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Eine Drohne fliegt über eine bewaldete Landschaft mit einigen Häusern im Hintergrund unter bewölktem Himmel.

EU-Drohnenverordnung: Was Dachdecker wissen müssen

Knut Köstergarten

5. November 2020

Der Vormarsch der Drohnen hat jetzt auch Brüssel erreicht. Dort wird gerade an den letzten Details gefeilt für die neue EU-Drohnenverordnung, die ab Januar 2021 gelten soll. Was sind die zentralen Punkte für Dachdecker und Zimmerer?

EU-Drohnenverordnung: Bild von Drohne vor Kran.

Der Einsatz von Drohnen für Wartung oder Aufmaß von Dächern fällt laut EU-Drohnenverordnung in die neue Kategorie Open. (alle Fotos: Airteam)

EU-Drohnenverordnung mit neuen Kategorien

Es gibt drei neue Kategorien: Open, Speziell und Zertifiziert. Für Handwerker ist Open relevant, weil ein geringes Risiko besteht und dort keinerlei Genehmigungen notwendig sind.

Die zentralen Punkten bei Open auf einen Blick:

• Flughöhe liegt bei maximal 120 Meter

• Es darf nur in Sichtweite geflogen werden

• Kennzeichnung mit elektronischen Registrierungsnummer

• Haftpflichtversicherung für Drohne ist notwendig

• Privatsphäre der Menschen ist zu beachten

• Abstand zu Verbotszonen wie Flughäfen oder Krankenhäuser muss eingehalten werden

EU-Drohnenverordnung: Foto von Airteam Drohnenpilotin mit Drohne über Fabrikgebäude.

Zwei der vier neuen Gewichtsklassen der EU-Drohnenverordnung sind für Dachdecker und Zimmerer von Interesse.

Vier neue Gewichtsklassen – zwei verschiedene Führerscheine

Neben der Kategorie gibt es mit den Gewichtsklassen C0 bis C4 eine weitere zentrale Neuerung in der EU-Drohnenverordnung. Dabei haben die Hersteller zukünftig die Pflicht, die Drohnen zuzuordnen. Für die Dachdecker und Zimmerer sind die beiden Klassen C1 bis 900 Gramm Gewicht und C2 bis vier Kilogramm Gewicht von Interesse.

900 Gramm sind dabei eine wichtige Grenze. Denn für Flüge mit Drohnen in der C1-Klasse brauchen die Nutzer nur den EU-Kompetenznachweis, also eine Weiterbildung mit Prüfung online. Wer eine Drohne mit einem Gewicht über 900 Gramm fliegen will, braucht in der Klasse C2 das EU-Fernpilotenzeugnis, das auch eine Präsenzprüfung enthält, sowie eine zusätzliche Erklärung über praktische Kenntnisse.

EU-Drohnenverordnung: Bild von Drohne im Flug über Flachdach mit Photovoltaik-Modulen

Der bisherige Drohnen-Führerschein behält für eine Übergangsfrist von einem Jahr seine Gültigkeit.

Muss ich die neuen EU-Führerscheine ab Januar 2021 direkt vorlegen können?

Nein, die bereits vorhandenen Drohnenführerscheine behalten noch ein Jahr ihre Gültigkeit. Sie können danach auch umgewandelt werden in den EU-Kompetenznachweis oder das EU-Fernpilotenzeugnis.

Wenn die aktuelle Drohne 907 Gramm wiegt

Auch für einen Drohnen-Dienstleister wie Airteam aus Berlin sind die Gewichtsklassen ein zentrales Thema. „Wir fliegen aktuell mit einem Modell, das 907 Gramm wiegt“, berichtet Geschäftsführer Thomas Gorski. Sein Unternehmen bietet aktuell für Dachdecker und Zimmerer zwei zentrale Dienstleistungen an.  

Foto von Drohne mit Zubehör auf einer Landeplane

Ein Drohnen-Set, wie es der Dienstleister Airteam benutzt und seinen Kunden zur Verfügung stellt.

„Zum einen haben wir Kunden, die ab und zu Drohnenflüge haben, bei uns einen Piloten dafür buchen und dann das Bildmaterial erhalten“, erklärt Gorski. So etwas beim Betrieb Schaaf GmbH, der die Drohne für die Wartung von Kirchendächern in Stuttgart nutzt.

Dachinspektion einer Kirche durch Fotoaufnahmen mit einer Drohne.

Die Dachlandschaft der Stuttgarter Stiftskirche im Überblick.

Zum anderen bietet Airteam Komplettpakete an. Darin können je nach Bedarf die Drohne, Zubehör, die Schulung mit Kenntnisnachweis, die Bildbearbeitung und die exakten Aufmaße der Dächer in digitaler Form sowie Schnittstellen zur Software des Betriebs gehören. „Die Dachdecker machen die Drohnenflüge selber, alles andere übernehmen wir, natürlich konform zur EU-Drohnenverordnung“, sagt Gorski. Die Dachdecker Sowade GmbH in Cuxhaven setzt darauf und macht Dach-Aufmaße nur noch per Drohne.

Foto von einem Piloten mit Kollegen, der die Drohne vor sich mit dem Joystick steuert.

Patrick Gottschalk (links) und Henning Mirchel von Sowade GmbH wollen durch die Drohne effizient Dachflächen vermessen.

Elektronische Registrierungsnummer ist Pflicht ab Januar 2021

Was müssen Dachdecker noch tun, um vorbereitet zu sein in Sachen EU-Drohnenverordnung? Ab Januar 2021 brauchen Nutzer zwingend die neue elektronische Registrierungsnummer (e-ID). Nur wenn diese vorliegt, darf geflogen werden. Die e-ID muss an der Drohne angebracht werden und ersetzt die bisherige feuerfeste Plakette.

EU-Drohnenverordnung: Onlineportal für die Registrierung

Zuständig ist, wie auch für die Drohnenführerscheine, das Luftfahrt Bundesamt. Dort ist aktuell ein Onlineportal für die Registrierung im Aufbau. Individuelle Nutzer müssen für die Registrierung voraussichtlich eine geringe Gebühr bezahlen. Anzugeben sind Name, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Versicherungsnummer für die Drohnen-Haftpflicht. Die e-ID soll dann unkompliziert per Mail an den Nutzer gesendet werden.

Sie interessieren sich generell für das Thema Drohne. Dann lesen Sie unseren Einsteiger-Artikel mit Drohnen Aufmaß nehmen.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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