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Bild von VELUX Banner
Ein Gebäude mit Baugerüst und Banner von Struwe Dachdecker GmbH, im Hintergrund Häuserdächer und Hügel bei Tageslicht.

Eine Dachsanierung mit vielen Herausforderungen

Knut Köstergarten

29. Januar 2019

Manchmal ist ein Dach einfach steil oder flach. Dann weiß ein Dachdecker schnell, woran er ist in Sachen fachgerechte Ausführung. Steht das Gebäude unter Denkmalschutz, wird es schon komplexer mit den Anforderungen. Und da können einen die tatsächlichen Bedingungen vor Ort schon mal überraschen. Richtig spannend für Umsetzung wird es allerdings, wenn es viele unterschiedliche Situationen auf einem Dach gibt. So wie bei der Dachsanierung der Tabakfabrik in Heidelberg, die zudem noch an einer der Hauptverkehrsstraßen der Stadt liegt.

Das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Tabakfabrik besitzt eine sehr heterogene Dachlandschaft, was die Dachsanierung um so anspruchsvoller machte.

Das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Tabakfabrik besitzt eine sehr heterogene Dachlandschaft, was die Dachsanierung um so anspruchsvoller machte.

Dachsanierung mit Sheds, Flachdach, Mansarde und Gauben

Was Dachdeckermeister Maximilian Struwe mit seinem Team vorfand, war eine vielfältige Dachlandschaft mit zwei Sheds auf einem Flachdach mit Holzbalken, Mansarde, Schieferturm, Fahrstuhlschacht und sechs kleinen Gauben – inklusive der 97 einzubauenden Dachfenster. „Da gab es viele kleinteilige Ecken, viele Herausforderungen und zudem die Vorgabe, das Ganze nach Vorgaben der Energieeinsparverordnung umzusetzen.“

Die Struwe Dachtechnik GmbH aus Wiesloch hatte seit zehn Jahren Wartungen und Reparaturen am Dach der Tabakfabrik übernommen. „Dennoch mussten wir uns gegen einen starken Mitbewerber durchsetzen, um den Auftrag zu bekommen“, berichtet Struwe, der den 1982 von Vater Stefan gegründeten Betrieb mit rund 20 Mitarbeitern vor eineinhalb Jahren alleinverantwortlich übernommen hat. Als Bauzeit waren drei Monate geplant, am Ende dauerte die Dachsanierung fünf Monate. Auch weil der Betrieb viel improvisieren musste angesichts der Ecken und Kanten. „Wir haben etwa sämtliche Detailskizzen selber gemacht und von der Planung bis zur Ausführung alles aus einer Hand realisiert“, sagt Struwe.

Bei der Dachsanierung kamen insgesamt 97 Modular Skylights von Velux zum Einsatz.

Bei der Dachsanierung kamen insgesamt 97 Modular Skylights von Velux zum Einsatz.

Highlight Dachsanierung: 97 Modular Skylights von Velux

Ein Highlight waren sicher die 97 Dachfenster – alles Velux Modular Skylights. Dabei lag die eigentlich schwierige Arbeit in der Herstellung der Unterkonstruktion bei einem Aufbau aus dem Dach. „Gedämmt wird hier nach den besonderen Anforderungen von Velux. Deren Berater waren sehr zufrieden. Wir hätten das gut hinbekommen“, erzählt Struwe. Er selbst war dann während des Einbaus der Fenster im lange geplanten Urlaub. „Ich muss gestehen, die Nacht vorher habe ich kein Auge zugemacht.“ Es gab schon die Anspannung, ob alles tatsächlich reibungslos läuft. Auch wenn Struwe großes Vertrauen in seinen Vorarbeiter und die Mitarbeiter setzt. „Die haben das Know-how und Können, um Top-Qualität abzuliefern.“ Auch bei der Installierung der Verschattung lief alles rund. Insgesamt passen sich die Velux Modular Skylights (VMS) perfekt in die Dachlandschaft ein.

Dachsanierung: Spezialaufgabe Rundgauben  

Fünf Mann hatte Struwe über die fünf Monate täglich auf der Baustelle. Das Auftragsvolumen belief sich inklusive Fenster auf rund 500.000 Euro. Dabei konnte der Betrieb die komplette Bandbreite an Arbeiten abdecken mit Dachdeckern, Zimmerern und Klempnern. Die benötigten Bleche wurden in den eigenen Räumen an den eigenen Maschinen vorgefertigt. Allein die neue Eindeckung des Schieferturms vergab Struwe als Unterauftrag an einen Spezialisten.

Eingedeckt wurde mit einer Biberschwanz-Doppeldeckung. Diese war bereits vor der Dachsanierung verwendet worden und musste nach Denkmalschutzauflagen erneut zum Einsatz kommen.

Eingedeckt wurde mit einer Biberschwanz-Doppeldeckung. Diese war bereits vor der Dachsanierung verwendet worden und musste nach Denkmalschutzauflagen erneut zum Einsatz kommen.

Ein gutes Beispiel für die Herausforderungen sind auch die sechs kleinen Rundgauben. „Da haben unsere Spezialisten das neue Holz aufwändig mit der Oberfräse bearbeitet, um die feinen Rundungen exakt hinzubekommen“, erläutert Struwe. Es war also nicht die reine Dachfläche, die viel Aufwand und Zeit gekostet hat, sondern die Feinarbeit im Detail. Das Resultat sind natürlich höhere Kosten, die Struwe jedoch gut vermitteln konnte. „Und die Resonanz der Auftraggeber war am Ende sehr positiv. Das zählt für mich.“

Dachsanierung nach Auflagen des Denkmalschutzes

Eingedeckt wurde mit einer Biberschwanz-Doppeldeckung. Diese war bereits vor der Dachsanierung verwendet worden und musste nach Denkmalschutzauflagen erneut zum Einsatz kommen. Puren Ökonomic verwendete das Team für die Aufdachdämmung mit 60 Millimeter, dazu noch zwölf Zentimeter Mineralwolle, Wärmeleitgruppe 0,32, als Zwischensparrendämmung. Schwieriger war es im Bereich der Mansarde.

Für die Aufdachdämmung wurde bei der Dachsanierung u.a. Puren Ökonomic verwendet.

Für die Aufdachdämmung wurde bei der Dachsanierung u.a. Puren Ökonomic verwendet.

„Dort blieb uns letztlich keine andere Wahl als eine reine Aufdachdämmung, da die Gefache, also der Raum zwischen den Holzbalken komplett ausgemauert waren“, berichtet Struwe. „Gemeinsam mit dem Bauphysiker haben wir die Dicke von zehn Zentimetern ermittelt.“ Und an den Anschlussstellen für die Fenster kamen Schweißbahnen mit 60 Millimeter PU-Dämmung zum Einsatz. „Insgesamt konnten wir so über die gesamte Dachfläche die Vorgaben der Energieeinsparverordnung einhalten“, sagt Struwe. Das galt auch für den Denkmalschutz, wo alle Absprachen über die Architekten liefen. „Von der Stadt habe ich niemanden gesehen auf der Baustelle“, berichtet Struwe. 

Bei der Dachsanierung der ehemaligen Tabakfabrik war Detailarbeit gefragt.

Bei der Dachsanierung der ehemaligen Tabakfabrik war Detailarbeit gefragt.

Bleibt noch die Anforderung einer innenliegenden Entwässerung, die immer Risiken mit sich bringt. Denn sollte ein Rohr oder eine Muffe mal kaputt gehen, muss eventuell eine Wand aufgeklopft werden und es kann zu Schäden im Gebäudeinneren kommen. Auch hier war höchste Sorgfalt in der Ausführung gefragt.

Logistik in guter Kooperation mit der Dachdecker-Einkauf Süd

Die Lage der ehemaligen Tabakfabrik an einer Hauptverkehrsstraße machte die Dachsanierung zu einer logistischen Herausforderung.

Die Lage der ehemaligen Tabakfabrik an einer Hauptverkehrsstraße machte die Dachsanierung zu einer logistischen Herausforderung.

Und wie war das noch mit der Logistik, mitten in der Stadt an einer der Hauptverkehrsstraßen? Die Situation der Anlieferung beschreibt Struwe als katastrophal. „Der Innenhof sollte eigentlich für eine bestimmte Zeit nur für uns reserviert sein, doch da parkten alle zehn Gewerke ihre Fahrzeuge.“ Die Anfahrt des Krans war ein fahrerisches Meisterstück bei der räumlichen Enge in der Toreinfahrt. Die Bestückung mit Material ging nur peu à peu. Ein Sattelzug wäre zu groß gewesen, also übernahm die Dachdecker-Einkauf Süd eG die Anlieferung in Etappen per Lkw. Struwe zeigt sich sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. „Auf die Dachdecker-Einkauf war immer Verlass, Bestellungen gingen auch kurzfristig. Da wurde etwa eine fehlende Dampfsperrbahn innerhalb von Stunden geliefert.“

Sie interessieren sich für Praxisprojekte. Dann lesen Sie unseren Bericht über 9.000 Quadratmeter Dach-Schiefereindeckung für das Andreas-Quartier in der Düsseldorfer City.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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