Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Bauarbeiter mit grüner Mütze arbeitet auf einem Gerüst neben einem Dach mit roten Ziegeln und hält ein Holzbrett.

Dachsanierung mit Ecken und Kanten und 28 Gauben

Henning Höpken

19. März 2024

„Dachgauben sind zwar nicht immer Prüfungsfach, aber später in der Praxis musst du die Arbeit daran im Griff haben“, wurde Michael Heldt einst von seinem Berufsschullehrer ermahnt. Das war während seiner Lehrzeit in dem Betrieb, der Jahre später unter seinem eigenen Namen firmieren sollte: Stickelmann & Heldt Dachdeckermeister GmbH. Dass Michael Heldt diese Worte beherzigt und weitergegeben hat, sieht man der fachgerechten Leistung seiner Mitarbeiter an, die aktuell eine Dachsanierung mit 28 Gauben ausgeführt haben. Dabei sorgen die Gauben nicht nur durch Fenster für mehr Licht, sondern verleihen dem Dachgeschoss eine besondere Note und steigern die Wohnqualität.

Rotes Ziegeldach eines Gebäudes mit weißen Wänden und mehreren Fenstern, Dachgaube und Schneefanggitter.
Optisch eine Augenweide. Eine Seite des Gebäudes nach Fertigstellung. (Alle Fotos: Henning Höpken)

„Viel Fummelarbeit gefordert“

Wo die Lesum in die Weser mündet, liegt der beschauliche Bremer Stadtteil Vegesack. Direkt in der dortigen Innenstadt, an der Reeder-Bischoff-Straße, waren die Dachaufbauten in Form von Gauben, 500 Quadratmeter Flachdach, Steildach und Fassade zu erneuern. Dachfenster mussten ausgetauscht und die Entwässerungsanlagen komplett ersetzt werden. „Durch zahlreiche Gauben und verschiedene Ebenen haben wir es hier mit vielen kleinen Zwischenräumen sowie Ecken und Kanten zu tun. Dabei ist viel Detailarbeit gefordert, was gute Planung und Sorgfalt voraussetzt“, erklärt Dachdeckermeister Michael Heldt. Das wird  bei den Arbeitsschritten deutlich sichtbar. Vom Abriss und der Entsorgung von alten Dach- und Fassadenteilen an sind sich die Dachdeckergesellen ihrer Verantwortung für eine rundum dichte und wetterfeste Dachsanierung sehr bewusst.

Handschere schneidet ein Loch in ein Blech, Metallspäne sind sichtbar, Nahaufnahme der Arbeit auf einer glatten Metalloberfläche.
Entwässerungsrinnen werden vor Ort passgerecht zugeschnitten und gelötet. Der Geselle schneidet runde Ausschnitte in die Rinne und das Fallrohr wird direkt angesetzt und am Rand verlötet.

Fachlich beste Qualität abliefern

Die meisten von ihnen sind bereits jahrelang in dem Meisterbetrieb aus dem Bremer Westen tätig. „Schon in der Ausbildung lernt man, fachlich beste Qualitätsarbeit abzuliefern, wann immer sie gefordert ist“, erklärt Heldt. Dass diese Prämisse zum Konzept von Stickelmann & Heldt gehört, merkt man jedem Gesellen an, der hier auf dem Dach seine Arbeit macht. Gegründet wurde der Betrieb 1953. Michael Heldt begann dort 1978 seine Ausbildung, legte die Meisterprüfung ab und übernahm 1999 die Geschäftsführung, in der er seit Januar 2021 tatkräftig von Kjell Heldt und Oliver Ehrhardt unterstützt wird. Zum Mitarbeiterstamm gehören rund 18 Personen, darunter drei Auszubildende.

Ein Mann in dunkler Kleidung und Kapuze sitzt draußen auf einer Mauer und hält ein Getränk in der Hand, Bäume im Hintergrund.
Immer an der frischen Luft und obenauf. Dachdecker müsste man sein.

Sorgfalt, Geduld und Fachwissen gefragt

„So eine Dachsanierung benötigt ihre Zeit, denn es gibt unzählige kleine Ecken, in denen viel Fummelarbeit erforderlich ist. Das muss mit Sorgfalt, Geduld und vor allem Fachwissen angegangen werden“, meint Geselle Oliver Bolbrock. „Meistens arbeiten wir hier täglich mit 3 bis 5 Kollegen gemeinsam auf dem Dach“, ergänzt er. Regenwetter, starker Wind, Schnee und Eis sorgten allerdings bei dem Projekt für Ausfallzeiten, zogen die Bauarbeiten in die Länge und bescherten den Bewohnern die Gerüste und Baustellenplanen länger als erwartet. Gut, dass die Büroräume im Erdgeschoss noch leer standen und die Dachdecker sich dort ihr geschütztes Pausendomizil einrichten konnten.

Ein Mann mit Kapuze und Handschuhen schneidet mit einer Kreissäge eine weiße Platte auf einem Holztisch im Freien. Im Hintergrund sind Dächer zu sehen.
HPL-Schichtstoffplatten werden passgenau gesägt für die Verkleidung der Gauben.

Gute Partner sind wichtig

Stickelmann & Heldt ist Mitglied der Dachdecker-Innung und langjähriges Mitglied der DENW. Letztere unterstützte den Betrieb mit guter Kalkulation bei der Erstellung seines Angebotes und passgenauer Lieferung des kompletten Materials für diese Dachsanierung auf die Baustelle. Dazu gehörten das Dämmmaterial, die Bitumen- und Unterspannbahnen sowie das Metall von Rheinzink für die Gauben und der Flachdachziegel F12 Ü von Nelskamp, der sich an den Seiten unterhalb des Flachdaches anschließt. Seit über 25 Jahren ist Michael Heldt zudem auch als Privatperson Mitglied der DENW.

Zwei Bauarbeiter in schwarzer Kleidung arbeiten auf einer Baustelle, einer kniet und hält ein Werkzeug, der andere steht im Hintergrund.
140 Millimeter Dämmung auch für die Gauben unter der Holzverschalung.

Beste Materialien für die Dachsanierung

Gegen Hitze und Kälte sowie für Energieeinsparung und gesundes Klima unter dem Dach wurde Bauder PIR SF Aufsparrendämmung verarbeitet. Mit dem blauen Nagelband zwischen Dämmung und Holz wird dafür gesorgt, dass kein Wasser in die Dämmung eindringen kann. Die 28 Gauben wurden ebenfalls mit 140 Millimetern gedämmt und allseitig mit einer neuen Holzverschalung versehen. Eine spezielle braune Schalungsbahn schützt dabei die Seitenwände der Gauben. Die Verkleidung erfolgte mit HPL-Schichtstoffplatten. HPL steht dabei für High Pressure Laminate, das aus mehreren Lagen Papier und Harz besteht. Die einzelnen Platten wurden direkt auf der Baustelle ausgemessen und zugeschnitten. Dabei waren nicht nur große rechteckige Formen, sondern auch kleinere Platten für die Verkleidung von Rundbögen passgenau einzuarbeiten.

Eine Person mit schwarzen Handschuhen arbeitet an einer Hausfassade in der Nähe eines Dachs und hält eine weiße Platte fest.
Handwerkliches Geschick  ist gefragt, wenn die Rundbögen und Kanten der Gauben nicht nur mit rechteckigen Fassadenplatten verkleidet werden müssen.

Abdichtungsbahnen und Lichtkuppeln

Auf dem Flachdach sowie den Flachdachgauben kam die Bauder Kalt-Selbstklebedichtungsbahn TECK KSA Duo 35 zum Einsatz. Es handelt sich dabei um die kaltklebende erste Abdichtungsbahn aus Spezial-Elastomer-Bitumen mit Träger aus Gittergelege und Glasvlies. Eine der beiden Nähte ist kaltselbstklebend, während die gegenüberliegende Naht für das Verschweißen sowohl mit Brenner als auch mit Heißluft ausgerüstet ist. So kann für eine Notabdichtungsfunktion kurzfristig die optimale Verbindung gewählt werden. Die komplette Dachentlüftung wurde erneuert und neue Lamilux Lichtkuppeln sorgen für Helligkeit unter dem Flachdach.

Gewölbtes Oberlicht aus Kunststoff auf einem Flachdach, daneben weitere Flachdachdetails sichtbar.
Lichtkuppeln auf dem Flachdach eingebaut.

Passgenaue Entwässerung

Für die Dachentwässerung war insbesondere bei den Regenrinnen exakte Schneidearbeit erforderlich. Die Rinnen mussten für die Gauben vor Ort passgerecht zugeschnitten und mit kurzen Fallrohren zu den darunter angebrachten Hauptrinnen verbunden werden. Dazu schnitten die Dachdecker des Betriebs kreisrunde Öffnungen in die Rinne, setzten das Fallrohr dort direkt an und verlöteten die Teile fest und dicht miteinander.

Sie interessieren sich für Praxisprojekte? Dann lesen Sie unsere Story über eine besondere Turmsanierung.

Henning Höpken

Hat „Das DACH“ mit ins Leben gerufen, 15 Jahre die Redaktion geleitet und dabei selbst zahlreiche Berichte und Fotos in das Magazin gebracht. Nach fast 40 Jahren Marketing für die ZEDACH spiegelt sich Begeisterung für das Dachhandwerk und seine Menschen, für Messeorganisation und genossenschaftlichen Fachhandel in seiner Pressearbeit wider.

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