Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Ein Arbeiter mit Sicherheitsausrüstung sitzt auf einem roten Ziegeldach, mit Eimer und Werkzeug in der Nähe. Im Hintergrund sind weitere Dächer sichtbar.

Oliver Vonderach saniert Türme und Dächer von Kirchen

Knut Köstergarten

4. Januar 2024

Bereits in der Lehre kam Dachdeckermeister Oliver Vonderach in Kontakt mit zwei zentralen Bereichen, die bis heute eine große Bedeutung für sein Berufsleben haben. Einmal die Arbeit mit Naturschiefer und, damit verbunden, die Sanierung von Kirchen – Dächer und Türme. „In meinem Lehrbetrieb gab es einen Altgesellen, von dem ich damals die Bearbeitung von Naturschiefer lernen konnte“, erinnert sich der 56-Jährige. Für diesen Betrieb arbeitete der Dachdeckermeister zehn Jahre, bevor er sich selbstständig machte.

Ein älterer Mann lehnt lächelnd an einer Baustellenstange, trägt eine schwarze Jacke und steht auf einem gepflasterten Boden.
Oliver Vonderach lernte bereits in der Lehre das Arbeiten mit Schiefer von einem Altgesellen. (Alle Fotos: Vonderach)

Zwiebelturm mit Naturschiefer eingedeckt

Damals war er schon bei Kirchensanierungen dabei und konnte Kontakte pflegen. „Daran habe ich dann angeknüpft nach der Gründung meines eigenen Betriebs“, berichtet Oliver Vonderach. Gleich zwei solcher Projekte realisierte der Dachdeckermeister 2023. Zuerst sanierte er mit seinem Team den Zwiebelturm der Stephanuskirche im zehn Kilometer vom Firmensitz entfernten Alfdorf. „Der Turm wurde komplett eingerüstet und wir haben den Turm komplett neu in altdeutscher Deckung mit Naturschiefer eingedeckt. Das macht man nur einmal im Leben, wir sind stolz auf diese Arbeit“, so Oliver Vonderach.

Bild von Schieferturm
Der Zwiebelturm der Stephanuskirche in Alfdorf erstrahlt in neuem Schieferglanz.

Schiefer-Wissen an die Mitarbeiter weitergeben

Für die Arbeit mit Naturschiefer bildet der Dachdeckermeister seine  Mitarbeiter eigenhändig aus und gibt so Wissen weiter, dass oftmals wegen fehlender Praxisprojekte in der Ausbildung nur noch am Rande vorkommt. Zum Team gehört auch sein Sohn, der inzwischen Dachdeckergeselle ist und jetzt noch die Ausbildung als Zimmerer dranhängt. Dabei lernt sein Sohn in externen Betrieben. „Ich finde es wichtig, dass er sieht, wie es andere angehen.“ Dachdeckerei und Zimmerei aus einer Hand, das hält Oliver Vonderach für die Zukunft. „Deshalb will mein Sohn später noch den Zimmerermeister machen, damit wir als Betrieb beides kompetent anbieten können.“

Ein Handwerker arbeitet auf einem Dach mit roten Ziegeln und blauem Himmel im Hintergrund, teilweise verdeckter Schriftzug oben im Bild.
Interesse? Dann klicken Sie einfach auf das Bild!

Dabei war nicht immer klar, dass der Nachfolger aus der eigenen Familie kommt. „Tim hat dann aber angefangen, samstags und in den Ferien bei uns auf den Baustellen mitzuarbeiten. Ich konnte ihn langsam hinführen“, erinnert sich der 56-Jährige mit einem Schmunzeln. Das Büro führt Oliver Vonderach gemeinsam mit seiner Frau, in seinen Worten „die wichtigste Säule im Kontakt zu den Kunden“.

Bild von Mitarbeiter von Oliver Vonderach auf dem Kirchendach
Der langjährige Fachhelfer Alex verfugt die Biberschwanzziegel am First der Stadtkirche Lorch.

Heimspiel auf dem Dach der Stadtkirche Lorch

Noch mehr ein Heimspiel ist da die aktuelle Eindeckung der Stadtkirche Lorch, wo auch der Firmensitz liegt. „Ich bin gebürtiger Lorcher und das ist natürlich eine besondere Ehre und Freude, den Auftrag für dieses Projekt bekommen zu haben.“ Im ersten Schritt restaurierten Oliver Vonderach und seine Mitarbeiter den Turm der Stadtkirche. „Da war wieder die alte Kunst des Dachhandwerks gefragt. Alle Schieferplatten haben wir einzeln von Hand beigehauen.“ Danach startete das Team die Dacheindeckung mit Biberschwanzziegeln am Kirchenschiff.

Ein Bauarbeiter sitzt auf einem roten Ziegeldach und arbeitet, mit weiteren Dachziegeln und einem schwarzen Eimer neben sich, ein grauer Himmel im Hintergrund.
Das Team auf dem steilen Dach der Stadtkirche Lorch. Den Turm haben sie bereits in Schiefer neu eingedeckt.

Denkmalschutz ist ein wichtiges Standbein

Bei solchen Denkmalschutzprojekten: Gibt es da nicht immer wieder Überraschungen beim Abriss der alten Eindeckung? „Manchmal zeigt sich Unverhofftes wie Beschädigungen an der Unterkonstruktion. Bis zu einem gewissen Umfang führen wir das dann selbst aus, wenn es etwa um das Ersetzen von Holzbalken geht“, erläutert Oliver Vonderach. Er liebt diese besonderen Projekte und 2023 haben sie fast 50 Prozent seiner Aufträge ausgemacht. Probleme mit den Denkmalschutzbehörden gibt es keine, der Dachdeckermeister weiß, was gefordert wird und verfügt über jahrelange Erfahrung in der fachgerechten Ausführung solcher Projekte. Das nächste steht auch schon vor der Tür im nahen Schwäbisch Gmünd. Ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus in der Innenstadt. „Bei diesem stellen wir den Kran, übernehmen den Abbruch des altes Daches und realisieren dann die neue Holzschalung, Dämmung und Eindeckung“, berichtet Oliver Vonderach.

Bild von Team von Oliver Vonderach auf dem Dach
Dachdeckergeselle Daniel (hinten) und Azubi Alfredo decken die Stadtkirche Lorch ein.

Erste PV-Anlagen in Kooperation mit dem Dachdecker-Einkauf

Neben diesen Denkmalschutzprojekten realisiert der Betrieb viel Steildachsanierung mit Ziegeln, vor allem im Einfamilienhausbereich, Flachdachsanierungen sowie Industriedächer für Firmen. Auch die erste PV-Anlage hat Oliver Vonderach jüngst installiert auf dem Steildach. Er kooperiert dabei mit einem ortsansässigen Elektriker. „Wir machen die Unterkonstruktion und die Module fertig bis zur Dachrinne, unterhalb übernimmt der Kooperationspartner.“ Mit im Boot ist die Niederlassung der Dachdecker-Einkauf Süd eG in Nürtingen. Dort ist Oliver Vonderach Mitglied und bestellt sein Material, auch in Sachen PV-Anlagen. Bei letzteren übernimmt der Dachdecker-Einkauf auch Planung und Berechnung. Der Betrieb kann  sich ganz auf die Montage konzentrieren. „Wir haben schon für 2024 einen Industriebau als neues PV-Projekt in Aussicht“, so Oliver Vonderach. „Die Abläufe beim Material sind reibungslos. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zur Niederlassung.“

Sie interessieren sich für das Thema Denkmalschutz? Dann lesen Sie unsere Story über Zultner Holzbau, Problemlöser im Denkmalschutz.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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