Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Holzträger werden an einer Baustelle mit Hilfe eines Krans montiert, während Arbeiter auf Gerüsten arbeiten und Baumaschinen im Hintergrund sichtbar sind.

Zimmerei ist spezialisiert auf anspruchsvolle Holzbauprojekte

Kai-Uwe Bohn

8. Juni 2021

„Das ist dann wie mit Legosteinen“, lacht Geschäftsführer Aaron Wilhelmi. „Bis dahin haben wir ja alles über Wochen passgenau vorbereitet und produziert. Der Aufbau ist natürlich der Höhepunkt eines solchen Auftrages, der aber auch in seiner Gesamtheit nur knapp sechs Monate Zeit beansprucht.“

Bild von Holzbauprojekt der Zimmerei Wilhelmi

Hier entstehen eine Lagerhalle plus Bürogebäude in Holzbauweise. (Alle Fotos: Wilhelmi)

Zimmerei mit 21 Jahren vom Vater übernommen

Die Günther Wilhelmi GmbH, ein alteingesessenes Traditionsunternehmen im nordhessischen Haina-Löhlbach, ist für sein zukunftsorientiertes, innovatives und nachhaltiges Bauen über die Grenzen der Region bekannt. „Wir setzen auf Holz – ausschließlich“, sagt Aaron Wilhelmi, der die Leitung 2018 mit nur 21 Jahren von seinem Vater Günter übernommen hat.

Bild von Aaron Wilhelmi

Aaron Wilhelmi wurde bereits mit 21 Jahren Chef im Familienbetrieb.

Auftrag für Firmengebäude aus Holz vom Partnerbetrieb

Für die Holzbauten von Wilhelmi, vom Gewerbebau bis zum Privathaus, braucht es aber starke Partner wie die Stöcker Haustechnik. Auch sie kommt aus Löhlbach. „Wir kennen uns in unserem 1.400-Seelen-Dorf und der Umgebung alle. Wenn wir etwas bauen, macht die Firma Stöcker Heizung, Lüftung und Sanitär“, so Wilhelmi. Und weil dieser Partnerbetrieb an seinem alten Standort aus allen Nähten platzte und dringend ein neues Domizil brauchte, kam Holzbau Wilhelmi ins Spiel: „Es war klar, dass wir das machen.“

Bild von Baustelle der Zimmerei Wilhelmi

Hier werden die Zwischendecken eingezogen für den Aufbau der zweiten Etage.

Zweistöckiges Bürogebäude mit Lagerhalle

Die herausfordernde Aufgabe für Wilhelmi: Neubau eines zweistöckigen Bürogebäudes mit angrenzender Lagerhalle. „In nackten Zahlen heißt das: 145 Kubikmeter verbautes Holz, 445 Quadratmeter Massivholzdecke in Sichtqualität, 920 Quadratmeter Sandwichbleche und 1.200 Quadratmeter vorgefertigte Holzrahmenbauwände“, nennt der junge Zimmerer die Rahmendaten.

Bild von Baustelle der Zimmerei Wilhelmi

Es geht voran: Die Fassade der Lagerhalle ist fast fertig.

Architekten-Planung musste überarbeitet werden

Erstmal musste aber die Planung des Architekten entscheidend korrigiert werden. „Die Gesamtlänge des Projekts war zu groß. Ab 40 Metern hätte eine Brandschutzmauer zum Bürogebäude mit reingemusst“, erläutert Aaron Wilhelmi. „Also haben wir die Lagerhalle auf exakt 39,99 Meter umgeplant – das war schon eine Herausforderung, das so genau hinzubekommen.“ Einsparpotenzial: 70.000 Euro.

Ökologie und Nachhaltigkeit sind Thema der Zeit

Dass auch die Stöcker Haustechnik „in Holz“ macht, lag auf der Hand – als Partner der Zimmerei hat man jahrelang die Vorteile von Holz kennengelernt und verinnerlicht. „Ökologie und Nachhaltigkeit spielen für viele Kunden mittlerweile eine entscheidende Rolle. Es ist das Thema der Zeit“, sagt Aaron Wilhelmi. „Wir setzen auf einen Wandaufbau aus 100 Prozent sortenreinem Holz, von der innersten bis zur äußersten Lage – schlüsselfertig, zum Festpreis, inklusive Planung und Bauleitung. Das alles individuell auf den Kunden zugeschnitten und mit kurzer Bauzeit.“ Ein Angebot, bei dem auch der Haustechnik-Spezialist nicht überlegen musste.

Realisierung eines Mehrfamilienhauses in Holzrahmenbauweise:

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Neue Fertigungshalle mit modernem Maschinenpark

Am 24. Februar 2021 begannen die Erdarbeiten. Am anderen Ortsende bei Wilhelmi startete parallel mit der CNC-gesteuerten Abbundanlage die präzise Fertigung der Holzbauteile mit äußerst geringen Maßtoleranzen. „Wir haben unsere neue Fertigungshalle mit dem modernen Maschinenpark selbst erst 2020 gebaut und im November in Betrieb genommen“, sagt Wilhelmi. Dazu kommen weitere Hallen zur Lagerung von Hölzern, Profilbrettschalungen und Dämmmaterialien sowie für die Vorfertigung der Elemente.

Bild von Fertigungshalle der Zimmerei Wilhelmi

Die Vorfertigung in der neuen, eigenen Produktionshalle bietet Wilhelmi beste Möglichkeiten.

„Das Material hatten wir natürlich rechtzeitig besorgt. Kurze Beschaffungszeiten gehören zu unseren Stärken. Und wir kommen auch jetzt noch an gutes Holz – auch wenn es teurer geworden ist“, sagt Aaron Wilhelmi. Als Mitgliedsbetrieb der Dachdecker-Einkauf Süd eG hat man in der Niederlassung Cölbe für die notwendigen Baustoffe immer die qualifizierten Ansprechpartner.

„Ein, zwei Zentimeter Spiel sind schon zu viel“

Der Holzbau mit der Vorfertigung macht das hohe Bautempo erst möglich. „Wir haben schon mal ein KFC-Schnellrestaurant in Alsfeld innerhalb von sieben Wochen realisiert – von der Bodenplatte bis zur Eröffnung. Das war auch nicht eben klein“, spricht Wilhelmi einen erfolgreichen Auftrag an. In der Bauleitung hat sein Unternehmen einige Herausforderungen zu stemmen – auch durch die vielen Schnittstellen. „Es werden viele vorgefertigte Bauteile verarbeitet, die mit der Leistung von Vor- und Nachunternehmern passen müssen. Das muss dann alles schon sehr genau und bis ins Detail geplant sein. Ein, zwei Zentimeter Spiel sind da schon viel zu viel.“

Bild von Halle der Zimmerei Wilhelmi

Auch genug Lagerfläche für die vorgefertigten, massiven Holzelemente ist vorhanden.

Von außen nach innen weitgehend Holz

Die Wandbauteile werden von der Zimmerei Wilhelmi so aufgebaut, wie es aktuell der bestmögliche Stand der Technik ist. Die jahrzehntelangen Erfahrungen in diesem Gewerk fließen natürlich mit ein. Die Außenhaut besteht aus 60 Millimeter Holzweichfaser-Putzträgerplatte. Die Wandkonstruktion dahinter wird durch eine 200 Millimeter starke Pfostenkonstruktion gehalten, die Zwischenräume werden mit Holzfaser-Einblasdämmung gefüllt. „Von innen kommt eine 15 Millimeter OSB-Platte drauf, dann die 60 Millimeter tiefe Installationsebene.“ Diese besteht vollflächig aus AGEPAN THD Install, einer stumpfkantigen und druckfesten Holzfaserdämmplatte, in der alle Versorgungsleitungen untergebracht werden. Den Abschluss bildet eine 12,5 Millimeter Gipskartonplatte.

75 Millimeter für Wandbefestigungen

„Das Schöne daran ist: Man hat – abgesehen vom Gips – von außen bis innen nur einen Werkstoff, nämlich Holz. Keine Folie, keine Steinwolle, keine Mineralwolle, kein Polystyrol – die große Keule der Bauchemie bleibt somit außen vor“, nennt der Juniorchef die Vorzüge. Durch die OSB-Platte und die Installationsplatte habe man an jedem Punkt 75 Millimeter volles Material, um etwas an der Wand zu befestigen: „Mit der Betonung auf fest.“

Bild von Baustelle der Zimmerei Wilhelmi

Ein kleiner, überdachter Vorbau wird am Bürogebäude realisiert.

Auch der Hessische Rundfunk hat schon gedreht

Auf die schnelle und gute Arbeit der Zimmerei ist nun sogar der Hessische Rundfunk aufmerksam geworden. „Die wollen TV-Beiträge über junge Menschen aus Nordhessen drehen, die etwas bewegen. Da geht es um mich, aber auch den Betrieb“, freut sich das Talent Aaron Wilhelmi, der früher auch zur Zimmerer-Nationalmannschaft gehörte. Die Baustelle von Stöcker Haustechnik habe sich angeboten, „sieben oder acht Drehtage war das Fernsehen hier.“

Bild von Dreharbeiten hr bei Zimmerei Wilhelmi

Der Hessische Rundfunk dreht einen TV-Beitrag über das aktuelle Holzbauprojekt. Der Name Wilhelmi hat sich schon bis in die Medien herumgesprochen.

Schon seit mehr als 100 Jahren mit Holz beschäftigt

Zimmerei & Holzbau Wilhelmi ist einer der größten Holzbauer in der Region. „Wir bieten den höchsten Qualitätsstandard rund um den Baustoff Holz. Das spricht sich bei unseren Kunden herum, deshalb waren wir von der Konjunkturkrise im Baugewerbe nicht betroffen und zählen im Moment zu den am stärkstem wachsenden Holzbauunternehmen“, sagt der Chef. Derzeit hat das Unternehmen 24 Mitarbeiter, davon vier Azubis, sieben Meister, einen Bautechniker und einen Bauingenieur. Der Ursprung lag in einem Sägewerk, das 1918 in Löhlbach startete. „Genau an der Stelle, an der das Sägewerk stand, haben wir 2020 die neue Abbundhalle gebaut.“ Holz, Holz und nochmals Holz – seit mehr als 100 Jahren Lebenselixier der Zimmerei Wilhelmi.

Sie interessieren sich für das Thema Holzbau? Dann lesen Sie unsere Story über einen Zimmerer, der ästhetische Holz-Fassadenverkleidungen macht.

Kai-Uwe Bohn

Kai-Uwe Bohn ist ausgebildeter Journalist und seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Er fühlt sich in vielen Themenfeldern zuhause, kann sich aber vor allem für das „richtige Leben“ rund um Wirtschaft, Handwerk, Handel und Dienstleistungen begeistern. Dass er Politikwissenschaft bis zum Diplom studiert hat, hilft ihm, die Zusammenhänge im Hintergrund richtig einzuordnen. Im Mittelpunkt seines Interesses stehen stets die Menschen, die Mögliches und Unmögliches wahr machen.

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