Erste Dachdeckerin im Familienbetrieb seit 1896

DACH-Ticker

EEG 2023: Fördersätze für PV-Anlagen steigen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat Ende Juli über das Inkrafttreten erster Regelungen aus dem EEG 2023 informiert. Ab sofort können Betreiber von neu in Betrieb genommenen Solaranlagen bis zu 13,40 Cent pro Kilowattstunde für ihren PV-Strom erhalten. Die erhöhten Fördersätze gelten allerdings laut Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks nur für sogenannte Volleinspeiser. Das heißt: Der erzeugte Strom wird nicht selbst verbraucht, sondern vollständig ins Netz eingespeist.

8. August 2022

Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sind 2022 eingebrochen

Im April 2022 wurde in Deutschland der Bau von 31 152 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 5,1 Prozent oder 1 515 Baugenehmigungen mehr als im April 2021. Von Januar bis April 2022 wurden damit insgesamt 123.659 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt – dies waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr (125.553 Baugenehmigungen). Im Neubau gab es in den ersten vier Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 22 Prozent bei Einfamilienhäusern und ein Plus von 11,6 Prozent bei Mehrfamilienhäusern.

17. Juni 2022

Bauwirtschaft: Arbeitsunfälle 2021 leicht rückläufig

Die Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft sind im vergangenen Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 103.525 leicht gesunken. Auch die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle ging laut BG Bau zurück. Einen leichten Anstieg gibt es hingegen bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufserkrankung. Der zweithäufigste Verdachtsfall war hierbei das für das Dachdeckerhandwerk besonders relevante Risiko von Hautkrebs durch Sonneneinstrahlung. Der leichte Rückgang bei Arbeitsunfällen und tödlichen Arbeitsunfällen sei laut BG Bau aber kein Grund zur Entwarnung. Denn die Zahlen seien immer noch zu hoch. 

3. Juni 2022

Peter Aicher bleibt Vorsitzender von Holzbau Deutschland

Bild von Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland
Peter Aicher will den Holzbau in den kommenden Jahren weiter voranbringen. (Foto: Holzbau Deutschland)

Bei den Vorstandswahlen von Holzbau Deutschland ist Peter Aicher erneut zum Vorsitzenden gewählt worden. „Ich bedanke mich sehr herzlich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich riesig, den Holzbau in den kommenden Jahren gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen weiter voranzubringen. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Projekte angestoßen und realisiert. Dass sich unser Engagement lohnt, bestätigt der kontinuierliche Aufwärtstrend des Holzbaus“, betonte der einstimmig wiedergewählte Vorsitzende von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

19. April 2022

Langjähriger BMI-Chef Ulrich Siepe gestorben

Bild von Ulrich Siepe mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger
Ulrich Siepe auf der Dach+Holz 2020 mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger.

Das Dachhandwerk trauert um eine Führungspersönlichkeit und einen Menschenfreund. Der langjährige BMI-Geschäftsführer Ulrich Siepe ist am 23. März nach schwerer Krankheit verstorben, über die er schon während seiner bis 2020 dauernden Karriere bei BMI offen gesprochen hatte. Seine offene, freundliche und zugewandte Art werden viele langjährige Marktbegleiter vermissen.

31. März 2022

BMI investiert in Erweiterungsbau für Schulungszentrum

Bild von Spatenstich für BMI-Schulungszentrum
Spatenstich für Erweiterungsbau des BMI-Schulungszentrums. (Foto: BMI)

BMI stärkt erneut den Wirtschaftsstandort Heusenstamm. Am Stammwerk von Braas investiert BMI in einen Erweiterungsbau für das bestehende Schulungszentrum. Dort wird es auf 1.750 Quadratmetern genügend Platz für Trainings- und Seminarräume, für Lager, Werkstatt und Funktionsräume sowie für Großveranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmern geben.

23. März 2022

ifo Institut: Baupreise steigen 2022 weiter

Die deutschen Bauunternehmen planen, auf breiter Linie die Baupreise zu erhöhen. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor. Im Hochbau kalkulierte jeder zweite Betrieb für die kommenden Monate mit Preisanpassungen. „Das ist eine Folge der rasanten Kostenanstiege beim Baumaterial, diese werden nun an die Kunden weitergeben“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss. „Insbesondere bei den Dämmstoffen gab es weiterhin Probleme. Holz spielte aktuell wieder eine größere Rolle. Das sehen wir beim Großhandel mit Holz und auch bei Bauelementen aus Holz. Hier wurde wieder sehr oft von Preiserhöhungen berichtet“, sagt Leiss weiter. „Zudem sind die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Bauwirtschaft sind im Moment noch nicht abzusehen.“

17. März 2022

Energiesouveränität bedeutet auch Energieeffizienz im Gebäudebestand

Im Rahmen des gemeinsamen Aufrufs von Verbraucher-, Wirtschafts- und Umweltverbänden an die Bundesregierung „Energiesouveränität ist das Gebot der Stunde”, verbunden mit der Forderung nach einem nationalen Gipfel für Energiesouveränität erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer: „Für energieeffiziente Häuser und Gebäude brauchen wir eine verlässliche und auskömmliche Förderkulisse, die auch diejenigen Standards fördert, die gefordert werden. Konkret heißt das: Wenn das EH 55 zum Standard wird, sollte auch dieser gefördert werden. Ähnliches gilt für die energetische Sanierung: EH 70 bei Sanierungen ist ambitioniert und sollte daher entsprechend gefördert werden. Das gilt auch für den Einbau von Heizungen, die auf regenerativen Energien beruhen, sowie den Einbau von Solaranlagen.“

11. März 2022

Janine Neureuther erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin

Janine Neureuther, Geschäftsführerin der Neureuther Bedachungen GmbH in Rheinstetten bei Karlsruhe, übernimmt ab sofort das Amt der stellvertretenden Landesinnungsmeisterin des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg. Sie wurde einstimmig durch die zehn Dachdecker-Innungen Baden-Württembergs zur Nachfolgerin von Michael Braunwarth (Foto links) gewählt. Sie ist damit die erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin im deutschen Dachdeckerhandwerk und übernimmt das Amt der Landesreferentin für Berufsbildung.

4. März 2022

Braas ist „Marke des Jahrhunderts“

Es ist ein Name für die Geschichtsbücher: Braas wurde in der Kategorie „Die Dachpfanne“ 2022 als „Marke des Jahrhunderts“ prämiert. Die renommierte Verlagsgruppe „DIE ZEIT“ vergab die Auszeichnung an einen Hersteller von Dachsteinen und Tondachziegeln, der mit seinen Produkten die Baugeschichte von den ersten Jahren der Bundesrepublik bis heute nachhaltig geprägt und mitgestaltet hat.

18. Februar 2022

Erste Dachdeckerin im Familienbetrieb seit 1896

Das ist wirklich mal Tradition. Seit 1896 gibt es den Betrieb F. Bernhardt Bedachung-Gerüstbau GmbH in Frankfurt. Alle Männer in der Familie waren und sind Dachdecker – in der vierten Generation ist es Oliver Bernhardt, Geselle und Vorarbeiter. Doch auch in einem Traditionsbetrieb gibt es Wandel und so führt mit Melanie Bernhardt erstmals eine Frau im Tandem mit dem Bruder. Und sie ist es, die seit bereits 20 Jahren den Meisterbrief als Dachdeckerin besitzt. „Zunächst wollte ich Abitur machen, doch dann bin ich abgegangen und habe eine Lehre angefangen. Ich hatte schon früh Interesse und unterstützte meinen Vater bereits in der Jugend“, erinnert sich Bernhardt.

Dachdeckerin zu werden, war das eine Ziel von Melanie Bernhardt, das andere war von Anfang an, später den Familienbetrieb zu übernehmen.
Dachdeckerin zu werden, war das eine Ziel von Melanie Bernhardt. Das andere Ziel war von Anfang an, später den Familienbetrieb zu übernehmen.

Dachdeckerin mit Mut und Standing erarbeitet sich Respekt

In den frühen 90er Jahren waren junge Frauen auf dem Dach noch eine echte Rarität. Da brauchte es Mut und Standing, um der eigenen handwerklichen Leidenschaft zu folgen. Die Lehre absolvierte Bernhardt bei einem Kollegen im Stadtteil. Wie das funktionierte? „Ich habe schon ein natürliches Selbstvertrauen und bin nicht auf den Mund gefallen. Da bekamen die Kollegen auf einen Spruch gleich eine entsprechende Antwort.“ Schon in der Jugend habe sie mit Jungs Fußball gespielt, da hatte die Dachdeckermeisterin nie Berührungsängste. „Die Gesellen haben schnell gesehen, dass ich mit anpacken will und kann“, berichtet Bernhardt. Sie lernte durchzuhalten und sich durchzusetzen in der Männerdomäne, und sie lernte viel an fachtechnischer Ausführung. „Es gab da im Lehrbetrieb einen Altgesellen, der kurz vor der Rente stand, einen Schiefer-Experten. Er hat sich Zeit genommen und mir viele Dinge genau erklärt. Dann konnte ich es selber machen.“

Die Chefin arbeitet täglich selber auf der Baustelle

Die Sache mit dem Schiefer kommt ihr bis heute zugute. Denn in Frankfurt sind viele Häuser noch mit Schiefer eingedeckt. Dachdeckerin zu werden, war das eine Ziel von Melanie Bernhardt, das andere war von Anfang an, später den Familienbetrieb zu übernehmen. Deshalb ging sie schon mit 21 Jahren an die Meisterschule in Mayen. Mit einer Sondergenehmigung, weil damals das Mindestalter noch bei 22 Jahren lag. „Die Leistungen waren ja da“, meint Bernhardt heute. Auch in Mayen habe sie viel an Fachtechnik gelernt. Dieses Know-how ist ihr sehr wichtig. Auch deshalb, weil Bernhardt keine Chefin ist, die vor allem im Büro beschäftigt ist. Im Gegenteil arbeitet sie täglich mit auf der Baustelle, neben dem Bruder gibt es im kleinen Team nur noch zwei weitere Geselle.

Meisterausbildung: wichtiges Know-how für die Betriebsführung

Weil die Dachdeckerin das Arbeiten auf den Baustellen so liebt, fielen ihr die neun Monate sitzen im Klassenraum in Mayen auch nicht so leicht. „Trotzdem war es eine super Ausbildung in Mayen, die Praxis am Modell war top. Und dann natürlich das Wissen in Betriebswirtschaft, Kalkulation oder Führung, ohne dieses Know-how könnte ich heute den Betrieb gar nicht managen.“ Bernhardt ist meist mit dem Bruder unterwegs, die beiden Gesellen machen andere Baustellen. Das Team ist noch relativ neu zusammen, es gab Abgänge wegen Rente und schwerer Krankheit. „Ich bin aber sehr zufrieden mit meinen Gesellen und der Größe des Betriebs.“

Dachdeckerin: Dachdeckermeisterin Melanie Bernhardt packt auch als Chefin mit an und ist täglich auf den Baustellen unterwegs.
Dachdeckermeisterin Melanie Bernhardt packt auch als Chefin mit an und ist täglich auf den Baustellen unterwegs.

Für Bernhardt geht es dabei um eine familiäre Atmosphäre. Der Vater ist zwar schon in Rente aber offiziell noch Geschäftsführer und immer mal vor Ort. Die Mutter hilft mit im Büro. Im kleinen Team kann sich jeder auf den anderen verlassen. „Klar muss die Leistung stimmen, aber auf super streng habe ich keine Lust“, sagt Bernhardt. Als Chefin sorgt sie gerne für eine familiäre Atmosphäre. „Wir setzen uns immer mal wieder zusammen, essen Kuchen, tauschen uns aus.“ Ausbilden würde sie auch gerne, aber von der Qualität her sei das schwierig. „Man  muss schon sehr genau wissen, was man tut. Und vielen Jugendlichen fehlt es an Motivation und Disziplin. Da schaffen einige nicht mal das Praktikum.“

Dachdeckerin übernimmt gerne komplizierte Auftragsfälle

Der Betrieb übernimmt von größeren bis kleineren Projekten und Reparaturen alles, vor allem im Bereich Steildach. „Wir betreuen viele Häuser schon über Jahre hinweg. Jetzt sind wir verstärkt im Bereich Dachfenster unterwegs. Und im Dachbodenausbau bieten wir alles aus einer Hand mit Partnern aus anderen Gewerken an.“ Gerne übernimmt die Dachdeckermeisterin auch komplizierte Fälle mit kleinteiligem Arbeiten. Der Qualitätsanspruch hat sich herumgesprochen, so gibt es immer genug Aufträge, auch über Architekten als Multiplikatoren.

Bruder Oliver mit dem zusammen Dachdeckerin Melanie Bernhardt den Familienbetrieb führt, gönnt sich eine Auszeit auf dem Dach.
Auf Instagram veröffentlicht Melanie Bernhardt auch humorvolle, ungewöhnliche Bildmotive. Hier gönnt sich Bruder Oliver eine meditative Auszeit auf dem Dach.

Wie der Betrieb arbeitet: Coole Fotos und Videos auf Instagram

Sehr aktiv ist Bernhardt in den sozialen Medien, was erstaunlich ist bei einem Betrieb dieser Größe. Bereits seit 2011 macht sie Facebook für die Generationen 40plus und jetzt auch Instagram für die jüngeren Leute. Dort postet sie fast jeden Tag interessante, ungewöhnliche Fotos und kurze lockere Erklärvideos zu verschiedenen praktischen Fachthemen auf dem Dach. „Instagram ist viel lockerer, persönlicher, da posten wir nicht nur Fachbilder. Wir zeigen, wo wir sind und wie wir arbeiten. Die Kunden sind oft stille Mitwisser. Sie sehen schon, was wir machen, auch ohne Likes“, erläutert Bernhardt. „Das ist erst der Anfang, wir wollen noch professioneller werden mit den Videos.“

Über die sozialen Medien tauscht sich Melanie Bernhardt auch mit Kollegen aus, bundesweit. Da geht es um fachliche Hilfe oder um neue Ideen. „Ich bin da Gewerke übergreifend vernetzt, auch mit den SHK-Leuten oder Malern.“ Ganz traditionell und anlog mag sie es aber auch. Bernhardt ist die PR-Frau in der Frankfurter Innung. „Wir engagieren uns im Betrieb seit jeher in der Innung. „Mit den Kollegen dort verstehe ich mich gut, der Austausch ist mir wichtig.“

Dachdeckerin Melanie Bernhardt und ihr Bruder sind ein eingespieltes Team – nicht nur auf dem Dach.
Dachdeckerin Melanie Bernhardt und ihr Bruder Oliver sind ein eingespieltes Team.

Als Ausgleich zur vielen Arbeit und dem Ehrenamt sucht sie beim Reisen gerne die Abgeschiedenheit zum Ausspannen. „Ich bin gerne in der Natur, etwa auf Klettersteigen.“ Die Dachdeckermeisterin ist kein Strand-Typ. „Ich bleibe im Urlaub gerne im Schatten, Sonne habe ich auf dem Dach genug.“

Sie interessieren sich für das Thema Frauen im Handwerk. Dann lesen Sie unseren Artikel über eine Dachdeckerin, die nach dem plötzlichen Tod des Vaters als Chefin ins kalte Wasser gesprungen ist.

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