu verschiedenen praktischen Fachthemen auf dem Dach. „Instagram ist viel lockerer, persönlicher, da posten wir nicht nur Fachbilder. Wir zeigen, wo wir sind und wie wir arbeiten. Die Kunden sind oft stille Mitwisser. Sie sehen schon, was wir machen, auch ohne Likes“, erläutert Bernhardt. „Das ist erst der Anfang, wir wollen noch professioneller werden mit den Videos.“

Über die sozialen Medien tauscht sich Melanie Bernhardt auch mit Kollegen aus, bundesweit. Da geht es um fachliche Hilfe oder um neue Ideen. „Ich bin da Gewerke übergreifend vernetzt, auch mit den SHK-Leuten oder Malern.“ Ganz traditionell und anlog mag sie es aber auch. Bernhardt ist die PR-Frau in der Frankfurter Innung. „Wir engagieren uns im Betrieb seit jeher in der Innung. „Mit den Kollegen dort verstehe ich mich gut, der Austausch ist mir wichtig.“

Dachdeckerin Melanie Bernhardt und ihr Bruder sind ein eingespieltes Team – nicht nur auf dem Dach.
Dachdeckerin Melanie Bernhardt und ihr Bruder Oliver sind ein eingespieltes Team.

Als Ausgleich zur vielen Arbeit und dem Ehrenamt sucht sie beim Reisen gerne die Abgeschiedenheit zum Ausspannen. „Ich bin gerne in der Natur, etwa auf Klettersteigen.“ Die Dachdeckermeisterin ist kein Strand-Typ. „Ich bleibe im Urlaub gerne im Schatten, Sonne habe ich auf dem Dach genug.“

Sie interessieren sich für das Thema Frauen im Handwerk. Dann lesen Sie unseren Artikel über eine Dachdeckerin, die nach dem plötzlichen Tod des Vaters als Chefin ins kalte Wasser gesprungen ist.

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